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Viel frei und trotzdem Burnout? Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und psychischen Beschwerden im Berufsfeld Lehrer/in

Titel: Viel frei und trotzdem Burnout? Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und psychischen Beschwerden im Berufsfeld Lehrer/in

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Roth (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden klassische Vorurteile gegen Lehrer aufgegriffen und diese den wirklichen Erwartungen bzw. Anforderungen einer Lehrkraft gegenübergestellt. Dabei wird durch Rückgriff auf die ständige Kultusministerkonferenz der Länder auf Aufgaben von Lehrkräften hingewiesen, die von vielen Lehrerkritikern außer Acht gelassen werden. Ferner wird auf die Rollenerwartung von Eltern, Schülern, Kollegen, Vorgesetzten und der Gesellschaft an sich eingegangen sowie auf deren unrealistischen Maßstab verwiesen.

Weiterhin erfolgt die Überleitung zur aktuellen Lehrerbelastungsforschung. Dass aus hohen täglichen Belastungen psychische Beschwerden entstehen können, mussten viele Lehrer selbst erfahren. Daher wird in dieser Arbeit auf die tägliche Belastung von Lehrkräften hingewiesen und stetig aufgezeigt, dass viele Belastungsfaktoren für Außenstehende nicht direkt erfassbar scheinen. Anschließend wird auf die Lehrerberufskrankheit „Burnout“ eingegangen und diese einem kritischen Blick unterworfen.

Die Prävalenz von psychischen Beschwerden ist weitaus höher als in anderen Berufsgruppen. Daher drängt sich die Frage auf, ob psychische Beschwerden nicht zwangsläufig „Teil des Jobs“ sind. Diese Fragestellung wird unter Rückgriff auf die Potsdamer Studie eingegangen. Besonders wird auf die Situation von Lehramtsanwärtern eingegangen und sich mit der Frage beschäftigt, ob schon falsche Personen das Lehramtsstudium wählen, ob angehende Lehrkräfte nicht geeignet genug sind und ob psychische Beschwerden im späteren Beruf die Folge falscher Berufswahl ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und wirklichen Erwartungen an Lehrerkräfte

3 Psychische Beschwerden von Lehrkräften

3.1 Belastungsfaktoren im Lehrerberuf

3.2 Eine kritische Reflexion des Burnoutbegriffs

4 Sind psychische Beschwerden „vorprogrammiert“? Die Ergebnisse der Potsdamer Studie

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber dem Lehrerberuf und den tatsächlich komplexen beruflichen Anforderungen. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern psychische Belastungen im Lehrberuf unvermeidbar sind oder durch spezifische Bewältigungsmuster und Rahmenbedingungen beeinflusst werden können.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem "Burnout"-Begriff in der Lehrerschaft
  • Gegenüberstellung von medialen Vorurteilen und dem realen Aufgabenprofil
  • Analyse der Potsdamer Studie und ihrer Belastungsmuster (AVEM)
  • Untersuchung von Berufswahlmotiven und deren Einfluss auf spätere psychische Gesundheit
  • Diskussion über protektive Mechanismen und präventive Handlungsoptionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Belastungsfaktoren im Lehrerberuf

Spätestens seit dem PISA Schock (2001) stehen Lehrer und deren Arbeit im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Diese Diskussionen werden oftmals von einem edelsten Menschenbild (Terhart, 2014, S. 145), einem komplexen Anforderungsprofil und astronomischen Erwartungen seitens der Gesellschaft geprägt. Demgegenüber werden Lehrer in der öffentlichen Debatte als „faule Säcke“ angeführt, so zumindest vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsident und Altkanzler Gerhard Schröder (Perger, 1995). Lehrer scheinen dem geforderten, idealen Lehrerbild kaum gerecht zu werden; und das obgleich viele Lehrer die Profession weniger als Beruf zum „profanen Zweck des Gelderwerbers“, sondern vielmehr als „Berufung“ ansehen (Rothland, 2013b, S. 23). Dieses deutet auf einen ständigen, enormen psychischen Druck hin.

Jeder kennt sie, die „gestressten Lehrer“. Laut Lazarus und Folkmann entsteht Stress dann, wenn die zu bewältigenden Anforderungen „als anstrengend oder als die Personen übersteigend [eigene Anmerkung: persönliche Ressourcen] eingeschätzt werden“ (1984, S. 141). Auf die Schule übertragen, liefert Kyriacou eine Liste möglicher Stressoren (oder auch Belastungsfaktoren), welche negativ auf den Lehrer und deren Gesundheit einwirken können:

- “Teaching pupils with lack motivation;

- Maintaining discipline;

- Time pressure and workload;

- […] Self-esteem and status;

- Administration and management;

- Role conflict and ambiguity;

- Poor working conditions [comment: e.g. noise exposure]“ (2001, S. 29).

Diese Stressoren wurden unter anderem mit einer Herzratenmessung im Unterricht validiert. Hierbei konnte als Ergebnis festgehalten werden, dass die Herzratenaktivität im Unterricht höher als in der Freizeit ausfiel (Krause, Dorsemagen & Baeriswyl, 2013, S. 70). Daraus lässt sich ableiten, dass Unterricht von manchen Lehrkräften als Beanspruchung wahrgenommen wird, die in einem physiologischen Setting operationalisiert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Lehrern als "Halbtagsjobber" und der tatsächlich hochkomplexen Realität ihres Berufsalltags.

2 Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und wirklichen Erwartungen an Lehrerkräfte: Dieses Kapitel stellt das unrealistische öffentliche Bild von Lehrern dem offiziellen Anforderungsprofil (u.a. KMK-Beschluss) gegenüber und erläutert die Rollenkonflikte.

3 Psychische Beschwerden von Lehrkräften: Es werden spezifische Stressoren im Lehrerberuf analysiert und der wissenschaftlich umstrittene "Burnout"-Begriff kritisch hinterfragt.

4 Sind psychische Beschwerden „vorprogrammiert“? Die Ergebnisse der Potsdamer Studie: Auf Basis der Potsdamer Studie werden verschiedene Bewältigungsmuster (AVEM) vorgestellt und diskutiert, ob psychische Probleme bereits bei Lehramtsstudierenden durch Fehlentscheidungen angelegt sind.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass psychische Belastungen keineswegs zwangsläufig "Teil des Jobs" sind, sondern durch bessere Rahmenbedingungen und präventive Maßnahmen gemildert werden können.

Schlüsselwörter

Lehrerberuf, Burnout, Lehrerbelastung, Potsdamer Studie, Rollenkonflikt, Arbeitsengagement, psychische Gesundheit, Lehrerbildung, Berufswahlmotive, Stressoren, AVEM, Prävention, Schulalltag, Belastungsforschung, Lehrkräfte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen der oft negativen gesellschaftlichen Wahrnehmung des Lehrerberufs und den tatsächlichen, komplexen Anforderungen an Lehrkräfte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Thematisiert werden gesellschaftliche Vorurteile, Rollenerwartungen, spezifische Belastungsfaktoren im Schuldienst sowie die Entstehung psychischer Beschwerden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob psychische Beschwerden im Lehrerberuf zwangsläufig "vorprogrammiert" sind oder ob präventive Strategien greifen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Erkenntnisse, insbesondere der Potsdamer Studie, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Stressoren, die kritische Reflexion des Burnout-Begriffs und die Auswirkung von individuellen Bewältigungsmustern auf die Gesundheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Lehrerbelastung, Burnout-Diskurs, Arbeitsengagement, Rollenkonflikte und die Potsdamer Studie.

Warum wird der Begriff "Burnout" in dieser Arbeit kritisch betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff wissenschaftlich unscharf und inflationär genutzt wird, was einer empirisch fundierten Diagnose und Behandlung im Weg steht.

Welche Rolle spielt die Potsdamer Studie in der Untersuchung?

Die Studie dient als empirische Grundlage, um verschiedene Muster der Stressbewältigung zu identifizieren und den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitseigenschaften und späterer beruflicher Gesundheit aufzuzeigen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Viel frei und trotzdem Burnout? Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und psychischen Beschwerden im Berufsfeld Lehrer/in
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Aktuelle Diskurse zur Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf
Note
1,0
Autor
Christian Roth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V417944
ISBN (eBook)
9783668669352
ISBN (Buch)
9783668669369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Belastung Burnout Lehrer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Roth (Autor:in), 2018, Viel frei und trotzdem Burnout? Zwischen gesellschaftlichen Vorurteilen und psychischen Beschwerden im Berufsfeld Lehrer/in, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417944
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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