Die folgenden Fragen markieren den roten Faden dieser Hausarbeit: Die erste Frage beschäftigt sich mit der phonologischen Bewusstheit und ihrem Zusammenhang mit dem Schriftspracherwerb. Die zweite Frage zeigt Möglichkeiten zum Ermitteln und Decken eines Förderbedarfes innerhalb der phonologischen Bewusstheit auf.
Die meiste Literatur zur phonologischen Bewusstheit befasst sich mit der vorschulischen Erfassung und Förderung von phonologischen Fähigkeiten. Die Förderung sollte allerdings mit dem Eintritt in die Grundschule nicht abgebrochen werden. Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb mit der phonologischen Bewusstheit im Rahmen der Sprachentwicklung und ihrer Diagnostik und Förderung innerhalb der Grundschule.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Phonologische Bewusstheit
3. Schriftspracherwerbsmodell
4. Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb
5. Aufgabentypen und Nebenfaktoren
6. Diagnostik
7. Förderung
7.1 Silben
7.2 Reime
7.3 Onset
7.4 Phoneme
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb von Grundschulkindern sowie Möglichkeiten ihrer diagnostischen Erfassung und gezielten Förderung im Unterricht.
- Zusammenhang zwischen phonologischer Bewusstheit und Schriftspracherwerb
- Theoretische Grundlagen und das Phasenmodell nach Uta Frith
- Diagnostische Verfahren zur Ermittlung von Förderbedarfen
- Praktische Fördermöglichkeiten unter Berücksichtigung verschiedener Schwierigkeitsstufen
Auszug aus dem Buch
3. Schriftspracherwerbsmodell
Nach diesem Überblick über die phonologische Bewusstheit, wird im Folgenden das Schriftspracherwerbsmodell vorgestellt, auf das sich im weiteren Verlauf gestützt wird. Es wird von einem Phasenmodell des Schriftspracherwerbs ausgegangen, deren Phasen durch dominierende Lese- und Rechtschreibstrategien charakterisiert werden. Mit diesen Strategien bewältigen Kinder die Schriftsprache (vgl. Schnitzler 2008: 1). Aufgestellt wurde dieses Phasenmodell von Uta Frith (1985). Ihr Modell wird in die logografischen, die alphabetischen und die orthografischen Phase unterteilt. Diese Phasen durchläuft jedes Kind sowohl beim Erwerb des Schreibens, als auch beim Erwerb des Lesens, „wobei der Eintritt bzw. Impuls zur nächsten Entwicklungsstufe im Verlauf wechselt, wie die Pfeile in der nachfolgenden Abbildung verdeutlichen“ (Schründer-Lenzen 2013:66).
Diese Abbildung verdeutlicht außerdem, dass Lesen- und Rechtschreiblernen in diesem dreistufigen Modell als sich „gegenseitig unterstützende Prozesse“ angesehen werden (Schründer-Lenzen 2013: 66). Beim Durchlaufen der drei Phasen folgen die Kinder einer chronologischen Abfolge, sodass keine Phase übersprungen werden kann. Dabei ist allerdings der Zeitpunkt des Erreichens einer Stufe individuell vom Kind abhängig. Durch diese chronologische Abfolge findet ein stetiger Kompetenzzuwachs statt, wobei Fehler hier erlaubt oder sogar erwünscht sind. Sie werden in diesem Modell generell nicht als Schwächen, sondern als phasentypische Merkmale angesehen (vgl. Becker 2008: 79).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der phonologischen Bewusstheit für die Prävention von Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb sowie Darlegung der zentralen Fragestellungen.
2. Phonologische Bewusstheit: Definition und Erläuterung des zweidimensionalen Konstrukts basierend auf der Größe der phonologischen Einheiten und dem Grad der Explizitheit.
3. Schriftspracherwerbsmodell: Vorstellung des Phasenmodells nach Uta Frith, welches die Entwicklung des Lese- und Schreiblernprozesses in logografische, alphabetische und orthografische Stufen gliedert.
4. Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb: Darstellung der drei theoretischen Hypothesen zum Zusammenhang, wobei die Interaktionshypothese als Grundlage der Arbeit dient.
5. Aufgabentypen und Nebenfaktoren: Systematisierung der Aufgabentypen innerhalb der phonologischen Bewusstheit sowie Analyse einflussnehmender Faktoren wie Sonorität und Position der Einheit.
6. Diagnostik: Erläuterung zweier diagnostischer Testverfahren, die je nach vorhandenen Lese- und Rechtschreibfähigkeiten des Kindes angewendet werden können.
7. Förderung: Detaillierte Darstellung von Übungsmöglichkeiten für die Bereiche Silben, Reime, Onset und Phoneme, angepasst an individuelle Förderbedarfe.
8. Schluss: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen zum Thema.
Schlüsselwörter
Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Grundschule, Diagnostik, Förderung, Uta Frith, Phasenmodell, Silben, Reime, Onset, Phoneme, Schriftsprache, Lese-Rechtschreibstörung, Explizitheit, Sprachverarbeitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Prozess des Schriftspracherwerbs bei Kindern im Grundschulalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der phonologischen Bewusstheit, das Phasenmodell des Schriftspracherwerbs, diagnostische Verfahren und praktische Fördermöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie phonologische Fähigkeiten durch eine Diagnose ermittelt und durch gezielte Maßnahmen gefördert werden können, um den Schriftspracherwerb positiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf Basis bestehender Literatur das zweidimensionale Konstrukt der phonologischen Bewusstheit und dessen Interaktion mit dem Schriftspracherwerb analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der Konzepte, die methodische Einordnung von Aufgabentypen und die praktische Vorstellung von zwei Testverfahren sowie konkreten Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Diagnostik, Förderung und das Stufenmodell nach Uta Frith.
Welche Rolle spielt das Stufenmodell von Uta Frith in dieser Arbeit?
Das Modell dient als theoretischer Rahmen, um die Entwicklungsschritte vom logografischen über das alphabetische bis zum orthografischen Schreiben und Lesen zu veranschaulichen.
Wie unterscheidet sich die Diagnostik für Kinder mit und ohne Lese-Schreibkenntnisse?
Die Arbeit differenziert zwischen einem Test, der bereits Buchstaben- und Wortkenntnisse voraussetzt, und einem zweiten Test, der rein implizite phonologische Fähigkeiten ohne Lese-Schreib-Voraussetzungen prüft.
Warum wird die Interaktionshypothese als zentral angesehen?
Die Interaktionshypothese wird bevorzugt, da sie die wechselseitige Verstärkung zwischen phonologischer Bewusstheit und Schriftspracherwerb erklärt und damit der Beobachtung gerecht wird, dass sich beide Kompetenzen gegenseitig fördern.
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- Chantal Wessely (Autor), 2016, Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb. Diagnostik und Förderung in der Grundschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425073