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Die Ständeversammlung des Königreichs Hannover. Verfassungsrechtliche Grundlagen, Aufgaben und politische Bedeutung

Titel: Die Ständeversammlung des Königreichs Hannover. Verfassungsrechtliche Grundlagen, Aufgaben und politische Bedeutung

Seminararbeit , 2003 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: Lehrer Dirk Simon (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die Erbfolge des britischen Thrones zu klären, wurde 1701 im Act of Settlement das lutherische Haus Hannovers für erbberechtigt erklärt. Die damalige Herrscherin über das Kurfürstentum Hannover, Sophie von Hannover, war eine Urenkelin des ehemaligen Königs von England, Jakob I.. Im Jahre 1714 bestieg Kurfürst Georg von Hannover als Georg I. den englischen Thron und begründete damit die bis 1837 bestehende Personalunion England-Hannover. Die Residenz des Königs lag in England, das politische Tagesgeschäft oblag der „Deutschen Kanzlei“ in London. Durch diese Konstellation erlangte das „Geheime Ratskollegium“ in Hannover große Selbstständigkeit. Diese wurde aber nur unzureichend genutzt, dahin gehend, dass selbst bei Entscheidungen weniger großen Ausmaßes Weisung in London eingeholt wurde. Hannover büßte durch die Personalunion Hannover-England viel an Eigenleben ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorgeschichte

2. Die Verfassung vom 7. Dezember 1819

2.1. Gründe zur Einführung einer Verfassung

2.2. Die provisorische Ständeversammlung

2.3. Die Allgemeine Ständeversammlung

3. Das Staatsgrundgesetzes vom 26. September 1833

3.1. Gründe für die Einführung des Staatsgrundgesetzes

3.2. Die Einführung des Staatsgrundgesetzes

4. Der Verfassungsbruch von 1837

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Entwicklung des Königreichs Hannover im Spannungsfeld zwischen absolutistischen Strukturen und den aufkommenden konstitutionellen Bestrebungen im frühen 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Genese und den Zusammenbruch hannoverscher Verfassungsentwürfe.

  • Die historische Bedeutung der Personalunion zwischen England und Hannover.
  • Die Transformation der ständischen Machtverhältnisse hin zu einer konstitutionellen Monarchie.
  • Die Analyse der Verfassung von 1819 und des wegweisenden Staatsgrundgesetzes von 1833.
  • Die Auswirkungen europäischer Revolutionswellen auf die hannoversche Innenpolitik.
  • Die Rolle der monarchischen Restauration unter Ernst August und der Verfassungsbruch von 1837.

Auszug aus dem Buch

3.1. Gründe für die Einführung des Staatsgrundgesetzes

Durch die restaurativ gestaltete Ständeversammlung machte sich steigende Unzufriedenheit, besonders auf dem Land und in der Stadt bemerkbar. Das machtpolitische Übergewicht der Ersten Kammer verhinderte durch ihr Veto tatsächliche Reformen und behaarte auf dem bestehenden Status Quo, wie sich an folgendem Beispiel näher erläutern lässt: Ein Abgeordneter der Zweiten Kammer, Christian Stüve, hatte sich dem Problem der Agrarstruktur angenommen. Es herrschte auf dem Land für die Bauern immer noch die Form des Leibeigenschaft vor. Ende der zwanziger Jahre und Anfang der dreißiger Jahre verschlechterte sich die soziale Lage für die Bauern dramatisch. Durch die drückende Abgabenlast vermochten es die Bauern nicht mehr, einen Jahresüberschuss zu erwirtschaften. Dadurch stieg ihre jährliche Schuldenlast. Auf diese soziale Frage der Bauern war Stüve im Jahre 1829 durch eigene Beobachtungen und Studien gestoßen. Er verfasste eine größere Schrift über die Agrarstrukturproblematik und brachte den Fragekomplex der Belastung der Bauern durch den Adel am 16. Februar 1829 in der Zweiten Kammer ein.

In der ersten Beratung über diesen Antrag kam es zu keiner Abstimmung. Nach einer präzisierteren Fassung vom 23. Februar 1830 wurde der Antrag von der Zweiten Kammer angenommen, von der Ersten Kammer aber ohne Diskussion abgelehnt. In seinem Antrag forderte Stüve unter anderem die Befreiung des Grundeigentums durch Ablösung von Zehnten und Diensten, gutsherrlichen und Meiergefällen und die Aufhebung der aus dem Leibeigentum herrührenden willkürlichen Rechte und Gefälle. Am 22. Februar 1830 wurde der Antrag in geänderter Form von dem Justizrat Oldekop erneut vorgebracht. Auch dieser Antrag wurde nach Zustimmung der Zweiten Kammer in wiederholender Weise von der Ersten Kammer abgelehnt. Die Zweite Kammer blieb hartnäckig und koppelte den Antrag mit der Grundsteuerfrage (Herabsetzung der Grundsteuer um zehn Prozent).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorgeschichte: Das Kapitel beschreibt die Entstehung der Personalunion zwischen Hannover und England sowie die Auswirkungen der napoleonischen Kriege und der französischen Fremdherrschaft auf die politische Struktur Hannovers.

2. Die Verfassung vom 7. Dezember 1819: Dieser Abschnitt thematisiert die Bemühungen, nach dem Wiener Kongress eine neue, vereinigte Verfassung zu schaffen, und analysiert die Struktur sowie das Wirken der provisorischen und der allgemeinen Ständeversammlung.

3. Das Staatsgrundgesetzes vom 26. September 1833: Der Text beleuchtet die wachsende soziale Unzufriedenheit und den Reformdruck, die schließlich zur Einführung der ersten förmlichen und konstitutionellen Verfassung Hannovers führten.

4. Der Verfassungsbruch von 1837: Hier wird der Amtsantritt von Ernst August beschrieben, der durch die Aufhebung der Verfassung von 1833 und die Rückkehr zu restaurativen Prinzipien den parlamentarischen Fortschritt jäh beendete.

Schlüsselwörter

Hannover, Personalunion, Verfassungsgeschichte, Ständeversammlung, Staatsgrundgesetz, Konstitutionalismus, Restauration, Agrarstruktur, Leibeigenschaft, Christian Stüve, Ernst August, Parlamentarismus, 1837, Göttinger Sieben, Preußen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die politische Verfassungsgeschichte des Königreichs Hannover im Zeitraum zwischen 1814 und 1848.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Ständeversammlungen, der Übergang vom Absolutismus zum Konstitutionalismus und die politischen Konflikte zwischen Krone und Ständen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Phasen des parlamentarischen Strebens und deren Rückschläge durch monarchische Restaurationspolitik im hannoverschen Raum nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten historischen Quellenanalyse, die zeitgenössische Dokumente, Ständeprotokolle und zeitgenössische Fachliteratur auswertet.

Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil widmet sich detailliert dem Verfassungspatent von 1819, dem Staatsgrundgesetz von 1833 und den gesellschaftlichen sowie politischen Treibern dieser Reformen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Personalunion, Konstitutionalismus, Ständewesen und den monarchischen Verfassungsbruch.

Warum war die Personalunion mit England für Hannover politisch belastend?

Da das Staatsoberhaupt in England residierte, fehlte Hannover eine zentrale, direkt handelnde Führung, was zu einer starken Abhängigkeit von der „Deutschen Kanzlei“ in London führte.

Welche Rolle spielte Christian Stüve in der Verfassungsentwicklung?

Stüve war ein maßgeblicher Reformer, der durch Studien zur Agrarproblematik den Druck auf die Erste Kammer erhöhte und wesentliche Impulse für das Staatsgrundgesetz von 1833 lieferte.

Was waren die Auswirkungen des Verfassungsbruchs von 1837?

Durch den Verfassungsbruch unter Ernst August wurden die liberalen Errungenschaften des Staatsgrundgesetzes von 1833 annulliert und der politische Einfluss der Stände massiv beschnitten.

Warum lehnte die Erste Kammer zunächst Reformen ab?

Die Erste Kammer war stark adlig geprägt und beharrte aus machtpolitischem Kalkül auf dem Status Quo, um ihre Privilegien gegenüber der Zweiten Kammer und dem Bürgertum zu wahren.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ständeversammlung des Königreichs Hannover. Verfassungsrechtliche Grundlagen, Aufgaben und politische Bedeutung
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Parlamentarismus im 19. Jhd.
Note
2
Autor
Lehrer Dirk Simon (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V429008
ISBN (eBook)
9783668737013
ISBN (Buch)
9783668737020
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Königreich Hannover Parlamentariusmus Göttinger Sieben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lehrer Dirk Simon (Autor:in), 2003, Die Ständeversammlung des Königreichs Hannover. Verfassungsrechtliche Grundlagen, Aufgaben und politische Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429008
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Leseprobe aus  18  Seiten
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