Es handelt sich um einen kurzen Unterrichtsentwurf im Fach Geschichte (Klasse 10) samt Material zum Thema "Doppelte deutsche Staatsgründung" zur Leitfrage "Vertritt die DDR gesamtdeutsche Interessen?".
Inhaltsverzeichnis
1. Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien
1.1 Stundenkurzentwurf
1.2 Geplanter Stundenverlauf
1.3 Hausaufgabe zur Stunde: Die Deutsche Frage- Zum Vertretungsanspruch der DDR (1949)
1.4 Quellenzitate
1.5 Antizipierte Bearbeitung der Quellenzitate
1.6 Tafelbild (Mitte)
1.7 Kritik am Vertretungsanspruch der DDR (1949)
1.8 Tafelbild (Rechts)
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, dass Schülerinnen und Schüler die deutsche Teilung von 1949 als Beginn einer tiefgreifenden Auseinandersetzung um die Legitimität der neu entstandenen Staaten begreifen und den gegensätzlichen Vertretungsanspruch von BRD und DDR kritisch analysieren.
- Legitimationsbedürfnisse der frühen deutschen Staaten
- Vertretungsanspruch der DDR im Vergleich zur Haltung der BRD
- Die Rolle der Magnettheorie im politischen Diskurs
- Diskursive Auseinandersetzung zwischen den historischen Akteuren Pieck und Schumacher
Auszug aus dem Buch
M1) Wilhelm Pieck (SED) am 11.10.1949 nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten der DDR:
„Die Freude und Genugtuung des deutschen Volkes über die wiedererlangte Souveränität, über die Gründung eines selbständigen, freien Deutschland, unserer Deutschen Demokratischen Republik, wird getrübt durch die Tatsache, dass Deutschland durch die westlichen Besatzungsmächte zerrissen wurde. Wir können nur der Hoffnung Ausdruck geben und alle unsere Kräfte daransetzen, dass die Spaltung Deutschlands überwunden und die Einheit Deutschlands hergestellt wird. […]
In diesem Kampfe wird die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, die Bildung einer souveränen deutschen Regierung in der deutschen Hauptstadt Berlin eine entscheidende Rolle spielen. Diese Regierung, die die Interessen des gesamten deutschen Volkes wahrnimmt und die Legitimation besitzt, für das ganze deutsche Volk zu sprechen, wird sich durch ihre Arbeit nicht nur das Vertrauen des Volkes erwerben, sondern auch zur Stärkung der Nationalen Front aller Deutschen beitragen und so den Kampf um den Frieden, um die nationale Einheit Deutschlands und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost und West auf einer höheren Ebene fortsetzen und zum Siege führen […].“
Zusammenfassung der Kapitel
Stundenkurzentwurf: Dieser Abschnitt definiert das Stundenziel und die angestrebten Kompetenzen hinsichtlich der Analyse der deutschen Teilung und staatlicher Legitimationsansprüche.
Geplanter Stundenverlauf: Hier wird die methodische Struktur der Stunde, von der Quellenarbeit bis zur Ausarbeitung fiktiver Streitgespräche, detailliert aufgeschlüsselt.
Hausaufgabe zur Stunde: Die Deutsche Frage- Zum Vertretungsanspruch der DDR (1949): Diese Sektion bietet Primärquellenmaterial von Wilhelm Pieck zur kritischen Auseinandersetzung mit dem DDR-Vertretungsanspruch.
Quellenzitate: Diese Zusammenstellung enthält prägnante Auszüge aus Regierungserklärungen von Otto Grotewohl und Konrad Adenauer zur Legitimitätsfrage.
Antizipierte Bearbeitung der Quellenzitate: Hier werden erwartete Schüleräußerungen zu den Quellenzitaten als Hilfestellung für die Lehrkraft skizziert.
Tafelbild (Mitte): Dieser Teil visualisiert die zentrale Problemstellung der Unterrichtsstunde in Form einer Leitfrage und möglichen Hypothesen.
Kritik am Vertretungsanspruch der DDR (1949): Diese Sektion liefert ergänzendes Quellenmaterial von Kurt Schumacher und einen tabellarischen Vergleich zur Analyse der divergierenden Positionen.
Tafelbild (Rechts): Ein Entwurf für Kriterien zur Rückmeldung von Streitgesprächen, die von den Schülern im Unterricht entwickelt werden.
Schlüsselwörter
Deutsche Frage, DDR, BRD, Staatsgründung, Legitimation, Souveränität, Wilhelm Pieck, Kurt Schumacher, Vertretungsanspruch, Magnettheorie, deutsche Einheit, Spaltung Deutschlands, Regierungserklärung, Besatzungsmächte, Nationale Front
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Die Unterrichtseinheit befasst sich mit der Situation Deutschlands im Jahr 1949, insbesondere mit der Gründung der beiden deutschen Staaten und dem damit verbundenen Ringen um die Vertretung des gesamten deutschen Volkes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Legitimationsbedürfnisse von BRD und DDR, die gegenseitige Nichtanerkennung und der Kampf um die Deutungshoheit über die deutsche Einheit.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen erkennen, dass die deutsche Teilung 1949 ein innenpolitisches Schlüsselproblem schuf, bei dem beide Staaten jeweils für sich beanspruchten, das gesamte deutsche Volk zu vertreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellengestützte Analyse angewandt, bei der durch den Vergleich von Primärquellen (Pieck, Schumacher, Adenauer) historische Argumentationsmuster herausgearbeitet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die kritische Untersuchung von Quellenzitaten, die Problematisierung durch Hypothesenbildung und die Vertiefung durch fiktive Streitgespräche zwischen den historischen Akteuren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Legitimation, Vertretungsanspruch, deutsche Einheit, Souveränität und die Magnettheorie sind entscheidend für das Verständnis der in der Unterrichtseinheit behandelten Thematik.
Welche Rolle spielt die Magnettheorie in Schumachers Argumentation?
Die Magnettheorie dient als politisches Konzept der Westzonen, um durch wirtschaftliche Prosperität einen Anziehungspunkt für die Ostzone zu schaffen und so die Einheit unter demokratischen Vorzeichen zu erreichen.
Wie begründet Wilhelm Pieck den Anspruch der DDR?
Pieck sieht in der DDR die souveräne Regierung, die als einzige die Interessen des gesamten Volkes wahrnimmt und die Aufgabe hat, die Spaltung Deutschlands durch die Nationalen Front zu überwinden.
- Citar trabajo
- Laura Baier (Autor), 2018, Die deutsche Frage im geteilten Deutschland (1949). Vertritt die DDR gesamtdeutsche Interessen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429392