Die Arbeit mit Pferden erfüllt Menschen mit dem Gefühl von Freiheit, Losgelassenheit, Glück und Grenzenlosigkeit. Pferde haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sind in der Lage, die Stimmungen von Menschen wahrzunehmen und auf kleinste Zeichen zu reagieren. Der Umgang mit ihnen kann deshalb auch eine therapeutische Wirkung entfalten.
Das freundliche Wesen von Pferden ruft in vielen Menschen den Wunsch hervor, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und neue Handlungs-, Bewegungs- und Kommunikationserfahrungen zu machen. Mittlerweile wird deshalb ein großes Repertoire an erlebnispädagogischen Maßnahmen angeboten, beispielsweise in Form von Tages- und Wochenendangeboten oder als Ferienfreizeit. Aber welche Aufgaben kommen den Sozialpädagogen in erlebnispädagogischen Maßnahmen konkret zu? Und welche Einwirkungsbereiche hat der erlebnispädagogische Einsatz von Pferden bei der Arbeit mit Kindern?
In ihrem Buch erklärt die Autorin Samira Scherbel, welche Bedeutung der Sozialen Arbeit in einer pferdegestützten Erlebnispädagogik mit Kindern zukommt und stellt die Wirksamkeit von tiergestützten Interventionen anhand verschiedener Theorien und Konzepte dar. Zudem erläutert Scherbel, welche Voraussetzungen ein Pferd für die Arbeit in der tiergestützten Pädagogik mitbringen muss und sie zeigt anhand von praktischen Interaktionsmodellen, wie tiergestützte Arbeit am lebenden Pferd gelingt.
Aus dem Inhalt:
- Intervention;
- Pferd;
- tiergestützt;
- Sozialpädagogik;
- Interventionen mit dem Pferd
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Relevante Theorien, Konzepte, Modelle und Methoden
2.1 Tiergestützte Interventionen
2.2 Theorien zur Begründung der positiven Wirkung der Mensch-Pferd-Beziehungen
2.3 Theoretische Wirkungsmodelle der Erlebnispädagogik
2.4 Fazit
3 Die Mensch-Pferd-Beziehung
3.1 Interaktionelle Modelle
3.2 Eignung des Pferdes aufgrund artspezifischer Besonderheiten
3.3 Die „7 Spiele“ nach Pat Parelli
3.4 Einwirkungsbereich der tiergestützten Interventionen mit dem Pferd
3.5 Fazit
4 Sozialarbeiterisch orientierte Erlebnispädagogik mit dem Pferd
4.1 Das Erlebnis
4.2 Praktische Wirkungsmodelle der Erlebnispädagogik
4.3 Empowerment
4.4 Sozialpädagogische Einwirkungsmöglichkeiten des erlebnispädagogischen Einsatzes von Pferden in der Arbeit mit Kindern
4.5 Fazit
5 Zusammenfassung
5.1 Erlebnispädagogik als Feld sozialpädagogisch orientierter tiergestützter Interventionen
5.2 Bedeutung für die Soziale Arbeit
5.3 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialarbeiterischen Handlungsmöglichkeiten durch den Einsatz von Pferden in der erlebnispädagogischen Arbeit mit Kindern. Dabei liegt der Fokus auf der Wirksamkeit tiergestützter Interventionen zur Förderung emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzen im Kindesalter.
- Grundlagen der tiergestützten Interventionen und deren theoretische Fundierung.
- Die Analyse der Mensch-Pferd-Beziehung als zentrales Wirkungsmedium.
- Erlebnispädagogische Wirkungsmodelle und deren praktische Anwendung durch Sozialpädagogen.
- Empowerment-Strategien und spezifische Einwirkungsmöglichkeiten in der Arbeit mit Kindern.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die Biophilie-Hypothese
Der Begriff „Biophilie“, setzt sich aus den griechischen Wortbausteinen „bio“ und „philie“ zusammen. „Bio“ bedeutet „das Leben betreffend“; „mit Natürlichem, Naturgemäßem zu tun habend“; „mit organischem Leben, mit Lebewesen in Verbindung stehend“ und „philie“ meint, die „Vorliebe, Liebhaberei, Neigung“. Demnach beschreibt Biophilie die Liebe zum Leben und allem Lebendigen und die Biophilie-Hypothese geht davon aus, dass der Mensch von Geburt an, das Bedürfnis hat, eine Verbindung mit der Natur aufzubauen.
Die Biophilie-Hypothese (1984) ist auf den Soziobiologen Edward O. Wilson zurückzuführen. Er geht davon aus, dass sich die Menschen im Laufe der Evolution gemeinsam mit anderen Lebewesen entwickelt haben und so ein Bezug zu ihnen und der Natur aufbaut wurde. Die Menschen sind durch biologische Prozesse in ihrer Entwicklungsgeschichte geprägt und streben unbewusst danach, die archaische Nähe und das Glück, welches das alte Band zwischen Mensch und Natur/Tier hervorruft, wieder zu spüren.
Olbrich betrachtet Biophilie als eine dem „Menschen inhärente Affinität zur Vielfalt von Lebewesen in ihrer Umgebung ebenso wie zu ökologischen Settings, welche die Entwicklung von Leben ermöglichen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Faszination für Pferde ein, definiert zentrale Begrifflichkeiten wie „Kind“ und „Soziale Arbeit“ und skizziert die Leitfrage der Arbeit.
2 Relevante Theorien, Konzepte, Modelle und Methoden: Das Kapitel stellt theoretische Grundlagen der tiergestützten Interventionen sowie erlebnispädagogische Wirkungsmodelle vor, um deren Relevanz für die Soziale Arbeit zu belegen.
3 Die Mensch-Pferd-Beziehung: Hier stehen die interaktionellen Modelle und die spezifische Eignung des Pferdes aufgrund seiner artspezifischen Merkmale im Zentrum, einschließlich des Nutzens der Parelli-Spiele.
4 Sozialarbeiterisch orientierte Erlebnispädagogik mit dem Pferd: Dieses Kapitel verknüpft das Konzept des Erlebnisses mit Empowerment-Ansätzen und beschreibt konkrete Einwirkungsmöglichkeiten auf die Entwicklung von Kindern.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die wachsende Bedeutung der tiergestützten Erlebnispädagogik innerhalb der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Pferd, Soziale Arbeit, tiergestützte Interventionen, Kindesentwicklung, Mensch-Pferd-Beziehung, Empowerment, Sozialpädagogik, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Bindungstheorie, Lernzonenmodell, Bewegungsdialog, psychosoziale Förderung, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sozialarbeiterischen Potenziale beim Einsatz von Pferden in der erlebnispädagogischen Arbeit mit Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen der Mensch-Tier-Interaktion, der Erlebnispädagogik und der praktischen Umsetzung durch Sozialpädagogen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Sozialen Arbeit in einer pferdegestützten Erlebnispädagogik theoretisch zu begründen und praktisch zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und arbeitet mit theoretischen Wirkungsmodellen wie dem Triangulären Modell oder dem Vektormodell der Erlebnispädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil vertieft die Mensch-Pferd-Beziehung, die theoretischen Hintergründe tiergestützter Arbeit und die praktischen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen sozialpädagogischer Ziele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Erlebnispädagogik, Pferd, Sozialpädagogik, Empowerment, Bindungstheorie und tiergestützte Interventionen.
Warum spielt die Bindungstheorie eine Rolle?
Die Bindungstheorie erklärt, warum die Beziehung zwischen Mensch und Pferd einen „sicheren Hafen“ bieten kann und wie dadurch emotionale sowie soziale Entwicklungen bei Kindern gefördert werden.
Welche Bedeutung haben die „7 Spiele“ nach Parelli?
Sie dienen als Methode für den Einstieg in die erlebnispädagogische Maßnahme, um eine gewaltfreie Kommunikation zwischen Mensch und Pferd aufzubauen und als Basis für den Beziehungsaufbau.
Was zeichnet die Rolle des Pferdes in der Erlebnispädagogik aus?
Das Pferd agiert als emotionales Resonanzmedium, Freund und Motivator, der dem Sozialpädagogen hilft, Lernprozesse ohne direkten Druck zu initiieren.
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- Samira Scherbel (Autor), 2018, Pferde in der Erlebnispädagogik mit Kindern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/426987