Das Thema „ästhetische Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung“ bzw. das Thema „Kunst und Behinderung“ wird immer aktueller und erhält immer mehr Zuspruch.
In meiner Arbeit werde ich zunächst einen kurzen Überblick über die Bedeutung der ästhetischen Erziehung im Allgemeinen geben und anschließend einen Zusammenhang mit Menschen mit geistiger Behinderung herstellen. Ich werde kurz auf die Unterscheidung zwischen Menschen mit und Menschen ohne Behinderung eingehen und welchen Wert die ästhetische Erziehung für diese Menschen hat.
Im darauffolgenden Punkt werde ich mich kurz mit der ästhetischen Erziehung nach Georgens und Deinhardt beschäftigen, da diese wichtige Vorreiter in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung waren.
Desweitern werde ich zwei kunsttherapeutische Angebote vorstellen. Zum einen die pädagogische Kunsttherapie und zum anderen die Kunsttherapie. Abschließend werde ich ein Resümee über meine Arbeit erstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Ästhetische Erziehung
2.2 Menschen mit geistiger Behinderung
3 Ästhetische Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Ästhetische Erziehung und Menschen mit einer geistigen Behinderung
3.2 Unterschied der ästhetischen Erziehung von Menschen mit und ohne geistige Behinderung
3.3 Wert der ästhetischen Erziehung für Menschen mit geistiger Behinderung
4 Heilpädagogische ästhetische Erziehung nach Georgens und Deinhardt
5 Kunsttherapeutische Angebote
5.1 Pädagogische Kunsttherapie nach Andreas Lichtenberg
5.2 Kunsttherapie
6 Fazit
7 Diagnostische Einschätzung von drei Kinderzeichnungen
7.1 Kinderzeichnung 1
7.2 Kinderzeichnung 2
7.3 Kinderzeichnung 3
8 Künstler*Ich – Musée Sentimental
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung der ästhetischen Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung und stellt diese in den Kontext kunsttherapeutischer sowie heilpädagogischer Ansätze, um Wege zur Selbstverwirklichung und Kommunikation aufzuzeigen.
- Grundlagen der ästhetischen Erziehung
- Kreativität als allgemeines menschliches Potenzial
- Heilpädagogische Konzepte (Georgens und Deinhardt)
- Pädagogische Kunsttherapie nach Andreas Lichtenberg
- Diagnostische Analyse von Kinderzeichnungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Ästhetische Erziehung und Menschen mit einer geistigen Behinderung
Kreativität muss vom Menschen her gedacht werden und ist ein allgemein menschliches Phänomen (vgl. Landau 1971: 6) bzw. eine innere Ressource eines jeden Menschen (vgl. Kruse 1997: 46).
Nach Rogers bietet Kreativität jedem Menschen die Möglichkeit, Produkte neuartiger Gestaltungen, durch die in Interaktion mit Dingen, Menschen oder Geschehnissen gemachte Erfahrungen, hervorzubringen. Dies kann eine Verwirklichung des Selbst und eine Selbstheilung oder Aufrechterhaltung psychischer Gesundheit bewirken (vgl. Rogers 1991: 239).
D.h. wir sollten Kreativität als eine Möglichkeit sehen, mit deren Hilfe sich jedes Individuum entfalten, sich selbst verwirklichen, die Umwelt aktiv mitgestalten und den Wandel der Zukunft mitbestimmen kann (vgl. Landau 1971: 11).
Zusammenfassend können wir also festhalten, dass Kreativität als wesenhaft zum Menschsein betrachtet werden darf, sprich kein Ausschluss bestimmter Personen stattfinden kann, denn auch Menschen mit einer geistigen Behinderung bzw. kognitiven Beeinträchtigungen verfügen über ein „kreatives Potential“ und können Kreativität zum Ausdruck bringen (vgl. Theunissen, Großwendt 2006: 14).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Kunst und Behinderung ein und erläutert die Zielsetzung, die ästhetische Erziehung sowie heilpädagogische und kunsttherapeutische Ansätze zu beleuchten.
2 Begriffsbestimmung: Es werden die Grundlagen der ästhetischen Erziehung als sinnliche Wahrnehmung sowie der moderne Begriff der Menschen mit geistiger Behinderung definiert.
3 Ästhetische Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel erörtert das kreative Potenzial aller Menschen, setzt sich kritisch mit defizitorientierten Ansichten auseinander und unterstreicht den Wert der Kunst als Ausdrucksmittel.
4 Heilpädagogische ästhetische Erziehung nach Georgens und Deinhardt: Das Konzept der Pioniere der Geistigbehindertenpädagogik wird vorgestellt, welches das Spiel und die ästhetische Praxis in den Mittelpunkt der Persönlichkeitsentwicklung stellt.
5 Kunsttherapeutische Angebote: Es werden die pädagogische Kunsttherapie nach Lichtenberg mit ihren drei Bereichen sowie allgemeine kunsttherapeutische Ansätze diskutiert.
6 Fazit: Die Autorin resümiert die Schwierigkeit der Abgrenzung und kritisiert die anhaltende Defizitorientierung in der Fachliteratur, während sie den Wert der Kunst für die Kommunikation betont.
7 Diagnostische Einschätzung von drei Kinderzeichnungen: Anhand dreier Beispiele aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen nach Hans-Günther Richter wird eine praxisnahe Analyse durchgeführt.
8 Künstler*Ich – Musée Sentimental: Reflexion über ein Gruppenprojekt, bei dem individuelle Kisten als Gesamtkunstwerk gestaltet wurden.
Schlüsselwörter
Ästhetische Erziehung, Geistige Behinderung, Kreativität, Kunsttherapie, Heilpädagogik, Inklusion, Persönlichkeitsentwicklung, Wahrnehmung, Georgens und Deinhardt, Pädagogische Kunsttherapie, Kinderzeichnungen, Ausdrucksmittel, Kommunikation, Selbstverwirklichung, Kreativitätsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und der Bedeutung der ästhetischen Erziehung und Kunst für Menschen mit geistiger Behinderung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung der ästhetischen Erziehung, heilpädagogische Konzepte, kunsttherapeutische Ansätze sowie die Analyse kindlicher Entwicklung anhand von Zeichnungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass jeder Mensch – unabhängig von einer Behinderung – über kreatives Potenzial verfügt und die ästhetische Erziehung wesentliche Beiträge zur Persönlichkeitsentfaltung und Kommunikation leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die praktische Anwendung diagnostischer Methoden zur Interpretation von Kinderzeichnungen und eine Reflexion über ein künstlerisches Gruppenprojekt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Begriffsbestimmungen, die Bedeutung der Kreativität für Menschen mit Behinderung, historische Ansätze nach Georgens und Deinhardt sowie konkrete kunsttherapeutische Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Ästhetische Erziehung, Inklusion, Kreativität, Heilpädagogik und Kunsttherapie.
Warum wird das defizitorientierte Bild kritisiert?
Die Autorin kritisiert, dass viele Texte Menschen mit geistiger Behinderung primär über ihre Defizite definieren, anstatt ihr vorhandenes kreatives Potenzial in den Mittelpunkt zu stellen.
Welchen Stellenwert nimmt die Kommunikation in der Kunsttherapie ein?
Kunst dient vielen Menschen mit geistiger Behinderung als wichtiges Medium, um sich auszudrücken, da verbale oder schriftliche Kommunikation für sie oft eine Hürde darstellt.
Was unterscheidet die drei analysierten Kinderzeichnungen?
Die Zeichnungen entstammen unterschiedlichen Entwicklungsphasen (Vor der Werkreife, erste Schemaphase und zweite Schemaphase) und zeigen die variierende Detailfreude und räumliche Gestaltungskompetenz der Kinder.
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- Nina Boßer (Autor), 2018, Ästhetische Erziehung. Menschen mit geistiger Behinderung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429134