Bei diesem Unterrichtsentwurf handelt es sich um die Lehrprobe zum 2. Staatsexamen im Fach Deutsch für eine zweite Klasse der Grundschule. Eingebettet in eine spannende Geschichte lernen die Kinder den Aufbau eines Briefes kennen und schreiben einen Brief für den Löwen. Dabei erwerben die Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Kompetenzbereichen Lernzuwächse.
Das Schreiben von Briefen ist in den Bildungsstandards Deutsch für den Primarbereich sowie im Teilrahmenplan Deutsch schwerpunktmäßig dem Kompetenzbereich „Texte verfassen“ zuzuordnen. Dabei sollen die Schüler u.a. die Kompetenzen erwerben Texte zu planen, verständlich und adressatengerecht zu schreiben sowie zu überarbeiten. Die Textplanung erfolgt in der vorliegenden Stunde durch gemeinsame Erarbeitung und Visualisierung der formalen Kriterien eines Briefes sowie durch Anlage einer Stichwortsammlung für den Inhalt. Dabei sind Schreibabsicht, Adressat und Verwendung klar: Der Brief ist im Namen eines Löwen an eine Löwin gerichtet und dient der Kontaktaufnahme. Die Überarbeitung der Texte wird im Rahmen dieser Stunde nur angebahnt, indem einige Textentwürfe im Klassengespräch an der Schreibaufgabe überprüft werden.
Darüber hinaus wird der Kompetenzbereich „Sprechen und Zuhören“ angesprochen: Hier sollen die Schüler am Ende der Grundschulzeit u.a. die Kompetenzen erreicht haben Inhalte zuhörend zu verstehen, Empathie zu entwickeln bzw. zu zeigen, andere Perspektiven einzunehmen und über Lernerfahrungen zu sprechen. Zu letzterem Punkt gehören z.B. das Beschreiben von Sachverhalten sowie das Präsentieren von Lernergebnissen. Diese Lernleistungen werden in der Unterrichtsstunde weiter ausgebaut.
Inhaltsverzeichnis
1. Begründungszusammenhang
1.1 Legitimation des Themas
1.2 Gegenwartsbedeutung, Exemplarität und Zukunftsbedeutung
2. Ausgangsbedingungen der Lerngruppe
2.1 Arbeitsbedingungen und Voraussetzungen der Lerngruppe
2.2 Kompetenzprofil einzelner Schüler/ Schülergruppen
3. Thematische Strukturierung
3.1 Aufriss der Unterrichtseinheit „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ als Anlass zum Briefeschreiben
3.2 Sachanalyse
3.3 Didaktische Reduktion
3.4 Lern- und Handlungsschwerpunkte
3.4.1 Lernschwerpunkt
3.4.2 Wissens- und Kompetenzentwicklungen
4. Methodische Strukturierung
4.1 Begründung der Methodenkonzeption der Stunde
4.2 Begründung der wesentlichen methodischen Schritte
5. Unterrichtsskizze
5.1 Stundenverlauf
5.2 Visualisierungen
5.3 Sitzplan
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit fokussiert sich auf die Einführung des kriteriengeleiteten Verfassens eines persönlichen Briefes in einer zweiten Klasse, wobei das Bilderbuch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ als motivierender Schreibanlass dient. Ziel ist es, die Schüler zur Perspektivübernahme zu bewegen und sie dazu zu befähigen, formale Aspekte eines Briefes adressatengerecht anzuwenden.
- Erarbeitung formaler Briefkriterien (Datum, Anrede, Brieftext, Gruß, Unterschrift)
- Förderung der Schreibmotivation durch einen handlungsorientierten Zugang
- Stärkung der Perspektivübernahme durch literarisches Lernen
- Differenzierung der Schreibaufgabe nach individuellem Leistungsstand
- Integration des Kompetenzbereichs „Sprechen und Zuhören“ durch Präsentation und Feedback
Auszug aus dem Buch
3.2 Sachanalyse
„Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“
Das Bilderbuch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ wurde von Martin Baltscheit verfasst und erschien 2011 in der 15. Auflage. Bereits der Buchtitel benennt den Ausgangspunkt der Geschichte: Dem Protagonisten, einem Löwen, wird in dem Moment, als er sich in eine lesende Löwin verliebt und ihr einen Brief schreiben möchte, das Problem seiner Schreibunfähigkeit bewusst. Daher ist er gezwungen, andere Tiere (Affe, Mistkäfer, Nilpferd, Giraffe, Krokodil, Geier) zu bitten, für ihn einen Brief an die Löwin zu verfassen. Jedoch erweisen sich all diese Briefe als völlig unpassend, weil sie aus der Perspektive der jeweiligen Tierart geschrieben sind.
Nach einem Wutanfall des Löwen endet die Geschichte damit, dass der Löwe der Löwin seine Unfähigkeit zu schreiben anvertraut und diese ihm das Schreiben beibringt.
Die Geschichte ist amüsant erzählt und aufgrund der linearen Erzählstruktur sowie der Wiederholung ähnlicher Satzbaumuster besonders einprägsam und leicht verständlich. Darüber hinaus lässt sie sich als Plädoyer für eine der wichtigsten Kulturtechniken – das Lesen und Schreiben – auffassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begründungszusammenhang: Legitimiert das Thema im Rahmen der Bildungsstandards und erläutert die Relevanz der Briefe für das schulisches Lernen und die Lebenswelt der Kinder.
2. Ausgangsbedingungen der Lerngruppe: Beschreibt die Zusammensetzung der Klasse sowie die Lernvoraussetzungen hinsichtlich der Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz.
3. Thematische Strukturierung: Bietet eine inhaltliche Einbettung durch eine Sachanalyse des verwendeten Bilderbuchs und eine didaktische Reduktion der Briefkriterien für eine zweite Klasse.
4. Methodische Strukturierung: Erläutert die didaktische Konzeption des „angeleiteten Schreibens“ und begründet die methodischen Schritte der Unterrichtseinheit.
5. Unterrichtsskizze: Detailliert den zeitlichen Ablauf der Stunde, die eingesetzten Medien sowie die Sitzordnung und Visualisierungen.
Schlüsselwörter
Schreiben, Briefeschreiben, Bildungsstandards, Deutschunterricht, Grundschule, Literarisches Lernen, Perspektivwechsel, Schreibmotivation, Briefkriterien, Didaktik, Sachanalyse, Differenzierung, Schreibanlass, Textproduktion, Martin Baltscheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtsstunde für das Fach Deutsch in einer zweiten Grundschulklasse, in der die Schüler lernen, einen persönlichen Brief an eine Löwin zu schreiben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das kriteriengeleitete Verfassen von Texten, der produktionsorientierte Umgang mit Kinderliteratur sowie die Förderung der Schreibkompetenz.
Welches Ziel verfolgt die Lehrprobe?
Die Schüler sollen formale Briefkriterien (Datum, Anrede, Text, Gruß, Unterschrift) kennenlernen und diese bei der Verfassung eines eigenen, adressatengerechten Briefes aus der Perspektive des Löwen anwenden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Konzept des „angeleiteten Schreibens“ nach Bartnitzky verwendet, kombiniert mit handlungsorientierten Methoden wie dem Vorlesen und der Perspektivübernahme durch Rollenspiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Sachanalyse des Bilderbuchs, die didaktische Reduktion des Briefschreibens für Zweitklässler sowie die detaillierte methodische Planung und Skizzierung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Briefeschreiben, Grundschule, Schreibmotivation, kriteriengeleitetes Verfassen, Perspektivwechsel und literarisches Lernen.
Warum ist das Bilderbuch von Martin Baltscheit als Schreibanlass geeignet?
Das Buch bietet durch die in der Geschichte vorkommenden, unpassenden Tierbriefe ein klares Muster für die Lernenden und weckt durch die Identifikation mit dem Problem des Löwen ein echtes Schreibbedürfnis.
Wie findet die Binnendifferenzierung während der Schreibphase statt?
Die Differenzierung erfolgt durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade der Arbeitsblätter (z.B. vorgegebene Briefkriterien, Bildimpulse, Satzstreifen) sowie durch ein optionales Zusatzarbeitsblatt für leistungsstärkere Schüler.
- Quote paper
- Rebecca Mai (Author), 2013, Verfassen eines Briefes. "Die Geschichte vom Löwen der nicht schreiben konnte" (Deutsch, 2. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429309