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Moral und Moralkritik in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"

Título: Moral und Moralkritik in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"

Trabajo Escrito , 2017 , 26 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Franziska Riedel (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Arbeit behandelt die moralischen Vorstellungen der in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" dargestellten Gesellschaft und die Kritik, die das Werk daran übt.

Es handelt sich um eine werkimmanente Analyse, die Wedekinds Leben und die Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts außen vor lässt und stattdessen der Frage nachgeht, wie Moral in Wedekinds Drama in Erscheinung tritt und auf welche Weise diese innerhalb des Stücks gültige Moral kritisiert wird. Dazu wird zunächst eine Bestandsaufnahme der von den Erwachsenen getragenen Moral durchgeführt. Daran anknüpfend wird gezeigt, wie durch das präsentierte Schicksal der Kinder und den Umgang der Erwachsenen mit den Kindern an diesem Moralverständnis Kritik geübt wird. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und es wird ein Ausblick gegeben, welche Alternativen es in der Gesellschaft, an der die jungen Protagonisten scheitern, trotz allem gibt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Moral in der bürgerlichen Gesellschaft in Frühlings Erwachen

2. 1 Sexuelle Aufklärung als Tabu – Frau Bergmann

2. 2 Die Verteidigung des Rechts – Herr Gabor

2. 3 Anstand und Gehorsam – Marthas Eltern

2. 4 Keuschheit – Hänschen Rilow

2. 5 Ein weiteres wichtiges Gut – Leistung

2. 6 Zusammenfassung

3 Moralkritik in Frühlings Erwachen

3. 1 Die „Kindertragödie“ – Untergang der Kinder durch die Moral

3. 1. 1 Wendla

3. 1. 2 Moritz

3. 1. 3 Melchior

3. 2 Entlarvung der Erwachsenen

3. 2. 1 Frau Bergmanns Umgang mit Wendlas Schwangerschaft

3. 2. 2 Moritz Stiefels Beerdigung

3. 2. 3 Die Lehrerkonferenz

3. 2. 4 Verrat des Ehepaars Gabor an ihrem Sohn

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das in Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ dargestellte Moralverständnis der bürgerlichen Gesellschaft und analysiert, auf welche Weise dieses durch das Schicksal der jugendlichen Protagonisten sowie durch die Entlarvung der Erwachsenen als heuchlerisch kritisiert wird.

  • Analyse der moralischen Normen (Sexualtabu, Leistungsdruck, Gehorsam) in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
  • Untersuchung des tragischen Scheiterns der jugendlichen Hauptfiguren an diesen rigiden Normen.
  • Kritische Bestandsaufnahme der Rolle der Erwachsenen als Repräsentanten eines lebensfeindlichen Erziehungssystems.
  • Werkimmanente Erforschung von Wedekinds Dramentechnik und Figurenkonstellation.

Auszug aus dem Buch

3. 1. 1 Wendla

Wendlas Untergang kann wohl als der tragischste des gesamten Stückes bezeichnet werden. Schon im ersten Gespräch mit ihrer Mutter äußert sie eine für ihr sonst kindliches Gemüt ungewöhnliche Todesahnung („Wer weiß - vielleicht werde ich nicht mehr sein.“, S. 9), doch stirbt ohne eigenes Verschulden und auch ohne überhaupt den Grund dafür zu kennen.

Wendla bittet ihre Mutter wie bereits erwähnt um eine Erklärung für das Entstehen eines Kindes, doch ihr moralisches Empfinden verbietet es Frau Bergmann, ihrer Tochter die Wahrheit darüber zu sagen. Es kommt zum sexuellen Kontakt zwischen Wendla und Melchior (IV, 4), der wegen der Abwehrversuche Wendlas („Nicht! [...] Nicht, Melchior!“, S. 43), Melchiors Briefs an sie, in dem er schreibt, „daß ihm seine Handlungsweise keine Ruhe lasse, er habe sich an ihr versündigt“ (S. 68), seiner Bemerkung „es bleibt Vergewaltigung“ (S. 70) und seines Ausrufs „Ich bin ihr Mörder!“ beim Anblick ihres Grabs (S. 79), als Vergewaltigung zu deuten ist, auch wenn dagegen spricht, dass es bereits vorher eine sado-masochistisch anmutende Szene zwischen Melchior und Wendla gab (I, 5) und Wendla in ihrem Monolog nach dem Geschlechtsakt (II, 6) keineswegs verletzt oder unglücklich wirkt, sondern stattdessen sagt, nur noch lächeln zu können (S. 45) und das Gefühl zu haben, über einen „Pelücheteppich“ zu gehen oder den Boden überhaupt nicht mehr zu berühren (S. 46). Sie scheint den Akt mit Melchior also als Glück zu empfinden.

Es zeigt sich jedoch, dass die Folgen verheerend sind, denn Wendla wird schwanger – eine Möglichkeit, die sie nicht in Betracht gezogen hatte, da sie mit Melchior nicht verheiratet ist und dieser ihr bestätigt hatte, dass zwischen ihnen keine Liebe vorhanden sei. Eben diese beiden Dinge nannte ihre Mutter ihr jedoch als Voraussetzungen für das Entstehen eines Kindes, weshalb Wendla ihren eigenen Zustand für die Wassersucht hält, bis ihre Mutter ihr eröffnet, sie sei nicht krank, sondern trage ein Kind in sich (III, 5; S. 74).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung bettet das Drama in den historischen Kontext ein, reflektiert die Rezeptionsgeschichte und definiert das methodische Vorgehen der werkimmanenten Analyse.

2 Moral in der bürgerlichen Gesellschaft in Frühlings Erwachen: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der moralischen Werte der Erwachsenenwelt, wie Sexualverdrängung, eiserne Disziplin, Gehorsam und Leistungszwang.

3 Moralkritik in Frühlings Erwachen: Das Hauptkapitel analysiert die moralische Kritik durch das tragische Schicksal der Jugendlichen und die Entlarvung der Erwachsenen als Heuchler.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert, wie die Kinder an der gesellschaftlichen Moral scheitern und welche alternativen Lebensentwürfe innerhalb der Erzählung angedeutet werden.

Schlüsselwörter

Frühlings Erwachen, Frank Wedekind, bürgerliche Moral, Sexualität, Tabu, Adoleszenz, Leistungsdruck, Erziehung, Kindertragödie, Moralkritik, Heuchelei, Korrektionsanstalt, Selbstmord, gesellschaftliche Normen, Wendla Bergmann.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Darstellung und Kritik von Moral im Drama „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Unterdrückung von Sexualität, dem schulischen Leistungsdruck und der Disziplinierung durch die erwachsene Generation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Drama die gültige bürgerliche Moral als lebensfeindlich entlarvt und durch das Schicksal der jugendlichen Protagonisten kritisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine werkimmanente Analyse, die sich primär auf den Text des Dramas und ergänzende Fachliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der moralischen Werte der Erwachsenen und eine detaillierte Analyse der moralischen Kritik durch das Schicksal der Kinder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Moral, Frühlings Erwachen, Kindertragödie, Sexualität, Adoleszenz, Heuchelei und gesellschaftlicher Druck.

Warum wird Frau Bergmanns Verhalten als Heuchelei gewertet?

Sie stellt das gesellschaftliche Ansehen über das Leben ihrer Tochter, indem sie die sexuelle Aufklärung verweigert und durch die herbeigeführte Abtreibung den Tod Wendlas verursacht.

Welche Rolle nimmt der „vermummte Herr“ am Ende des Dramas ein?

Er fungiert als Symbol für den Lebenswillen trotz widriger Umstände und bietet Melchior die Möglichkeit, sich für das Leben statt für den Selbstmord zu entscheiden.

Wie gehen die Kinder im Vergleich zu den Erwachsenen mit dem Tod von Moritz um?

Während die Erwachsenen den Selbstmörder verachten und verurteilen, zeigen die Mitschüler wie Ilse und Martha aufrichtige Anteilnahme und Betroffenheit.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Moral und Moralkritik in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Germanistik)
Curso
Verbrechen in der Literatur
Calificación
1,0
Autor
Franziska Riedel (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
26
No. de catálogo
V425593
ISBN (Ebook)
9783668720794
ISBN (Libro)
9783668720800
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wedekind Frühlings Erwachen Moral Gesellschaft Moralkritik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franziska Riedel (Autor), 2017, Moral und Moralkritik in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425593
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