Möglichkeiten und Grenzen des E-Learning aus betriebspädagogischer Sicht


Hausarbeit, 2007

20 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Betriebspädagogische Sicht

3. E-Learning
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Historische Entwicklung
3.3 Formen von E-Learning

4. Zusammenfassung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wissensmanagement, Wissenserwerb und -vermittlung sind die Begriffe, die heutzutage allgegenwärtig zu sein scheinen. Ob in der Schule, an dem Arbeitsplatz oder im Rahmen des privaten Lernens, spielen sie eine enorm wichtige Rolle für den beruflichen und den persönlichen Erfolg.

Die Informations- und Wissensgesellschaft, zu der wir uns entwickelt haben, fordert neben der immer schnelleren Wissensvermittlung, gleichzeitig, auch einen einfacheren und effektiveren Wissenserwerb. Der Informationsfluss, verbunden mit dem technischen Fortschritt, wird ebenfalls immer flüchtiger, was die rasch veralternden Wissensbestände zur Folge hat. In Anbetracht dessen, muss immer mehr Information in immer kürzerer Zeit an den richtigen Adressaten gebracht werden.

Die Aus- Fort- und Weiterbildung sind von diesen unaufhaltsamen Entwicklungen und dem rasanten Rhythmus nicht ausgenommen. Die Methoden der Wissensvermittlung müssen an den fortlaufenden Wandel der Gesellschaft und der Wirtschaft, und an die damit verbundene Steigerung der Anforderungen an das Individuum, angepasst werden.

Die Aufgabe der Betriebspädagogik besteht darin, einem Individuum zu solchen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verhelfen, die ihm in der heutigen Zeit Erfolg in dem Beruf (und dem Privatleben) ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund reichen die traditionellen Wege der Bildung nicht mehr aus.

Eine Lösung dafür bieten computerunterstützte Bildungsmethoden, solche wie E-Learning.

Einerseits verspricht das E-Learning Konzept die Kosten der beruflichen Bildung zu reduzieren, was mit Sicherheit einer der entscheidenden Faktoren für die Unternehmen sein muss. Andererseits ermöglicht E-Learning die Bildungsmaßnahmen vielseitiger und interessanter zu gestalten, was auf Seiten der Lernender die Weiterbildung sicherlich attraktiver erscheinen lässt.

Die Sichtweise der Unternehmen zu untersuchen ist in diesem Zusammenhang sicher sehr interessant und bedeutend, denn die Globalisierung, der erhöhte Wettbewerbsdruck und die vielen technologischen Neuerungen stellen die Unternehmen heute immer wieder vor erneute und unerwartete Herausforderungen.

Das Hauptaugenmerk liegt in dieser Ausarbeitung auf der betriebspädagogischen Sicht, (da sonst der Rahmen der Arbeit gesprengt wäre), die ebenfalls nicht vernachlässigt werden darf. Denn aus den ansteigenden Anforderungen an das Unternehmen resultieren auch erhöhte Anforderungen an die Mitarbeiter, sie stehen neuen Aufgaben gegenüber und müssen immer höhere Erwartungen erfüllen.

Die Chancen und die Potentiale, die sich auf dem Gebiet des computerunterstützten Lernens eröffnen, und wo E-Learning an seine Grenzen bei den Lehrenden sowie den Lernenden stößt, soll der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sein.

An dieser Stelle wird die methodische Vorgehensweise erklärt.

Nach der Einleitung, wo ein aktueller Bezug zu dem Thema hergestellt wird und auf dessen Relevanz eingegangen wird, folgt ein Kapitelüber die betriebspädagogische Sicht, wo verständlich gemacht wird, welche Aspekte die betriebspädagogische Sicht bezüglich des Themas umfasst. Danach wird eine allgemeine Erläuterung des Begriffes „E-Learning“ vorgenommen. Im Anschluss daran wird ein kurzer historischer Abrissüber die Entwicklung von E-Learning gegeben. In dem nächsten Kapitel werden verschiedene Formen des E-Learning vorgestellt anhand derer die Möglichkeiten und Grenzen computerunterstützten Lernens aufgezeigt werden. Es wird CBT vorgestellt, wobei besonders auf den sozialen Aspekt eingegangen wird. Es werden ebenfalls virtuelles Klassenzimmer, Teleteaching und Web Based Training erläutert, dabei wird ein kurzer Zukunftsausblick gegeben. In dem vorletzten Kapitel werden die Ergebnisse der Ausarbeitung zusammengefasst. Es wird verdeutlicht welche pädagogischen Ziele man inwieweit mit E-Learning erreichen kann und die Vor- und Nachteile der Lernformen werden diskutiert. Am Schluss wird auf die bei der Bearbeitung möglicherweise aufgetretenen Schwierigkeiten und eventuell offen gebliebene Fragen eingegangen.

2. Betriebspädagogische Sicht

Um ein Grundverständnis für die betriebspädagogische Sicht zu gewinnen, muss erst die historische Entwicklung der Betriebspädagogik als Wissenschaft näher dargestellt werden. Nach Arnold (1997) und Pflüger (2005) wurden die ersten Theorien einer Betriebspädagogik in Jahren 1935-1960 entworfen. Das wichtigste Ziel der Betriebspädagogik war damals die Persönlichkeitsentfaltung des Mitarbeiters. Erst in den 1990er Jahren wurde die Weiterbildung zur Sicherung des unternehmerischen Erfolgs eingesetzt und hat somit die Tätigkeiten von Betriebspädagogen in Richtung systematischer und strategischer Organisations- und Unternehmensentwicklung wie z.B. Changemanagement oder Unternehmensstrategie ausgeweitet (vgl. Pflüger, 2004-2006). Daher ist E-Learning als neue Form des Lernens zu einem der viel versprechenden Konzepte der Betriebspädagogik geworden.

Zunächst ist es wichtig zu erläutern, was unter betriebspädagogischer Sicht bezüglich des Themas gemeint ist. Eine prägnante Begriffsbestimmung der Betriebspädagogik bietet die Abteilung für Berufs- und Betriebspädagogik der Johannes-Kepler-Universität. Die Betriebspädagogik wird als Wissenschaft definiert, die „[...] Bedingungen, Prozesse und Ergebnisse berufs- und arbeitsqualifizierender Vorgänge untersucht unter der Maßgabe, wie sich das Zusammenwirken von Menschen in der Arbeits- und Sozialorganisationsform Betrieb so gestalten lässt, dass im Rahmen der aus Sicht des Betriebes vorrangigenökonomischen Interessen auch den humanen und sozialen Bedürfnissen des Individuums möglichst weitgehend Rechnung getragen wird“ (Institut für Pädagogik und Psychologie, Abteilung für Berufs- und Betriebspädagogik, Johannes Kepler Universität).

Daraus kann man schließen, dass es zwei wichtige Aspekte in der Betriebspädagogik berücksichtigt werden, derökonomische und der pädagogische Aspekt.

Denökonomischen oder betriebswirtschaftlichen Aspekt formt die Beurteilung von Kosten und wirtschaftlichen Vorteilen der Weiterbildungsmaßnahmen, in die die Unternehmen investieren müssen, um die Effektivität von Betriebsabläufen zu erhöhen. Der pädagogische Aspekt ist wesentlich für die Beurteilung der Lernprozesse und der damit verbundenen Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern.

3. E-Learning

3.1 Begriffsdefinition

Der Begriff E-Learning kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlichübersetzt "elektronisches Lernen", wobei E die Abkürzung für das Wort "electronic" ist. Allerdings ist die wörtliche Übersetzung nicht unproblematisch, da dieser Begriff heute ziemlich unterschiedlich gebraucht wird und man seine Definition nicht auf den eigentlich sich selbst erklärenden Ausdruck "elektronisches Lernen" reduzieren darf. Treffend beschrieben wird dieser Begriff in der folgenden Definition "E-Learning kann begriffen werden als Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und im Besonderen mit Lerntechnologien unterstützt bzw. ermöglicht wird. Mehr und mehr etabliert sich "E-Learning" als Oberbegriff für alle Formen und Funktionen des technologiegestützten Lernens wie Computer Based Training (CBT), Distance Learning oder Web Based Training (WBT) und zielt auf ganz unterschiedliche Aspekte und Phänomene auf der Technologie-, System-, Prozess- und Strategieebene ab" (Autorengruppe E-Writing.de 2002, S.344).

In diesem Kontext wird E-Learning als eine zusätzliche, technisch basierte Methode für Lernen erfasst, die die klassischen Methoden der Aus- und Weiterbildung ergänzt.

Als erstes müssen zwei grundsätzliche Medien unterschieden werden: synchrone (zeitgleiche) und asynchrone (zeitversetzte) Medien.

Zu den asynchronen Medien gehören elektronische Mailsysteme, asynchrone Diskussionsforen, Computer-Conferencing, Newsgroups, Online-Datenbanken, News-Services, CBT und WBT, wobei WBT synchrone sowie asynchrone Kommunikation ermöglichen kann. Bei asynchronen Lernszenarien sind die Lernenden frei in ihrer Zeiteinteilung. Solche Lernszenarien bieten für den Teilnehmer „mehr zeitlich-räumliche Flexibilität, so dass dieses Szenario im E-Learning die weiteste Verbreitung gefunden hat“ (Kerres, M./ Rottmann, J. 2006, S.4).

Synchrone Medien sind z.B. Online-Chats, Desktop-Videokonferenzsysteme, Whiteboards (elektronische Tafel), Application-Sharing und virtuelle Klassenzimmer (virtual classroom). Bei synchronen Lernszenarien können die Teilnehmenden zeitgleich in einem virtuellen Raum kommunizieren.

3.2 Historische Entwicklung

Die Lerninhalte elektronisch zu vermitteln versuchte man schon vor langer Zeit. Die erste Lernsoftware, entwickelt in den 1950er Jahren von der Stanford University in Zusammenarbeit mit IBM, war recht simpel und richtete sich an die Grundschulkinder als Zielgruppe.

Das Konzept des computergestützten Lernens beruht auf dem behavioristischen Ansatz in der Lernforschung, charakterisiert durch kleine Lernschritte mit dem Feedback, wo die Komplexität der Aufgaben langsam zunimmt und die Fehler sofort korrigiert werden.

Aufgrund der beschränkten technischen Möglichkeiten waren solche Lernprogramme für die privaten Nutzer unerreichbar. Diesänderte sich in den 1980er Jahren, als Computer für die breite Öffentlichkeit verfügbar wurden. Somit waren alle, die einen Computer zu Hause hatten, potenzielle Nutzer des elektronischen Lernens. „In der Folge entstand Lernsoftware für nahezu alle Fachgebiete, Zielgruppen und Schulformen. Der Computer hielt nicht nur Einzug in Universitäten und Colleges, sondern ebenso in Elementar- und Vorschulen“ (Euler 1992, S.16). Die Computer wurden eingesetzt, um den Mangel an ausgebildeten Lehrern, sowie Nachlässigkeiten in der Bildung auszugleichen. “CUL entwickelte sich zu einem neuen Markt, der schnellüberschwemmt war mit eintönigen und pädagogisch unbrauchbaren Programmen, die den grundlegendsten Entwicklungsprinzipien nicht genügten“ (Euler 1992, S.16). Die Lernprogramme waren wenig ansprechend, was Teilweise an der noch nicht ausgereiften Technik lag aber auch an der mangelnden Erfahrung der Autoren.

Die Technologie wurde mit der Zeit immer leistungsfähiger und billiger. Sie wurde für immer mehr Benutzer verfügbar. Mit der Verbreitung der Multimedia-PC’s in den 1990er Jahren entwickelte sich auch die Lernsoftware weiter, sie wurde interessanter und aufwendiger gestaltet.

Die meisten Lernprogramme vermittelten Wissen in dem IT-Bereich, gerade weil es wegen der schnellen Entwicklung und der Verbreitung von den Computern ein großer Schulungsbedarf auf diesem Gebiet herrschte. Nach und nach setzt man das computergestützte Lernen auch in den anderen Bereichen ein, zum Beispiel zum Sprachenlernen oder in der betrieblichen Ausbildung. „[…] und wieder versprach die Technik neue Lösungen für alte Probleme“ (Euler 1992, S.16).

Dennoch wurden die Erwartungen und Hoffnungen, diese neue Form würde das Lernen revolutionieren, nicht erfüllt. Der Grund dafür war mitunter ein schlecht durchdachtes didaktisches Konzept und der mangelnde Nutzen für den Anwender (vgl. Meier 2006, S.39-42).

3.3 Formen von E-Learning

3.3.1 Computer Based Training

E-Learning kommt in vielen unterschiedlichen Formen vor, angefangen bei den einfachen Lernprogrammen auf CD-ROM, bis hin zu den komplexen Lernportalen.

Eine derältesten Formen ist Computer Based Training (CBT). Diese Form wird hauptsächlich bei dem Selbststudium verwendet, zur Aneignung von dem Fachwissen oder den Fremdsprachen. CBT charakterisiert multimediale Lernanwendungen, gespeichert auf CD-ROM oderähnlichen Medien, die ohne die Verbindung mit dem Internet benutzt werden können.

Als erster Vorteil dieser Lernform sei hier die selbstständige Steuerung der Lernprozesse genannt. E-Learning bedeutet auch selbst organisiertes Lernen, was die Selbstständigkeit, zumindest in der Beschaffung von den Informationen und der Aneignung des neuen Wissens, fördert.

Der nächste wesentliche Punkt ist das zeit- und ortsunabhängige Lernen. Dies macht es möglich die unterschiedlichen Teilnehmergruppen ansprechen zu können, von den Hausfrauen bis zu den berufstätigen Menschen.

Für die Unternehmen ist dieser Aspekt der Flexibilität sehr entscheidend, denn es bedeutet weniger Abwesenheitszeiten und weniger Reisekosten, da der Mitarbeiter jetzt direkt an seinem Arbeitsplatz, während der Arbeitszeit, geschult werden kann. „Damit können zum Beispiel unproduktive, arbeitstechnisch bedingte Pausen sinnvollüberbrückt werden, so dass sich der Lerner den Stoff sozusagen nebenbei aneignet […]“ (Seidel 1993, S.114).

Allerdings ist dabei zu beachten, dass technisch bedingte Leerzeiten von einer vorher unbestimmten Dauer sind und sich schlecht für ein konzentriertes Lernen eignen. Das Lernumfeld ist oft wegen dem Lärm und den anderen Störungen für das Lernen ebenfalls nicht geeignet.

Dieses Problem lässt sich jedoch mit der Einrichtung der speziellen Lernräume in dem Betrieb lösen (vgl. Seidel 1993, S.114). Deswegen ist und bleibt die Zeit- und Ortunabhängigkeit des Lernens ein sehr wichtiger Gesichtspunkt, da der Mitarbeiter nicht mehr zu einer Weiterbildung außerhalb des Unternehmens geschickt werden muss, wofür der Unternehmen normalerweise die Reise-, Unterkunfts-, Weiterbildungsseminar-, sowie die Arbeitsausfallkosten bzw. die Umsatzeinbußenübernehmen müsste. Der Kostenaufwand lässt sich also gegenüber den konventionellen Vermittlungsformen deutlich verringern.

Ferner kann der Lernende auf das Material jeder Zeit zugreifen, ohne an die Öffnungszeiten der jeweiligen Institutionen gebunden zu sein.

Schließlich wird auch das technische Know-how aufgrund der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Medien erweitert.

Noch ein Vorteil des computergestützten Lernens gegenüber, zum Beispiel, dem Web Based Training ist die Einbindungsmöglichkeit von den Animationen und den Filmen, die im Internet einen Breitbandanschluss oder eine extra Software benötigen würden.

Ein Nachteil des CBT gegenüber dem WBT ist dagegen, dass der Inhalt nicht aktualisiert werden kann und es immer die neueste Version gekauft werden muss, die mitunter recht teuer ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen des E-Learning aus betriebspädagogischer Sicht
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,0
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V428693
ISBN (eBook)
9783668729780
ISBN (Buch)
9783668729797
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eLearning, E-Learning, Möglichkeiten, Grenzen
Arbeit zitieren
Anonym, 2007, Möglichkeiten und Grenzen des E-Learning aus betriebspädagogischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428693

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