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Chinesisch-Römische Kontakte. Warenaustausch, Begegnungen und gegenseitige Darstellung

Title: Chinesisch-Römische Kontakte. Warenaustausch, Begegnungen und gegenseitige Darstellung

Bachelor Thesis , 2016 , 43 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marcus Kiefer (Author)

World History - Antiquity
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Ein mögliches Aufeinandertreffen von Römern und Chinesen begeistert Sinologen und Historiker bereits seit dem 19. Jahrhundert. Doch ob es tatsächlich solche Kontakte im Altertum gab und wie sie aussahen verliert sich schnell im Nebel der Geschichte. Der Sinn dieser Arbeit ist es ein umfassendes Bild sowohl griechisch-römischer, als auch chinesischer Quellen, die sich mit der jeweils anderen Kultur befassen, zu erstellen und Theorien verschiedener Forscher darzulegen und zu überprüfen. Neben Schriftquellen werden auch archäologische Überreste untersucht und in Beziehung zu den historischen Erzählungen gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellen

2.1. Die griechisch-römischen Quellen

2.2. Die chinesischen Quellen

2.3. Der Archäologische Befund

3. Der Handel

3.1. Die Waren

3.2. Die Routen

4. Mythen und Seemannsgarn

4.1. Von blonden Äthiopiern

4.2. Von feuerspeienden Riesen

5. Sonstige Kontakte

5.1. Die Schlacht von Carrhae und die „Fischschuppen-Krieger“

5.2. Die Mission von Gan Ying

5.3. Die „Antun“-Gesandtschaft

5.4. Spätantike Kontakte

6. Was John Cusack und Jackie Chan verband

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Kontakte zwischen dem Römischen Reich und dem Kaiserreich China während der Antike. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie viel tatsächlicher Austausch stattgefunden hat, welche Waren gehandelt wurden und wie sich die gegenseitige Wahrnehmung der beiden Weltmächte in ihren schriftlichen Quellen widerspiegelte.

  • Analyse und Vergleich griechisch-römischer und chinesischer Quellen zur Identifizierung beider Reiche.
  • Untersuchung der Handelsrouten und der wichtigsten gehandelten Güter (insbesondere Seide).
  • Kritische Betrachtung archäologischer Funde als Beleg für den transkontinentalen kulturellen Austausch.
  • Dekonstruktion von Mythen und Legenden über das jeweils "andere" ferne Reich.
  • Diskussion über tatsächliche diplomatische oder militärische Begegnungen, wie die "Antun"-Gesandtschaft oder die Schlacht von Carrhae.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die griechisch-römischen Quellen

Entgegen des Titels soll sich das Kapitel nicht ausschließlich mit den griechisch-römischen Quellen befassen, sie sind allerdings das Hauptaugenmerk. Ziel ist es herauszufinden ob es sich bei den in den Quellen genannten Reichen tatsächlich um das antike China handeln kann.

Es lassen sich bereits vor der klassischen Geschichtsschreibung Hinweise auf Kontakte zwischen dem chinesischen Volk und den Mittelmeerkulturen finden. So berichtet der alttestamentarische Prophet Jesaja über die Wiederherstellung Zions, dass dessen Weiden und Quellen Völker aus aller Welt anlocken werden. „Seht her: Sie kommen von fern, die einen von Norden und Westen, andere aus dem Land der Siniter.“ Diese Siniter sind laut Yule durchaus als Chinesen zu identifizieren, da sie in Kontrast zu den Völkern aus dem Norden und Westen gestellt werden, daher im Süden und Osten zu verorten sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der römisch-chinesischen Kontakte ein, kontrastiert moderne filmische Fiktion mit der historischen Realität und skizziert die wissenschaftliche Quellenlage.

2. Die Quellen: Dieses Kapitel analysiert sowohl griechisch-römische als auch chinesische Dokumente kritisch und untersucht deren Verlässlichkeit bei der Identifizierung des jeweils anderen Reiches.

2.1. Die griechisch-römischen Quellen: Hier werden antike Texte von Autoren wie Strabon, Plinius und Ptolemäus auf ihre Kenntnisse über Seres und das ferne Osten untersucht.

2.2. Die chinesischen Quellen: Der Fokus liegt hier auf den offiziellen Chroniken der Dynastien und deren Berichten über das mysteriöse Reich Da-Qin.

2.3. Der Archäologische Befund: Dieses Kapitel liefert physische Beweise für den Warenaustausch und kulturelle Einflüsse anhand von archäologischen Fundstücken wie Münzen, Textilien und Achatgefäßen.

3. Der Handel: Hier wird der ökonomische Austausch, die Bedeutung der Seide und die Struktur der Handelsnetzwerke detailliert erörtert.

3.1. Die Waren: Untersuchung des Warenstroms zwischen Ost und West, mit Schwerpunkt auf Luxusgütern, Metallen und den Handelsbeschränkungen.

3.2. Die Routen: Analyse der komplexen Land- und Seewege, die den transkontinentalen Handel trotz geografischer und politischer Barrieren ermöglichten.

4. Mythen und Seemannsgarn: Darstellung der Konstruktion exotischer Bilder über fremde Völker in der antiken Literatur.

4.1. Von blonden Äthiopiern: Analyse der ungenauen und teilweise fabulierten Beschreibungen der Serer in westlichen Quellen.

4.2. Von feuerspeienden Riesen: Aufarbeitung der fantastischen Berichte in chinesischen Quellen über das ferne Reich Da-Qin.

5. Sonstige Kontakte: Dieses Kapitel diskutiert spezifische historische Ereignisse, die als mögliche direkte Kontakte interpretiert werden.

5.1. Die Schlacht von Carrhae und die „Fischschuppen-Krieger“: Untersuchung der Dubs'schen Theorie über das Aufeinandertreffen römischer Legionäre und chinesischer Truppen.

5.2. Die Mission von Gan Ying: Analyse des chinesischen Versuchs, das Römische Reich direkt zu kontaktieren.

5.3. Die „Antun“-Gesandtschaft: Besprechung der belegten Ankunft römischer Gesandter am chinesischen Kaiserhof im Jahr 166 n. Chr.

5.4. Spätantike Kontakte: Zusammenfassung der letzten überlieferten Berichte über römische Händler in China bis in die Spätantike.

6. Was John Cusack und Jackie Chan verband: Ein Fazit, das die moderne popkulturelle Rezeption mit den historischen Erkenntnissen der Arbeit abgleicht.

Schlüsselwörter

Seidenstraße, Römische Reich, Han-Reich, Seres, Da-Qin, Antun-Gesandtschaft, Warenaustausch, Gan Ying, Archäologische Funde, Handelsrouten, Historische Kontakte, Antike, Sinologie, Fernhandel, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen dem Römischen Reich und China in der Antike, um den tatsächlichen Grad an Kontakt und gegenseitigem Wissen zu ermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse antiker Quellen, der ökonomischen Dimension des Handels über die Seidenstraße sowie der archäologischen Beweisführung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen realen Handelskontakten und den in antiken Quellen überlieferten, oft mythisch verklärten Vorstellungen beider Zivilisationen voneinander aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die antike Texte mit moderner sinologischer Forschung und archäologischen Befunden korreliert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Quellenlagen, die ökonomischen Aspekte des Handels, eine Dekonstruktion antiker Mythen über fremde Reiche und die Analyse spezifischer Begegnungen wie der Antun-Gesandtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Seidenstraße, Da-Qin, Seres, Antun-Gesandtschaft, Römisch-chinesische Kontakte, Handelsrouten und Antike.

Welche Bedeutung kommt der "Antun"-Gesandtschaft von 166 n. Chr. zu?

Sie gilt als das am besten belegte Ereignis direkten Kontakts zwischen römischen Untertanen und dem chinesischen Kaiserhof, wobei die Forschung heute eher von Händlern als von offiziellen Diplomaten ausgeht.

Wie bewertet der Autor die Theorie der "Fischschuppen-Krieger"?

Der Autor diskutiert die Theorie von Homer H. Dubs kritisch, betont jedoch, dass trotz der Plausibilität einer römischen Testudo-Formation als Ursprung, eindeutige archäologische Belege fehlen.

Wie erklären sich die fantastischen Beschreibungen in den chinesischen Quellen?

Die Beschreibungen von "feuerspeienden Magiern" oder "fünf Palästen aus Kristall" werden als verzerrte Wahrnehmungen interpretiert, die aus Missverständnissen, dem Fernhandel und dem Bedürfnis entstanden, das ferne Da-Qin als Spiegel-China zu konzeptualisieren.

Was ist das Hauptergebnis zur Identifizierung von Seres und Da-Qin?

Die Arbeit schließt sich der herrschenden Forschung an, dass Seres das chinesische Reich und Da-Qin das Römische Reich meint, wobei beide Begriffe in der Antike zunächst eher unscharfe Sammelbezeichnungen waren, die erst später präziser zugeordnet wurden.

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Details

Title
Chinesisch-Römische Kontakte. Warenaustausch, Begegnungen und gegenseitige Darstellung
College
University of Mannheim  (Historisches Institut)
Grade
1,7
Author
Marcus Kiefer (Author)
Publication Year
2016
Pages
43
Catalog Number
V424262
ISBN (eBook)
9783668698437
ISBN (Book)
9783668698444
Language
German
Tags
Römisches Reich Han-China Handel Diplomatie Ausstausch Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Kiefer (Author), 2016, Chinesisch-Römische Kontakte. Warenaustausch, Begegnungen und gegenseitige Darstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424262
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