Den Fokus dieser Arbeit möchte ich auf die Frage lenken, inwiefern vor allem Coaching - und ergänzend Supervision - aktuell oder auch in Zukunft zur Reduktion psychischer Belastungen bei Lehrkräften von Nutzen sind oder sein könnten. Dazu werde ich beide Begriffe zunächst definieren und erklären, um anschließend den Bezug zur Schule herzustellen. Hierbei spielt vor allem auch das Freiburger Modell von Prof. Joachim Bauer eine große Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Belastungsfaktoren im Lehrerberuf
3 Die Potsdamer Lehrerstudie
3.1 Die erste Etappe
3.1.1 Die Bewältigungsmuster
3.1.2 Ergebnisse der ersten Etappe
3.2 Die zweite Etappe
3.2.1 Die bedingungsbezogene Intervention
3.2.2 Die personenbezogene Intervention
3.3 Zusammenfassung der Studie
4 Coaching- eine Möglichkeit zur Entlastung der Lehrkräfte?
4.1 Coaching- Was ist das?
4.2 Bereiche des Coachings
4.3 Coaching für Lehrkräfte
4.3.1 Das Freiburger Modell von Prof. Joachim Bauer
4.3.1.1 Ablauf
4.3.1.2 Die fünf thematischen Module
4.3.1.3 Bemerkungen zum Freiburger Modell
4.3.2 Lehrkräfte- Coaching in NRW
5 Supervision
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die psychischen Belastungsfaktoren im Lehrerberuf und evaluiert, inwieweit Coaching und Supervision als präventive und unterstützende Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von Lehrkräften beitragen können.
- Psychische Belastungssituation im Lehrerberuf
- Die Potsdamer Lehrerstudie (Ergebnisse und Bewältigungsmuster)
- Methoden der bedingungs- und personenbezogenen Intervention
- Das Freiburger Modell von Prof. Joachim Bauer
- Implementation von Coaching in der Lehrerausbildung am Beispiel NRW
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Das Freiburger Modell von Prof. Joachim Bauer
Das Freiburger Modell soll eine Gesundheitsprävention durch Stärkung der Beziehungskompetenz bewirken. Dazu sollen so genannte „Lehrer- Coachinggruppen“ erstellt werden, welche dann von speziell geschulten Coaches, die eine abgeschlossene psychotherapeutische Ausbildung haben, betreut und unterstützt werden. Bauer stellte zunächst heraus, dass Beziehungen einen Einfluss auf neurobiologische und medizinische Abläufe haben (vgl. Bauer, 2007).
„Da fortgesetzt gestörte Beziehungsabläufe den Menschen krank werden lassen, kommt in Berufen, in denen das Beziehungsgeschehen eine herausgehobene Rolle spielt, vorbeugenden Maßnahmen gegen psychosomatische Erkrankungen eine besondere Rolle zu. Dies betrifft in besonderem Maße den Lehrerberuf“ (Bauer, 2007).
Ebenfalls bekannt sind ihm die Hauptbelastungsfaktoren der zu großen Klassen und schlechtem Schülerverhalten als Hauptbelastungsfaktor.
In den Lehrer- Coachinggruppen soll unter anderem ein Perspektivwechsel stattfinden, um neue Einsichten über die problematischen Beziehungsmuster zu erlangen. Ebenfalls soll die Kooperation sowohl zwischen Lehrkräften und Schülern als auch im Kollegium gefördert werden (vgl. Bauer, 2007).
Das Programm nach dem Freiburger Modell ist sowohl für Lehrkräfte als auch für Studierende und Referendare geeignet und bereits erfolgreich evaluiert. Die Gruppen bestehen aus maximal zwölf Teilnehmern entweder von einer oder auch von verschiedenen Schulen. Der Coach –oder auch Moderator- hat neben einer Psychotherapieausbildung auch ein spezielles Vorbereitungstraining durchgeführt. Es werden zehn Doppelstunden mit jeweils mindestens 90 Minuten durchgeführt, die mindestens monatlich stattfinden sollten. Die Kosten von durchschnittlich 15 Euro pro Doppelstunde können sogar als Fort- und Weiterbildung abgesetzt werden (vgl. Bauer, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die psychischen Belastungen von Lehrkräften und stellt Coaching sowie Supervision als Lösungsansätze vor.
2 Belastungsfaktoren im Lehrerberuf: Es werden zentrale Stressfaktoren wie Klassengröße, Arbeitszeit, Berufsimage und Qualifikationsdefizite analysiert.
3 Die Potsdamer Lehrerstudie: Diese Studie untersucht Belastungssituationen mittels Bewältigungsmustern und leitet Interventionsmöglichkeiten ab.
4 Coaching- eine Möglichkeit zur Entlastung der Lehrkräfte?: Dieses Kapitel definiert Coaching, stellt das Freiburger Modell vor und erläutert die Implementierung in Nordrhein-Westfalen.
5 Supervision: Hier werden Gemeinsamkeiten zwischen Coaching und Supervision als Instrumente zur Kompetenzstärkung und Entlastung hervorgehoben.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit von präventiven Coaching-Angeboten im Lehrerberuf und fordert gesetzliche Regelungen für alle Bundesländer.
Schlüsselwörter
Lehrerberuf, psychische Belastung, Burnout, Potsdamer Lehrerstudie, Bewältigungsmuster, Coaching, Supervision, Freiburger Modell, Gesundheitsprophylaxe, Lehrerausbildung, NRW, Beziehungskompetenz, Arbeitsbelastung, Interventionsmethoden, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Gesundheit von Lehrkräften und analysiert Belastungsfaktoren im Berufsalltag sowie Möglichkeiten zur Unterstützung durch Coaching und Supervision.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Analyse von Arbeitsbelastungen, die Ergebnisse der Potsdamer Lehrerstudie, das Freiburger Modell nach Prof. Joachim Bauer und die praktische Umsetzung von Coaching in der Lehrerausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Coaching und Supervision als personenbezogene Interventionsformen Lehrkräfte nachhaltig entlasten und ihre Gesundheit sowie Kompetenzen stärken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung psychologischer Studien und Konzepte, insbesondere die Potsdamer Lehrerstudie und das Freiburger Modell, sowie auf fachspezifische Literatur zur Lehrergesundheit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Belastungsfaktoren im Lehrerberuf identifiziert, anschließend die Potsdamer Lehrerstudie detailliert dargestellt und darauf aufbauend Coaching und Supervision als Entlastungsmöglichkeiten untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lehrergesundheit, Bewältigungsmuster, Coaching, Supervision, Freiburger Modell, psychische Belastung und Prävention.
Was unterscheidet das Freiburger Modell von anderen Ansätzen?
Das Modell basiert auf einer starken wissenschaftlichen Evaluation und legt den Fokus explizit auf die Stärkung der Beziehungskompetenz, um psychosomatischen Erkrankungen bei Lehrkräften vorzubeugen.
Wie wird Coaching in Nordrhein-Westfalen umgesetzt?
In NRW ist Coaching durch ein Lehrerausbildungsgesetz als personenorientierte Beratung fest in die Ausbildung integriert, um die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit frühzeitig zu fördern.
Warum spielt die Beziehungskompetenz eine so zentrale Rolle?
Laut Bauer haben Beziehungen einen direkten Einfluss auf neurobiologische und medizinische Abläufe; gestörte Beziehungsabläufe sind ein Hauptgrund für psychosomatische Erkrankungen im Lehrerberuf.
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- Magnus Düe (Author), 2015, Coaching im Lehrerberuf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430762