In der Tanzimprovisation gibt es verschiedene Methoden und Elemente, welche zu den Grundbausteinen einer Improvisation gehören. Zu diesen Grundbausteinen setzten sich aus Rhythmus und Dynamik, dem Bewusstsein für den eigenen Körper und dem Raumbewusstsein zusammen. Rhythmus und Dynamik sind sehr wichtig für die Improvisation, da sie dem Tanzenden Struktur und Möglichkeiten geben, sich innerhalb der Improvisation auszuprobieren, sich dem Rhythmus hinzugeben oder bewusst gegen ihn zu arbeiten. Das Bewusstsein für den eigenen Körper, hilft dem Tanzenden sich frei und bedingungslos bewegen zu können sowie sich komplett fallen zu lassen und sich dem Kontrolllosen hinzugeben. Für die Koordination und das kontrollierte Bewegen im Raum ist ein gutes Raumbewusstsein sehr wichtig in der Improvisation. Zudem gibt es sechs verschiedene Improvisationsgrade: die Imitation, die Interpretation, die Verkettung, die geplante Improvisation und die ungeplante Improvisation.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Tanzimprovisation, Geschichte und Wortherkunft
4 Methoden und Grundelemente der Tanzimprovisation
4.1 Rhythmus und Dynamik
4.2 Bewusstsein
4.3 Raumbewusstsein
5 Improvisationsgrade
6 Lerninhalte und Unterrichtskonzept
6.1 Unterrichtskonzept
6.2 Ziel der Tanzimprovisation
7 Abschluss und Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsbereiche der Tanzimprovisation, mit dem Ziel, deren zentrale Elemente, Grade sowie didaktische Vermittlungsmöglichkeiten für die tänzerische Praxis zu erschließen.
- Historische Entwicklung und Begriffsbestimmung der Tanzimprovisation
- Analyse der Grundelemente: Rhythmus, Dynamik, Körper- und Raumbewusstsein
- Klassifizierung der Improvisationsgrade nach dem Modell von Anna Halprin
- Didaktische Konzepte, insbesondere die Anwendung der Neun-Punkte-Technik
- Zielsetzungen für Lern- und Reifungsprozesse im improvisierten Tanz
Auszug aus dem Buch
4.1 Rhythmus und Dynamik
Für Fischer-Lichte (2004) ist der Rhythmus in der Performance unumgänglich, er lebt von Wiederholungen und Abweichungen des Wiederholten. Der Rhythmus gründet Beziehungen und Beziehungslosigkeit und steht immer im Zusammenhang mit dem Körper, Raum und Zeit. Der Rhythmus ist in der heutigen Zeit in Theatern, Performances und im Tanz nicht mehr wegzudenken und dominiert die Organisation und die Strukturierung der Abfolgen (Fischer-Lichte, 2004).
Für Deharde (1978) gibt es zwei verschiedene Arten von Rhythmus: den objektiven- und den subjektiven Rhythmus. Der objektive Rhythmus ist spontan, wiederkehrend und gleichförmig, wie z.B. die inneren Organe des Menschen Herz, Magen oder Lungen. Auf diese hat der Mensch keinen Einfluss und kann den Rhythmus nicht eigenwillig steuern. Auch die Farben, Linien und Konturen eines Kunstwerkes beschreibt Deharde (1978) als einen objektiven Rhythmus. Der subjektive Rhythmus ist beeinflussbar und bewilligt. Außerdem beschreibt er den Vorgang, welchen ein Individuum beim Musik hören, Tanzen, Geschichten lesen oder ähnlichem erlebt. Über diesen Rhythmus, können Wahrnehmungsvorgänge ausgelöst werden, welche dann in Erfahrungsinhalte transportiert werden und nach dem Erleben reflektierbar sind (edb).
Nach Deharde (1978) unterwirft sich der Tänzer dem Rhythmus beim Tanz. Ohne einen Rhythmus wäre jede Bewegung mechanisch oder metrisch. Nur wenn der/die Tänzer/in sich dem Rhythmus fügt und sich ganz nach ihm richtet, sich vom Rhythmus tragen lässt, wird der Tanz lebendig, plastisch und fesselnd. Somit ist das Ziel des Tänzers mit dem Rhythmus des Tanzes und in der Bewegung eins zu werden. Wenn ihm dies jedoch misslingt, ist der Tanz nur eine kontrollierte und koordinierte Abfolge von Schritten. Laien, sowie erfahrenen Tänzern, ist es möglich, dass sie, beflügelt von ihrem Rhythmus, ihre eigenen Möglichkeiten oder Grenzen überschreiten und fast mühelos neue Ausdrucksmöglichkeiten kennenlernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die wesentlichen Inhalte der Arbeit, insbesondere über die Grundbausteine der Tanzimprovisation und die verschiedenen Improvisationsgrade.
2 Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse an der Tanzimprovisation und erläutert die zentrale Forschungsabsicht, ein Unterrichtskonzept zu entwickeln.
3 Tanzimprovisation, Geschichte und Wortherkunft: Dieses Kapitel behandelt die etymologische Herkunft des Begriffs sowie die historische Entwicklung des modernen Tanzes im 20. Jahrhundert und wichtige Pioniere.
4 Methoden und Grundelemente der Tanzimprovisation: Hier werden die essenziellen technischen und wahrnehmungsbasierten Grundlagen wie Rhythmus, Dynamik, Bewusstsein und Raum analysiert.
5 Improvisationsgrade: Dieses Kapitel klassifiziert die künstlerische Freiheit in der Improvisation anhand einer Skala von 1 bis 10 und erläutert verschiedene Stufen.
6 Lerninhalte und Unterrichtskonzept: Der Fokus liegt auf der praktischen Anwendung, insbesondere der Neun-Punkte-Technik nach Laban und didaktischen Ansätzen für den Unterricht.
7 Abschluss und Reflexion: Der Autor reflektiert den Erkenntnisgewinn aus der Hausarbeit und zeigt Möglichkeiten der Anwendung im pädagogischen oder therapeutischen Berufsfeld auf.
Schlüsselwörter
Tanzimprovisation, Rhythmus, Dynamik, Bewusstsein, Raumbewusstsein, Improvisationsgrade, Anna Halprin, Neun-Punkte-Technik, Rudolf von Laban, Pädagogik, Performance, Ausdruckstanz, Bewegung, Lehrkonzept, Choreografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Herleitung und der praktischen Anwendung von Tanzimprovisation im Kontext von Performance und Unterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Geschichte der Improvisation, die Analyse von Bewegungsgrundelementen sowie die didaktische Vermittlung dieser Techniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Strukturierung von Improvisation zu schaffen und ein konkretes Unterrichtskonzept für die Praxis zu entwerfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Theorien zur Tanz- und Bewegungsanalyse, ergänzt durch die Aufbereitung von Unterrichtsmethoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil behandelt die fundamentalen Parameter der Bewegung, wie Rhythmus und Raum, klassifiziert Improvisationsgrade und stellt die Neun-Punkte-Technik vor.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Tanzimprovisation, Improvisationsgrade, Neun-Punkte-Technik, Bewegungspädagogik und Performative Ästhetik.
Wie unterscheidet sich der objektive vom subjektiven Rhythmus laut Deharde?
Der objektive Rhythmus beschreibt biologische, vorgegebene Abläufe, die nicht steuerbar sind, während der subjektive Rhythmus vom Individuum bewusst erlebt und durch Tänze oder Musik beeinflusst werden kann.
Was ist die „Neun-Punkte-Technik“ und warum ist sie relevant?
Es handelt sich um ein auf Laban basierendes Modell, das den Tanzraum in ein Raster unterteilt, um Tänzern Orientierung und eine Struktur für die Bewegung im Raum zu bieten.
Welchen Führungsstil empfiehlt die Autorin für den Unterricht?
In Anlehnung an Tausch wird ein sozial-integrativer Führungsstil favorisiert, bei dem Lehrende und Lernende in einem partnerschaftlichen Austausch stehen.
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- Svenja Hamann (Author), 2017, Tanzimprovsation. Theorie und Praxisanwendungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428622