E-Commerce – eine moderne Goldgrube? Wie vorteilhaft ist es noch, in das Geschäft des Online-Handels einzusteigen?


Hausarbeit, 2018
34 Seiten, Note: 1,6
Marie K. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des E-Commerce
2.1 Definition
2.2 Vorteile
2.3 Nachteile

3. Erfolgskonzepte für einen erfolgreichen Online-Handel
3.1 Die Website-Gestaltung
3.2 Attraction Marketing und Benutzerfreundlichkeit
3.3 Service

4. Erfolgsbeispiele für Webexzellenz
4.1 Amazon
4.2 Zalando

5. Stationärer Handel im Wandel
5.1 M-Commerce (mobile Commerce)
5.2 Zukunftsstrategien

6. Ausblick
6.1 Neue Kundenerwartungen
6.2 Zukunftstrends

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis
8.1 Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

1. „Ausprägungen der E-Commerce-Dimensionen“ (vgl. Schultz 2007: 13).

2. Studie mobile Internetnutzer in Deutschland [online] https://de-statista-com.statistik/daten/studie/181973/umfrage/genutzte-mobilgeraete-fuer-mobilen-internetzugang-in-deutschland/ [27.01.2018].

3. Studie M-Commerce Umsatz in Deutschland [online] https://de-statista-com.ezproxy.hwr-berlin.de/statistik/daten/studie/676040/umfrage/umsatz-im-m-commerce-in-deutschland/ [27.01.2018].

4. Studie Umsatz im Markt E-Commerce [online] https://de-statista-com.ezproxy.hwr-berlin.de/outlook/243/100/ecommerce/weltweit#market-revenue [14.01.2018].

5. Umfrage Kundenerwartungen beim Online-Shopping an die Lieferzeit [online] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12850/umfrage/kundenerwartungen-beim-online-shopping-an-die-lieferzeit/ [14.01.2018].

1. Einleitung

Klick und Glück - Die globale Digitalisierung schreitet seit vielen Jahren voran und verändert in Folge dessen alltägliche Lebensprozesse. Dabei steht kaum eine Branche so stark im Wandel, wie der Onlinehandel.

Im Zeitalter der Informations- und Wissensgesellschaft mussten sich aufgrund dessen viele Unternehmen in ihren Wertschöpfungsprozessen umfassend neu ausrichten, sodass sich schließlich neue Vertriebskanäle erschlossen. Rund 62 Millionen Menschen in Deutschland nutzten im Jahr 2017 laut einer ARD/ZDF-Online-Studie das Internet, wobei bis zu 70% der deutschen Bevölkerung verschiedenste Produkte im World-Wide-Web einkauft. Doch nicht nur die Beliebtheit dieses elektronischen Vertriebsweges für Güter aller Art wächst stetig, sondern mit ihr auch die Dynamik und der Wettbewerbsdruck. Die Digitalisierung hat einen Kampf zwischen Multi-Channel-Händlern, also denjenigen, die ihre Ware stationär und zusätzlich in einem Online-Shop verkaufen und den Online-Pure-Playern, also den Anbietern, welche als Vertriebskanal lediglich auf den Online-Handel setzen, entfacht. Durch diesen Wettbewerb, der sowohl eine große Auswahl an Anbietern, als auch eine enorme Transparenz und Qualität der Online-Verkaufsplattformen für den Konsumenten hervorbringt, stellt sich schließlich die Frage, ob Online-Shops im Zeitalter der Digitalisierung und neuen Technologien den Weg zu einem erfolgreichen Geschäft ebnen.

Ist es für Anbieter des stationären Handels wirtschaftlich vorteilhaft, Produkte und Dienstleistungen im World Wide Web anzubieten? Was E-Commerce überhaupt bedeutet, welche zusätzlichen Faktoren Online-Händler beachten müssen und auf welche Herausforderungen Unternehmen auch in der Zukunft (u.a. in Bezug auf den stationären Handel) noch stoßen könnten, soll in der folgenden Arbeit genau ergründet werden.

2. Grundlagen des E-Commerce

2.1 Definition

Der Begriff E-Commerce stammt aus dem englischen „Electronic Commerce“ und bedeutet „elektronische Geschäftsabwicklung“. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen zum Begriff E-Commerce, der zudem in der Literatur uneinheitlich verwendet wird. In der Betriebswirtschaftslehre ist folgende Definition von Wirtz hilfreich: „ Electronic Commerce beinhaltet die elektronische Unterstützung von Aktivitäten, die in direktem Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen via elektronischer Netze in Verbindung stehen“ (Wirtz 2013a: 31). So verstehen Clement, Peters und Preiß unter E-Commerce im engeren Sinne „ die digitale Anbahnung, Aushandlung und/oder Abwicklung von Transaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten“ (Clement/Peters/Preiß 2001: 56).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(1)

Durch beide Definitionen versteht man zunächst, dass sich der E-Commerce nur auf das Internet beschränkt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der E-Commerce bezieht sich auf alle Transaktionen, die durch ein elektronisches Medium ermöglicht werden (vgl. Holsing/Olbrich/Schultz 2015: 4).

Eine Definition des Begriffes E-Commerce lässt sich durch die Abbildung 1

„Ausprägungen der E-Commerce-Dimensionen“ (vgl. Schultz 2007: 13) genauer verdeutlichen. Die Abbildung zeigt die drei Dimensionen des E-Commerce: Das Transaktions-Medium, die Transaktions-Partner und die Transaktions-Güter. Jede Dimension enthält einige Ausprägungen. Eine Transaktion wird im Rahmen dieses Ansatzes umfänglich als Prozess, von der Informationsphase zur Nachkaufphase, verstanden (vgl. Schultz 2007: 66-71). Das Transaktions-Medium zeigt über welche Medien die Güter gehandelt werden und die Transaktions-Güter dementsprechend über welche Objekte gehandelt werden. Die Transaktions-Partner lassen sich aufteilen in A bis C, welche folgende Bedeutung haben: A für öffentliche Einrichtungen (Administration), B für Unternehmen (Business) und C für Konsumenten (Consumer) (vgl. Holsing/Olbrich/Schultz 2015: 4).

Die erwähnenswertesten und wichtigsten Bereiche im E-Commerce sind zum einen Business-to-Business-Bereich (B2B) und zum anderen Business-to-Consumer-Bereich (B2C). B2B beschreibt demnach Geschäftsbeziehungen zwischen zwei oder mehrere Handelspartner. Dazu gehören z.B. Online Beschaffung, Onlinelieferung oder Datenaustausch zwischen Hersteller und Handel (vgl. Holsing/Olbrich/Schultz 2015: 7). In diesem Bereich werden die Konsumenten außerachtgelassen. B2C beschreibt hingegen die Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen und Konsumenten. In diesem Bereich geht es in erster Linie um den direkten Verkauf der Waren und Dienstleistungen von Verkäufer zum Käufer.

2.2 Vorteile

„Online-Handel birgt sowohl Chancen als auch Risiken.“ – ein Online Artikel von Johanna Leitherer und Susanna Niemann, veröffentlicht durch Springer Professional, trifft auch auf den E-Commerce zu. Der E-Commerce hat sowohl Vorteile als auch Nachteile für Händler und Kunden.

Verkäufer von Online-Shops, insbesondere kleinere Unternehmungen, haben zunächst den Vorteil ihre Präsenz weltweit auszubreiten und somit ihre Reichweite zu erweitern. Somit erschaffen Sie neue Geschäftspartner, Zielgruppen und Märkte (Leitherer/Niemann 2017). Bei weitgehender Automatisierung (Zettelmayr 2008) sparen die Verkäufer Zeit und Kosten ein, da die Kunden sich über den Einkauf größten Teils selbst informieren und ihn dann auch abwickeln, wodurch manuelle Bearbeitungen entfallen (Leitherer/Niemann 2017). Des Weiteren fallen Kosten weg wie z.B. Mietaufwand, Personalaufwand und Lagerkosten. Durch den E-Commerce gewinnen die Anbieter an Kundendaten und können somit individuell auf Bedürfnisse der Kunden eingehen und ihre Marketingstrategie zielgerecht umsetzen, in dem Sie z.B. weiterführende und kostspieligere Angebote machen, in der Betriebswirtschaftslehre als Cross- bzw. Up-selling bekannt (vgl. Leitherer/Niemann 2017).

Nicht nur die Verkäufer, sondern auch die Käufer sparen hierbei viel Zeit und Kosten ein, da Sie den Kaufprozess von Zuhause aus einfach, schnell und bequem abwickeln. Nicht nur der Kaufprozess, sondern auch die Lieferung nach Hause ist für viele Kunden ergiebig. Lange Anfahrtswege, nervenauftreibende Parkplatzsuche und langwieriges Warten an der Kasse stellen im E-Commerce keine Probleme dar (vgl. Montag 2001).

Außerdem können Kunden in Onlineshops von einer größeren Auswahl an Produkten und Angeboten profitieren, zusätzlich auch im Ausland, was für viele sehr ansprechend ist. Wie oben bereits erwähnt, fallen für Onlineshops Mietkosten und Lagerkosten weg, weshalb die Kunden oftmals die Produkte und Angebote zu einem günstigeren Preis erhalten als im stationären Handel (vgl. Montag 2001). Zudem haben Sie die Freiheit „unabhängig von den normalen Uhrzeiten“ (Zettelmayr 2008) den Online-Handel zu genießen, da dieser 24h verfügbar ist. Vorteilhaft ist zum anderen, dass man ohne Einfluss von anderen, sich selbst über das Produkt oder das Angebot informieren kann und falls man doch Hilfe braucht, in den meisten Fällen eine kostenlose Kundenhotline nutzen kann. Weitere Vorteile für Käufer sind „die zunehmende Markttransparenz im E-Commerce, […], freieren Informationsfluss, einer höheren Vergleichbarkeit der Produkte und Dienstleistungen […]“ (Stallmann/Wegner 2015: 24) .

2.3 Nachteile

„Ein Unternehmen, das im E-Commerce tätig ist, muss sich einer großen Bandbreite an Herausforderungen stellen, die sich zum Teil erheblich von den Anforderungen im stationären Handel unterscheiden“ (Stallmann/Wegner 2015: 33). Der Verkäufer muss nicht nur individuell auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, sondern ohne persönlichen Kontakt zu ihm aufbauend, dem Kunden Vertrauen schenken und Ihn von seinem eigenen Angebot überzeugen mit dem Ziel die Kunden stets zu halten. Als Verkäufer möchte man treue Bestandskunden dazu gewinnen, da dies unter anderem den Unternehmenserfolg auszeichnet. Um dies zu erreichen, ist eine detaillierte Planung und eine konsequente Umsetzung notwendig, welches seinen Preis hat, angefangen bei einer aufwendigen Erstellung der Website bis zum Verkauf der Ware. Zum anderen kommt es zu einem hohen Wettbewerbsdruck unter den homogenen Gruppen von Händlern, da die Kunden günstig und qualitativ kaufen. Zur Folge haben Verkäufer mit Preisen und Bewertungen von Kunden zu kämpfen.

Außerdem müssen Verkäufer für einen schnellen Bearbeitungsprozess Sorge tragen wie z.B. Kundenanfragen oder Retouren Anfragen (vgl. Ottersbach 2016), welches in der Kundenzufriedenheit und in der Kundenbindung eine große Rolle spielt. Durch Ermöglichung auf Rechnung oder über Lastschrift zu bezahlen, übernehmen die Verkäufer das Risiko, auf anderwärtige Probleme zu stoßen wie z.B. die Ware wurde geliefert, jedoch wurde die Rechnung vom Kunden nicht beglichen.

Onlineshops haben für Kunden auch ihre Kehrseite. Zum einen fällt es nicht jedem ergiebig zusätzlich Versandkosten zu zahlen. Je weiter weg der Lieferweg ist, desto höher sind die Versandkosten. Sobald man im Ausland bestellt, kommt es zusätzlich zu Problemen mit dem Zoll. Wenn man im Inland bestellt und die Versandkosten wegfallen sollen, hat man für gewöhnlich einen vom Onlineshop vorgegebenen Mindestbestellwert zu beachten. Zum anderen sind die Lieferzeiten ein großer Nachteil für die Käufer, da man auf seine Produkte geläufig zwei bis drei Tage warten muss, welches beim stationären Handel kein Problem darstellt. Hier auch derselbe Fall, sobald man im Ausland bestellt, hat man dementsprechend auch länger zu warten. Ein weiterer Nachteil auf der Kundenseite ist der Verzicht auf das zum Alltag gehörige und soziale Einkaufserlebnis (vgl. Zettelmayr 2008). Durch das Fehlen der physischen Kontaktmöglichkeit zum Produkt, vor allem bei Kleidung, ist der Onlineshop ein unumstrittenes Thema. In der Regel bieten Onlineshops Umtauschmöglichkeiten an, jedoch ist die Gestaltung erheblich anders als im stationären Handel. Genauso durch das Fehlen der physischen Kontaktmöglichkeit zum Ladenpersonal (vgl. Leitherer/Niemann 2017) ist die „Skepsis bezüglich hoher und […] berechtigter Bedenken hinsichtlich Zahlungs- und Datensicherheit“ (Stallmann/Wegner 2015: 23) gut begründet. Außerdem ist der E-Commerce ist zudem ein Nachteil für viele ältere Zielgruppen, da Sie sich hierfür meist einen Computer bzw. Internetzugang anlegen müssen und zum anderen nicht damit umgehen können.

3. Erfolgskonzepte für einen erfolgreichen Online-Handel

Nachdem im Zuge der Begriffsdefinition und Analyse der Vor- sowie Nachteile des E-Commerce bereits die grundlegende Signifikanz dieser digitalen Handelsform aufgezeigt wurde, ist es ebenso wichtig, die Konzepte, welche maßgeblich für den Erfolg von E-Commerce-Händlern sind, zu betrachten. Eine entsprechende Aussage zur Bedeutung und zum Ursprung dieser „Erfolgsfaktoren“ äußerte bereits Ulrich Grimm im Jahr 1983: „Als strategische Erfolgsfaktoren werden diejenigen Elemente, Determinanten oder Bedingungen bezeichnet, die den Erfolg oder Misserfolg unternehmerischen Handelns [...] maßgeblich beeinflussen [...]“ und „[...] die in der Umwelt des Unternehmens, aber auch im Unternehmen selbst wirksam sind.“ Faktoren, die für einen Online-Shop steigende Klickzahlen und Umsätze erzielen, sind allerdings nicht nur für den Anbieter von Vorteil, sondern ermöglichen zumeist auch dem Endverbraucher eine klare Navigation im World Wide Web mit umfassenden Informationen und einer entsprechenden Transparenz. Der „Gesamtmix aus Markenauftritt, Vertriebsweg, Sortiment, Service und Preisgestaltung“ (Heinemann, S.116) im Zusammenspiel mit einer konstanten Kundenzufriedenheit sind dafür beispielsweise essentiell. Aus diesem Grund soll in diesem Abschnitt eine Reihe von Konzepten und Faktoren genauer untersucht werden, welche den langfristigen und nachhaltigen Erfolg eines Online-Shops auf dem Markt konstituieren

3.1 Die Website-Gestaltung

Liebe auf den ersten Blick – wer surft nicht gern stundenlang auf einer Website oder analysiert Produkte einem Online-Shop, welcher eine perfekte Übersicht bietet und dabei noch leicht zu handeln ist? Dafür muss sich das optische Geschäftskonzept des Shop-Inhabers allerdings auch eindeutig von dem der Wettbewerber abheben. Die „Visitenkarte“ für diesen besonderen Auftritt ist oftmals die Gestaltung der Website des Shops.

Die Gesamtwahrnehmung beeinflusst das Einkaufserlebnis und damit auch Faktoren wie Vertrauen und Überzeugung des Konsumenten, um schlussendlich eine positive Bilanz aus einem Einkauf ziehen zu können. Bei der multimedialen Darstellung ist die Navigationsleiste zum Beispiel eines der zentralsten Gestaltungstools. Sie sollte sich am oberen Rand der Website befinden und die wichtigsten Einkaufswerkzeuge enthalten, um eine einfache Navigation sicher zu stellen. Auch Buttons um erneut zur Startseite, zum persönlichen Konto oder zum Warenkorb zu gelangen, sollten ohne großen Aufwand auffindbar sein, da der Kunde ungern wertvolle Minuten mit der Suche nach den wichtigsten Hilfsfunktionen vergeudet. Während sich das Sortiment und verschiedene Beratungsfunktionen oftmals am linken Rand der Website vorfinden lassen, ist das Alleinstellungsmerkmal des Online-Shops sowie Vorteilsargumente etc. im Idealfall im Zentrum platziert. „Die Kombination verschiedener Multimedia-Komponenten wie z.B. Text, Bild, Grafik, Ton, Video und Animation lässt jedes Produkt mittlerweile vermarktungsgerecht darstellen und ermöglicht die Inszenierung von Erlebniswelten.“ (Heinemann, S. 121). Aber auch Videos, sogenannte „virtuelle Laufstege“ (Darstellung von Mode auf einem interaktiven Catwalk), Sounds, Animationen und viele weitere Elemente und elektronische Funktionen können die Authentizität eines Online-Shops steigern und damit den Verkaufserfolg potenzieren, da sie sowohl ein verhältnismäßig kostengünstiges Instrument sind, als auch hochwertige Alleinstellungsmerkmale liefern.

3.2 Attraction Marketing und Benutzerfreundlichkeit

Im E-Commerce zählt die auf den Kunden wirkende Anziehungskraft im Online-Markt sowie die übersichtliche Handhabung verschiedener Website-Tools zu den elementaren Erfolgsfaktoren. Der Anbieter muss sich also die Frage stellen, wie „durch einen einzigartigen und auf allen Ebenen der Kundenkommunikation vernetzten Einsatz von Marketinginstrumenten“ (Heinemann, S. 116) die Tendenz des Kunden, Produkte durch das Online-Shopping zu erwerben, erhöhen kann.

Spezifische Maßnahmen sollten dabei jedoch nicht allein im Vordergrund stehen, sondern unterstützend zu einer ganzheitlichen Befriedigung des Kunden beitragen. So ist für diesen die Kontrolle über den Einkaufsprozess zum Beispiel essentiell, die Möglichkeit des Vergleichens von Produkten oder Preisen, eine Retourenmöglichkeit oder genaue, aber überschaubare Informationen zum Hersteller sollten demzufolge gegeben sein. Auch die Quantität des Shop-Angebots sollte von vornherein so eingegrenzt werden, dass sich eine „kommunizierte Markenpositionierung widerspiegelt und eine glaubhafte Verbindung zum E-Shop hergestellt werden kann“ (Heinemann, S. 116). Ein unüberschaubares Angebot macht eine klare Linie unmöglich und widerspricht oftmals dem Zusammenhang von E-Shop, E-Marke und Sortiment, wodurch dem Konsumenten weder Vertrauen, noch der beworbene Mehrwert des Online-Einkaufes vermittelt werden. Der Gesamtnutzen des elektronischen Shoppingerlebnisses muss schließlich positiver sein als der des traditionellen Einkaufes – wobei dieser Fakt dem Kunden selbstverständlich auch offen vor Augen geführt werden sollte, um ihn explizit an den eigenen Online-Shop zu binden.

Beitragend zur Benutzerfreundlichkeit oder sogenannten „Usability“ eignen sich auch besonders einfache elektronische Merkmale wie das „Suchen und Filtern“, Zoomfunktionen, Bewegtbilder oder eine einfache Warenkorbansicht. Auch das Seitenlayout sollte beispielsweise nicht mit einer festen Auflösung und einer fixiert programmierten Seitenbreite versehen sein, der Inhalt von Produktbeschreibungen gut lesbar, die Kontaktdaten des Unternehmens auffindbar und die Texte der Website nicht trocken oder auf Werbesprüchen basierend erstellt worden sein. Dem Kunden sollten also insgesamt die Einfachheit und Übersichtlichkeit der Website bzw. des Shops positiv zu Gute kommen, womit der Fokus des Anbieters auf genau der Beachtung genau dieser Punkte liegen sollte.

3.3 Service

Insbesondere die räumliche Distanz zwischen dem Verkäufer und dem Käufer darf im E-Commerce nicht unterschätzt werden. Der Online-Shop sollte deshalb schon vor, aber insbesondere auch nach dem eigentlichen Einkauf des Kunden eine gewisse Fülle von Serviceleistungen bieten um der Gefahr eines Kaufabbruches vorzubeugen.

Angebotene Produkte und Güter „sollten vor dem Kauf detailliert beschrieben und möglichst multimedial dargestellt werden“ (vgl. Heinemann, 2017: 156) um umfassende Informationen zu bieten, welche beispielsweise auch „zum Download oder als Link zu externen Informationsquellen angeboten werden können“ (vgl. Heinemann, 2017: 156). Um eine geeignete Vertrauensbasis zum Kunden zu schaffen, empfiehlt sich auch die Gewährleistung einer maximalen Transparenz durch die Auflistung von ausstehenden Kosten und Preisen noch vor dem Bestellvorgang. Weitere Kontaktpunkte können geschaffen werden, indem serviceorientierte Dialogelemente auf der Website verfügbar gemacht werden. „Dabei lassen sich Mittel der asynchronen Kommunikation (E-Mails, Foren, Blogs) und der synchronen Kommunikation (Chats, Videokonferenzen, Internet-Telefonie) unterschieden werden“ (Heinemann, 2017: 157).

Jedes dieser Elemente stellt ein internetbasiertes Kommunikationsverfahren dar, welches die Möglichkeit des gegenseitigen Informationsaustausches für Anbieter und Kunden bietet. Neben den bereits genannten Funktionen „ist auch eine Vielzahl von interaktiven Gestaltungselementen einsetzbar, mit denen der Prozess der Produktauswahl und –bewertung für die Kunden vereinfacht werden kann“ (Heinemann, 2017: 159).

Zu diesen Elementen zählen zum Beispiel Bestsellerlisten, um die meistverkauften Produkte der jeweiligen Verkaufsperiode aufzuzeigen, Expertenmeinungen, um Produktempfehlungen und Testberichte durch unabhängige Dritte (Institutionen, Experten, Fachzeitschriften etc.) zu bieten oder auch Konfigurationen, um individuelle Gestaltungsgelegenheiten zu offerieren, sofern ein Produkt in unterschiedlichen Farben und Varianten verfügbar ist. Einen besonderen Stellenwert, neben diesen technischen Gestaltungsmöglichkeiten zur Informationsübermittlung, nimmt auch die Bezahlmethode bzw. die Bezahlsicherheit ein. „Die Zahlungsmöglichkeiten und die Notwendigkeit, sensible Daten im Online-Shop angeben zu müssen, stellt nicht selten eine Kaufbarriere dar und entscheidet mit darüber, ob aus Interessenten tatsächlich Käufer werden“ (Groß, 2013). In der Regel bieten etablierte Online-Händler unterschiedliche Zahlungsarten an, um dem Kunden ein größtmögliches Service-Spektrum zu bieten und damit die Wahrscheinlichkeit des Online-Einkaufes zu erhöhen.

Bevorzugt zahlen Kunden dabei per Rechnungskauf, Lastschriftverfahren, Paypal, Vorauskasse oder Kreditkarte. Sicherheitslücken, beispielsweise im Hinblick auf Kreditkartenzahlungen, müssen vom Händler im Voraus beseitigt werden, um auch hier das Vertrauen des Konsumenten nicht auszunutzen. Weitere Informationen zu Bezahlsystemen folgen im weiteren Verlauf dieser Arbeit (siehe Thema 5). Der unverzügliche Versand bzw. eine schnelle Lieferung des vom Kunden georderten Produktes ist ebenso wichtig wie die bisher genannten Faktoren. Das Hauptaugenmerk sollte hierbei auf zwei Aspekten liegen: zum einen auf der Bestellbestätigung, die der Kunde unverzüglich im Zuge der Bestellung mit allen wesentlichen Informationen als Zusammenfassung erhalten sollte und zum anderen die pünktliche Lieferung. Die Ware sollte also rechtzeitig, vollständig und fehlerfrei zu Hause ankommen.

Da bei der Beschädigung von Waren auf dem Weg des Transportes zum Konsumenten der Shop-Anbieter haftet, empfiehlt sich an dieser Stelle eine Transportversicherung, die sich jedoch preislich nicht auf das Produkt auswirken sollte. Allgemein typische Versandkosten können dem Käufer jedoch auferlegt werden, wobei der Waren-Anbieter jedoch ab einem gewissen Bestellwert seines Kunden diese Kosten übernehmen sollte, um einen vollständigen und reibungslosen Service des Shops zu ermöglichen und zu unterstreichen.

4. Erfolgsbeispiele für Webexzellenz

Im World-Wide-Web existiert eine riesige Vielfalt von Online-Shops. Für den Kunden geht diese Angebotsmenge oft mit Unübersichtlichkeit und Unentschlossenheit einher. Doch trotzdem konnten sich im Laufe der letzten Jahre einige Online-Händler sehr erfolgreich auf dem Markt etablieren. Ihre Namen sind lange nicht mehr nur noch im Rahmen des Internets bekannt, sondern begegnen den Konsumenten auch tagtäglich in diversen Fernsehwerbungen oder auf Werbeplakaten.

In diesem Abschnitt sollen daher zwei Online-Shops vorgestellt und genauer auf Faktoren, welche ihnen zum Erfolg verhalfen, untersucht werden.

4.1 Amazon

Amazon - eines der E-Commerce-Vorzeigebeispiele schlechthin und ein sogenannter „Pure Player“ des Online-Handels. „Pure Player“ bedeutet dabei, dass eigene Waren lediglich im elektronischen Shop offeriert, doch zusätzlich zentrale Logistikstandorte betrieben werden, welche eine umfangreiche Produkt-Palette aufbewahren. Das Unternehmen, welches 1994 in den USA als ursprünglicher Bookstore gegründet wurde, konnte seitdem in sieben weitere Länder expandieren und sein Sortiment auf 16 Kern-Warengruppen erweitern (vgl. Heinemann, 2017: 224). In den letzten Jahren konnte Amazon seinen Umsatz beständig steigern und lag im Jahr 2016 bei einem weltweiten Umsatz von rund 136 Milliarden US-Dollar (Statista, 2017), wobei die Kategorie Elektronik zu den umsatzstärksten Produktgruppen zählte. Im Jahr 2017 konnte sich Amazon außerdem in Deutschland den ersten Platz im Ranking der stärksten E-Commerce-Märkte sichern. Schon früh erkannte der Gründer Jeff Bezoz das enorme Online-Potenzial zur Vermarktung von Produkten für ein Handelsgeschäft und setzte deshalb bereits zu Beginn auf den Verkauf von Büchern und Medienprodukten, da diese eher „Skalen-Effekte über Land- und Sprachgrenzen hinaus ermöglichen als andere Sortimente“ (vgl. Heinemann 2017: 224). Während die Media-Produkte mittlerweile nur noch ca. ein Drittel des Umsatzes ausmachen, ist die Beliebtheit der E-Bücher allerdings rasant gestiegen und hat im US-Markt die gedruckten Bücher verkaufstechnisch überholt. Amazon setzt auf neue Innovationen und Technologien, bestellt mittlerweile zu einem großen Teil nur noch die Inhalte der Bücher von den Verlagen, um dann anschließend eine Umwandlung in E-Buch-Formate nach eigenen Standards vorzunehmen. Im Vordergrund stehen dabei auch eigene digitale Lesegeräte und Tablets, welche „preisaggressiv“ angeboten werden. „Inklusive Bücher umfasst das Sortiment über 2,5 Mio. Produkte und wird zunehmend auch auf FMCG-Produkte ausgeweitet“ (Heinemann 2017: 224), wodurch auch eine effizientere Lieferung zum Endverbraucher gelingt, da die Anzahl georderter Produkte so von Bestellung zu Bestellung wächst.

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
E-Commerce – eine moderne Goldgrube? Wie vorteilhaft ist es noch, in das Geschäft des Online-Handels einzusteigen?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,6
Autor
Jahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V418542
ISBN (eBook)
9783668674929
ISBN (Buch)
9783668674936
Dateigröße
918 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ecommerce, Online Handel, Handel, Online, Internet
Arbeit zitieren
Marie K. (Autor), 2018, E-Commerce – eine moderne Goldgrube? Wie vorteilhaft ist es noch, in das Geschäft des Online-Handels einzusteigen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418542

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