Guadeloupe ist eine Inselgruppe, welche im südlichen karibischen Meer liegt. Sie gehört mit seinen Inseln zu den größten Inseln der kleinen Antillen in der Karibik. Guadeloupe wird oft als Relikt eines ehemals weltumspannten Kolonialreiches bezeichnet. Guadeloupe ist seit 1946 ein Überseedepartment und eine Region Frankreichs und ist ca. 7000 Kilmeter von Paris entfernt. Durch die Zugehörigkeit zu Frankreich, gehört Guadeloupe zur Europäischen Union. Die erste Besiedlung erfolgte um circa 5000 vor Christus. Anschließend lebten unterschiedliche indigene Stämme auf den Inseln bis Guadeloupe 1635 durch die Franzosen kolonialisiert wurde. Auf Guadeloupe wurden Sklaven aus Afrika für die Plantagenwirtschaft eingesetzt. Die Nachkommen der Sklaven leben heute größtenteils immer noch auf der Insel und machen 90 % der Bevölkerung aus.
Die Folgen aus der Kolonialzeit und dem während dieser Zeit betriebenen Sklavenhandel sind für Guadeloupe nicht unerheblich. Um die Auswirkungen am Beispiel von Guadeloupe aufzuzeigen, ist eine intensive Betrachtung Guadeloupes während der Kolonialzeit und nach der Kolonialzeit erforderlich. Für die Auswirkungen des Sklavenhandels wird zunächst die Geschichte Guadeloupes bis zur Abschaffung der Sklaverei erläutert. Dazu werden die Folgen aus der Kolonialzeit im Hinblick auf der Basis von drei Aspekten betrachtet. Anschließend erfolgt eine Darstellung der Gegebenheiten Guadeloupes zu Beginn des 21. Jahrhunderts in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Bildungswesen. In der letzten Einheit des informativen Teils der Facharbeit wird die Beziehung des Französischen Staates und der Europäischen Union zu Guadeloupe betrachtet. Abgestellt wird auf die Fragestellung, ob und inwieweit Unabhängigkeitsbestrebungen möglich und sinnvoll sind, künftig mehr Autonomie zu erlangen. Dies würde bedeuten, dass Guadeloupe die Abhängigkeit zu Frankreich und der Europäischen Union reduzieren müsste. In der abschließenden Argumentation werden alle zuvor aufgeführten Punkte in einer Diskussion zusammengefasst. Dem Leser soll durch diese Facharbeit ermöglicht werden, die Folgen des Sklavenhandels für Guadeloupe einzuschätzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. Historische Entwicklung Guadeloupes durch die Sklaverei
1.1 Während der Kolonialzeit
1.2 Nach der Kolonialzeit
2. Folgen des Sklavenhandels
2.1 Zusammensetzung der Bevölkerung auf Guadeloupe in ethnischer Hinsicht
2.2 Gesellschaftliche Unterschiede
2.3 Kreolische Kultur
3. Guadeloupe zu Beginn des 21. Jahrhunderts
3.1 Wirtschaft
3.2 Infrastruktur
3.3 Bildungswesen
4. Guadeloupe im Französischen System
4.1 Guadeloupes Beziehungen zu Frankreich und der Europäische Union
4.2 Vorteile Frankreichs durch Guadeloupe
4.3 Politische Vertretung
4.4 Unabhängigkeitsbestrebungen
5. Argumentation
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Erbe der Kolonialzeit und des Sklavenhandels auf Guadeloupe, um die Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft sowie die wirtschaftliche und politische Situation im Verhältnis zu Frankreich zu analysieren und die Sinnhaftigkeit von Unabhängigkeitsbestrebungen zu diskutieren.
- Historische Aufarbeitung der Sklaverei und ihrer Folgen
- Soziologische und ethnische Struktur der Bevölkerung
- Wirtschaftliche Abhängigkeiten und infrastrukturelle Gegebenheiten
- Politische Stellung Guadeloupes als Überseedepartement Frankreichs
- Diskussion über Autonomie und Unabhängigkeit im aktuellen Kontext
Auszug aus dem Buch
1.1 Während der Kolonialzeit
1493 wurde Guadeloupe durch Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Amerika-Reise entdeckt. Für Spanien war Guadeloupe aufgrund mangelnder Bodenschätze nicht von Bedeutung. Die Insel diente aber in den folgenden 100 Jahren als Versorgungs-Stützpunkt für wichtige Rohstoffe, wie Süßwasser und Holz. Guadeloupe hatte für den Segelverkehr einen günstigen Standort, da man die Inseln von Europa ausgehend, über den Passat-Wind optimal ansegeln konnte. Um 1635 eroberten die Franzosen Guadeloupe. Die erste Siedlungsgründung erfolgte im selben Jahr. Mit dem königlichen Edikt vom 31. Oktober 1636 wurde die Einfuhr von Sklaven aus Afrika beschlossen und damit das über 200-jährige Zeitalter der Sklaverei begründet.
Sklaverei bezeichnet den Zustand eines Menschen, in dem er lebenslänglich als Eigentum eines Anderen gilt und er wirtschaftlich und rechtlich abhängig ist. Das allgemeine Ziel für die Gründung der Kolonien Frankreichs in der Karibik war es, dort Waren, wie tropische Früchte, Kaffee, Zucker etc., für das Festland zu produzieren und damit zu einer positiveren Handelsbilanz zu kommen. Dies insbesondere deshalb, da der Bedarf dieser exotischen Waren in Europa stetig anstieg und diese Waren sehr teuer gehandelt wurden. Aufgrund der klimatischen Bedingungen eignete sich die Karibik hervorragend für den Zuckerrohr-Anbau und die Produktion war wesentlich lukrativer, als die von Baumwolle oder Tabak. Zu diesem Zweck wurde die Plantagenwirtschaft eingeführt. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften wurde durch den Sklavenhandel ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die geografischen Gegebenheiten ein, skizziert die historische Entwicklung durch die Kolonialisierung und definiert die Fragestellung bezüglich der Autonomiebestrebungen Guadeloupes.
1. Historische Entwicklung Guadeloupes durch die Sklaverei: Dieses Kapitel behandelt die Entdeckung der Insel, die Etablierung der Plantagenwirtschaft durch französische Siedler und die zweihundertjährige Geschichte der Sklaverei bis zu ihrer endgültigen Abschaffung.
2. Folgen des Sklavenhandels: Hier werden die langfristigen Auswirkungen der Kolonialzeit auf die ethnische Bevölkerungsstruktur, gesellschaftliche Identitätsprobleme und die Entstehung einer kreolischen Kultur analysiert.
3. Guadeloupe zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Der Abschnitt beleuchtet die aktuelle wirtschaftliche Situation, die veraltete Infrastruktur sowie die Herausforderungen und Ungleichheiten im Bildungswesen der Region.
4. Guadeloupe im Französischen System: Dieses Kapitel untersucht das komplexe Verhältnis zu Frankreich und der EU, die politische Vertretung der Insel sowie die Gründe für das Ausbleiben ernsthafter Unabhängigkeitsbestrebungen.
5. Argumentation: Hier werden die vorangegangenen Aspekte in einer Diskussion zusammengeführt, um die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit einer reduzierten Abhängigkeit kritisch zu prüfen.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Abhängigkeit zusammen und betont die Notwendigkeit lokaler Reformen in Bildung und Wirtschaft zur Stärkung des Selbstvertrauens der Bevölkerung.
Schlüsselwörter
Guadeloupe, Kolonialismus, Sklaverei, Frankreich, Überseedepartement, Plantagenwirtschaft, Abhängigkeit, Identität, Wirtschaft, Bildung, Infrastruktur, Autonomie, Unabhängigkeitsbestrebungen, Karibik, Sklavenhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Erbe des Kolonialismus auf Guadeloupe und analysiert, wie dieses die heutige gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Struktur der Insel beeinflusst.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte der Sklaverei, die ethnische Bevölkerungszusammensetzung, die aktuelle wirtschaftliche Abhängigkeit von Frankreich sowie das Bildungs- und Infrastruktursystem.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit Unabhängigkeitsbestrebungen auf Guadeloupe möglich und sinnvoll sind, um künftig mehr Autonomie gegenüber Frankreich und der Europäischen Union zu erlangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und sozioökonomische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und statistischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Analyse der sozialen Folgen des Sklavenhandels, den aktuellen Zustand der Wirtschaft und Infrastruktur sowie eine Bewertung der politisch-administrativen Einbindung in Frankreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Guadeloupe, Kolonialismus, Sklaverei, Abhängigkeit, Frankreich und Autonomie.
Welche Rolle spielt die EU bei der Entwicklung der Insel?
Die Europäische Union leistet projektbezogene Subventionen, insbesondere für Infrastrukturprojekte, was Guadeloupe einerseits finanziell stützt, aber auch in eine Abhängigkeit von europäischen Auflagen und Förderungen bringt.
Wie bewertet die Arbeit die Idee einer vollständigen Unabhängigkeit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine Loslösung von Frankreich zum jetzigen Zeitpunkt negative Folgen hätte, da Guadeloupe stark auf Subventionen angewiesen ist und strukturelle Probleme in Bildung und Wirtschaft einer eigenständigen Entwicklung entgegenstehen.
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- Bendix Otto (Author), 2018, Guadeloupe und das Erbe des Kolonialismus in der Karibik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428647