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Berufliche und soziale Integration als Aufgabe der Bewährungshilfe

Title: Berufliche und soziale Integration als Aufgabe der Bewährungshilfe

Diploma Thesis , 2004 , 148 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jan Stein (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Summary Excerpt Details

Betrachtet man die aktuellen Zahlen Straffälliger, so wird deutlich, dass die Zahl der Probanden der Bewährungshilfe bei weitem die Zahl der Strafgefangenen übersteigt. So werden heute zwei Drittel aller von den Strafgerichten verhängten Freiheitsstrafen und Jugendstrafen zur Bewährung ausgesetzt. Mit Blick auf die überhaupt aussetzungsfähigen Strafen bis zur Höhe von zwei Jahren zeigt sich eine noch höhere Aussetzungsquote, so dass im Erwachsenenstrafrecht inzwischen die Strafaussetzung zur Bewährung die zweithäufigste Sanktion nach der Geldstrafe darstellt.

Gesetzlich sind die Aufgaben der Bewährungshilfe zweifach definiert: einerseits zu helfen und zu betreuen, den jeweiligen Probanden zu überwachen und zu kontrollieren. Als die häufigsten Problembereiche, die einer beruflichen und sozialen Integration der zu betreuenden Probanden im Weg stehen, sind Arbeitslosigkeit, Suchterkrankungen und eine teilweise sehr hohe Verschuldung zu nennen. Diese Aspekte gilt es anhand der Beschreibung von Maßnahmen und Aufgabenbereichen der heutigen Bewährungshilfe an einem Beispiel zu untersuchen. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf den Aspekt der Arbeitslosigkeit im Zuge der so genannten Hartz IV-Reformen gelegt werden.

Als empirische Grundlage dient hier die von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer e.V. (ADB) im Frühjahr 1999 durchgeführte bundesweite Untersuchung zur Lebenslagen von Probanden der Bewährungshilfe. Die Befragung richtete sich an alle Bewährungshelfer, um eine Aktenanalyse von zufällig ausgewählten Klientinnen und Klienten durchzuführen und erfasste die Daten von 2331 Probanden. In Ergänzung dazu wurden für diese Arbeit fünf Bewährungshelfer befragt, wie sie mit Probanden arbeiten, die Schulden und Suchterkrankungen aufweisen. Die Befragung erfolgte allerdings nur mündlich, da eine schriftliche Befragung untersagt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgaben und Strukturen der Bewährungshilfe

2.1 Geschichte der Bewährungshilfe

2.2 Aufgaben der Bewährungshilfe

2.3 Kontroll- und Überwachungsfunktion der Bewährungshilfe

2.4 Rechtliche Grundlagen der Aussetzung der Freiheitsstrafe und der Unterstellung der Bewährungshilfe

2.5 Die Organisation der sozialen Dienste

2.6 Adressaten der Bewährungshilfe

2.6.1 Altersstruktur

2.6.2 Geschlecht

2.6.3 Das Problem soziales Umfeld

2.6.4 Arbeitsmarktsituation

2.7 Kostenvergleich zwischen Bewährungshilfe und Maßregelvollzug

3. Integration der Probanden

3.1 Soziale Integration

3.2 Verteilung der Probanden innerhalb der Bewährungshilfe

3.2.1 Belastungsprinzip

3.2.2 Buchstabenprinzip

3.2.3 Spezialisierungsprinzip

3.2.4. Prinzip Gemeinwesenorientierung

3.3 Probandenanalyse und Gruppeneinteilung der Probanden

3.3.1 Gruppe 1

3.3.2 Gruppe 2

3.3.3 Gruppe 3

3.3.4 Gruppe 4

3.3.5 Gruppe 5

3.3.6 Gruppe 6

3.3.7 Zeitlicher Aufwand der Betreuung für die einzelnen Gruppen

3.4 Kooperationspartner und Zusammenarbeit

3.5 Maßnahmen zur sozialen Integration

3.5.1 Beschaffung und Erhalt von Wohnraum

3.5.2 Schuldnerberatung/Schuldenregulierung

3.5.3 Resozialisierungsfonds für ehemalige Straffällige

3.5.4 Suchthilfe und Suchtberatung

3.5.5 Tagesstrukturierende Angebote

3.6 Berufliche Integration

3.6.1 Folgen der Arbeitslosigkeit für die Betroffenen allgemein

3.6.2 Dimensionen der Arbeitslosigkeit

3.6.3 Probandengruppen und Ausgangslage

3.6.4 Berufswegeplanung

3.6.5 Kompetenzfeststellung und Kompetenzentwicklung

3.6.6 Motivation Schulabschluss nachholen

3.6.7 Berufsausbildung

3.6.9 Umschulungsmaßnahmen

3.6.10 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM)

3.6.11 Personal-Service-Agenturen

3.6.12 Europäischer Sozialfond (ESF)

3.6.13 Jobcenter

4 Schwierigkeiten und Möglichkeiten

4.1 Erfolg der Bewährungshilfe

4.2 Zumutbarkeitskriterien und Sanktionierung

4.3 Betreuungsschlüssel

4.4 Differenztage zwischen Verurteilung und Betreuung

4.5 Soziale Gruppenarbeit

4.6 Vorteile der Gemeinwesenarbeit

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Aufgabenbereiche und Maßnahmen der Bewährungshilfe am Beispiel von X-Stadt zu untersuchen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss der Hartz IV-Reformen auf die Arbeitslosigkeit von Probanden liegt. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, wie die Bewährungshilfe trotz struktureller Belastungen die soziale und berufliche Reintegration ihrer Klienten fördern kann.

  • Strukturen und gesetzliche Aufgaben der Bewährungshilfe
  • Herausforderungen durch Arbeitslosigkeit und Verschuldung bei Probanden
  • Analyse von Integrationsmaßnahmen und deren Erfolgsaussichten
  • Rolle der Kooperation mit externen sozialen Diensten und Institutionen
  • Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Klientel der Bewährungshilfe

Auszug aus dem Buch

3.6.2 Dimensionen der Arbeitslosigkeit

Arbeitslos ist nicht gleich arbeitslos. Bei gewollter oder ungewollter Arbeitslosigkeit können verschiedene Faktoren zusammen wirken. Rudolf SPONSEL unterscheidet einzelne Dimensionen der Arbeitslosigkeit, die ich kurz erläutere (vgl. SPONSEL 2002).

Dimension Erwerb: Demnach wird Arbeit gesucht, um eine Möglichkeit zur Finanzierung der Bedürfnisse und Ansprüche zu haben. Viele Menschen betrachten Arbeit und Leistung nur als notwendiges Übel, um Geld zu verdienen. Arbeit wird in den seltensten Fällen der Arbeit wegen gemacht, aus Spaß an der Arbeit oder weil sie den Interessen entspricht, sondern weil sie eigentlich andere Interessen und Bedürfnisse haben, die irgendwie finanziert werden müssen. Gerade bei den Jugendlichen ist auffallend, dass nur wenige die Ausbildungen bekommen, die sie wünschen, und letztendlich für Berufe ausgebildet werden, die sie später nicht ausüben wollen. Neben der Erwerbsarbeit gibt es noch anderer Arten von Beschäftigungen, die nicht mit Geld abgegolten werden. (Kindererziehung, Familiäre Pflegeleistungen)

Dimension Alter: Wer zu jung oder zu alt zum arbeiten ist, ist natürlich arbeitslos, also Menschen, die altersbedingt am Arbeitsleben noch nicht oder nicht mehr teilnehmen. Je nach wirtschaftlicher Lage verschiebt sich das Renteneintrittsalter nach unten oder oben.

Dimension Schonung: Auch wenn jemand arbeiten möchte, kann dies durch Krankheit oder Behinderung nur eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich sein. Das deutsche Versicherungssystem soll die Kranken, Behinderten und Schwachen, die nicht durch Arbeit für ihren Unterhalt sorgen können, schützen und für einen Ausgleich der Benachteiligung sorgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die hohe Anzahl der Probanden in der Bewährungshilfe im Vergleich zu Strafgefangenen und führt in die zentralen Problemfelder wie Arbeitslosigkeit und Verschuldung ein.

2. Aufgaben und Strukturen der Bewährungshilfe: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Grundlagen, die historische Entwicklung sowie die organisatorische Einbettung der Bewährungshilfe in Deutschland und speziell in Thüringen.

3. Integration der Probanden: In diesem Kapitel werden Ansätze zur sozialen und beruflichen Integration, verschiedene Verteilungsprinzipien von Probanden sowie eine detaillierte Probandenanalyse in Gruppen dargestellt.

4. Schwierigkeiten und Möglichkeiten: Dieses Kapitel analysiert die Erfolgsmessung der Bewährungshilfe, die Auswirkungen verschärfter Zumutbarkeitskriterien auf die Betreuungsqualität sowie spezifische Methoden wie soziale Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit.

5. Zusammenfassung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die behandelten Themenbereiche von der historischen Entwicklung über die Probandenanalyse bis hin zu den Herausforderungen durch die Arbeitsmarktpolitik.

Schlüsselwörter

Bewährungshilfe, Probanden, soziale Integration, berufliche Integration, Arbeitslosigkeit, Schuldnerberatung, Resozialisierung, Strafrechtspflege, Arbeitsmarktpolitik, Hartz IV, Suchtberatung, Führungsaufsicht, Gemeinwesenarbeit, Rückfallprävention, Qualifizierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Aufgaben, Strukturen und Integrationsbemühungen der Bewährungshilfe bei straffällig gewordenen Personen unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozialen Lebenslagen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die berufliche Wiedereingliederung, die Schuldnerberatung, der Umgang mit Suchterkrankungen und die Auswirkungen aktueller arbeitsmarktpolitischer Reformen auf die Probanden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die Bewährungshilfe trotz struktureller Herausforderungen und knapper Ressourcen die soziale und berufliche Integration der ihr unterstellten Probanden effektiv gestalten kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer empirischen Grundlage, die durch Interviews mit fünf Bewährungshelfern in X-Stadt ergänzt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Strukturen der Bewährungshilfe, eine detaillierte Analyse der Probandengruppen sowie eine Diskussion über Schwierigkeiten, wie etwa die Zumutbarkeitskriterien bei der Arbeitsvermittlung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Resozialisierung, berufliche Integration, Lebenslagenuntersuchung, Probandenbetreuung und strukturelle Arbeitsmarktproblematik charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Betreuung je nach Probandengruppe?

Die Arbeit zeigt, dass je nach Merkmalsklassen wie Alter, Hafterfahrung und Deliktart unterschiedliche Betreuungsintensitäten erforderlich sind, wobei einige Gruppen eine deutlich intensivere Begleitung benötigen als andere.

Welchen Einfluss haben die Hartz IV-Reformen auf die Arbeit der Bewährungshelfer?

Die Reformen führen laut Autor zu einem stärkeren Fokus auf reine Arbeitsvermittlung, was die pädagogische Arbeit und die langfristige soziale Stabilisierung der Probanden gefährden könnte.

Wie bewerten die befragten Bewährungshelfer die Stadtteilorientierung?

Die Befragten sehen die Stadtteilorientierung prinzipiell positiv, betonen aber, dass ihre Wirksamkeit stark von den verfügbaren Ressourcen und der Arbeitsbelastung abhängt.

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Details

Title
Berufliche und soziale Integration als Aufgabe der Bewährungshilfe
College
University of Erfurt
Grade
1,7
Author
Jan Stein (Author)
Publication Year
2004
Pages
148
Catalog Number
V41674
ISBN (eBook)
9783638398923
ISBN (Book)
9783640595242
Language
German
Tags
Bewährungshilfe Resozialisierung Bewährung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Stein (Author), 2004, Berufliche und soziale Integration als Aufgabe der Bewährungshilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41674
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