Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial

Arbeitskommando Sonderbau. Über die Häftlingsbordelle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Título: Arbeitskommando Sonderbau. Über die Häftlingsbordelle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Libro Especializado , 2018 , 74 Páginas

Autor:in: Anne S. Respondek (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Prostitution war im Dritten Reich streng sanktioniert. Ein Blick auf die Konzentrationslager zeigt jedoch die ganze Bigotterie des Hitlerstaats. Denn in seinen Konzentrationslagern wurde er selbst zum Bordellbetreiber. In ihrem Buch setzt Anne Respondek sich mit der Frage auseinander, welche Ziele der Hitlerstaat mit der Einrichtung von Bordellen in Konzentrationslagern verfolgte.

Neben einer Untersuchung der historischen Hintergründe stehen bei Respondek aber vor allem die betroffenen Frauen im Mittelpunkt. Für viele von ihnen hatte die Zwangsprostitution auch nach dem Dritten Reich noch Ausgrenzung und Demütigungen zur Folge.

Respondek ordnet die Zwangsprostitution im Konzentrationslager in die nationalsozialistische Weltanschauung ein und erläutert die Funktionsweise des Gewaltsystems. Sie erschließt damit eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte.

Aus dem Buch:
- Drittes Reich;
- Nationalsozialismus;
- Konzentrationslager;
- Prostitution;
- Zwangsprostitution;
- Bordell

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort, Fragestellung und Begrifflichkeiten

2 Verortung der Sonderbauten im nationalsozialistischen Weltbild

2.1 Das NS-Frauenbild und die nationalsozialistische Sexual- und Körperpolitik

2.2 Prostitutionspolitik im Nationalsozialismus

2.3 Sexualität im Gewaltkosmos Konzentrationslager

3 Der Sonderbau

3.1 Prämienverordnung und Motivation der SS

3.2 Bildung und Struktur der KL-Bordelle

4 Die „Bordellinsassinnen“

4.1 Herkunft und soziale Verortung der Frauen: Was ist „asozial“?

4.2 Hierarchie der Lagergesellschaft

4.3 Selektion und Rekrutierung der Frauen und der Mythos der „freiwilligen Meldung“

5 Leben im Sonderbau

5.1 Alltag im Bordell und Bordellbetrieb

5.2 Der Bordellbesuch

5.3 Bewältigungsstrategien und Lebensbedingungen im Sonderbau

5.4 Menschenversuche

6 Die Freier

6.1 Motivation der Häftlingsfreier

6.2 Sichtweisen der Häftlingsfreier auf die Zwangsprostituierten und das Lagerbordell

7 Der Umgang mit den Frauen und dem Thema nach 1945

8 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte der staatlich errichteten Häftlingsbordelle in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Das Ziel ist es, die Motive für die Errichtung dieser Institutionen, die Rekrutierung und Lebensbedingungen der Zwangsprostituierten sowie die Motivation der Häftlingsfreier im Kontext nationalsozialistischer Ideologie und Gewaltstrukturen zu beleuchten und zudem die fortdauernde Stigmatisierung der betroffenen Frauen nach 1945 kritisch zu hinterfragen.

  • Stellenwert von Zwangsprostitution im nationalsozialistischen Weltbild
  • Strukturen und Alltag in den sogenannten „Sonderbauten“
  • Selektionsmechanismen und die Instrumentalisierung der Häftlingsgesellschaft
  • Motivationslagen der SS und der Häftlingsfreier
  • Umgang mit den Opfern und deren Tabuisierung in der Nachkriegsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 Bildung und Struktur der KL-Bordelle

Mit der Bildung von Bordellen für SS, Waffen-SS, Polizei in den besetzten Gebieten, für Wachmänner und Zwangsarbeiter machte „das totalitäre Regime in Deutschland den Anspruch auf eine totale Kontrolle des Menschen deutlich. Bordelle wurden damit zu einer biopolitischen Institution (…), denn sie waren zugleich Regulatoren der Rassenpolitik, Instrumente einer gesundheitstechnischen Kontrolle und Organe der Eliminierung der Privatsphäre. Durch die Förderung und Kontrolle der Prostitution weitete die totalitäre Biomacht ihre Autorität auf die Überwachung der menschlichen Sexualität aus.“36

Der Errichtung der Häftlingsbordelle in Mauthausen und Gusen, Flossenburg, Buchenwald, Auschwitz, Dachau, Neuengamme, Sachenhausen und Mittelbau-Dora lagen zudem noch ökonomische Bestrebungen zugrunde. Das erste KL-Bordell wurde im Juni 1942 im KL Mauthausen eröffnet, im Außenlager Gusen nur knapp zwei Monate später das nächste; es folgten Bordelle in Auschwitz und Buchenwald. Waren die Sonderbauten in Mauthausen, Gusen und Auschwitz noch in direkter Nähe zu Lagertor oder Appellplatz gebaut wurden, errichtete man das Bordell in Buchenwald in einem abgelegenen Winkel des KL. Grund dafür war ein Schreiben des SS-Obersturmbannführers Arthur Liebehenschel vom WVHA, in welchem er den Kommandanten vierer KL erklärt, ihm sei „bei der Besichtigung bereits fertiggestellter Sonderbauten aufgefallen, daß diese nicht besonders günstig liegen. Der Hauptamtschef hat angeordnet, daß bei der Errichtung weiterer Sonderbauten darauf zu achten ist, daß diese ihrer Zweckbestimmung gemäß etwas abseits liegen und nicht von allen möglichen Leuten begafft werden können.“37

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort, Fragestellung und Begrifflichkeiten: Einführung in die Thematik der KL-Bordelle, Klärung der Forschungsfragen sowie definitorische Eingrenzung der verwendeten Begriffe im historischen Kontext.

2 Verortung der Sonderbauten im nationalsozialistischen Weltbild: Analyse der nationalsozialistischen Frauen-, Körper- und Prostitutionspolitik sowie der Rolle von Sexualität als Herrschaftsinstrument.

3 Der Sonderbau: Untersuchung der offiziellen Motivation der SS zur Errichtung der Bordelle als Leistungsanreiz sowie der baulichen Struktur und Zweckbestimmung.

4 Die „Bordellinsassinnen“: Darstellung der Stigmatisierung und Rekrutierung der als „asozial“ klassifizierten Frauen, inklusive der Lagerhierarchie.

5 Leben im Sonderbau: Detaillierte Schilderung des Bordellalltags, der Zwangssituation der Frauen, der Überlebensstrategien sowie der Ausbeutung durch medizinische Versuche.

6 Die Freier: Analyse der Motive der Häftlingsfreier für den Bordellbesuch sowie der unterschiedlichen Sichtweisen der Lagergesellschaft auf die Bordelle.

7 Der Umgang mit den Frauen und dem Thema nach 1945: Betrachtung der fortgesetzten Stigmatisierung und der jahrzehntelangen gesellschaftlichen Tabuisierung dieser Opfergruppe nach Kriegsende.

8 Resümee: Zusammenfassende Einordnung der Häftlingsbordelle als Instrument der totalitären Kontrolle und sexualisierten Gewalt im nationalsozialistischen Gewaltsystem.

Schlüsselwörter

Konzentrationslager, Nationalsozialismus, Zwangsprostitution, Sonderbau, Häftlingsbordell, Asoziale, Rassenpolitik, sexuelle Gewalt, Ausbeutung, SS, Leistungssteigerung, Lagergesellschaft, Stigmatisierung, Opferdiskurs, Menschenversuche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte der staatlich organisierten Zwangsprostitution in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, ein Thema, das lange Zeit tabuisiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die nationalsozialistische Sexual- und Bevölkerungspolitik, die Lebensumstände der Zwangsprostituierten, die Motivation der SS und der Freier sowie der Umgang mit den Betroffenen nach 1945.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Mechanismen der sexuellen Ausbeutung aufzuzeigen, die Instrumentalisierung der Frauen im Lagerkontext zu dekonstruieren und die späte Anerkennung ihres Leids zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Archivquellen, insbesondere aus der KZ-Gedenkstätte Dachau, sowie auf eine Auswertung aktueller wissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „Sonderbaus“ als Institution, die soziale Verortung der Zwangsprostituierten, ihren Alltag unter Zwang und die verschiedenen Motivationen der Freier innerhalb der Lagerhierarchie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konzentrationslager, Zwangsprostitution, „Sonderbau“, NS-Ideologie, sexuelle Gewalt und die Tabuisierung nach 1945.

Warum war der Begriff „Sonderbau“ für die SS so bedeutsam?

Der Begriff bezeichnete Gebäude, deren Existenz tabuisiert werden sollte, wie Krematorien oder Bordelle; er diente der administrativen Tarnung und der bewussten Isolierung dieser Orte.

Wie war die Situation der „Bordellinsassinnen“ nach Kriegsende?

Die Frauen blieben lange Zeit von einer Anerkennung als Opfer ausgeschlossen, da sie oft als „Asoziale“ stigmatisiert wurden, was Wiedergutmachungsansprüche verhinderte und ihr Leid gesellschaftlich negierte.

Final del extracto de 74 páginas  - subir

Detalles

Título
Arbeitskommando Sonderbau. Über die Häftlingsbordelle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern
Autor
Anne S. Respondek (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
74
No. de catálogo
V416204
ISBN (Ebook)
9783960952800
ISBN (Libro)
9783960952817
Idioma
Alemán
Etiqueta
Prostitution KZ Nationalsozialismus Bordelle Sonderbau Drittes Reich Bordell Zwangsprostitution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne S. Respondek (Autor), 2018, Arbeitskommando Sonderbau. Über die Häftlingsbordelle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416204
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  74  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint