Als zukünftige Lehrkraft ist das Classroom Management und der Umgang mit Störungen elementar und basal für die Arbeit mit Schülerinnen und Schüler. Wie Lohmann treffend sagt: „Störungsfreier Unterricht ist eine didaktische Fiktion.“. Also geht es nicht darum, den perfekten, störungsfreien Unterricht zu schaffen, sondern der Frage nachzugehen, wie man einen möglichst störungsfreien Unterricht gestaltet und welche Maßnahmen man präventiv treffen kann. Die vorliegende Arbeit befasst sich zunächst und insbesondere mit Unterrichtsstörungen. Wie werden diese definiert, was sind ihre Erscheinungsformen und Ursachen? In einem weiteren Schritt thematisiert die Arbeit das Classroom Management, um präventive Strategien abzuleiten und etwaige Handlungsspektren zu benennen. Es geht explizit nicht um einen praktischen Leitfaden, sondern um das Verständnis, wie und was Unterrichtsstörungen sind und auf welchen Ebenen man Klassen und Klassensysteme betrachten kann und wo etwaige Handlungsmöglichkeiten ansetzen können. Diesem Ansatz geht die Überzeugung voraus, dass ein leichteres praktisches Umsetzen, ein theoretisches und wissenschaftliches Verständnis der Begriffe und Strukturen erfordert. Nach einer Begriffsklärung von Classroom Management, skizziert die Arbeit wichtige Ergebnisse Kounins bezüglich des Classroom Managements und Handlungsdimensionen von Lehrkräften. Borichs Ansatz wird hinzugezogen, um Kounins Dimensionen um drei Perspektiven zu erweitern. Letztendlich ist es das Ziel der meisten Lehrkräfte einen störungsarmen Unterricht zu ermöglichen und die Klasse so zu führen, dass dies möglich ist. Vorliegende Erarbeitung gibt in erster Linie theoretische und strukturelle Betrachtungen von Unterricht, Unterrichtsstörungen und Maßnahmen und eröffnet im Weiteren Betrachtungen und Möglichkeiten praxisnaher Techniken, um einen störungsfreien Klassenraum zu führen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG „UNTERRICHTSSTÖRUNGEN“
2.2 ERSCHEINUNGSFORMEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.2 URSACHEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
3. CLASSROOM MANAGEMENT ALS PRÄVENTIVE STRATEGIE
3.1 BEGRIFFSKLÄRUNG „CLASSROOM MANAGEMENT“
3.2 CLASSROOM MANAGEMENT NACH KOUNIN (1976/2006)
3.3 ASPEKTE DES CLASSROOM MANAGEMENTS NACH BORICH (2014)
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis von Unterrichtsstörungen zu vermitteln, um darauf aufbauend präventive Strategien des Classroom Managements als Handlungsoptionen für Lehrkräfte aufzuzeigen. Dabei wird betont, dass die Vermeidung von Störungen weniger durch disziplinarische Eingriffe, sondern durch eine professionelle Unterrichtsführung und proaktive Strukturierung erreicht werden kann.
- Wissenschaftliche Definition und Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen
- Ursachenanalyse von Störungen aus institutioneller und pädagogischer Sicht
- Grundlagen des Classroom Managements nach Kounin
- Dimensionen effektiver Klassenführung zur Prävention
- Erweiterung durch Borichs Low Profile Classroom Management
Auszug aus dem Buch
3.2 Classroom Management nach Kounin (1976/2006)
Als Klassiker des Classroom Managements wird hier die Forschungsarbeit, dargestellt in Kounins Buch „Discipline and Group Management in the Classroom“ (1970), aufgegriffen und skizziert. Seine Grundfrage richtete sich nach der Führung, der es braucht, um eine Gruppe Lernender so zu führen, dass alle konzentriert und effektiv mitarbeiten. Also die Frage nach dem Umgang mit Unterrichtsstörungen. Kounin beschreibt Merkmale und Techniken der effektiven Klassenführung um Störungen im Unterricht vornehmlich präventiv entgegenzuwirken. Ein erstes Ergebnis war die Erkenntnis, dass nicht die Intervention und Zurechtweisung ausschlaggebend für störungsfreien Unterricht war, sondern präventive Maßnahmen, bevor die Störungen eintraten.
Mehr noch, sieht Kounin hier die effektive Klassenführung in Zusammenhang mit „...anderen Dimensionen der Klassenführung, und damit im Zusammenhang stehenden inneren Bindungen oder dauerhaften Variablen.“ (Kounin 2006: 84). Seidel bemerkt, dass Kounins Forschung und Ergebnisse „...bis heute die theoretische und empirische Grundlage für weiterführende Forschungsabreiten dar[stellt].“ (Seidel 2009: 113). Auf Grundlage seiner Ergebnisse nennt Kounin fünf Dimensionen der effektiven Klassenführung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Classroom Managements für angehende Lehrkräfte und definiert das Ziel, ein tieferes Verständnis für Unterrichtsstörungen sowie präventive Handlungsspielräume zu schaffen.
2. UNTERRICHTSSTÖRUNGEN: Dieses Kapitel definiert Unterrichtsstörungen wissenschaftlich, analysiert ihre verschiedenen Erscheinungsformen und untersucht die vielfältigen Ursachen, die von Schülern, Lehrern oder institutionellen Gegebenheiten ausgehen können.
3. CLASSROOM MANAGEMENT ALS PRÄVENTIVE STRATEGIE: Der Hauptteil erläutert den Begriff Classroom Management als professionelles Handwerkszeug, stellt Kounins fünf Dimensionen der effektiven Klassenführung vor und ergänzt diese um Borichs Ansätze zu Regeln, Routinen und dem Low Profile Classroom Management.
4. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass eine professionelle Distanz zu Störungen und die proaktive Anwendung von Classroom-Management-Strategien Lehrkräfte entlasten und die Lernzeit maximieren.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Prävention, Kounin, Borich, Lehr-Lernprozess, Störungsprävention, Unterrichtsqualität, pädagogische Professionalisierung, Arbeitsbündnis, Gruppenfokus, Intervention, Unterrichtsfluss, schulisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der professionellen Bewältigung von Unterrichtsstörungen durch den gezielten Einsatz von Strategien des Classroom Managements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Unterrichtsstörungen, die Ursachenforschung und die Darstellung effektiver Präventionsmodelle für den Klassenraum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften wissenschaftlich fundierte Ansätze an die Hand zu geben, um durch präventive Klassenführung Störungen zu minimieren und die Lernzeit effektiv zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung etablierter wissenschaftlicher Forschungsergebnisse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung und Ursachenanalyse von Unterrichtsstörungen sowie die detaillierte Vorstellung der Management-Ansätze von Kounin und Borich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Classroom Management, Unterrichtsstörungen, Prävention, Klassenführung und Lehr-Lernprozess sind die prägenden Begriffe.
Was unterscheidet das "Low Profile Classroom Management" (LPCM) von anderen Ansätzen?
Das LPCM nach Borich zielt darauf ab, Störungen durch unauffällige, präventive Maßnahmen zu unterbinden, noch bevor sie den Unterrichtsfluss beeinträchtigen.
Welche Bedeutung misst die Arbeit Kounins Konzept der "Allgegenwärtigkeit" bei?
Kounins "Allgegenwärtigkeit" wird als essenzielle Fähigkeit der Lehrkraft beschrieben, den Überblick über das gesamte Klassengeschehen zu behalten, um frühzeitig auf Anzeichen von Störungen reagieren zu können.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Classroom Management. Unterrichtsstörungen und präventive Maßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418607