In der vorliegenden Arbeit wird sich mit der Integration von Geflüchteten an Hochschulen beschäftigt, am Beispiel des INTEGRA-Projekts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dabei wird sich speziell mit der Frage auseinandergesetzt, ob Geflüchtete zufrieden mit ihrem Leben sind, wenn sie sich durch das INTEGRA-Projekt integriert und aufgenommen fühlen. Frühere Studien haben gezeigt, dass ein positiver Zusammenhang zwischen sozialer Integration und Lebenszufriedenheit besteht. Zudem wurde herausgefunden, dass das Engagement der Dozierenden wesentlichen Einfluss auf die Studienzufriedenheit hat. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden Flüchtlinge (N=20), die Teilnehmer des INTEGRA-Projekts sind, während einer Abschlussveranstaltung mittels Fragebogen befragt. Durch eine Korrelationsanalyse nach Pearson wurden die Daten ausgewertet. Die korrelativen Ergebnisse zeigen, dass allgemeine Lebenszufriedenheit nur wenig in Beziehung zu universitären Variablen gesetzt werden kann. Die meisten Teilnehmer sind zufriedener, wenn sie sich im Alltag auf Personen verlassen können und sich einer Gruppe zugehörig fühlen. Die Befunde werden anschließend diskutiert und weitere Ansätze für zukünftige Forschungen besprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Aktuelle Flüchtlingssituation
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Flucht und Bildung
2.2. Rechtliche Voraussetzungen
2.2.1. Wer gilt als Flüchtling?
2.2.2. Zulassungsvoraussetzungen zu deutschen Hochschulen
2.3. Qualität der Hochschullehre
2.4. INTEGRA-Projekt
2.5. Integration als Herausforderung
2.6. Integration
2.6.1. Soziale Systeme und Einheiten
2.6.2. Sozialintegration vs. Systemintegration nach Esser
2.6.3. Integration nach Hoffmann-Nowotny
2.6.4. Grundprobleme der modernen Gesellschaft
2.7. Wohlbefinden und Gesundheit als Vorstufe der Zufriedenheit
2.8. Zufriedenheit als Indikator für Integration
2.9. Bisherige Forschungsergebnisse
2.10. Forschungsfrage
2.11. Hypothesenbildung
3. Praktischer Teil
3.1. Strichprobenauswahl und Durchführung
3.2. Datenerhebung
3.3. Messinstrument
3.4. Reliabilität der Skalen
3.5. Statistische Methoden
3.6. Ergebnisse
3.6.1. Beschreibung der soziodemographischen Variablen
3.6.2. Korrelation der Untersuchungsvariablen
4. Diskussion
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des INTEGRA-Projekts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, inwieweit die Integration von Geflüchteten in Hochschulstrukturen mit deren Lebenszufriedenheit korreliert und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
- Soziale Integration von Geflüchteten im universitären Kontext
- Zusammenhang zwischen sozialer Unterstützung und Lebenszufriedenheit
- Einfluss der Qualität der Hochschullehre und Dozierenden
- Empirische Analyse mittels quantitativer Befragung
- Rolle des INTEGRA-Projekts bei der Integration
Auszug aus dem Buch
2.4. INTEGRA-Projekt
Das INTEGRA-Projekt steht unter dem Aspekt der Migration, Integration und der kulturellen Vielfalt. Angesichts der anhaltenden Flüchtlingssituation in den letzten Jahren beschäftigten sich Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dieser Angelegenheit. Das Forum für Integration und interkulturellen Dialog FAU INTEGRA fungiert als eine zentrale Vernetzungsstelle für alle Aktivitäten der FAU bezüglich Geflüchteten, welches bereits 2015 mit der Studienorientierung von Geflüchteten startete. Das Projekt der FAU soll den Geflüchteten als Anlaufstelle sowohl in beruflichen als auch in privaten Fragen dienen.
Ermöglicht wird diese Koordinationsstelle aus Mitteln des interdisziplinären Masterstudiengangs „Ethik der Textkulturen“ am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte (Prof. Christine Lubkoll). Die Angebote und Maßnahmen werden hauptsächlich aus Mitteln des DAAD-Förderprogramms INTEGRA finanziert. Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) erhält für das INTEGRA-Projekt bis 2019 mehr als 100 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Geflüchtete, die eine Befähigung zum Studium besitzen, sollen dadurch die Möglichkeit bekommen sich an deutschen Hochschulen Zugang zu finden und sich so auf das Studium vorzubereiten. Im Rahmen der FAU-INTEGRA werden verschiedene Betreuungsangebote für Flüchtlinge und Asylsuchende, die sich im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen aufhalten, angeboten. Zum Angebot zählen unter anderem Sprachkurse für Teilnehmer auch ohne Zulassung an der FAU. Es werden außerdem Brückenkurse für A1.2 bis A.2.2 Niveau, die von ehrenamtlichen Lehrkräften durchgeführt werden, sowie Deutschkurse ab A2-Niveau, die 8 Stunden pro Woche umfassen, angeboten. Beide Veranstaltungen finden in Erlangen und Nürnberg statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aktuelle Flüchtlingssituation: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen sowie Bildungsaspekte.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden grundlegende Definitionen zu Flucht, Integration (u.a. nach Esser und Hoffmann-Nowotny) sowie Wohlbefinden und Zufriedenheit theoretisch hergeleitet und verknüpft.
3. Praktischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der empirischen Untersuchung (Fragebogenerhebung bei INTEGRA-Teilnehmern) sowie die statistische Auswertung und Reliabilität der verwendeten Skalen beschrieben.
4. Diskussion: Die Ergebnisse der Studie werden interpretiert, kritisch gewürdigt und im Kontext bestehender Forschungsliteratur eingeordnet.
5. Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den Ergebnissen und gibt Empfehlungen für künftige Forschungsansätze und eine Optimierung der Integrationsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Flüchtlingsintegration, INTEGRA-Projekt, Lebenszufriedenheit, Soziale Unterstützung, Hochschule, Sozialintegration, Systemintegration, Wohlbefinden, Migrationsforschung, Empirische Untersuchung, FAU Erlangen-Nürnberg, Dozierende, Bildungszugang, Sprachkurse, Studienorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Teilnahme am INTEGRA-Projekt der Universität Erlangen-Nürnberg auf die Integration und Lebenszufriedenheit von Geflüchteten auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Migrationsforschung, universitären Integrationsprogrammen, subjektivem Wohlbefinden und sozialer Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll empirisch geklärt werden, ob sich Geflüchtete, die durch das INTEGRA-Projekt in die Universität integriert sind, zufriedener mit ihrem Leben fühlen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Methode in Form einer standardisierten Fragebogenerhebung (N=20) unter Teilnehmern des INTEGRA-Projekts angewandt und mittels Korrelationsanalyse nach Pearson ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen theoretischen Rahmen zu Flucht, Integration und Wohlbefinden sowie einen praktischen Teil, der das Messinstrument und die Ergebnisse der Befragung detailliert darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Flüchtlingsintegration, Soziale Unterstützung, Lebenszufriedenheit, universitäre Bildungsangebote und das INTEGRA-Projekt.
Welche Rolle spielt die soziale Unterstützung für die Integration?
Die Arbeit zeigt, dass insbesondere die soziale Unterstützung durch Freunde und Bekannte außerhalb des Kurses signifikant mit dem Gefühl der sozialen Integration zusammenhängt.
Was ist das wichtigste Fazit der Studie?
Allgemeine Lebenszufriedenheit korreliert nur gering mit universitären Variablen; Geflüchtete sind zufriedener, wenn sie sich im Alltag auf ein soziales Netzwerk verlassen können.
- Quote paper
- Christina Meichner (Author), 2017, Zum Beitrag von Hochschulen zur Integration von Menschen mit Flüchtlingshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418476