Prüfungsvorbereitung zum Thema Schülerselbst- und Mitbewertung


Prüfungsvorbereitung, 2016

6 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Zusammenfassung Schülerselbst- und Mitbewertung

1. Grundlagen der Leistungsbewertung

- Tradierter und erweiterter pädagogischer Leistungsbegriff

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- nicht nur fachlich-inhaltlich, sondern auch sozial-kommunikativ, methodisch-strategisch, personal, dialogisch-reflexiv, mehrseitig, fehleranalytisch à Ziel: Handlungskompetenz, Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit
- Individuelle Entwicklung, eigenständige Ziele und Teilziele
- Konflikt: Gesellschaftlicher Leistungsbegriff (Gegenleistung, Selektion, Konkurrenz) vs. Pädagogischer (individuelle Förderung) à neue Leistungs-kultur in der Schule, aber alte Leistungsbewertung
- Funktionen der Zensurengebung
- Beratungsfunktion (Diagnose)
- Berechtigungsfunktion
- Chancengleichheitsfunktion (Anspruch auf Objektivität)
- Evaluationsfunktion (Kontrolle der Unterrichtsmethode)
- Lernsteuerungsfunktion
- Legitimationsfunktion (bildungspolitisch, admin., unterri. Entscheidungen)
- Motivation und Disziplinierung
- Platzierung
- Rückmeldung für S und L
- Sozialisation (Einbindung in Gesellschaft)
- Gütekriterien der Leistungsmessung
- Objektivität = Unabhängig von Messenden
- Validität = Gültigkeit = am wichtigsten = tatsächlich messen, was gewollt
- Reliabilität = Zuverlässigkeit/ Genauigkeit
- Differenziertheit
- Ökonomie = möglichst geringer Aufwand
- àalles Gültigkeit untergeordnet, erst klären was zu messen à Definition und Messung abhängig von fachwiss. Kriterien, pol. und soz. Voraussetzungen und Wertungen

- àProblem: Dimensionierung, Stufung, Klassifizierung, Ordnung der Lernziele, nur solche messbar, die operationalisiert = eindeutig zu beobachten
- Bezugsnormen
- Sozial = mit Gruppen (Problem: unterschiedliche Gruppen als Grundlage)
- kriterial = fachlich-sachliche Anforderungen (Problem: individuell)
- individuell = Lernfortschritt (Problem: unfair)
- Merkmale guten Unterrichts
- Klare Strukturierung
- Hoher Anteil echter Lernzeit
- Lernförderliches Klima
- Inhaltliche Klarheit
- Sinnstiftendes Kommunizieren
- Methodenvielfalt
- individuelles Fördern
- intelligentes Üben
- Transparente Leistungserwartungen
- Vorbereitete Umgebung

Definition

- Selbstbewertung = SuS lernen eigene Arbeit einzuschätzen, Bezogen auf Lernprozess aufgefordert, eigenes Urteil
- Mitbewertung = wechselseitig, Lernpartnerschaft, sachgerechte Einschätzung von Lernprozessen und Produkten + Ausbildung Reflexion und Bewertung
- Grundlage: taktvoll und vertrauensvolle Atmosphäre, schüler- und förderorientiert
- Geschichte
- reformpädagogischer Ursprung Waldorfschule, Montessori
- konstruktivistisch: Lernen kann nur angestoßen werden, Wissen wird immer individuell gebildet, eigene Vorstellungen sich entscheidend beim Aufbau von Wissen, Vorstellungen sind abhängig von materialen und sozialen Merkmalen des Unterrichtsarrangements à Unterricht muss vielfältiges Angebot von Lernbedingungen schaffen und Konzepte erproben lassen, Leistung ist beeinflusst von individuellen Vorstellungen und kognitiven Prozessen im Verhältnis zur Lernumwelt und in Begegnung mit anderen Konzepten, Zurückhaltung bei Leistungsbewertung
- Ziel: persönlichen Lernstand reflektieren und selbstgesetzte Lernfortschritte realisieren und beurteilen, lernen eigenem Handeln Maßstäbe zugrundezulegen, nach den Leistung gemessen und verglichen werden kann à Bereitschaft, Motivation, Selbsteinschätzung und -bewusstsein, Selbstwertgefühl, Kontrolle, Lernfähigkeit, Lernstrategien à eigenes Lernverhalten kennenlernen, reflektieren und kontrollieren à erfolgversprechende Handlungen und Reaktionen, Lernsituationen antizipieren, selbstständiger und selbstbewusster handeln (Steuerung und Optimierung von Lernprozessen im Sinne lebenslangen Lernens), Erzieherisches Ziel: Verantwortung übernehmen

Methode

- Verfahren
- ergebnisorientiert (Produkt) oder handlungsorientiert (Prozess)
- Selbstbewertung:
- Portfolio = Selbsteinschätzung + Lehrerkommentar, Organisation des Lernens (Prozessorientierung)
- Lerntagebuch
- Checklisten (beim Arbeiten bereits auf Qualität achten, Kontrolle, Kriterien und Leistungsmerkale transparent)
- Bewertungsbogen zu Arbeitsverhalten mit offenen Fragen, die komplexe Antwort und Reflexion erfordern
- Wochenplanarbeit, Dokumentation von Fortschritten unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen
- Arbeitsprozessberichte (Beschreiben, Analysieren, Ziele und Kriterien für Selbstbewertung, Alternativvorschläge, Fehlervermeidung für Zukunft)
- Praxis: Sprachenportfolio
- Mitbewertung/Gruppenbewertung:
- Problem: in GA Einzelleistungen bewerten àKompromiss: ausgerichtet auf Sachnorm, Bewertung muss sich auf Qualität des Arbeitsprozesses beziehen, nicht auf Ergebnis à Faktoren:
- klare Ziele und sinnvolle Gliederung
- Strukturierung durch Regeln
- Passung Arbeitsanforderungen + Kompetenzen der Mitglieder
- angemessenen Lern- und Arbeitsvoraussetzungen
- Reflexion der Erfahrungen, Förderung von Teamfähigkeit
- Optionen:
- Benotung des GA-Ergebnisses und Stellungnahme der Gruppe (unabhängig von Lehrer, aber anhand von Kriterien, offen ob gleiche Note für alle)
- Notenpool (Pool an Punkten aus Note für Gruppenergebnis * Mitglieder kriteriengeleitet (Beitrag zum Ziel, Qualität der Beiträge, Übernahme von Aufgaben, Engagement, Einsatz) Einigung ggf. durch Schlichter)
- Selbstbewertung durch Gruppe (erst einzeln, dann präsentieren, Entscheidung bei L)
- Gruppenpuzzle mit Schwerpunkt auf didaktischen Fähigkeiten (Stammgruppe – Expertengruppe – Stammgruppe, Leistungstest in Einzelarbeit damit überprüfbar, wie gut didaktische Fähigkeiten der anderen à gewinnt, wer erfolgreich an drei Nichtexperten vermittelt hat)
- Beurteilung von Projektarbeit: Arbeitsplan, vereinbarte Ergebnisse, Zwischenstand, Arbeitsprozessbericht, Präsentation (Sachbezug und Vermittlung), Ausgangspunkt ist Projektvereinbarung wer wie was wann macht
- Leistungspräsentationen (argumentative Verteidigung): Inhalt, Aufbau, Medien, Vortrag, Präzision, Gesprächsverhalten offen und kritisch, Redundanzen, persönliche Sichtweise)
- Lernpartnerschaften, Lernerfahrung Kleingruppenevaluation (Problem Kontrolle und Lösungshandlung, abwechselnd) (Handlungsstrategien abgucken (Lesen eines Textes))
- selten Bewertung Endprodukt

Bewertung in der Didaktik

- Chancen und Perspektiven
- erhöhte Transparenz der Bewertungsprozedur
- Bewertungsqualität erhöht durch Multiperspektivität
- schnellere und differenzierte Rückmeldung
- erhöhte Akzeptanz des Lehrerurteils = kommunikative Validierung
- Schärfung der Wahrnehmung (L) und Reflexion (L + S)
- Steigerung des Selbstbewusstseins
- Zusammenhang Verhalten-Konsequenz
- Förderung Metakognition
- Prozessdiagnostik möglich
- Abbau von Macht- und Konkurrenzstruktur
- differenziertes Gespräch möglich
- voneinander lernen, Lernklima
- prozessuale Seite der Leistung und persönliche Voraussetzungen
- nachhaltiges Lernen
- Eigenverantwortliches Lernen
- Bildungsauftrag der Schule
- persönliche und soziale Verantwortung
- Befähigung zur Mitbestimmung
- Persönlichkeitsbildung
- Einwände
- Schülerurteile nicht objektiv genug
- Bezug Individualnorm und Sozialnorm
- Lob des Lehrers fehlt
- Aufmerksamkeit auf Lerngegenstand fehlt
- keine Auswirkungen auf Berichts- oder Promotionsebene
- keine sachgerechte Beurteilung da kein Überblick über Lerninhalt
- keine Lust
- Willkürlicher Einfluss auf Realität
- subtile Art der Überwachung

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Prüfungsvorbereitung zum Thema Schülerselbst- und Mitbewertung
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,2
Autor
Jahr
2016
Seiten
6
Katalognummer
V416087
ISBN (eBook)
9783668672338
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, Schülerselbstbewertung, Schülermitbewertung, Grundlagen der Leistungsbewertung, Leistungsmessung, Zensurengebung
Arbeit zitieren
Anna Kuhlmann (Autor:in), 2016, Prüfungsvorbereitung zum Thema Schülerselbst- und Mitbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416087

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