Die Vereinten Nationen (UN) werfen der Bundesrepublik Deutschland institutionellen Rassismus vor. Zu dieser Feststellung ist eine Arbeitsgruppe der UN für Menschen afrikanischer Abstammung gekommen. In einem Artikel der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom 27.02.2017 kritisiert ein Expertenteam die aktuelle Lage, insbesondere von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland und fordert die Regierung auf, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Besonders das praktizierte „Racial Profiling“ müsse durch Änderungen der Gesetze vom Gesetzgeber verboten werden.
Diese Studienarbeit soll näher auf dieses aktuelle und wichtige Thema eingehen und einen anschaulichen Einblick auf die Lage in Deutschland geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 InstitutionelleR Rassismus
2.1 Was ist Rassismus ?
2.1.1 Der Begriff der „Rasse“
2.1.2 Alltagsrassismus
2.1.3 Institutioneller Rassismus
3 Rassismus in der Polizeiarbeit
3.1 Racial Profiling und der Verstoß gegen das Grundgesetz
3.2 Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt
3.2.1 Der Fall Taio S.
3.2.2 Der Fall Mali T.
3.2.3 Auswertung
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des institutionellen Rassismus in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die Praxis des sogenannten Racial Profiling in der Polizeiarbeit. Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe dieser Diskriminierungsformen zu beleuchten, anhand von konkreten Fallbeispielen die Auswirkungen auf Betroffene aufzuzeigen und die Rolle sowie Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit in diesem Kontext kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen der Rassismus-Definition und Problematisierung des Rassenbegriffs
- Abgrenzung von Alltagsrassismus und institutionellem Rassismus
- Analyse von Racial Profiling im Kontext des Grundgesetzes
- Dokumentation rassistischer Polizeigewalt anhand von Praxisbeispielen
- Handlungsansätze für die Soziale Arbeit bei rassistisch motivierten Fällen
Auszug aus dem Buch
3.1 Racial Profiling und der Verstoß gegen das Grundgesetz
Der Begriff kommt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten von Amerika, in der die Praxis des Racial Profiling mittlerweile sehr kritisch gesehen wird. Im deutschen Sprachgebrauch würde man „verdachtsunabhängige Personenkontrolle“ als Synonym verwenden (vgl. Sow 2009, S. 131). Eine geeignete Definition bietet Cremer (2013, S.4):
„Mit ‚Racial Profiling´ wird die Methode bezeichnet, das physische Erscheinungsbild, etwa Hautfarbe oder Gesichtszüge, einer Person als Entscheidungsgrundlage für polizeiliche Maßnahmen wie Personenkontrollen, Ermittlungen und Überwachungen heranzuziehen“.
Entscheidend für eine polizeiliche Kontrolle ist demnach das äußere Erscheinungsbild. U. a. die Hautfarbe spielt dabei eine zentrale Rolle, die Polizeibeamte als Argument für eine Kontrolle hernehmen. Demzufolge könnte man davon ausgehen, dass Schwarze Menschen generell mehr verdächtigt werden, als Weiße Menschen. Wenn dem so ist - und mehr Schwarze Menschen als Weiße Menschen kontrolliert werden - dann heißt das im Umkehrschluss auch, dass vermutlich mehr Straftaten innerhalb der schwarzen Bevölkerung aufgedeckt werden und der Anteil der Schwarzen Straftäter steigt (vgl. Sow 2009, S. 132).
Grundlegend in diesem Zusammenhang ist aber, warum die Polizei kontrolliert. Geschieht dies nur aufgrund der Hautfarbe oder der Herkunft einer Person, so ist das in Deutschland nach Artikel 3 Abs. 3 Grundgesetz verboten. Dieser besagt:
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (Deutschland 2017, Art. 3 Abs. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die UN-Kritik am institutionellen Rassismus in Deutschland ein und skizziert den Aufbau der Arbeit zur Untersuchung von Racial Profiling.
2 InstitutionelleR Rassismus: Dieses Kapitel definiert Rassismus und den umstrittenen Rassenbegriff, differenziert zwischen Alltags- und institutionellem Rassismus und legt theoretische Grundlagen.
3 Rassismus in der Polizeiarbeit: Hier wird Racial Profiling als staatliche Kontrollpraxis beleuchtet, deren Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz hinterfragt und anhand von Fallbeispielen der KOP analysiert.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Rassen biologisch nicht existieren, Racial Profiling verfassungswidrig ist und die Soziale Arbeit hier eine wichtige Rolle in der Sensibilisierung einnehmen muss.
Schlüsselwörter
Institutioneller Rassismus, Racial Profiling, Polizeiarbeit, Diskriminierung, Grundgesetz, Menschenrechte, Alltagsrassismus, Rassenbegriff, Soziale Arbeit, Menschenrechtsstaat, Personenkontrolle, Diskriminierungsschutz, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Handlungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert institutionellen Rassismus in Deutschland, mit einem Fokus auf die polizeiliche Praxis des Racial Profiling und deren Auswirkungen auf Betroffene.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Rassismus, die Kritik am Rassenbegriff, die rechtliche Einordnung von Racial Profiling sowie die Arbeit der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Einblick in die aktuelle Problematik rassistischer Polizeipraktiken zu geben, diese kritisch zu hinterfragen und die Relevanz für die Soziale Arbeit herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallberichten der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP).
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Abgrenzung von Rassismusformen sowie der Analyse der polizeilichen Kontrollpraxis unter dem Aspekt des Artikels 3 des Grundgesetzes.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Racial Profiling, institutioneller Rassismus, Diskriminierung und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Polizei bei Personenkontrollen?
Der Autor argumentiert, dass polizeiliche Kontrollen aufgrund von Hautfarbe oder Herkunft verfassungswidrig sind und bei betroffenen Gruppen als Schikane und Machtdemonstration wahrgenommen werden.
Was fordert die Arbeit im Hinblick auf die Soziale Arbeit?
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollen sensibler auf rassistisch motivierte Fälle reagieren, die Grundrechte ihrer Klienten stärken und politische Entwicklungen kritisch hinterfragen.
- Arbeit zitieren
- Patrick Reng (Autor:in), 2018, Institutioneller Rassismus in Deutschland? Racial Profiling in der Polizeiarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416035