Psychische Belastungen von Intensivpflegepersonal, deren Folgen und mögliche Bewältigungsstrategien


Term Paper, 2017
22 Pages, Grade: 1

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung Seite

2. Arbeitsplatz Intensivstation Seite
2.1 Arbeitsplatzbeschreibung Seite
2.2 Der Intensivpatient Seite

3. Belastung Seite
3.1 Definition Seite
3.2 Belastungsfaktoren Seite

4. Wenn aus Belastung Stress wird Seite
4.1 Definition Seite
4.2 Formen von Stress Seite
4.3 Auswirkungen von Stress - häufige stressbedingte psychische Erkrankungen Seite

5. Bewältigungsstrategien seitens Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Seite

6. Fazit und Ausblick Seite

7. Anhang Seite

8.Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen meiner langjährigen Tätigkeit auf einer interdisziplinären Intensivstation bin ich schon sehr oft mit Grenzsituationen, berufsbedingten Belastungen und Stress in Kontakt gekommen. Ich selbst habe erlebt, wie wenig Beachtung das Pflegepersonal selbst, hinsichtlich der psychischen Belastung am Arbeitsplatz erfährt.

״Was macht die Intensivstation mit uns ?“.

״Wie schaffen wir Pflegekräfte es immer wieder den Belastungen unseres außergewöhnlichen Arbeitsplatzes standzuhalten , oder warum eben nicht?“

Pflegende auf einer Intensivstation, unabhängig welcher Fachrichtung, sind besonderen Belastungen und Ausnahmesituationen ausgesetzt. Nicht selten kommt es dadurch vor, dass die Pflegekräfte selbst krank werden. Die körperliche Belastung, die dieser Tätigkeitsbereich mit sich bringt und die sicherlich auch immens ist, möchte ich außen vor lassen, da es sonst den mir vorgegebenen Rahmen sprengt.

Der Fokus meiner Arbeit soll darauf gerichtet sein, worin genau die Hauptbestandteile der psychi- sehen Belastung von Intensivpflegepersonal bestehen, die möglichen Folgen dessen aufzeigen und mich mit Bewältigungs- und Präventionsstrategien seitens Arbeitnehmer und Arbeitgeber befassen.

2. Arbeitsplatz Intensivstation

2.1 Arbeitsplatzbeschreibung

Im Folgenden soll ein Einblick in die Intensivstation als Arbeitsplatz mit ihren Besonderheiten und Ansprüchen an das dort arbeitende Personal gewährt werden.

Intensivmedizin ״ist die Versorgung schwerst bis lebensbedrohlich erkrankter Patienten in speziel­len Einrichtungen, den Intensivstationen, mit einem über das sonstige Maß weit hinausgehenden medizinischen und pflegerischen Aufwand.“ (Larsen 2012, s. 503 ).

Ebenfalls sehr treffend definiert wird die Intensivstation durch die Multidisciplinary Joint Commissi­on for Intensive Care Medicine . Diese wird dort wie folgt beschrieben:

״Intensive care, also known as critical care, refers to the level of medical treatment provided to pati­ents with acute life-threatening illnesses or injuries. These patients frequently have sustained or are at risk of suffering the failure of one or more vital systems, functions, or organs. As a result, these patients require intensive care and monitoring to support them while they recover from the underly­ing disease or injury. This care may be necessary over a period of hours, days, or weeks. Although intensive care may be provided at the scene of an accident; in an ambulance or medivac helicopter; in a hospital trauma center or emergency room; or in the operating room, it is most often provided in specialized intensive care units within a health care organization. ״ (Multidisciplinary Joint Com­mission for Intensive Care Medicine, 2010 ).

Aus diesen zwei Definitionen des Arbeitsplatzes geht hervor, dass Intensivpflegekräfte ein hohes Maß an Verantwortung haben und hoch qualifiziert sein müssen, um den dort herrschenden Anfor­derungen gerecht zu werden. Die Überwachung kritisch kranker Patienten, Gerätetechnik auf höchstem Niveau und die Fachkompetenz, diese korrekt bedienen zu können ( Monitoranlage, Beat­mungsgerät, Infüsionssysteme, Dialysegerät, uvm. ). Die Übernahme teilweise ärztlicher Tätigkei­ten, sofortiges Erkennen von Komplikationen oder Veränderung der Patientensituation sind nur ein Teil der umfassenden Tätigkeiten der Pflegekräfte.

״Erwartet werden insbesondere maximale pflegerische (...) Leistung, hohes Können und Kompetenz sowie unbedingte Einsatzbereitschaft - Forderungen, letztlich des »Unmöglichen« (...)“(Larsen2012, s. 522).

Hinsichtlich dieses hohen Maßes an Anforderungen wird schnell klar, dass dies Forderungen sind, ״die von keinem Mitglied des Teams auf Dauer erfüllt werden können“ (Larsen 2012, S.522).

2.2 Der Intensivpatient

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin definiert den Intensiv­patienten als einen Solchen, ״dessen Erkrankungs- und/oder Verletzungsfolgen die Behandlung und Überwachung mit den Mitteln der Intensivmedizin unter Verwendung der Möglichkeiten invasiver Diagnose- und Therapieverfahren und deren Monitoring bei lebensbedrohlichem Versagen eines oder mehrerer Organsysteme erfordert.“ ( http://www.itw-thueringen.de)

Larsen beschreibt objektive, wie auch subjektive Kennzeichen der Ausnahmesituation, in der sich der Intensivpatient befindet. Zu den objektiven genannten Faktoren zählt Larsen sechs wichtige Punkte. Neben der akut lebensbedrohlichen Situation, der Bewegungseinschränkung bis hin zur Im­mobilitai, der Aufgabe persönlicher Grenzen und der Abgrenzung zum sozialen Umfeld, werden ebenso Einschnitte im Biorhythmus und das Erdulden oft schmerzhafter Eingriffe genannt. Es kom­men die subjektiven Faktoren hinzu, die jeder Patient anders wahmimmt und wertet. Hier werden vorwiegend Gefühle der Angst genannt. Angst vor der Zukunft, Verlustängste bzgl. sozialen Kontakten und Ansehens, Isolation, Einsamkeit und körperlichen Schäden. Ebenso werden Scham, Überforderung durch äußere Reize und emotionale Beziehungen zum Pflegepersonal benannt. ( vgl. Larsen 2012, s. 518 ).

Nicht nur die Versorgung der Intensivpatienten wird immer anspruchsvoller und umfangreicher, auch die Anzahl der zu versorgenden Patienten stieg in den letzten Jahren signifikant an. So wird im Pflegethermometer aus dem Jahr 2012 der Zeitraum der Jahre 2002 bis 2010 untersucht. Folgende Ergebnisse wurden verzeichnet:

״Einen Anstieg verzeichnen die Behandlungsfälle auf Intensivstationen (7,84%). Die Daten aus der Krankenhausstatistik des Bundes zeigen für die allgemeinen Krankenhäuser im Jahr 2010 insgesamt 2.049.888 Behandlungsfälle mit intensivmedizinischer Versorgung. Im Vergleich zu 2002 stieg die Zahl der behandelten Patienten um 148.989. Ebenso wurde die Anzahl der auf den Intensivstationen vorhandenen Betten insgesamt erhöht (8,84%). (...) Das sind im Vergleich zu 2002 zusätzliche 1.938 Betten. Nicht nur die Zahl der Betten und die Behandlungsfälle haben insgesamt zugenom­men. Ebenso stieg (...) die Zahl der Berechnungstage/ Belegungstage um 12,36% an (Zuwachs von insgesamt 812.812 Belegungstagen im betrachteten Zeitraum). In hohem Maße lässt sich dabei auch ein Anstieg schwerstkranker Personen ausmachen, die eine Beatmung (...) benötigten.(...)Während in NRW zwischen 2002 und 2010 die Zahl um 30.864 zunahm, sank sie in Berlin um 10.155 und in Bayern um 5.093.“ (Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.v., 2012, s. 5 ).

3. Belastung - Definition und Belastungsfaktoren

Um die Begriffe Belastung und Stress, die im Folgenden genannt werden, auseinanderhalten zu können, bedarf es zunächst einer Definition der Begrifflichkeiten. Mit der Thematik des Stresses wird sich im Verlauf auseinandergesetzt, eine Begriffsdefinition folgt später im Laufe der Erörte­rung.

3.1 Definition

״Unter Belastung versteht man objektive, von außen auf den Menschen einwirkende Faktoren wie Z.B. Lärm, Zeitdruck oder widersprüchliche Erwartungen an Mitarbeiter.

Unter Beanspruchung versteht man die subjektiven Folgen dieser Belastungen, die sich in a) physi­sehe (z.B. Beanspruchung des Herz-Kreislaufsystems, der Muskulatur etc.) und b) psychische Be­anspruchung (z.B. Beanspruchung der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses etc.) unterteilen lassen. (...). Durch eine Diskrepanz zwischen der Beanspruchung einer Person und ihrer jeweiligen Bewäl­tigungsmöglichkeit (z.B. Fähigkeiten) können sich sowohl positive (z.B. höhere Aktivierung) als auch negative Beanspruchungsfolgen (z.B. Stress, Monotonie etc.) ergeben. ״ (vgl. Maier, http//:wirtschaftslexikon.gabler.de )

Anhand dieser Definition ist erkennbar, dass die Belastung als Solche vorerst neutral zu sehen ist und möglicherweise nicht direkt negative Folgen für den Mitarbeiter, die Pflegekraft hat.

Auf die verschiedenen Belastungsfaktoren im Einzelnen wird im Folgenden kurz eingegangen. Eine ausgiebige Auseinandersetzung mit den jeweiligen Punkten ist auf Grund des vorgegebenen Um­fangs der Arbeit leider nicht möglich, dennoch werden die einzelnen Faktoren kurz erörtert.

3.2 Belastungsfaktoren

Lärm auf der Intensivstation

״Ob ein Geräusch als Lärm empfunden wird hängt nicht nur von der Lautstärke, sondern auch vom Informationsgehalt des Geräusches und der Einstellung des Hörers gegenüber dem Schallereignis ab.“ (Hoffmann 1993, s. 19 ).

§15 der Arbeitsstättenverordnung des deutschen Arbeitsrechts schreibt vor, einen Lärmpegel von 55 Dezibel (dB) auf Intensivstationen, bzw. Arbeitsplätzen mit überwiegend geistiger Tätigkeit nicht zu überschreiten. ( vgl.BGBl I ).

Schrader & Schrader beschäftigten sich 2001 in der Fachzeitschrift ״Intensiv“ mit der Lärmthema­tik und fassten zusammen, dass zwischen personalbedingtem und gerätebedingtem Lärm unter­schieden werden muss wobei bzgl. des gerätebedingten Lärms Schallpegel bis zu 103 dB beschrieben wurden.

Der gerätebedingte Lärm macht allerdings den Großteil dieses Belastungsfaktors aus. ( D. Schrader & N. Schrader, 2001, s. 96 - 106 ). Sie benannten Lärm als einen Auslöser für Stress, auf den in Kapitel 4 näher eingegangen wird.

Schichtarbeit

Die Nacht- und Schichtarbeit stellt für den Menschen eine immense körperliche wie auch psychi- sehe Belastung dar. Der physiologische Biorhythmus wird auf den Kopf gestellt, was nicht ohne Folgen für den Körper bleibt. Van Aken et al. beschreiben den Faktor Schicht- und Nachtarbeit wie folgt:

״Die durch Schicht- und Nachtarbeit bedingte Umstellung des Schlaf- und Wachrhythmus hat kör­perliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen zur Folge. Auf die Nachtarbeit trifft zu, dass Arbeitsleistungen zu einer Zeit erbracht werden müssen, während der die psychische und physische Leistungsfähigkeit gemindert ist. Trotzdem erfordert die gleich bleibende Arbeitsbelastung volle Aufmerksamkeit. Soziale Kontakte mit Freunden und Familie sowie kultu- relie und andere Aktivitäten müssen dem Arbeitsrhythmus untergeordnet werden.“ ( Van Aken et ah, 2007, s. 86 ).

Personalmangel

Die mangelhafte personelle Besetzung nimmt in den letzten Jahren immer weiter zu. Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.v. ( DGF ) hat sich ausgiebig mit der Thematik befasst und kam zu dem Schluss, dass auf Grund steigender Patientenzahlen, geringerer Verweildauer der Patienten, steigendem Patientenalter und -morbidität, der immer komplexer wer­denden Versorgung die Qualität der Pflege zunehmend abnimmt und die vorherrschenden Belas­tungsfaktoren enorm erhöht sind. Neben steigender potentieller Gefährdung der Patienten be­schreibt die DGF ebenfalls eine steigende Krankheitsrate unter fntensivpflegepersonal auf Grund von physischen wie auch psychischen Ursachen. Ebenso wird beschrieben, dass in fast jeder dritten Intensivstation (30,8%, vgl. Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.v. ( DĪP )) die Pausenzeiten nicht regelmäßig eingehalten werden können und in mehr als jeder vierten Einrichtung (28,6%) vereinbarte Ruhezeiten (z.B. an Wochenenden/ dienstplanmäßiges Frei - siehe DĪP) nicht eingehalten werden können. Die möglichen psychischen Auswirkungen all dieser Faktoren werden in Kapitel 4.2 näher beschrieben.

Die DGF fordert deshalb :

״ - Pro Schicht mindestens eine Pflegende für zwei Patienten,
- darüber hinaus:
- für Patienten mit aufwendigen organunterstützenden Interventionen (...) eine zusätzli­che Pflegende pro Schicht
- für Patienten mit hoch komplexen Versorgnungsanforderungen eine zusätzliche Pflegen­de pro Schicht
- zusätzliche Stellen für Leitungs-, Schulungs- und administrative Aufgaben“ ( vgl. www.DGF-online.de ).

Notfallsituationen und Grenzen der Intensivmedizin

s. Kremaier beschreibt in ihrer Literaturrecherche, dass eine Notfallsituation in den meisten Fällen nicht planbar ist und somit eine sofortige, strukturierte und sichere Intervention von Seiten der Pfle­ge und des medizinischen Dienstes verlangt. ( vgl. Kremaier, 2013, s. 33 ).

״In der Akutsituation ist das Pflegepersonal gezwungen, eigenständig zu entscheiden und bis zum Eintreffen des zuständigen Arztes zu handeln“ ( Dammer, 2001, s. 235 ). Nach s. Kremaier führt die Tatsache, dass Fehlentscheidungen für den Patienten schwerwiegende Folgen haben können, zu Angst und Unsicherheit seitens des Pflegepersonals, (vgl. Kremaier, 2013, s. 33 ). Ebenso kann es zu emotionalen Reaktionen bei den zuständigen Pflegekräften kommen, die sich nach Dammer durch Unzufriedenheit, Gereiztheit oder Aggressivität ausdrücken können. In der Befragung, die Dammer beschreibt, gaben 69 % der Pflegepersonen an, auch nach dem Notfall angespannt und auf­geregt zu sein. Um diese Emotionen abbauen zu können, ist es nach Dammer notwendig, nach dem Notfall eine Pause zu machen. Dies ist laut Angaben der Befragten nur in 3,8 % der Notfallsituatio­nen möglich.( vgl. s. Kremaier ( 2013, s. 33 ).

״Weiters ist es notwendig (...) psychosoziale Betreuung bezüglich Stress- und Konfliktbewältigung zu erfahren“. ( s. Kremaier, 2013, s. 34 ).

״Da ein Notfall einen Grenzbereich zwischen Leben und Tod darstellt, ist es nachvollziehbar, dass dies eine Belastung darstellen kann und verarbeitet werden muss.“ (Kremaier, 2013, s. 34 ).

Trotz Intensivmedizin auf höchstem Niveau ist es nicht möglich jeden Patienten zu retten. Demzu­folge ist das Pflegepersonal zwangsläufig mit der Begleitung Sterbender und dem Tod konfrontiert, was eine große Herausforderung darstellt, s. Kremaier beschreibt in ihrer Recherche eine Zu­sammenfassung einer englischen Studie, die sich mit der Thematik des Sterbens auf der Intensivsta­tion befasst.

Sie kommt zu folgendem Schluss:

״In der Studie von Shorter & Stayt (2009) gaben Pflegekräfte immer wieder an, dass ein Unter­schied besteht, ob ein Patient erwartet und friedlich (...) stirbt, oder plötzlich und in der Hektik ei­ner Notfallsituation. Ist der Patient gut gebettet, sind unnötige Medikamente gestoppt, übermäßige Überwachungsgeräte entfernt und die Pflegeperson hat das Gefühl, alles mögliche für den Sterben­den getan zu haben,(...) wird dies als Kontrolle über die Situation beschrieben und erleichtert der Pflegeperson, mit der Situation zurecht zu kommen. Ein plötzlicher, unorganisierter Tod oder das Sterben von jungen Patienten wird als sehr belastend beschrieben.“ ( s. Kremaier, 2013, s. 34 ).

In der selben Recherchearbeit wird aufgezeigt, dass die größte Belastung für Intensivpflegekräfte darin besteht, dass der Patient künstlich am Leben erhalten wird und somit sein Leiden verlängert wird. Das Betreuen von Patienten und deren Angehörigen, die unnötig und prolongiert Schmerzen und Leid erfahren müssen und denen von den Ärzten oft falsche Hoffnung gemacht wird, wird hier als sehr belastend beschrieben. ( vgl. s. Kremaier, 2013, s. 35 ).“ Zu einem Dilemma kommt es dann, wenn der Handlungsauftrag der dem Pflegenden durch den Arzt erteilt wird, der empfündenen ethischen Verantwortung in Bezug auf den Fürsorgeauftrag widerspricht, (...). Dies kann zu einer inneren Zerreißprobe führen, die das Gefühl von verzweifelter Mittäterschaft mit sich bringen kann.“ ( Juchems, 2006, s. 33 ). Auf Grund des vorgegebenen Rahmens dieser Arbeit können nicht alle wesentlichen Faktoren ausgiebig bearbeitet werden. Dennoch muss erwähnt werden, dass eben­falls das vergebliche Reanimieren eines Patienten, der Umgang mit himtoten Patienten und deren Vorbereitung zur Organentnahme, das Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit, der Tod vor allem junger Patienten und die eigene Trauer und Angst der Pflegekräfte in diesem Zusammenhang we­sentliche Belastungsfaktoren darstellen, (vgl. s. Kremaier, 2013, s. 35 ). Auch die Tatsache, dass in Notfallsituationen alle anderen Patienten auf der Intensivstation auch umfassender Betreuung und Aufmerksamkeit bedürfen, stellt die Pflegekräfte oft vor besondere Herausforderungen.

Konflikte innerhalb des Teams. Konflikte mit Angehörigen

״Je schwieriger (...) die Arbeitsbedingungen sind, desto wichtiger wird das soziale Unterstützungs­system am Arbeitsplatz. Typisch für die Intensivstation (...) ist ein hoher Anspruch des Teams auf größtmögliche Kooperativität (...), oft über den streng beruflichen Rahmen hinaus (Freizeitaktivitä­ten, Feste etc. ). (...) In einer empirischen Untersuchung gaben 62 ย/0 des Pflegepersonals Spannun­gen in der eigenen Berufsgruppe und 56 % zwischen Pflegepersonal und den Ärzten an. (...). Zwi- sehen Pflegepersonal und Ärzten führen die auf der Intensivstation manchmal notwendigen Kompetenzüberschneidungen ( Z.B. bei Notfällen ) zum sichtbaren Ausdruck der Konkurrenz zwi- sehen den beiden, am ähnlichen Ideal orientierten Berufsgruppen.

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Details

Title
Psychische Belastungen von Intensivpflegepersonal, deren Folgen und mögliche Bewältigungsstrategien
Grade
1
Author
Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V423882
ISBN (eBook)
9783668712317
ISBN (Book)
9783668712324
File size
542 KB
Language
German
Tags
Burn-Out, Stress, Belastung, Intensivstation, Lärm
Quote paper
Susanne Tront (Author), 2017, Psychische Belastungen von Intensivpflegepersonal, deren Folgen und mögliche Bewältigungsstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423882

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