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Hermeneutik. Definition, Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug und Kritik

Title: Hermeneutik. Definition, Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug und Kritik

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Janine Kempin (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Diese Hausarbeit ist im Rahmen des Seminars „Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorie“ entstanden. In diesem Seminar wurden die verschiedenen Auffassungen von Wissenschaft und deren Problematiken behandelt. Im Vordergrund der Diskussion standen die Fragen: Was ist eine Theorie und was ist Wissenschaft?, Was ist die Sprache und Logik von Wissenschaft? und Wie gelangen Wissenschaftler zu Erkenntnis? Letztere Fragestellung ist zugleich Thema dieser Arbeit, wobei diese auf die Geisteswissenschaftliche Pädagogik bezogen wird. Das heißt: Wie gelangen geisteswissenschaftliche Pädagogen zu ihrer Erkenntnis?
Zum Verständnis dessen, soll vorerst der Seminarkontext hergestellt werden, um einen Überblick über die Problematik zu bekommen.
Der Begriff „Theorie“ ist im alltäglichen Sprachgebrauch negativ besetzt. Der „Theorie“ wird idealistisches und Verlust des Realitätsbezugs vorgeworfen. Im ursprünglichen Wortsinn bedeutet „Theorie“ Schauen oder Schaubühne. Somit scheint die Bedeutung des Wortes im passiven Handeln zu liegen. Der Theoretiker wird zum Beobachter der Praxis und seine Aufgabe liegt in der Bewertung und Interpretation des Beobachteten.
Wenn wir von „Wissenschaft“ sprechen, dann meinen wir das Beobachten von Problemen und das Suchen nach entsprechenden Lösungen. Aus den gefundenen Problemlösungen ergeben sich oftmals weitere Probleme. Und somit beschränkt sich Wissenschaft immer auf einen bestimmten, klar definierten Bereich, d.h. die Art der Tätigkeit wird genau beschrieben.
Diese Beschreibung der Tätigkeit erfolgt durch die Sprache. Die sprachlichen Tätigkeiten, wie Bewertung, Analyse und Argumentation sollen dem Anspruch der Wahrheit genügen. Sprachen werden in Bezug auf ihren Kontext in Bildungssprache, Fachsprache, Wissenschaftssprache, Formalsprache, Umgangssprache u.v.a. unterschieden. Da es im Gebrauch von Sprachen zu Missverständnissen kommen kann, müssen Relationen gesetzt werden. Denn, wenn ich sage: „Das Haus ist klein!“ ist es eine Ermessensfrage. Entscheidend ist, zu welchem anderen Haus, dieses Haus klein ist. Ebenso entscheidend ist die Frage nach synthetischen Sätzen und analytischen Sätzen. „Logik“ und „Sprache“ sind Werkzeuge von Wissenschaft.
Wie Wissenschaftler zu Wissen und Erkenntnissen gelangen ist die Frage nach der Methodologie und der Erkenntnistheorie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die zentralen Begriffserklärungen

2.1. Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik

2.2. Das Verstehen als Methode – Hermeneutik

3. Die qualitative Sozialforschung

3.1. Die Entwicklung der qualitativen Sozialforschung

3.2. Die Theoretischen Konzepte qualitativer Forschung

3.2.1. Das Forschungsprogramm subjektiver Theorien

3.2.2. Die Objektive Hermeneutik

3.2.3. Die Grounded Theory

3.3. Die Methoden

4. Der Theorie-Praxis-Bezug

4.1. Der Bezug von qualitativer Forschung zu praktischem Handeln

4.2. Das Fallverstehen – Kasuistik

5. Die kritischen Stimmen zur qualitativen Sozialforschung

5.1. Die Probleme, die Kritiker sehen

5.2. Die Diskussion der Kontroverse

6. Das Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung der Frage, inwiefern eine Erziehungswissenschaft, die auf hermeneutisch-qualitative Sozialforschung setzt, in der Lage ist, praktisches Handeln in pädagogischen Situationen verlässlich anzuleiten. Dabei wird insbesondere die Kontroverse zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen beleuchtet.

  • Grundlagen der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und Hermeneutik
  • Theoretische Konzepte und Methoden qualitativer Sozialforschung
  • Verhältnis zwischen Theorie und pädagogischer Praxis (Theorie-Praxis-Bezug)
  • Kritische Analyse von Fallverstehen und Kasuistik
  • Diskussion der Kontroverse zur wissenschaftlichen Validität qualitativer Methoden

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Die Objektive Hermeneutik

Die Objektive Hermeneutik grenzt sich deutlich vom Forschungsprogramm subjektiver Theorien ab indem sie die „objektive Bedeutungsstruktur“ oder „latente Sinnstruktur“ von „Texten“ (im weiteren Sinne, also z.B. auch Interviewprotokolle, Malerei, Musik und ähnliches) zu erfassen versucht.

Entwickelt wurde dieses hermeneutische Verfahren, das sich als sinnverstehende Soziologie versteht, seit den 70er Jahren insbesondere von Ulrich OEVERMANN. Für ihn bilden in einer soziologischen Untersuchung, in der mit den Verfahren der objektiven Hermeneutik gearbeitet wird, die latenten Sinnstrukturen von Äußerungen oder Handlungen den primären Gegenstand der methodischen Operation der Sinnauslegung. Er geht davon aus, dass, durch den Sozialisationsprozess vermittelte, allgemeingültige Regeln hinter jeder Art von Handlung bzw. Aussage stehen.

Aufgrund dieser geltenden Regeln soll die objektive Bedeutung einer Situation erfasst und vom subjektiven Sinn abgegrenzt werden können. Der Satz „Na die kann se ganz gut“ aus dem klassischen Beispiel der Bulettenszene OEVERMANNS, mag subjektiv als Kompliment gemeint sein. Aber anhand der geltenden, in diesem Falle sprachlichen, Regeln, soll es möglich sein die objektive Bedeutung hinter den Worten herauszufinden. Im Beispielsatz bezieht sich „die“ auf Buletten, die die Mutter zubereitet hat und „se“ auf die Mutter selbst, die vom Vater hier nicht direkt angeredet wird. Laut Deutung im Sinne objektiver Hermeneutik stellt dieser Satz keineswegs ein Kompliment dar, sondern vielmehr eine Abwertung (so soll z.B. „die“ daraufhin deuten, dass es sich bei dem guten Essen um eine Ausnahme handelt und „ganz gut“ wäre eine Abschwächung und meine nicht „sehr gut“ oder „gut“).

Um diese objektive Bedeutung, die latente Sinnstruktur, zu erkennen, bedarf es der Methode der Feinanalyse auf die im nächsten Kapitel näher eingegangen werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Hausarbeit ein, definiert den Rahmen durch das Seminar "Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorie" und stellt die zentrale Forschungsfrage zur hermeneutisch-qualitativen Sozialforschung.

2. Die zentralen Begriffserklärungen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe, wobei der Schwerpunkt auf der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und dem Verstehen als hermeneutische Methode liegt.

3. Die qualitative Sozialforschung: Hier werden die historische Entwicklung, verschiedene theoretische Konzepte wie das Forschungsprogramm subjektiver Theorien, die Objektive Hermeneutik und die Grounded Theory sowie methodische Ansätze dargestellt.

4. Der Theorie-Praxis-Bezug: Das Kapitel untersucht, wie qualitative Forschung für praktisches Handeln nutzbar gemacht werden kann und fokussiert dabei auf die Kasuistik bzw. das Fallverstehen.

5. Die kritischen Stimmen zur qualitativen Sozialforschung: Hier werden zentrale Kritikpunkte an der qualitativen Forschung, insbesondere hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Validität und Prognosekraft, zusammengetragen und diskutiert.

6. Das Schlusswort: Das Schlusswort führt die Argumentation zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage vor dem Hintergrund der These von König und Zedler.

Schlüsselwörter

Hermeneutik, Erziehungswissenschaft, qualitative Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug, Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Objektive Hermeneutik, Kasuistik, Fallverstehen, subjektive Theorien, Grounded Theory, Pädagogik, Wissenschaftstheorie, Forschungsmethode, Validität, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftstheoretische Begründung und die praktische Anwendbarkeit der hermeneutisch-qualitativen Sozialforschung innerhalb der Erziehungswissenschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Hausarbeit behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, die Methoden qualitativer Sozialforschung, die Verbindung zwischen erziehungswissenschaftlicher Theorie und pädagogischer Praxis sowie die kritische Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu erörtern, ob eine Erziehungswissenschaft, die auf hermeneutisch-qualitative Ansätze setzt, praktisches Handeln in pädagogischen Situationen verlässlich leiten kann und will.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit analysiert?

Die Arbeit analysiert hermeneutische Verfahren, das Forschungsprogramm subjektiver Theorien, die Objektive Hermeneutik, die Grounded Theory sowie die Kasuistik als fallverstehende Methode.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der qualitativen Forschung, die Untersuchung des Theorie-Praxis-Bezugs und die kritische Diskussion der Einwände, die Vertreter der quantitativen Forschung bzw. des kritischen Rationalismus gegen qualitative Methoden vorbringen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Hermeneutik, Erziehungswissenschaft, qualitative Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug, Kasuistik und Fallverstehen.

Warum wird die Objektive Hermeneutik im Text als spezifisch eingestuft?

Sie gilt als spezifisch, da sie explizit versucht, die Subjektivität des Forschers durch die Aufdeckung latenter Sinnstrukturen in Texten oder Interaktionen mittels strenger Regeln zu umgehen.

Wie bewertet der Autor den Nutzen der Kasuistik für Praktiker?

Der Autor sieht in der Kasuistik einen wertvollen Ansatz, da sie dem Praktiker hilft, theoretisches Wissen in konkreten Einzelfällen anzuwenden und somit eine Brücke zwischen erziehungswissenschaftlicher Theorie und der pädagogischen Praxis schlägt.

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Details

Title
Hermeneutik. Definition, Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug und Kritik
College
University of Lüneburg
Grade
1,5
Author
Janine Kempin (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V42589
ISBN (eBook)
9783638405874
Language
German
Tags
Hermeneutik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Kempin (Author), 2005, Hermeneutik. Definition, Sozialforschung, Theorie-Praxis-Bezug und Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42589
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