Bei Sand denken die meisten von uns an Strände, Sandburgen, Meer und Sonne. Im Alltagsleben richten wir unser Augenmerk kaum auf diesen unterschätzten Rohstoff, dennoch ist er dort allgegenwärtig ohne, dass wir es wirklich bemerken. Sand ist die Grundlage der urbanen Entwicklung auf unserer Erde und ein wesentlicher Bestandteil von Beton, Asphalt, Glas und Elektrotechnik. Er ist billig und leicht abzubauen. Der Rohstoff Sand ist nach Luft und Wasser das meist verwendete Rohmaterial der Welt und als gemeinschaftlich genutzte Ressource leicht zugänglich. Die Verfügbarkeit von Sanden führte im letzten Jahrzehnt zu einem achtlosen Umgang und zur Verdrängung, dass diese Ressource endlich ist.
Die Verknappung von Sand ist ein ernsthaftes und wachsendes Problem für die globale Umwelt und die Gesellschaft, da die Verwendung von Sand und Kies die natürlichen Erneuerungsraten erheblich überschreitet. Darüber hinaus steigen die Fördermengen exponentiell, vor allem durch das Wirtschaftswachstum rund um den Globus. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) werden jährlich 15 Millionen Tonnen Sand abgebaut. Besonders in den asiatischen Staaten ist der Verbrauch von Sand, aufgrund der unermesslichen Bauwut erheblich hoch (UNEP 2014).
Der Sandabbau hat negative Auswirkungen auf die Umwelt, er zerstört bevorzugte Standorte vieler Tier- und Pflanzenarten und verursacht eine starke Küstenerosion. Er stellt ebenso ein großes Problem für die Biodiversität dar. Die Folgen des Abbaus bekommen nicht diejenigen zu spüren, die ihn brauchen, sondern meist die, aus dessen Regionen er entnommen wird. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen der Größe des Problems und dem öffentlichen Bewusstseins dafür. Es gibt bis heute keine globale Sandbilanz, die aufschlüsselt, in welchem Maße sich die Differenz zwischen den Erneuerungsraten und der Abbaurate vollzieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff „Sand“ und den Prozess seiner Entstehung
3. Sand als unterschätzter Rohstoff und endliche Ressource
3.1 Der Einfluss und die Nutzung globaler Vorkommen von Sand
4. Die Sand- und Kiesvorkommen in Deutschland
4.1 Die Entstehung von Sanden und Kiesen
4.2 Die Gewinnungsverfahren von Sanden und Kiesen in Deutschland
4.3 Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Sanden und Kiesen in Deutschland
4.4 Der Wert des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit
5. Die Sand- und Kiesvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern
5.1 Die Entstehung und Verbreitung von Sanden und Kiesen in M-V
5.2 Die oberflächennahe Sand- und Kiesgewinnung in M-V
5.3 Die marine Sand- und Kiesgewinnung in M-V
5.4 Bergrechtliche Genehmigungsprozesse der marinen Sand- und Kiesgewinnung
5.5 Der Küstenschutz und die marine Rohstoffsicherung im LEP 2016
5.6 Die ökologischen Auswirkungen der marinen Sand- und Kiesgewinnung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Rohstoffs Sand im Kontext globaler Umweltveränderungen und beleuchtet detailliert die Auswirkungen des Sandabbaus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den ökologischen Konsequenzen der Gewinnung von Sand und Kies im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
- Globale Bedeutung und ökologische Folgen des Sandabbaus
- Geologische Grundlagen der Entstehung von Sand- und Kieslagerstätten
- Genehmigungs- und Bergrechtliche Verfahren in Deutschland und M-V
- Küstenschutz und Rohstoffsicherung im Landesraumentwicklungsprogramm (LEP 2016)
- Interessenkonflikt zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz
Auszug aus dem Buch
3. Sand als unterschätzter Rohstoff und endliche Ressource
Sand ist neben Wasser einer der unterschätzten und kostbarsten Rohstoffe auf der Erde. Seine Kostbarkeit besteht darin, dass er keine unendliche Ressource und mengenmäßig der am meisten verbrauchte Vorrat nach Luft und Wasser ist. Der Verbrauch von Sand für die Welt beträgt 40 Milliarden Tonnen pro Jahr. Sand und Kies machen dabei den größten Anteil aus. Davon werden 10 Milliarden Tonnen für die Herstellung von Glas, Reinigungsmitteln Mikrochips, Fracking und weitere 30 Milliarden Tonnen für die Herstellung von Beton benötigt. Allein 15 Milliarden Tonnen davon sind Sand (vgl. UBA 2016). Das Problem, welches sich aus diesem hohen Verbrauch ergibt ist, dass das die doppelte der jährlichen Sedimentmenge ist, die von allen Flüssen der Welt überhaupt getragen wird. Das heißt, die Verwendung von Sand übertrifft stark seine eigentlichen natürlichen Erneuerungsraten (vgl. UNEP 2014). Obwohl mehr Sand und Kies abgebaut wird, als irgendein anderer Rohstoff, sind Daten über die Gewinnung in bestimmten Ländern nicht verfügbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der weltweiten Sandverknappung ein und skizziert das Ziel, die Auswirkungen dieses Ressourcenverbrauchs sowie die speziellen Gegebenheiten in Mecklenburg-Vorpommern zu untersuchen.
2. Zum Begriff „Sand“ und den Prozess seiner Entstehung: Hier werden die petrographischen Definitionen, Kornklassifizierungen und die natürlichen geologischen Verwitterungsprozesse erläutert, die zur Entstehung von Sand führen.
3. Sand als unterschätzter Rohstoff und endliche Ressource: Dieses Kapitel thematisiert den enormen weltweiten Verbrauch von Sand als Basisrohstoff für die Bauindustrie und verdeutlicht, dass die Abbauraten die natürlichen Erneuerungsprozesse bei weitem überschreiten.
4. Die Sand- und Kiesvorkommen in Deutschland: Es wird ein Überblick über die geologische Entstehung in Deutschland sowie die Verfahren der Rohstoffgewinnung, die volkswirtschaftliche Bedeutung und die Relevanz des Naturschutzes gegeben.
5. Die Sand- und Kiesvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern: Dieser Hauptteil widmet sich intensiv der regionalen Geologie, den spezifischen Gewinnungstechniken an Land und in der Ostsee sowie den strengen bergrechtlichen und naturschutzfachlichen Auflagen im Bundesland.
6. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit einer systematischeren Erfassung der Sandbilanz und unterstreicht die Bedeutung des konstruktiven Dialogs zwischen Rohstoffwirtschaft und Naturschutz.
Schlüsselwörter
Sand, Kies, Rohstoffsicherung, Mecklenburg-Vorpommern, Küstenschutz, Bergrecht, Sedimente, Bauindustrie, Umweltverträglichkeitsprüfung, Nachhaltigkeit, Nassabbau, marine Lagerstätten, Geologie, Quarzsand, Naturhaushalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die globale Knappheit der Ressource Sand und untersucht speziell die Gewinnung von Sand und Kies in Deutschland mit einem Fokus auf die maritimen und terrestrischen Prozesse in Mecklenburg-Vorpommern.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die geologische Entstehung, die wirtschaftliche Notwendigkeit der Rohstoffe, die rechtlichen Genehmigungsverfahren im Bergbau und die ökologischen Auswirkungen auf Meeres- und Küstenlebensräume.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Verständnis für die Bedeutung von Sand als endliche Ressource zu schärfen und die Diskrepanz zwischen öffentlichem Bewusstsein und der massiven globalen Nachfrage sowie den lokalen ökologischen Eingriffen darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Facharbeit, die auf einer Auswertung von Literatur, Berichten staatlicher Behörden (wie des Bergamts) und der Analyse von geologischen Daten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der geologischen Verteilung in Mecklenburg-Vorpommern, den Methoden der Sandgewinnung sowie der Einbettung dieser Aktivitäten in das Landesraumentwicklungsprogramm und das Bergrecht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Sandverknappung, Bergrechtliche Konzessionen, Küstenschutzmaßnahmen, marine Rohstoffsicherung und ökologische Regenerationsfähigkeit.
Warum ist der Sandabbau in der Ostsee für Mecklenburg-Vorpommern so wichtig?
Die marine Gewinnung ist essentiell für Strandaufspülungen und den Schutz der Küstenlinie vor Erosion und Sturmfluten, da die terrestrischen Lagerstätten oft nicht ausreichen oder aus Naturschutzgründen nicht nutzbar sind.
Welche Rolle spielt das "Wanderbiotopkonzept"?
Es ist ein konstruktives Modell, bei dem ehemalige Abbauflächen gezielt neuen Lebensräumen zugeführt werden, um einen Ausgleich für die durch den Abbau zerstörten Flächen zu schaffen und so die Biodiversität zu fördern.
Warum wird der Sandabbau in Rügen besonders erwähnt?
Die Insel Rügen verfügt kaum noch über landseitige Lagerstätten, was den Druck auf die Erschließung neuer Flächen erhöht und zu fachlichen Diskussionen über die Vereinbarkeit von Abbauvorhaben und Naturschutz führt.
- Citation du texte
- Francis Sieler (Auteur), 2018, Die Ressource Sand im Kontext des globalen Wandels unter besonderer Berücksichtigung des Sandabbaus in Mecklenburg-Vorpommern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426837