In einer sich immer weiterentwickelnden Welt müssen wir uns die Frage der Notwendigkeit des Bargeldes stellen. Was sind die Vorteile des Bargeldes und für wen würde sich eine Bargeldabschaffung lohnen? Dies sind zwei wichtige Komponenten, die man bei dieser heiklen Frage beachten muss. Im Rahmen einer Seminarfacharbeit wurde hierzu eine Umfrage durchgeführt und Interviews geführt.
Zu Beginn der Seminarfacharbeit werden die Ansichten der wichtigsten wirtschaftlichen €-Institutionen dargestellt und ein Fazit aus den insgesamt 6 Meinungen gezogen.
Im Anschluss werden die Meinungen der befragten Bürger mittels eines Fragebogens dargestellt. Insgesamt 200 Menschen aus allen Altersgruppen wurden hierzu befragt, so dass diese Umfrage ein repräsentatives Ergebnis darstellt. Ein weiteres Zwischenfazit stellt den Schluss für die 2. wichtige Gruppe der Gesellschaft dar.
Als letztes wurden die Meinungen von ausgewählten Personen (Banker, Unternehmer, Steuerberater) analysiert und zu einem Fazit zusammengezogen.
Infolge der Auswertung aller 3 Fazite, wird ein Abschlussfazit gegeben und die Frage, ob eine Bargeldabschaffung sinnvoll ist, geklärt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Die Geschichte des Geldes
2. Die Positionierung von Verbänden und Vertretern von Finanzeinrichtungen
2.1 Die Europäische Zentralbank
2.2 Das Bundesministerium der Finanzen
2.3 Der Bundesverband der Banken
2.4 Der Bundesverband der Verbraucherzentralen
2.5 Der Handelsverband Deutschland
2.6 Der Bund der Steuerzahler
2.7 Fazit
3. Die Stellung zur Bargeldabschaffung von Interviewpartnern
3.1 Der Banker
3.2 Der Unternehmer
3.3 Der Steuerberater
3.4 Fazit
4. Empirische Untersuchung
4.1 Zahlungsverhalten
4.1.1 Geldkarten
4.1.2 Bar versus unbar im Alltag
4.1.3 Das Zahlungsverhalten in unterschiedlichen Produktkategorien
4.2 Die Alternativen zum derzeitigen Zahlungsmodus
4.2.1 Generelle Abschaffung des Bargeldes
4.2.2 Abschaffung einzelner Bestandteile
4.2.3 Überlegen zu einer Höchstgrenze bei Barzahlungen
4.3 Fazit
5. Die Entwicklung der Bargeldabschaffung in Europa
5.1 Deutschland
5.2 Die Entwicklung in anderen Mitgliedsstaaten der EU
6. Fazit der Seminarfacharbeit
7. Anhang
7.1 Fragen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit einer möglichen Bargeldabschaffung, indem sie die Positionen einflussreicher Finanzinstitutionen, Experteninterviews und empirische Daten zum Zahlungsverhalten von Konsumenten analysiert, um eine fundierte Einschätzung zu den Auswirkungen und der Akzeptanz eines bargeldlosen Systems zu treffen.
- Historische Entwicklung des Geldes und Wandel der Tauschmittel.
- Analyse der Standpunkte von Banken, Finanzministerien und Verbraucherverbänden.
- Experteninterviews mit Vertretern aus Bankwesen, Unternehmensführung und Steuerberatung.
- Empirische Erhebung zum Zahlungsverhalten und zur Akzeptanz von Bargeldalternativen.
- Vergleich der europäischen Entwicklungen bei Bargeldobergrenzen und Bargeldnutzung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Banker
Am 11. September 2016 wurde ein Interview mit Steffen Oloff, dem Mitarbeiter einer der größten Banken Deutschlands, der Berliner Volksbank, geführt. Zu seinen Aufgaben als Banker gehört unter anderem die Abstimmung von Finanzstrukturen, die Analyse von Bonitätsunterlagen, die Bewertung von Objekten, die Kundenberatung bei einer Kreditaufnahme und gegebenenfalls die Tätigung von Überweisungen für Privatpersonen. Herr Oloff besitzt eine langjährige Berufserfahrung, weshalb sich kompetente Aussagen zum genannten Themenkomplex ableiten lassen.
Auf die erste Frage, welche positiven und negativen Auswirkungen die Abschaffung des Bargeldes auf den durchschnittlichen Verbraucher hätte, nannte Herr Oloff zunächst einen positiven Aspekt: Die zwar durch Smartphones und entsprechende Apps vermeidbare, aber trotzdem meist endlose Suche nach einem Geldautomaten in einer fremden Stadt könnte mit der Abschaffung des Bargeldes umgangen werden. Allerdings müsste die bargeldlose Bezahlung überall, in allen Ländern sowie in allen Verkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen, problemlos gelingen.
Gleichzeitig würde damit ein enormer technischer und organisatorischer Aufwand einhergehen. Ob dieser von Nöten ist, scheint zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Er sprach von einem „Vertrauensthema“ [19], denn gegenwärtig ist es für manche Menschen unvorstellbar, das Bezahlungsmittel nicht in den eigenen Händen zu halten und sich somit in die Abhängigkeit von elektronischen Zahlungsmitteln zu begeben. Zum Beispiel wäre die schnelle Begleichung von Schulden bei einem Freund oder die Handhabung von Taschengeld für die Kinder gar nicht möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die Thematik der Bargeldabschaffung unter Bezugnahme auf utopische Zukunftsszenarien und aktuelle Forderungen deutscher Ökonomen.
1. Die Geschichte des Geldes: Überblick über die Entwicklung von Natural- und Münzgeld bis hin zur Entstehung bargeldloser Zahlungssysteme im 20. Jahrhundert.
2. Die Positionierung von Verbänden und Vertretern von Finanzeinrichtungen: Darstellung der kontroversen Meinungen und Argumente wichtiger wirtschaftspolitischer Akteure zur Bargeldfrage.
3. Die Stellung zur Bargeldabschaffung von Interviewpartnern: Analyse persönlicher Einschätzungen von Experten aus den Bereichen Banken, Unternehmen und Steuerberatung zu den Auswirkungen einer Abschaffung.
4. Empirische Untersuchung: Auswertung einer Befragung von 199 Personen zum Zahlungsverhalten, zur Akzeptanz von Geldkarten und zur Haltung gegenüber Bargeldbeschränkungen.
5. Die Entwicklung der Bargeldabschaffung in Europa: Vergleich der aktuellen Gesetzeslage zu Bargeldobergrenzen und Tendenzen zur Abschaffung in verschiedenen EU-Ländern.
6. Fazit der Seminarfacharbeit: Zusammenführende Bilanz der Untersuchungsergebnisse und Bewertung der Sinnhaftigkeit einer Bargeldabschaffung.
Schlüsselwörter
Bargeld, Bargeldabschaffung, Finanzpolitik, Zahlungsverkehr, Bargeldobergrenze, Geldwäsche, Terrorfinanzierung, Datenschutz, Digitalisierung, Banken, Verbraucher, Empirische Untersuchung, EZB, Steuerrecht, Finanztransaktionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminarfacharbeit analysiert die aktuelle Debatte um eine mögliche Bargeldabschaffung in Deutschland und bewertet, ob diese Entscheidung sinnvoll wäre.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die Historie des Geldes, die Positionen politischer und wirtschaftlicher Verbände, Experteninterviews sowie eine eigene empirische Untersuchung zum Zahlungsverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob die Abschaffung des Bargeldes eine sinnvolle Entscheidung ist und wie die verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure dazu stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche, Experteninterviews mit Fachleuten aus verschiedenen Branchen sowie eine quantitative Befragung von 199 Personen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Positionen von Finanzeinrichtungen, die Auswertung der Experteninterviews und die Analyse der empirischen Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Bargeldabschaffung, Zahlungsverkehr, Bargeldobergrenze, Datenschutz, Finanzkriminalität und Konsumentenverhalten.
Wie stehen die interviewten Experten zum Thema Bargeld?
Die befragten Experten aus dem Bankwesen, der Unternehmensleitung und der Steuerberatung stehen einer kompletten Bargeldabschaffung überwiegend skeptisch bis ablehnend gegenüber.
Welche Einstellung zeigen die Befragten in der empirischen Untersuchung?
Die große Mehrheit der Befragten lehnt eine komplette Bargeldabschaffung ab, zeigt sich jedoch teilweise offen für die Abschaffung kleiner Cent-Münzen.
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- Florian Brost (Author), Florian Oloff (Author), Paul Hein (Author), 2017, Die Abschaffung des Bargeldes. Eine sinnvolle Entscheidung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417281