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Geringere Bildungschancen. Die Ursachen der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen

Titel: Geringere Bildungschancen. Die Ursachen der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mahmud Tunc (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Weitergabe von Bildung zählt mit großer Sicherheit zu den wichtigsten Aufgaben einer verantwortungsbewussten, modernen und gerechten Gesellschaft. Es ist hierbei besonders wichtig, dass die Bildung und die damit verbundenen Chancen, welche sich aus der Bildung ergeben, unabhängig von der Hautfarbe, dem Geschlecht oder sonstigen Merkmalen ermöglicht wird. Eine Chancengleichheit herzustellen und auf Dauer zu gewährleisten sollte im Fokus jedes Systems beziehungsweise jeder Gesellschaft stehen.

Bedauerlicherweise muss man immer wieder feststellen, dass es dennoch zu Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen kommt. Es findet beispielsweise ein erheblicher Einfluss auf den Kompetenzerwerb und auf die Bildungsentscheidungen der Schülerinnen und Schüler statt. Aber auch familien- und kulturinterne Faktoren spielen eine Rolle. Das prägt die Lernenden in ihrer späteren privaten und beruflichen Laufbahn maßgeblich. Verschiedene Schulleistungsstudien (PISA oder IGLU) zeigen immer wieder deutlich auf, dass es erhebliche Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Kindern gibt.

Hinzu kommt, dass der Migrationshintergrund in Deutschland oft auch mit schlechteren sozialen Strukturen verbunden ist. In einer Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration wird zum Beispiel aufgezeigt, dass „Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien [...] über ihre gesamte Bildungskarriere hinweg doppelt benachteiligt sind: durch ihren Migrationshintergrund, aber vor allem durch ihre soziale Herkunft.“ (Lokhande und Nieselt, 2016).

Aus diesen Gründen soll in dieser Hausarbeit untersucht werden, welche Ursachen zur Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen führen. Hierfür werden zunächst einmal die Begriffe soziale Ungleichheit, Chancengleichheit und Migrationshintergrund definiert und eingeordnet. Des Weiteren wird die Situation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, mit Hilfe von Zahlen, Daten und Fakten dargelegt. Anschließend werden mögliche Erklärungsansätze und Ursachen genannt, welche dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund benachteiligt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Einordnung

2.1 Definition und Einordnung des Begriffs der sozialen Ungleichheit

2.2 Definition und Einordnung des Begriffs Chancengleichheit

2.3 Definition und Einordnung des Begriffs Migrationshintergrund

3. Die Situation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

3.1 Zahlen, Daten und Fakten

4. Erklärungen und Ursachen

4.1 Der kulturell-defizitäre Erklärungsansatz

4.2 Der humankapitaltheoretische Erklärungsansatz

4.3 Nachteile durch den Akteur Schule

4.4 Nachteile durch institutionelle Diskriminierung

5. Prävention - Überlegungen zur Minimierung der Benachteiligung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen und erarbeitet Ansätze zur Prävention.

  • Definition der zentralen Begriffe soziale Ungleichheit, Chancengleichheit und Migrationshintergrund
  • Analyse der aktuellen Situation von Lernenden mit Migrationshintergrund anhand von Daten
  • Diskussion theoretischer Erklärungsansätze (kulturell-defizitär, humankapitaltheoretisch)
  • Untersuchung schulischer Einflussfaktoren und institutioneller Diskriminierung
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Reduzierung der Bildungsbenachteiligung

Auszug aus dem Buch

4.1 Der kulturell-defizitäre Erklärungsansatz

Der kulturell-defizitäre Erklärungsansatz nach Heike Diefenbach geht nicht davon aus, dass externe Faktoren eine Rolle spielen würden, sondern dass der Grund für die schwierige Integration von Schülerinnen und Schülern mit einem Migrationshintergrund in der Schule auf die Kultur und die Einstellung der Eltern zurückzuführen ist (vgl. Diefenbach 2004, S. 225 ff.). Sie spricht hierbei von einem „kulturellen Erbe“, welches an die Heranwachsenden weitergetragen wird (vgl. Diefenbach 2010).

Beim kulturell-defizitären Ansatz geht man davon aus, dass die Eltern der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgrund ihres Kulturverständnisses eine eher konservative Einstellung gegenüber der Schule als Institution und gegenüber Lehrerinnen und Lehrer als Autoritätspersonen haben (vgl. ebd.). Hierdurch entstehen entsprechende Schwierigkeiten bei Bildungsprozessen, weil beispielsweise Lehrer als solche nicht anerkannt werden. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass Eltern mit einem Migrationshintergrund, auf die der kulturell-defizitäre Erklärungsansatz zutrifft, der Schule als Institution gegenüber abgeneigt gegenüberstehen (vgl. ebd.). Das erschwert den Bildungsprozess bei den Lernenden maßgeblich, denn dieses Weltbild wird schließlich durch die Eltern an die Kinder herangetragen. Da diese Einstellung der Eltern an die Kinder bzw. Lernenden übertragen wird, kann man davon ausgehen, dass es dann an entsprechenden „Verhaltensweisen, Kenntnissen und Fähigkeiten“ (vgl. Diefenbach 2010, S. 91) in der Schule mangelt, was schließlich als defizitär zu bezeichnen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Bildungsgerechtigkeit und skizziert das Vorgehen sowie das Ziel der Hausarbeit.

2. Definition und Einordnung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundbegriffe soziale Ungleichheit, Chancengleichheit und Migrationshintergrund definiert und in den Kontext der Arbeit gesetzt.

3. Die Situation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund: Hier wird die aktuelle Lage von Lernenden mit Migrationshintergrund anhand von statistischen Daten und Fakten sowie deren Leistungsunterschieden analysiert.

4. Erklärungen und Ursachen: Dieses Kapitel erörtert vier verschiedene Erklärungsansätze für die Benachteiligung, von kulturellen Aspekten über Humankapital bis hin zu schulischen Faktoren und Diskriminierung.

5. Prävention - Überlegungen zur Minimierung der Benachteiligung: Hier werden Lösungsansätze und Vorschläge zur Eindämmung der Bildungsbenachteiligung aus der Sicht der Familien, Politik und Schulen formuliert.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die erarbeiteten Ergebnisse und fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Bildungsbenachteiligung zusammen.

Schlüsselwörter

Bildungschancen, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, Bildungsbenachteiligung, Schule, humankapitaltheoretischer Ansatz, kulturell-defizitärer Ansatz, Schulerfolg, institutionelle Diskriminierung, Bildungsentscheidungen, Schulleistungsstudien, Integration, Deutschland, soziale Herkunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe, warum Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland häufig schlechtere Bildungschancen haben als ihre Mitschüler ohne Migrationshintergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen soziale Ungleichheit, Bildungsungleichheit, den Einfluss kultureller Faktoren, die Bedeutung des elterlichen Humankapitals sowie schulstrukturelle Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen der Benachteiligung zu identifizieren und auf dieser Basis präventive Überlegungen anzustellen, wie diese Benachteiligungen minimiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie statistischer Daten, um Erklärungsmodelle zur Bildungsbenachteiligung zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme mittels Daten und Fakten sowie die Darstellung von vier Erklärungsansätzen, darunter der kulturell-defizitäre Ansatz, Humankapitaltheorien sowie schulische und institutionelle Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bildungschancen, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, soziale Ungleichheit und institutionelle Diskriminierung.

Inwiefern spielt der „kulturell-defizitäre Ansatz“ eine Rolle?

Dieser Ansatz führt Bildungsprobleme auf die konservative Einstellung von Eltern zurück, die als „kulturelles Erbe“ an die Kinder weitergegeben wird und so den schulischen Erfolg erschweren kann.

Was meint der Begriff der „Organisationsabhängigkeit“ bei Diskriminierung?

Diefenbach postuliert damit, dass Schulleistungen auch vom System Schule abhängen; Lehrkräfte stehen daher in der Pflicht, aktiv und individuell auf alle Kinder einzugehen, um Diskriminierung zu vermeiden.

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Details

Titel
Geringere Bildungschancen. Die Ursachen der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Mahmud Tunc (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V428336
ISBN (eBook)
9783668723795
ISBN (Buch)
9783668723801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geringere bildungschancen ursachen benachteiligung schülerinnen schülern migrationshintergrund schulwesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mahmud Tunc (Autor:in), 2018, Geringere Bildungschancen. Die Ursachen der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428336
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Leseprobe aus  18  Seiten
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