Einleitung
Kommt man zum ersten mal in die Region zwischen Spreewald und dem Oberlausitzer Bergland, fallen einem sofort die zweisprachigen Ortstafeln und Hinweisschilder auf, ein äußeres Zeichen von Gemischtnationalität.
Im südlichen Brandenburg - Niederlausitz und Oberlausitz in Ostsachsen - ist ein kleines slawisches Volk zu Hause.
In der Region um Bautzen und Kamenz, Hoyerswerda, Schleife sowie in der Niederlausitz rund um Cottbus kann man älteren Frauen in den typischen sorbischen Altagstrachten begegnen. Zu besonderen Anlässen zeigen sich auch wieder zunehmend junge Mädchen und Frauen in den regionalen Festtagstrachten. So mancher kirchlicher und weltlicher Brauch wird hier gepflegt. Zu Hochfesten und kirchlichen Feiertagen wehen neben der deutschen und der Landesfahne auch die blau-rot-weißen Farben der Sorben.
(vgl. Stiftung für das sorbische Volk :4)
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte der Sorben in Deutschland
2.1. Frühgeschichte – Mittelalter
2.2. Reformation – 19. Jahrhundert
2.3. 20. Jahrhundert
3. Das Leben der Sorben im heutigen Deutschland
3.1. Leben in Deutschland – Heute -
3.2. Zwei sorbische Sprachen
3.2.1. Erhalt und Pflege der sorbischen Sprache
3.3. Traditionen und Bräuche
3.3.1. Sagen >Krabat der gute alte Zaubermeister<
3.3.2. Bräuche – Vogelhochzeit
3.3.3. Bräuche – Ostern
3.3.4. Bräuche – Stollenreiten
3.3.5. Bräuche – Neujährchen
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung sowie der aktuellen soziokulturellen Situation der Sorben in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Erhalt der sorbischen Sprache und der lebendigen Traditionspflege liegt.
- Historischer Abriss von der Frühgeschichte bis zum 20. Jahrhundert
- Rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Sorben in Deutschland
- Entwicklung und Pflege der beiden sorbischen Schriftsprachen
- Bedeutung von Brauchtum als identitätsstiftendes Element
- Pädagogische Ansätze zur Sprachförderung bei Kindern
Auszug aus dem Buch
3.2. Zwei sorbische Sprachen
Eine für Fremde besonders interessante Eigenart der Lausitz ist, daß dort neben dem Deutschen eine bodenständige „Fremdsprache“ gesprochen Wird : Sorbisch. Sorbisch, für das von alters her auch die Bezeichnung Wendisch gebräuchlich ist, zählt zur Familie der slawischen Sprachen. Damit steht es dem Tschechischen, Polnischen und Slowakischen nahe, mit denen gemeinsam es die Gruppe der westslawischen Sprachen bildet.
Schriftliche Zeugnisse in sorbischer Sprache aus dem Mittelalter gibt es nicht. Es ist aber möglich sich mit Hilfe des Deutschen ein ungefähres Bild vom Altsorbischen zu machen. In weiten Gebieten Ostdeutschlands sind die heutigen deutschen Namen zahlreicher Orte sorbischsprachiger Herkunft. Als Beispiel zwei sächsische Großstädte: der Name Leipzig ist von dem sorbischen Wort lipa „Linde“ abgeleitet, und Chemnitz wurde vom altsorbischen Wort „Stein“, das im modernen Sorbischen kamjen lautet, gebildet.
Erste schriftliche Texte in Sorbisch sind aus der Zeit nach 1500 überliefert. Die Luthersche Reformation forderte die Verbreitung des Christentums in der Muttersprache der Gläubigen; das begünstigte die Übersetzung der Bibel und anderer in der protestantischen Kirche benötigter Texte. ( siehe auch 2.2.)
Wenig später entwickelte sich auch ein sorbischsprachiges Schrifttum katholischer Provenienz, das der religiösen Betreuung der nicht reformierten sorbischen Bevölkerung diente.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die geografische Heimat und die sichtbaren Zeichen der sorbischen Kultur im Alltag.
2. Geschichte der Sorben in Deutschland: Darstellung der historischen Entwicklung, von der slawischen Frühgeschichte bis hin zum Überlebenskampf und der Assimilationspolitik im 20. Jahrhundert.
3. Das Leben der Sorben im heutigen Deutschland: Analyse der aktuellen rechtlichen Absicherung und soziokulturellen Lage der sorbischen Minderheit.
Schlüsselwörter
Sorben, Sorbisch, Lausitz, Minderheit, Domowina, Geschichte, Sprachpflege, Traditionen, Brauchtum, Vogelhochzeit, Krabat, Assimilation, Zweisprachigkeit, Identität, Witaj
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Leben, die Geschichte und die kulturelle Identität der Sorben als slawische Minderheit in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den sorbischen Sprachen sowie der Bewahrung von Traditionen und Brauchtum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die sorbische Eigenständigkeit und die Herausforderungen im Umgang mit der nationalen Identität in einem deutschsprachigen Umfeld zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte historische und soziologische Analyse, die auf Fachliteratur, Rechtsgrundlagen und historisch belegten Ereignissen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert und eine detaillierte Betrachtung des heutigen Lebens, inklusive der Sprachsituation und des Brauchtums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sorbisch, Lausitz, Identität, Zweisprachigkeit, Brauchtum und Minderheitenrecht.
Was besagt das Witaj-Modell?
Das Witaj-Modell ist eine Immersionsmethode, bei der Kinder bereits im Vorschulalter durch die sorbische Umgebungssprache an die Sprache herangeführt werden, um Zweisprachigkeit zu fördern.
Warum ist das sorbische Brauchtum so wichtig?
Das Brauchtum stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfgemeinschaften und ist ein zentraler Pfeiler für den Erhalt der sorbischen kulturellen Identität.
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- Sandra Weber (Author), 2002, Die Sorben in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4268