Abordnungsverfahren an Förderschulen. Konzeptentwurf zur Abdeckung des Unterrichts im Gemeinsamen Lernen in NRW


Vorlage, Beispiel, 2018

4 Seiten


Leseprobe

Konzeptentwurf zur Praxis der Abordnungsverfahren von Förderschulen (zur Abdeckung der Unterrichtsversorgung im Gemeinsamen Lernen in NRW)

Für zukünftige Abordnungsmaßnahmen gilt mit Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz vom xx.xx.xxxx folgendes Prozedere bei der Auswahl der der Schulaufsicht bzw. Bezirksregierung zur Abordnung vorzuschlagenden Kolleg(inn)en.

Das Konzept berücksichtigt die gesetzlichen Rahmenbedingungen des SchulG, LBG, BeamtStG, LPVG sowie die Empfehlungen des Bezirkspersonalrats Düsseldorf. Das Verfahren ist so angelegt, dass…

- …die InteressenallerKolleg*innen berücksichtigt werden,

- …es möglichst gerecht ist,

- …es langfristig Gültigkeit haben kann

- …und sowohl den gesetzlichen Vorgaben nicht widerspricht als auch die berechtig-

ten Interessen und Absichten der eigentlich Beteiligten wahrt und unterstützt.

1. Bei einer bekannt gegebenen Abordnungsabsicht durch die Schulaufsicht sind das Kollegium und der Lehrerrat umgehend über Art und Umfang dieser zu informieren. Dies betrifft vor allem den geplanten Einsatzort sowie die geplante Einsatzdauer und Einsatzzeit in Unterrichtsstunden pro Woche. Insbesondere ist zu klä- ren, ob und inwieweit die geplante Maßnahme „gesplittet“ werden kann oder von einer beschränkten Anzahl von Kolleg*innen ausgeführt werden soll.

2. Alle grundsätzlich abordnungsfähigen Kolleg*innen erhalten die Möglichkeit, sich für eine anstehende Abordnung bei der Schulleitung (ggf. mit geteilter Stundenzahl) zu bewerben. Sofern möglich soll die Abordnung durch freiwillige Bewerbungen abgedeckt werden. Bei überschüssigen Bewerbern entscheidet die Schulleitung, welche dieser Kolleg*innen sie der Schulaufsicht zur Abordnung vorschlägt.

3. Sofern es keine freiwilligen Bewerber*innen gibt bzw. nicht alle abzuordnenden Unterrichtsstunden durch eine freiwillige Bewerbung abgedeckt werden können, werden die abzuordnenden Kolleg*innen per Losverfahren bestimmt.

Ein Losverfahren für das letztlich einzig gerechte und transparente Auswahlverfahren. Eine Auswahl durch die Schulleitung - mit oder ohne veröffentlichte Kriterien - halten wir sowohl für unsere Schulleitung als auch das Kollegium langfristig nicht zumutbar und sehen hier Risiken für eine dauerhaft harmonische und kollegiale Zusammenarbeit. Ebenso halten wir eine Auswahl aufgrund irgendwelcher fachlicher Qualifikationen oder Übernahme spezieller schulischer Aufgaben für nicht geeignet und personalrechtlich äu- ßerst bedenklich. Alle Sonderschullehrer*innen sind per Definition qualifiziert an allen

Orten sonderpädagogischer Förderung zu arbeiten. Dies ist unabhängig von der/den Fachrichtungen oder Unterrichtsfächern, in denen sie ausgebildet wurden. Daher können grundsätzlich nur sozial und/oder gesundheitlich motivierte Gründe als Kriterien für eine Nichtbeteiligung am Auswahlverfahren geltend gemacht werden.

4. Grundsätzlich sind alle ausgebildeten Sonderschullehrer*innen mit abgeschlossenem 2. Staatsexamen und Unterrichtsverpflichtung im Rahmen dieser abordnungsfähig, auch wenn sie unmittelbar vor dem Zeitraum der neuen Abordnungsmaßnahme bereits abgeordnet waren.

Bisher wurden Kolleg*innen im Fall einer unmittelbar zuvor erfolgten Abordnung nicht direkt erneut abgeordnet. Dieses Vorgehen entsprach einer Empfehlung des BPR, wofür es allerdings keine rechtlich verankerte Grundlage gibt. Zur Erweiterung des Abordnungspotentials folgen wir dieser Regelung nicht mehr, allerdings unter Berücksichtigung von Punkt 8.

Als nicht abordnungsfähig gelten bzw. nicht beteiligt werden Kolleg*innen, …

4.1. … die den Status einer Schwerbehinderung haben.

4.2. … die ihr 62. Lebensjahr vollendet haben bzw. dieses im Laufe der Maßnahme vollenden würden.

4.3. … die zu Beginn des geplanten Abordnungszeitraums weniger als ein vollständiges Schulhalbjahr an der Schule beschäftigt sind.

Dies dient einer angemessenen„Schonzeit“neuer Kolleg*innen. Diese neuen Kolleg*innen starten also mit 0 zu verbuchenden Abordnungsstunden nach einem vollständigen Schulhalbjahr Zugehörigkeit zum Kollegium.

4.4 … bei denen eine nachgewiesene Schwangerschaft vorliegt.

4.5 … die sich zu Beginn des geplanten Abordnungszeitraums in den ersten 12

Monaten der Probezeit befinden.

4.6 … die bereits abgeordnet waren bzw. eine höhere Unterrichtsstundenzahl in Abordnung innerhalb des Kollegiums der Stammschule aufweisen. Maß- geblich sind hier die bereits abgeleisteten Schulhalbjahres-Wochenstunden in Abordnung. Bei unmittelbaren Folgeabordnungen von mehr als zwei Schulhalbjahren werden diese vom dritten Halbjahr an (ab 2017/18) mit dem Faktor 1,2 mutlipliziert. Die (mindestens fünf) Kolleg*innen mit den wenigsten geleisteten Stunden in Abordnung sind zum Losverfahren vorgesehen.

Eine aktuelle Aufstellung der bereits abgeleisteten Stunden in Abordnung wird

durch Lehrerrat und Schulleitung erstellt. Die ersten 5 (mit den wenigsten Stunden) decken bei zwanzig Planstellen mindestens ein Viertel des Kollegiums ab.

5. Einzelfallentscheidungen über vom Losverfahren auszuschließende Kolleg*innen

sind der Gesamtlehrerkonferenz auf deren jeweiligen Antrag hin per einfachen

Mehrheitsbeschluss möglich. Der grundsätzliche Beschluss über das Verfahren

zum Abordnungsvorschlag wird dadurch nicht berührt.

6. Die Kolleg*innen haben die Möglichkeit, bei Einverständnis durch die Schulaufsicht (Punkt 1) ihre Abordnungsverfügbarkeit auf die Hälfte ihrer Pflichtstundenzahl bzw. auf die Minimalanforderung der Schulaufsicht (mögliches „Splitting“ der Abordnungsstunden) zu begrenzen. Die Kolleg*innen erklären sich hierzu einmalig und bei Änderung der Pflichtstundenzahl per Formular gegenüber der Schulleitung. Entsprechend sind mehrere Lose bis zur Abdeckung der geplanten Abordnungsmaßnahme zu ziehen.

Die Schulleitung vergibt ein entsprechendes Formular zur Erklärung der Begrenzung der Abordnungsstunden unter Vorbehalt der Schulaufsichtsentscheidung an die Kolleg*innen.

7. Kolleg*innen, die nach allen in den Punkten 4 bis 5 genannten Bedingungen als „abordnungsfähig“ gelten, sollen ggf. zeitnah von ihrem Anhörungsrecht Gebrauch machen. Sofern besondere dienstliche Belastungen oder private Gründe einer Abordnung entgegenstehen könnten, sollen diese vor Durchführung des Losverfahrens mitgeteilt werden. Eine Mitteilung erfolgt wahlweise…

7.1 entweder an die Gesamtlehrerkonferenz (ggf. über Schulleitung oder

Lehrerrat) mit dem Antrag auf „Befreiung“. Dieser wird durch einfachen Mehrheitsbeschluss der Gesamtlehrerkonferenz entschieden;

7.2. … oder an die Schulleitung und den Lehrerrat unter dem Verschwiegenheits- Grundsatz. Der Lehrerrat gibt ein Votum an die Schulleitung und berät diese entsprechend. Die Schulleitung entscheidet letztendlich darüber, ob der*die betreffende Kolleg*in am Losverfahren teilnimmt oder nicht. Sowohl der Antrag des*der betreffenden Kolleg*in als auch die Entscheidung darüber wird dem Kollegium nicht mitgeteilt und unterliegt dem Verschwiegenheits- Grundsatz. Dabei sind sowohl Schulleitung als auch Lehrerrat dem Bezirkspersonalrat auskunftsverpflichtet und -berechtigt.

8. Kolleg*innen, die weniger als 12 Monate vor Beginn der neuen Abordnungsmaß- nahme bereits abgeordnet waren, werden nicht erneut an denselben Einsatzort abgeordnet, es sei denn sie erklären vorher ausdrücklich ihre Bereitschaft zu einer erneuten Abordnung dorthin.

9. Die Durchführung des Losverfahrens wird von der Schulleitung (vertreten durch mind. ein SL-Mitglied) und dem Lehrerrat (vertreten durch mindestens zwei Lehrerratsmitglieder*innen) nicht öffentlich durchgeführt. Es werden nur so viele Kolleg*innen ausgelost, wie zur Abdeckung des aktuellen und mitgeteilten Abordnungsvorhabens der Schulaufsicht gemäß Punkt 1 und 7 notwendig sind. Es besteht absolute Verschwiegenheit, insbesondere darüber, ob oder welche Kolleg*innen gemäß Punkt 7.2 nicht im Losverfahren beteiligt wurden.

Dies soll Kolleg*innen davor schützen, vom Kollegium (indirekt) befragt zu werden, sich unter Druck oder rechenschaftsverpflichtet zu fühlen. Der Lehrerrat versteht sich hier als Vertrauensinstanz, welche die Wertung einer möglichen Begründung zu Nicht-Abordnung im Auftrag des Kollegiums und in dessen Sinn obgleich anonym vornimmt und gleichzeitig die persönlichen Interessen des*der betreffenden Kolleg*in schützt.

10. Die Schulleitung teilt im Beisein des Lehrerrats (vertreten durch mindestens zwei Mitglieder) zunächst dem*der betreffenden Kolleg*in das Ergebnis des Losverfahrens unverzüglich mit. Lehrerrat und Schulleitung stehen den betroffenen Kolleg*innen im Bedarfsfall beratend zur Seite. Die gezogenen Kolleg*innen erhalten nach der Mitteilung die Möglichkeit, sich über die Aufteilung der Abordnungsstunden miteinander zu verständigen und diese im Einvernehmen anders zu verteilen. Sie teilen dies der Schulleitung gemeinsam mit.

Eine Information an das Kollegium durch die Schulleitung erfolgt erst am übernächsten Schultag oder ggf. früher nach entsprechender Informationsfreigabe des*der betreffenden Kollegen*in.

Die Beratung des Lehrerrats erfolgt selbstverständlich unabhängig eines durch Punkt 7.2 formulierten Votums sondern ausschließlich im Interesse des jeweiligen Kollegen auf personalrechtlichen Grundlagen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Abordnungsverfahren an Förderschulen. Konzeptentwurf zur Abdeckung des Unterrichts im Gemeinsamen Lernen in NRW
Autor
Jahr
2018
Seiten
4
Katalognummer
V419572
ISBN (eBook)
9783668690783
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abordnungsverfahren, förderschulen, konzeptentwurf, abdeckung, unterrichts, gemeinsamen, lernen
Arbeit zitieren
Markus Steinhauer (Autor), 2018, Abordnungsverfahren an Förderschulen. Konzeptentwurf zur Abdeckung des Unterrichts im Gemeinsamen Lernen in NRW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419572

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