Geschichte, Gefahren und Aufgaben des Sportjournalismus


Hausarbeit, 2016

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Formen von Sp orthelden

2 Geschichte des Sportjournalismus
2.1 Aufbruchswelle im Sportjournalismus
2.2 Zwischenkriegszeit bis
2.3 Beschneidungen unter dem NS-Regime
2.4 Sportjournalismus in der BRD
2.5 Sportjournalismus in der DDR

3 Veränderungen im Sport und die damit verbundene Attraktivitätssteigerung anhand von fünf Beispielen
3.1 Dynamisierung
3.2 Emotionalisierung
3.3 Narravtivisierung
3.4 Relevanzzuschreibung
3.5 Negative Auswirkungen

4 Gefahren im Sportjournalismus

5 Motive für den Konsum medialer Sportangebote

6 Aufgabe und die Arbeit von Agenturen

7 Marktsegmente der Sportzeitschriften

8 Aufgaben der Sportjournalisten

Literaturverzeichnis

1 Formen von Sporthelden

Der Spitzensport gilt seit jeher als der soziale Bereich, in welchem Heldentaten und Massen-verehrung gesellschaftlich akzeptiert und gewollt sind. Die Leitmotive der Perfektionierungund Konfrontation machen aus normalen Sportlern mit Hilfe der Medien und des Interesse desPublikums Heldenfiguren. Eben diese Heroen können in verschiedene Varianten und Typeneingeteilt werden, auch wenn die deutliche Positionierung oft ein schwieriger Prozess ist unddie Rolle des Helden oft mit der Zeit und Erfolg sowie Misserfolg variiert. Whannel versuchtes daher mit der Herangehensweise die Helden in Good Boys, Pretty Boys und Bad Boys (Whannel, 2002, S. 94ff.) einzuteilen, also in den bescheidenen Star, dem klassischen Gutenjedes Dramas; in den coolen Schönling, also einen auf das Aussehen heruntergebrochenenTypen; und den ultimativen Alpha, führungsstark aber egozentrisch und nicht das klassischeVorbild. Vande Berg versucht die Heldenfiguren in traditionelle (klassisch männliche körper-betonte) Helden, moderne (vielseitigere) und postmoderne Stars zu sortieren. Letztere habenzur eigentlichen Sportheldenrolle eine soziale Komponente hinzugefügt, welche die Klassifi-zierung weiter erschwert (Vande Berg, 1998, S. 139ff.). Einen dritten Versuch der Einteilungbietet Bette und unterscheidet hierbei in Raum und Zeit, also der Reichweite und der Dauerdes Heldendaseins, ein Prozess der durchaus mit dem „Startum“ der Musikbranche oder derSchauspielbranche vergleichbar ist. Auf dieser Grundlage werden Abwehrhelden und Erobe- rer als Gegenpositionen, der Gerechtigkeits- und Racheengel, der Retter und der Erl ö ser, so-wie der M ä rtyrer und die tragischen Helden unterschieden (Bette, 2007, S. 253ff.). Eine kon-krete Positionierung erscheint trotz dieser drei Modelle schwierig und zusammenfassend kanndie Aussage getroffen werden, dass ein Sportler durch ein breites Informationsspektrum vomPrivatleben oder sozialer Tätigkeiten für die Öffentlichkeit die Unnahbarkeit verringert, damitdie Nachahmbarkeit seiner Person erhöht und durch zusätzlichen Erfolg seinen Heldenstatuslängerfristig sichert (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 38ff.).

2 Geschichte des Sportjournalismus

Die nachvollziehbare Geschichte des europäischen Sportjournalismus beginnt 1724 mit demBericht der BRESLAUER ZEITUNG über Pferderennen. In den kommenden Jahren undJahrzehnten wächst in Deutschland eine Turnbewegung heran, über welche durch die DEUT-SCHE TURNER ZEITUNG (DTZ) seit 1856 berichtet wurde. (Horky, Schauerte, Schwier, &DFJV (Hg.), 2009, S. 15)

2.1 Aufbruchswelle im Sportjournalismus

Im Jahr 1886 wurde zum ersten Mal in einer deutschen Zeitung, den MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN, in einem separaten Teil über Sport berichtet und der 23. März des Jahres gilt seither als Geburtstag des Sportteils. In dieser Zeit wurde von britischen Immigranten großer Einfluss auf die deutsche Sportpresse genommen und seit 1882 verschiedene Fachzeitschriften nach deren kulturellem Vorbild auf den Markt gebracht. Die Wirtschaftlichkeit dieser war allerdings begrenzt und erzeugte eine stetige Selbstüberholung der Branche; zudem war die Sportfotografie praktisch kaum vorhanden und in den Nachrichten überwog der Textanteil. (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 16)

2.2 Zwischenkriegszeit bis 1933

Während des ersten Weltkriegs rückte die Sportberichterstattung außer an den Fronten ausdem Fokus der Gesellschaft. Dort entwickelte sich eine Beliebtheit, die „Blüte des Sportjour-nalismus“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 17). Laut Willy Meisl kommeman zu dieser Zeit in einer Tageszeitung wohl kaum ohne angemessene Sportreportagen aus.Zudem wurde die Sportpublizistik zu einer „„Gründungsepidemie im Sportzeitschriftenwe-sen“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 17) animiert und die Nachfragenach Ergebnissen führt zur Gründung konkurrierender sportspezialisierter Nachrichtenagentu-ren, der dpa und des SID. Ebenso wuchs das Knowhow in der Sportfotografie, der Bildjourna-lismus erhielt nun auch im Sport Einzug und der Sportfunk wird geschaffen. Als Datum fürdie erste Liveübertragung im Sportrundfunk gilt der 13.07.1924 mit einer Ruderregatta. DerStil der Sportberichterstattung gründete sich in einer „freie[n], feuilletonisch orientierte[n]Reportageform“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 18) und führte zu ho-hem gesellschaftlichen Ansehen der Berichterstatter. 1927 wurde als Reaktion auf die Ent-wicklungen der erste Berufsverband für Sportpresse gegründet.

2.3 Beschneidungen unter dem NS-Regime

Das Dritte Reich und vor allem die Olympischen Spiele in Berlin’36 bescherten dem Sport-journalismus eine deutliche Aufwertung, allerdings verlor dieser durch die Verwendung alsNS-Propaganda mit Einschnitten in der Meinungsfreiheit und der Medientransparenz anGlaubwürdigkeit, auch weil „mehr als zehn Prozent aller im Deutschen Reich tätigen Journa-listen ausgegrenzt“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 19) wurden. DasSportzeitschriftenwesen konzentrierte sich deutlich und auch neue nationalsozialistische For-mate wurden vom Publikum nicht angenommen. Dahingegen wuchs der Sportfunksektordurch Einführung des Volksempf ä ngers, das Sportfernsehen mit Livebildern fand sich alsneue Innovation der Sportmedienwelt und das Sportfilmen hatte durch die „kunstvoll ge- schnittenen Filme“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 20) von Leni Riefenstahl seinen ersten Welterfolg in der Kinowelt.

2.4 Sportjournalismus in der BRD

In der BRD wurde durch die westlichen Besatzungsmächte nach dem Zusammenbruch derMedien ein neues „Mediensystem nach angelsächsischem Vorbild, das auf Presse- und Mei-nungsfreiheit“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 20) ausgerichtet ist auf-gebaut. Das wachsende Interesse an Analysen und Erlebnissen im Sport und das damit ein-hergehende sinkende Interesse für unkommentierte Berichterstattung sorgt für einen Boomder Sportberichterstattung in der Boulevardpresse wie der 1952 gegründeten BILD oder derdaraus 1988 eingeführten SPORTBILD; eine reine Sporttageszeitung konnte sich bis heutenicht auf dem Markt halten. Das Fernsehen übernimmt zu Beginn der 1960er-Jahre die Rolledes Platzhirsches in der Medienwelt des Sports und brachte die Gründung der ersten Sender(ARD und ZDF) und deren Erfindungen der Sportschau und das aktuelle sportstudio, sowieder ersten privaten Sender ab der gesetzlichen Genehmigung 1981 mit sich. Ab dieser Epochekonnten auch begehrte Senderechte gekauft werden, was für den Sportjournalismus eine deut-liche Marktvertiefung bedeutete. Der eigentliche Sportjournalist wurde immer mehr durch dieGesellschaft in Frage gestellt, da er häufig im zu engen Kontakt zu Sportlern und Funktionä-ren stand. (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 20ff.)

2.5 Sportjournalismus in der DDR

Die Herangehensweise an den Sportjournalismus in der DDR wurde wesentlich systemati-scher geregelt und der Berufsweg war nur über eine Vierjahresdiplom-Ausbildung einschlag-bar, was durch zusätzliches Ideologiestudium des DDR-(Sport-)Systems aus dem Sportjour-nalisten laut Jahnke einen „schreibenden Sportfunktionär“ macht (Horky, Schauerte, Schwier,& DFJV (Hg.), 2009, S. 23). Die Systematisierung griff auch auf andere Sektoren, wie dieFachzeitschriften (nach Sportarten), das Sportfernsehen und die Sporttageszeitung DEUT-SCHES SPORT-ECHO über und stand dabei unter dauerhafter Führung der SED, welche denSport als „politisch-ideologisches Machtinstrument“ (Tümmler & Tümmler , 1973, S. 814)nutzt.

3 Veränderungen im Sport und die damit verbundeneAttraktivitätssteigerung anhand von fünf Beispielen

Der Sport im 21. Jahrhundert stellt bei der medialen Präsenz nicht mehr nur ein sportlichesBetätigen mit dokumentarischen Filmaufnahmen dar sondern ist völlig auf die Medien undden Konsumenten des Erlebnisses Sport ausgerichtet. Die Konzepte zur medialen Darstellungwerden im sogenannten Infotainment zusammengefasst und bilden sich aus zwei Arten derVeränderungen: Der Anpassung des Sports als Wettkampf und den Optimierungen das Sportsin den Medien. Dabei stehen die Begriffe „Dynamisierung, Emotionalisierung, Narrativisie-rung und Relevanzzuweisung“ (Horky, Schauerte, Schwier, & DFJV (Hg.), 2009, S. 66) imVordergrund.

3.1 Dynamisierung

Die Veränderung des Sports an sich können hierbei beispielsweise die Veränderungen derolympischen Disziplinen im Bahnradsport sein. Während in Peking 2008 noch das Madison-Rennen, die Einerverfolgung und das Punktefahren olympisch waren, fasste man diese für dieSpiele in London 2012 in einem Omnium mit teilweise anderen Unterdisziplinen zusammen,um den Wettbewerb für das Publikum attraktiver und schneller zu machen. Als Neuerung imMediensport führte man in den letzten Jahren immer häufiger „On board“-Kameras ein, wel-che die Sicht aus dem Peloton heraus für den Zuschauer auf die Leinwand oder die Fernseh-bildschirme bringt.

3.2 Emotionalisierung

Um bei dem Beispiel des Bahnradsports zu bleiben, ist als Innovation innerhalb des Sportszum Beispiel die topaktuelle Verkürzung des Madison-Rennens von 50 auf 40 Kilometer, dieveränderte Gewichtung von Rundengewinnen zur Vereinfachung der Verständlichkeit für denZuschauer sowie die doppelte Wertung des Finalsprints zu nennen. Diese sollen beim Publi-kum ein leichteres Begreifen des Rennens erzeugen und damit zu einer Erhöhung des Interes-se und des „Mitfieberns“ während des Rennens führen. Zudem wird im Medienbereich immerhäufiger mit gefühlskreierender Musik gearbeitet, also spannungsaufbauender Musik in derVorbereitung eines Sprintlaufs oder der Einspielung von „We are the champions“ bei der Eh-renrunde für die Sieger des Wettbewerbs, um nur zwei Beispiele der Vertonung zu nennen.

3.3 Narravtivisierung

Vor allem bei Sechs-Tage-Rennen wird im Bahnradsport viel mit den Geschichten der Fahrergearbeitet und die berühmten Sportler werden in verschiedenen Heldenrollen vorgestellt. Da-bei wird viel mit der Moderation gearbeitet und die Sportler leisten mit ihrer Fahrweise dasRestliche dazu. Im Medienbereich wird diese Rolle dann in der Bahnzeitschrift (Tageszeitunginnerhalb des Veranstaltungsortes Bahnarena) und auf radsportnahen Internetseiten verstärktund der Sportler auch abseits des Sports mit Kolumnen dargestellt, um das Facettenreichtumdes Helden zu erhöhen.

3.4 Relevanzzuschreibung

Auch hier ist ein Beispiel aus der aktuellen Sechstagerennen-Saison anwendbar, da diesen Winter die Einzelrennen zum ersten Mal als Serie mit einer Gesamtwertung ausgetragen werden. Dabei wird neben dem Sieger des einzelnen Wettbewerbs und des gesamten Sechstagerennen (Bsp: 6-Tage-Rennen Bremen) als neue Wertung auch die Mannschaft geehrt, welche die komplette Serie gewonnen hat. Diese neue Serie erzeugt einen neuen Spannungsbogen über die komplette Saison hinweg und bindet bei richtiger Anwendung die Zuschauer noch näher an die Veranstaltungen. Eben dies wird dabei die Aufgabe der Medien sein, nämlich ein Publikum aus verschiedenen Ländern dauerhaft mit Informationen über den Sport zu versorgen, um die einzelnen Zuschauer nicht zu verlieren.

3.5 Negative Auswirkungen

Viele Veränderungen werden als Innovationen des Leistungssports angepriesen und sollen dieAttraktivität des Sports sowie die Publikumsreichweite vergrößern. Allerdings kann auch diegegenteilige Reaktion ausgelöst werden, wie es ebenfalls im Bahnradsport der Fall ist: Dieangebliche Verbesserung der Wettbewerbe und Zusammenfassung zum Omnium (Mehrwett-kampfevent) erzeugt bei den Zuschauern ein Unverständnis. Zudem wurde durch die Strei-chung dreier Disziplinen für Missmut bei den Sportlern sowie dem erfahrenen Publikum ge-sorgt, welche die Sportart in ihren Königsdisziplinen beschnitten sehen. Der Mediensektor hates zudem verpasst, die Wettkämpfe für die Zuschauer verständlich und spannender zu machenund sorgt durch ausbleibende Fernsehübertragungen für einen Rückgang des Publikumsinte-resses für diese Randsportart.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Geschichte, Gefahren und Aufgaben des Sportjournalismus
Hochschule
Hochschule Ansbach - Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Ansbach
Veranstaltung
Sportjournalismus Print
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V428434
ISBN (eBook)
9783668725911
ISBN (Buch)
9783668725928
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Sportjournalismus, Journalismus, Sportkommunikation
Arbeit zitieren
Kersten Thiele (Autor), 2016, Geschichte, Gefahren und Aufgaben des Sportjournalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428434

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