Unser Portfolio versucht anhand einer Unterrichtssequenz im Fach Deutsch im Rahmen eines handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts herauszufinden, ob und wie mit der Vermittlung von Lesekompetenz bei den Schülerinnen und Schülern Sozialkompetenz erworben werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenzorientierung statt Lernzielorientierung
2.1 Bildungsstandards als gesellschaftliche Erwartungen
2.2 Definition des Begriffs Lesekompetenz
2.3 Definition des Begriffs Sozialkompetenz
3. Vermittlung von Sozialkompetenz durch Lesekompetenz im Fach Deutsch mit Hilfe der Lektüre „Löcher“ von Louis Sachar
3.1 Handlungs- und produktionsorientierter Deutschunterricht
3.2 Geplante Unterrichtssequenz
3.3 Grobziele der geplanten Unterrichtssequenz
3.4 Didaktische Begründung
3.5 Tabellarische Stundenverlaufspläne
4. Schlussgedanke
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio verfolgt das Ziel, anhand einer konkreten Unterrichtssequenz im Fach Deutsch zu untersuchen, inwieweit durch einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht die Vermittlung von Sozialkompetenz über die Förderung der Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern erfolgreich gestaltet werden kann.
- Übergang von Lernziel- zur Kompetenzorientierung im modernen Unterricht
- Fundierung der Begriffe Lesekompetenz und Sozialkompetenz
- Implementierung handlungs- und produktionsorientierter Lehrverfahren
- Praktische Erarbeitung anhand des Jugendromans „Löcher“ von Louis Sachar
- Förderung von Sozialverhalten durch kreative Literaturverarbeitung
Auszug aus dem Buch
3.1 Handlungs- und produktionsorientierter Deutschunterricht
Bevor in den 1984 mit dem Erscheinen von Gerhard Haas Buch „Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht“ der Begriff dieser Form des Literaturunterrichts geprägt wurde, gab es einige ähnliche Unterrichtsformen mit dem gleichen Anliegen. Eine Vorform des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts findet man bereits im 18. Jahrhundert. Es bestand eine enge Verbindung von Rhetorik und Poetik-Unterricht. Damals war der Sprachunterricht vor allem auf die Entwicklung von rhetorischen Fähigkeiten hin ausgelegt und es war verbreitet, Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Art und Weise produktiv mit literarischen Texten umgehen zu lassen. Ein wichtiger Vorreiter des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts war Lessing, der sich bereits in der Zeit der Spätaufklärung für die eigenständige Erzeugung von Schülertexten einsetzte. Mit seiner „Fabeldidaktik“ lehnte er sich gegen das „bloß rezeptive Lesen“ und die blanke „stilistische Nachahmung“ auf und plädierte für ein freies Erfinden von Fabeln seitens der Schülerinnen und Schüler. Es sollte die individuelle Ideenentwicklung als Ziel angestrebt werden. Zum ersten Mal lag im Unterricht der Fokus nicht nur auf Reproduktion und Nachahmung, sondern auch auf Einfallsreichtum und selbstständigem Denken seitens der Schülerinnen und Schüler. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts knüpfte die Reformpädagogik wieder an die Ideen Lessings an, indem sie die Kreativität und das schöpferische Potential der Kinder in den Vordergrund rückte. In euphorischer Art und Weise werden die Schülerinnen und Schüler selbst zum Dichter erhöht, da sie in ihrer Rolle als autonome Individuen mit eigenständigen Ideen durchaus in der Lage seien, selbst literarische Kunstwerke zu erschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Paradigmenwechsel von einer rein zielorientierten hin zu einer kompetenzorientierten Unterrichtsplanung und stellt das Ziel des Portfolios vor.
2. Kompetenzorientierung statt Lernzielorientierung: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Bildungsstandards sowie die Definitionen der Kernbegriffe Lesekompetenz und Sozialkompetenz dargelegt.
3. Vermittlung von Sozialkompetenz durch Lesekompetenz im Fach Deutsch mit Hilfe der Lektüre „Löcher“ von Louis Sachar: Dieser Abschnitt beschreibt das didaktische Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts, definiert Grobziele und präsentiert die konkrete Planung der Unterrichtssequenz.
4. Schlussgedanke: Der Abschnitt schließt mit einem prägnanten Zitat von Jürgen Rost zur Entwicklung von Kompetenzen.
Schlüsselwörter
Kompetenzorientierung, Lesekompetenz, Sozialkompetenz, handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Deutschunterricht, Bildungsstandards, Jugendroman, Löcher, Louis Sachar, Unterrichtsplanung, Mobbingprävention, Schülerselbsttätigkeit, Szenisches Gestalten, Medien, Kompetenzbereiche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Kompetenzorientierung im Deutschunterricht und der Frage, wie durch die Behandlung von Literatur soziale Kompetenzen bei Schülern gefördert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Theorie der Kompetenzorientierung, die Definition von Lese- und Sozialkompetenz sowie die methodische Umsetzung eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, durch eine geplante Unterrichtssequenz zum Roman „Löcher“ zu prüfen, ob die Vermittlung von Lesekompetenz zur Stärkung der Sozialkompetenz genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Unterrichtskonzepte und einer praktischen Ausarbeitung von detaillierten Stundenverlaufsplänen für den Deutschunterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung zur Kompetenzorientierung und eine praktische Unterrichtsplanung, die Methoden wie das szenische Gestalten und produktives Schreiben beinhaltet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kompetenzorientierung, Lesekompetenz, Sozialkompetenz, handlungs- und produktionsorientierter Unterricht sowie die Arbeit mit dem Jugendroman „Löcher“.
Welche Rolle spielt der Roman „Löcher“ von Louis Sachar für dieses Portfolio?
Der Roman dient als zentrales Medium, an dem die Schüler in einer 6-stündigen Sequenz soziale Themen wie Mobbing und Gruppenverhalten durch handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben erschließen.
Wie werden die Unterrichtsstunden konkret gestaltet?
Die Stunden nutzen Methoden wie mind maps, Rollenspiele, das Zeichnen von Comics, Standbildbau und die „fishbowl“-Diskussionsmethode, um die Schüler aktiv in den Lernprozess einzubinden.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Reule (Autor:in), 2016, Kompetenzorientierter Unterricht. Vermittlung von Sozialkompetenz durch Lesekompetenz im Fach Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428130