Der Spitzensport gilt seit jeher als der soziale Bereich, in welchem Heldentaten und Massen-verehrung gesellschaftlich akzeptiert und gewollt sind. Die Leitmotive der Perfektionierung und Konfrontation machen aus normalen Sportlern mit Hilfe der Medien und des Interesse des Publikums Heldenfiguren. Eben diese Heroen können in verschiedene Varianten und Typen eingeteilt werden, auch wenn die deutliche Positionierung oft ein schwieriger Prozess ist und die Rolle des Helden oft mit der Zeit und Erfolg sowie Misserfolg variiert. Whannel versucht es daher mit der Herangehensweise die Helden in Good Boys, Pretty Boys und Bad Boys einzuteilen, also in den bescheidenen Star, dem klassischen Guten jedes Dramas; in den coolen Schönling, also einen auf das Aussehen heruntergebrochenen Typen; und den ultimativen Alpha, führungsstark aber egozentrisch und nicht das klassische Vorbild. Vande Berg versucht die Heldenfiguren in traditionelle (klassisch männliche körperbetonte) Helden, moderne (vielseitigere) und postmoderne Stars zu sortieren. Letztere haben zur eigentlichen Sportheldenrolle eine soziale Komponente hinzugefügt, welche die Klassifizierung weiter erschwert. Einen dritten Versuch der Einteilung bietet Bette und unterscheidet hierbei in Raum und Zeit, also der Reichweite und der Dauer des Heldendaseins, ein Prozess der durchaus mit dem „Startum“ der Musikbranche oder der Schauspielbranche vergleichbar ist. Auf dieser Grundlage werden Abwehrhelden und Eroberer als Gegenpositionen, der Gerechtigkeits- und Racheengel, der Retter und der Erlöser, sowie der Märtyrer und die tragischen Helden unterschieden. Eine konkrete Positionierung erscheint trotz dieser drei Modelle schwierig und zusammenfassend kann die Aussage getroffen werden, dass ein Sportler durch ein breites Informationsspektrum vom Privatleben oder sozialer Tätigkeiten für die Öffentlichkeit die Unnahbarkeit verringert, damit die Nachahmbarkeit seiner Person erhöht und durch zusätzlichen Erfolg seinen Heldenstatus längerfristig sichert.
Inhaltsverzeichnis
- Formen von Sporthelden
- Geschichte des Sportjournalismus
- Aufbruchswelle im Sportjournalismus
- Zwischenkriegszeit bis 1933
- Beschneidungen unter dem NS-Regime
- Sportjournalismus in der BRD
- Sportjournalismus in der DDR
- Veränderungen im Sport und die damit verbundene Attraktivitätssteigerung anhand von fünf Beispielen
- Dynamisierung
- Emotionalisierung
- Narravtivisierung
- Relevanzzuschreibung
- Negative Auswirkungen
- Gefahren im Sportjournalismus
- Motive für den Konsum medialer Sportangebote
- Aufgabe und die Arbeit von Agenturen
- Marktsegmente der Sportzeitschriften
- Aufgaben der Sportjournalisten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit befasst sich mit dem Sportjournalismus im Printbereich und analysiert die Entwicklung, die Herausforderungen und die aktuellen Trends in diesem Bereich. Sie untersucht die verschiedenen Formen von Sporthelden, die Geschichte des Sportjournalismus, die Veränderungen im Sport und die damit verbundene Attraktivitätssteigerung, die Gefahren des Sportjournalismus sowie die Motive für den Konsum medialer Sportangebote.
- Formen von Sporthelden und deren Entwicklung
- Historische Entwicklung des Sportjournalismus
- Veränderungen im Sport und deren Einfluss auf den Journalismus
- Herausforderungen und Gefahren für den Sportjournalismus
- Motive für den Konsum medialer Sportangebote
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die verschiedenen Formen von Sporthelden und diskutiert die Klassifikationsversuche von Whannel, Vande Berg und Bette. Das zweite Kapitel zeichnet die Geschichte des Sportjournalismus nach, angefangen von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis hin zur Entwicklung in der BRD und der DDR. Es zeigt die Bedeutung der Medien für die Konstruktion von Sporthelden und die sich wandelnden Rollen des Sportjournalismus im Laufe der Zeit.
Das dritte Kapitel befasst sich mit den Veränderungen im Sport und der damit verbundenen Attraktivitätssteigerung. Es untersucht die Dynamisierung, Emotionalisierung, Narravtivisierung und Relevanzzuschreibung im Sport und analysiert die negativen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Sportjournalismus.
Schlüsselwörter
Sportjournalismus, Printmedien, Sporthelden, Geschichte, Entwicklung, Veränderungen, Attraktivitätssteigerung, Gefahren, Medienkonsum, Motive, Medienlandschaft, Sportfotografie, Sportfunk, Sportfernsehen, Printzeitschriften, Agenturen, Sportjournalisten.
Häufig gestellte Fragen
In welche Typen lassen sich Sporthelden einteilen?
Whannel unterscheidet zwischen Good Boys, Pretty Boys und Bad Boys. Andere Modelle teilen Helden in traditionelle, moderne und postmoderne Stars ein.
Wie hat sich der Sportjournalismus in Deutschland historisch entwickelt?
Die Geschichte reicht von ersten Aufbruchswellen im 18. Jahrhundert über die Gleichschaltung im NS-Regime bis hin zu den unterschiedlichen Entwicklungen in der BRD und DDR.
Was sind die Gefahren im modernen Sportjournalismus?
Gefahren bestehen in der zu starken Emotionalisierung, dem Verlust der kritischen Distanz durch Nähe zu Sportlern und der Abhängigkeit von Vermarktungsinteressen.
Welche Rolle spielen Agenturen für Sportjournalisten?
Agenturen liefern die notwendigen Rohdaten, Bilder und Informationen, die als Basis für die Berichterstattung in Print- und Onlinemedien dienen.
Warum konsumieren Menschen mediale Sportangebote?
Motive sind unter anderem Unterhaltung, Identifikation mit Heldenfiguren, soziale Integration durch Gesprächsthemen und die Flucht aus dem Alltag.
- Quote paper
- Kersten Thiele (Author), 2016, Geschichte, Gefahren und Aufgaben des Sportjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428434