Kleopatra. Zwischen Vernunft und Leidenschaft


Hausarbeit, 2016
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Kindheit und familiäre Situation.

2. Römischer Einfluss auf das Machtgefüge im Ägypten des 1. Jh. v. Chr.

3. Kleopatras Verhältnis zu Gaius Iulius Caesar.
3.1 Erste Begegnung und Beginn der Affäre.
3.2 Caesars Rolle im bellum alexandrinum..

4. Parallelen zur Beziehung mit Antonius.

5. Abschließende Beurteilung der Motive in den Beziehungen Kleopatras.

6. Literaturverzeichnis.

1.Kindheit und familiäre Situation

Eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Antike ist zweifellos Kleopatra VII., die sagenumwobene Königin Ägyptens. Ihre Liebesbeziehungen mit den bedeutenden römischen Feldherren Gaius Iulius Caesar und Marcus Antonius noch sind heute in der Literatur präsent. Von Shakespeare bis Goscinny & Uderzo, viele ließen sich von der letzten Königin Ägyptens inspirieren.

Kleopatra VII. wurde im Jahre 69 v. Chr. als Tochter des Ptolemäus XII. Auletes in Alexandria geboren.[1] Ihre Mutter war aller Wahrscheinlichkeit nach die erste Ehefrau ihres Vaters, Kleopatra V. Tryphaena, allerdings ist dies nicht belegbar. Weiterhin wird vermutet, dass Kleopatra V. Tryphaena, nicht ungewöhnlich in der ptolemäischen Dynastie, die Schwester oder Halbschwester ihres Ehemannes war. Eindeutig belegbar ist hingegen die Existenz von Kleopatras älterer Schwester Berenike, ihrer jüngeren Schwester Arsinoë, sowie die ihrer jüngeren Brüder Ptolemäus XIII. und Ptolemäus XIV.. Weiterhin ist zu erwähnen dass, Kleopatra neben Griechisch auch Ägyptisch beherrschte. Sie war die erste Herrscherin der Ptolemäer Dynastie die dies konnte.

Kleopatras Vater besaß einen äußerst zweifelhaften Ruf, der sich auch in diversen Beinamen wie Neos Dionysos (der neue Dionysos), Auletes (Flötenspieler) und Nothos (Bastard) widerspiegelt.[2] Exzesse in Form von Trinkgelagen, bei denen es auch zu sexuellen Ausschweifungen kam, waren bei Hofe an der Tagesordnung.[3] Zweifellos hat ein solches Umfeld die heranwachsende Kleopatra insbesondere in Hinsicht auf Sitten und Moral stark beeinflusst. Wie sich im Verlauf der Arbeit zeigen wird, besaß Kleopatra ein eher lockeres Verständnis von Ehe. Auch die zahlreichen Intrigen und Machtkämpfe bei Hofe dürften ihr politisches Verständnis, bereits in jungen Jahren geprägt haben: So rebellierte ihre Schwester Berenike um 58 v. Chr. gegen den Vater. Dieser wandte sich an Rom, mit dessen Hilfe die Rebellion niedergeschlagen wurde, woraufhin man Berenike hinrichtete.[4]

2. Römischer Einfluss auf das Machtgefüge im Ägypten des 1. Jh. v. Chr.

Bereits nach dem Ende des dritten Punischen Krieges im Jahre 146 v. Chr.[5] war Rom zur dominierenden Macht im westlichen Mittelmeerraum aufgestiegen. In der Folgezeit setzte Rom seine expansive Politik weiter fort, sodass es im 1. Jahrhundert v. Chr. mit Gebietsgewinnen in Afrika, Griechenland und dem Nahen Osten auch im östlichen Mittelmeer ein Vormachtstellung innehielt. Ägypten war seit jeher ein ausgesprochen reiches Land, da der Nil die landwirtschaftliche Produktion begünstigte. Darüber hinaus war Alexandria, die Hauptstadt Ägyptens, der Mittelpunkt des Seehandels zwischen Afrika, Europa und Asien.[6] Daher ist es nicht verwunderlich, dass es früher oder später zum Objekt römischer Interessen wurde.

Die Beziehungen beider Länder gehen bis in die Zeit der Punischen Kriege zurück, in denen der damalige Herrscher Ptolemäus IV. Philopater die römische Republik durch Getreidelieferungen unterstützt hatte. Rom revanchierte sich, indem es den Nachfolger und Sohn Philopaters, Ptolemäus V. Epiphanes, im Krieg gegen den Seleukidenherrscher Antiochus III. und König Phillip V. von Makedonien unterstützte. Allerdings konnte allein Rom aus diesem Konflikt Nutzen ziehen, wohingegen alle anderen Parteien Gebietsverluste hinnehmen mussten.

Auch in späteren Konflikten intervenierte Rom mehrmals in Ägypten und mischte sich teilweise in die Innenpolitik ein. So gelangte beispielsweise Ptolemäus XI. Alexander II., der Vorgänger des Ptolemäus XII. Auletes, mit römischer Hilfe auf den Thron. Im Gegenzug soll dieser in seinem Testament das ägyptische Reich dem römischen Volke vermacht haben. Die Existenz und Gültigkeit dieses Dokuments ist jedoch nicht belegbar. Nichtsdestotrotz diente es als Rechtfertigung für die spätere römische Einflussnahme während der Regierungsjahre Kleopatras VII. und ihres Vaters.[7]

Auch als Auletes den Thron kurzzeitig an seine Tochter Berenike verlor, intervenierte Rom, indem es die Rebellion militärisch niederschlug und Ptolemäus XII. Auletes als Herrscher wieder einsetzte. Die hierfür benötigten Truppen blieben in den Folgejahren in Ägypten stationiert, um dessen Herrschaft abzusichern.[8] Auch geriet Auletes zunehmend in eine finanzielle Abhängigkeit von römischen Gläubigern. Letztendlich musste er gar seinen Hauptgläubiger, einen Römer namens Rabirius, als seinen Finanzminister einsetzen.[9] Es ist daher anzunehmen, dass der römische Einfluss auf den ägyptischen Herrscher in wirtschaftlicher sowie politischer Hinsicht beträchtlich war.

3. Kleopatras Verhältnis zu Gaius Iulius Caesar

3.1 Erste Begegnung und Beginn der Affäre

Zu diesem Zeitpunkt war die Lage für Kleopatra äußerst kritisch: Sie hatte die Herrschaft über Ägypten verloren und war zudem ihrem Bruder und seinen Beratern militärisch unterlegen. Es muss Kleopatra klar gewesen sein, dass sie um den Thron zurück zu erobern Caesars Hilfe bedurfte. Um ungesehen von den Wachen ihres Bruders zu diesem vorzudringen und sicherlich auch um ihn zu beeindrucken, entschied sie sich für einen dramatischen Auftritt: Kleopatra ließ sich in Bettwäsche einrollen und so versteckt von einem Gefolgsmann in den Palast in Alexandria zu Caesar bringen.[10] „Cäsar und Kleopatra waren bald nach ihrem ersten Zusammentreffen zu einem Paar geworden“[11]. Daher ist anzunehmen, dass das mutige Auftreten der jungen Kleopatra Caesar sehr beeindruckt haben muss. Jedoch ist, wie Brambach in seinem Werk erläutert, die Wirkung, die die junge Kleopatra auf Caesar hatte, weniger auf ihr Äußeres als auf ihre außergewöhnliche Persönlichkeit zurückzuführen. So auch legen Porträts auf Münzen nahe, dass es sich bei Kleopatra nicht um eine Schönheit im klassischen Sinne handelte.[12] Inwieweit Caesar die Beziehung aus politischen Kalkül oder persönlichem Interesse einging ist nicht genau belegbar. Caesar war zwar verheiratet, galt aber als Frauenheld, der viele Affären hatte.[13]

Daher liegt der Schluss nahe, dass der 52 jährige Caesar unabhängig von politischen Motiven einer Affäre mit einer 21-Jährigen nicht abgeneigt gewesen sein dürfte. Dieser Tatsache muss sich Kleopatra bewusst gewesen sein und wird dieses Wissen auch genutzt haben, um Caesar zu verführen.

Im Gegensatz dazu scheint es mehr als unwahrscheinlich, dass Kleopatra dem Charme Caesars erlegen ist. Vielmehr war für sie von existenzieller Bedeutung, dass sie Caesar für sich einnahm, um durch ihn ihre Stellung als Königin zurück zu erlangen und ihre politische Existenz zu sichern. Auch scheint es abwegig, dass sich Kleopatra alleine zu Caesar begeben und somit ihr eigenes Schicksal in dessen Hände gelegt hätte, wenn sie nicht geplant hätte diesen zu verführen. Dieses Kalkül ging letztlich auf, denn Caesar setzte Kleopatra als Königin neben ihrem Bruder wieder ein, gemäß dem Testament des Ptolemäus XII. Auletes.[14] Wie Brambach beschreibt, ist diese Entwicklung als klarer Erfolg für Kleopatra zu werten: „Sie, die noch wenige Tage zuvor politisch am Ende schien und um ihr Leben fürchten mußte [sic!], saß nun wieder auf dem ägyptischen Thron. Herrscherin von Caesars Gnaden zwar, aber doch gerade deshalb mit einer Machtfülle ausgestattet, die ihrem Brudergemahl und Pothinos zu einem Schattendasein zu verdammen schien.“[15]

[...]


[1] Vgl. Clauss, Manfred: Kleopatra in: Beck´sche Reihe. München: Beck 2009 S.15.

[2] Vgl. Brambach, Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Ungekürzte Lizenzausgabe. Kreuzlingen/ München: Diederichs 2004, S.39-42.

[3] Vgl. ebd., S.49-50

[4] Vgl. Southern: Kleopatra, S.15-16

[5] Vgl. Meyers Grosses[sic!] Taschenlexikon. In 25 Bänden. 8. Auflage. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG 2001 ( =Meyers Großes Taschenlexikon Band 18), Punische Kriege.

[6] Vgl. Franzero: Kleopatra, S.18.

[7] Vgl. Brambach: Kleopatra, S.31.

[8] Vgl. Southern: Kleopatra, S.18.

[9] Vgl. Franzero: Kleopatra, S.24.

[10] Vgl. Clauss, Manfred: Kleopatra S.28

[11] Southern: Kleopatra, S.38.

[12] Vgl. Brambach: Kleopatra, S.76-79.

[13] Vgl. Ebd., S.74-75.

[14] Vgl. Southern: Kleopatra, S.40.

[15] Brambach: Kleopatra, S.80-81.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kleopatra. Zwischen Vernunft und Leidenschaft
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V418196
ISBN (eBook)
9783668672819
ISBN (Buch)
9783668672826
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleopatra
Arbeit zitieren
Tim Neumann (Autor), 2016, Kleopatra. Zwischen Vernunft und Leidenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418196

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Kleopatra. Zwischen Vernunft und Leidenschaft


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden