Auf dem Weg nach Europa werden Smartphones vor allem als Medien genutzt, um Locative Media zu benutzten und Kontakt mit anderen geflüchteten Personen oder Angehörigen im Heimatland aufrecht zu erhalten. Wenn die Migranten und Migrantinnen daraufhin ein sicheres europäisches Land erreicht haben, dass sie als ihre Heimat bezeichnen können, spielen Smartphones vor allem eine Rolle in der Integration von Flüchtlingen. Hierbei werden Applikationen heruntergeladen, die zur Integration in die Kultur und Gesellschaft helfen. Das Projekt, das in dieser Arbeit als Beispiel für ein Integrationswerkzeug für Flüchtlinge herangezogen wird, ist die App „Love Europe“.
Um einen Einblick in die Thematik der Flüchtlingsbewegung in Europa zu bekommen, wird im ersten Kapitel die gegenwärtige Flüchtlingssituation beschrieben. Weiters beschäftigt sich dieses Kapitel mit der Smartphonenutzung von Flüchtlingen und Gründen, warum Smartphones für Flüchtlinge unabdinglich sind. Im zweiten Kapitel wird die Nutzung von Locative Media von Flüchtlingen beschrieben. Um die Benutzung von lokalen Technologien in urbanen Kontexten an einem Praxisbeispiel aufzuzeigen, beschäftigt sich das dritte Kapitel mit der Applikation „Love Europe“. Hierbei wird die Entstehungsgeschichte, der Bedarf, die Anwendungsmöglichkeiten und die Vor- beziehungsweise Nachteile der App näher erläutert. Zusammengefasst wird schließlich im Fazit, sowie im Ausblick auf die zukünftige Situation von Aufnahmeländern.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die gegenwärtige Flüchtlingssituation
1.1 Smartphonenutzungsverhalten von Flüchtlingen
1.2 Das Smartphone als Überlebenshelfer sowie Integrationswerkzeug
2. Die Nutzung von Locative Media zur Integration von Flüchtlingen
3. Die App „Love Europe“
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Bedarf
3.3 Anwendungsmöglichkeiten
3.4 Vor- und Nachteile bei der App
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Smartphones und insbesondere der App „Love Europe“ als Werkzeuge zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen. Dabei wird analysiert, wie mobile Endgeräte und ortsbezogene Technologien (Locative Media) den Alltag von Geflüchteten in Europa erleichtern und soziale Vernetzung fördern können.
- Die Bedeutung von Smartphones als unverzichtbare Ressource während der Flucht und zur Lebensbewältigung.
- Die Funktion von Locative Media bei der Orientierung in urbanen Räumen und der sozialen Integration.
- Die detaillierte Vorstellung und Evaluation der App „Love Europe“ als praktisches Integrationswerkzeug.
- Der Einfluss digitaler Medien auf die Kommunikation zwischen Einheimischen und Geflüchteten.
Auszug aus dem Buch
1.1 Smartphonenutzungsverhalten von Flüchtlingen
Smartphones werden von Flüchtlingen als Ressource angesehen, ohne die ein Leben unmöglich ist. Zehntausende Flüchtlinge erreichten Europa durch den Flüchtlingsstrom in den vergangenen Jahren. Ihre Grundbedürfnisse sind Nahrung, Wasser und eine Unterkunft. Jedoch spielt ein weiterer Faktor im Leben von geflüchteten Personen eine entscheidende Rolle: ihr Smartphone und die dazugehörige Ladestation. Ohne den Nutzen dieser essentiellen Technologie könnten sie ihre Flucht nach Europa nicht antreten, geschweige denn überleben (vgl. Brunwasser 2015, o. S., übersetzt von: Anna Zoltan). Das Smartphone wird für Flüchtlinge als eine Verbindung angesehen, mit dem sie aktuelle Informationen über ihr Heimatland, die Flucht oder Angehörige erhalten.
Man kann die Informationen, die sie gegenwärtig über ihr Smartphone erhalten; in fünf verschiedenen Gruppen einteilen. Die erste Gruppe ist die, in der das Smartphone für den technologischen und sozialen Zugang zu Informationen genutzt wird. Weiters wird das mobile Endgerät genutzt, um den Wahrheitsgehalt von irrelevanten oder gefährlichen Situationen einzuschätzen. Die Kamera des Smartphones kann ebenfalls benutzt werden, um Bild- beziehungsweise Videobeweise festzuhalten. Das Smartphone ist eine der einzigen Instanzen, die Flüchtlinge benutzten können, um der Kontrolle des Staates zu entkommen. Der fünfte Grund, warum Smartphones genutzt werden, ist der Effekt der sozialen Unterstützung zwischen den Flüchtlingen, der mit der Flüchtlingssituation einhergeht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert die globale Flüchtlingssituation und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung von Smartphones und der App „Love Europe“ für die Integration ein.
1. Die gegenwärtige Flüchtlingssituation: Dieses Kapitel erläutert die humanitäre Krise, definiert die relevanten Begriffe wie Flüchtling und Locative Media und beleuchtet das Smartphonenutzungsverhalten sowie die Bedeutung des Geräts als „Rettungsleine“.
2. Die Nutzung von Locative Media zur Integration von Flüchtlingen: Hier wird analysiert, wie ortsbezogene Technologien Geflüchteten bei der Orientierung in neuen urbanen Räumen helfen und die soziale Inklusion durch Vernetzung mit Einheimischen fördern.
3. Die App „Love Europe“: Dieses Kapitel widmet sich dem konkreten Fallbeispiel der App, indem es deren Entstehung, den Bedarf, die Funktionen und die Stärken sowie Schwächen der Anwendung detailliert darlegt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gespaltene Wahrnehmung der Flüchtlingsproblematik in der Gesellschaft zusammen und bekräftigt das Potenzial digitaler Lösungen wie der App „Love Europe“, um Vorurteile abzubauen und die Integration zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Flüchtlinge, Smartphone, Integration, Locative Media, Love Europe, Flüchtlingshilfe, digitale Medien, soziale Vernetzung, urbane Orientierung, Migration, humanitäre Hilfe, Kommunikation, mobile Endgeräte, soziale Integration, Technologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Smartphones und digitalen Anwendungen für Geflüchtete, speziell im Kontext der europäischen Flucht- und Integrationsbewegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Smartphonenutzung während der Flucht, die Rolle von Locative Media bei der Integration und die Analyse der App „Love Europe“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern beeinflussen Smartphones und insbesondere die App „Love Europe“ das Nutzungsverhalten von Flüchtlingen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu den Themen Flucht, mobile Technologie und Locative Media sowie einer qualitativen Beschreibung der Anwendung „Love Europe“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Nutzungsverhaltens von Smartphones, die theoretische Einordnung von Locative Media und die detaillierte Vorstellung der App „Love Europe“ inklusive ihrer Anwendungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Flüchtlingshilfe, Integration, Smartphone, Locative Media und digitale Kommunikation.
Warum ist die App „Love Europe“ für die Integration relevant?
Die App bietet Geflüchteten praktische Unterstützung bei der Orientierung, hilft bei der Suche nach sozialen Kontakten und bietet nützliche Informationen in verschiedenen Sprachen.
Welche negativen Aspekte der App werden genannt?
Ein Hauptkritikpunkt ist die ungleichmäßige regionale Abdeckung in den Ländern, was die Nutzung in ländlichen oder weniger erschlossenen Gebieten erschwert.
- Citation du texte
- Anna Zoltan (Auteur), 2017, Die App "Love Europe" und die Wirksamkeit der Smartphone-Nutzung von Flüchtlingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428462