Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Dersim-Aufstand und der zugehörigen Vertreibung und Unterdrückung der Kurden. Sie greift die Problematik und Ansätze darüber auf, wie dieses Thema im Unterricht sinnvoll behandelt und angesprochen werden kann.
Zunächst wird der historische Kontext kurz dargestellt und das generelle Themenfeld umrissen. Der Dersim-Aufstand selbst und seine Hintergründe werden daraufhin näher beleuchtet. Anschließend folgt eine didaktische Analyse und Profilierung, um die Relevanz des Aufstandes für den Geschichtsunterricht deutlich zu machen und ihn in den Lehrplan einzuordnen.
Im Hauptteil wird eine methodisch begründete Medienauswahl für den Unterricht getroffen. Zu diesem Zweck werden verschiedene mögliche Medien näher betrachtet und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit für die Behandlung des vorgegebenen Themas untersucht.
Im abschließenden Fazit werden die gesammelten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst und aufbereitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sachanalyse des historischen Gegenstandes
3. Geschichtsdidaktische Analyse und Profilierung
4. Methodisch und Mediale Konkretisierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Dersim-Aufstand von 1937/38 als historisches Ereignis und erarbeitet Möglichkeiten, wie dieses komplexe Thema trotz fehlender Verankerung in gängigen Lehrbüchern in den Geschichtsunterricht integriert werden kann, um Lernenden historische Zusammenhänge sowie eine multiperspektivische Sichtweise zu vermitteln.
- Historische Einordnung des Dersim-Aufstandes im Kontext der kurdisch-türkischen Beziehungen
- Didaktische Begründung der Relevanz für den Geschichtsunterricht
- Methodische Konkretisierung durch den Einsatz visueller Medien (Bildanalyse)
- Förderung kooperativer Lernformen wie „Think-Pair-Share“
- Entwicklung von Zeitleisten zur chronologischen Orientierung und Abstraktion
Auszug aus dem Buch
4. Methodisch und Mediale Konkretisierung
Da der Dersim-Aufstand kein typisches Thema des Geschichtsunterrichtes ist sollte der Einstieg ein interessanter sein, der die Schüler anreizt mehr über das Thema zu erfahren. Aus diesem Grund kann der Einstieg über ein Bild des Dersim-Aufstandes erfolgen, welcher die Gefangenen und die türkischen Soldaten im Jahr 1937/38 aufzeigt. (Siehe im Anhang) Bilder können verschiedene Funktionen im Unterricht haben, wobei eines der Funktionen den Einstieg in den Unterricht darstellt. Der Einsatz eines Bildes dient der Visualisierung des Sachverhaltes, denn visuelle Medien steigern das Interesse am Lerngegenstand und können affektive und motivationale Funktionen auslösen.
In diesem Fall soll das Bild die Konstruktionsfunktion übernehmen, indem es neue Wissensstrukturen aufbaut und das vorhandene Wissen neu organisiert. Hierbei müssen die Schüler/innen jedoch in der Lage sein ein Bild richtig zu verstehen und zu interpretieren. Da uns das Bild eines historischen Ereignisses vorliegt gilt sie als Überlieferung der Vergangenheit und dient als Mittel des Lernens.
Die Schüler/innen können sich das Bild nun genauer anschauen und genaue Vorstellungen dazu entwickeln, welche Situation auf dem Bild zu erkennen ist und welche Menschengruppen darauf abgebildet sind. In diesem Schritt geht es darum, dass Bild genau zu betrachten und zu verstehen. Die Schüler sollen Fragen an das Bild entwickeln. Das visuelle Medium vermittelt eine Realanschauung und stellt einen Informations- und Bedeutungsträger dar. Dadurch erlangen die Schüler/innen ein besseres Vorstellungsvermögen und ihre Imaginationskraft wird gestärkt. Geschichte wirkt oft für Schüler sehr weit entfernt und nicht greifbar, sodass Bilder die Funktion erfüllen Geschichte greifbar und schlüssig zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Dersim-Aufstandes und skizziert den Aufbau der Hausarbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Sachanalyse des historischen Gegenstandes: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext des Aufstandes, beleuchtet die Identität der Kurden und beschreibt die Eskalation zwischen der Dersim-Bevölkerung und dem türkischen Staat.
3. Geschichtsdidaktische Analyse und Profilierung: Hier wird die Bedeutung des Themas für den Geschichtsunterricht analysiert, wobei insbesondere der Bezug zu Flucht, Vertreibung und der aktuellen politischen Lage hervorgehoben wird.
4. Methodisch und Mediale Konkretisierung: Das Kapitel widmet sich der konkreten Umsetzung im Unterricht durch den Einsatz von Bildquellen, kooperativen Methoden wie Think-Pair-Share und der Arbeit mit Sachtexten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Eignung des Themas für den Geschichtsunterricht unter curricularen und aktuellen Gesichtspunkten.
Schlüsselwörter
Dersim-Aufstand, Tunceli, Kurden, Geschichte, Geschichtsunterricht, Flucht und Vertreibung, Didaktik, Bildanalyse, Think-Pair-Share, Multiperspektivität, Identitätsbildung, historische Urteilskompetenz, Türkei, Osmanisches Reich, Alewiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Dersim-Aufstand von 1937/38 und dessen Bedeutung für den Geschichtsunterricht, da dieses Ereignis in gängigen Lehrbüchern kaum thematisiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die historische Sachanalyse des Aufstandes, die geschichtsdidaktische Begründung der Relevanz sowie die methodisch-mediale Aufbereitung für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Dersim-Aufstand als bedeutendes historisches Ereignis für Lernende greifbar zu machen und einen didaktischen Entwurf für dessen Behandlung in der Schule zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus historischer Analyse, fachdidaktischer Reflexion und der Ausarbeitung methodischer Unterrichtsbausteine (z. B. Bildanalyse, Partnerarbeit) angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Sachanalyse, eine didaktische Einordnung sowie konkrete methodische Vorschläge für den Unterrichtsverlauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind u.a. Dersim-Aufstand, Geschichtsdidaktik, Multiperspektivität, Identitätsbildung und die methodische Arbeit mit Bildquellen.
Wie begründet die Autorin die Notwendigkeit, dieses Thema zu unterrichten?
Die Autorin sieht eine Notwendigkeit in der Förderung der Empathiefähigkeit und der Fähigkeit zur sozialen Perspektivübernahme der Schüler, da das Thema auch aktuelle Bezüge zu Flucht und Vertreibung aufweist.
Welche Rolle spielen Bilder bei der Vermittlung des Themas laut dem Text?
Bilder dienen als Anreiz für den Einstieg, fördern die Visualisierung von komplexen Sachverhalten und unterstützen die Schüler darin, Geschichte als greifbar und schlüssig wahrzunehmen.
Warum wird die „Think-Pair-Share“-Methode für den Unterricht empfohlen?
Diese Methode wird empfohlen, um die Dialogfähigkeit zu erhöhen, kooperatives Lernen zu fördern und die Schüler zu einer multiperspektivischen Sichtweise anzuregen.
- Citation du texte
- Burcu Asya Ekinci (Auteur), 2017, Die Behandlung des Dersim-Aufstands 1937-38 im Geschichtsunterricht. Didaktische Analyse und Methodenauswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/427083