Diese Arbeit behandelt das Thema Selbstgesteuertes Lernen im Berufsorientierungsunterricht, im Besonderen während der Berufspraktischen Tage, am Beispiel der freien Portfolioarbeit.
Anfangs wird auf die theoretischen Grundlagen des Selbstgesteuerten Lernens, des Berufsfindungsprozesses und die Prinzipien der Portfolioarbeit eingegangen. Diese Begriffe werden nicht nur definiert sondern von mehreren Blickwinkeln näher beleuchtet. Dabei wird unter anderem auch auf den Berufsentscheidungsprozess und auf die verschiedenen Portfolioarten eingegangen.
Der empirische Teil der Modularbeit widmet sich der Hauptforschungsfrage: „Wie hilfreich ist das Nachdenken über die Berufspraktischen Tage?“. Nach der Beschreibung des Forschungsvorgehens kommt es zur Datenauswertung und Interpretation.
Das Selbstgesteuerten Lernen ist eine besondere Form des Lernens. Die Schülerinnen und Schüler leiten den Prozess nahezu selbst. Die Verantwortung liegt also bei den Jugendlichen selbst. Sie sollen selbstständig die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen koordinieren, sich die Lernzeit selbst einteilen und Lernaktivitäten planen und organisieren können.
Besonders bei der freien Portfolioarbeit können die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen und gleichzeitig das Gelernte reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Erkenntnis- und Praxisinteresse, pädagogische Relevanz
1.2 Forschungsfrage
1.3 Methodische Vorgangsweise
2 Das selbstgesteuerte Lernen
2.1 Entwicklung des selbstgesteuerten Lernens
2.1.1 Lernen als konstruktiver Prozess
2.2 Wie wird selbstgesteuert gelernt?
2.2.1 Prozessmerkmale des selbstgesteuerten Lernens
3 Der Berufsfindungsprozess
3.1 Berufsorientierung
3.1.1 BO-Lehrplan und BO-Stufenplan
3.2 Berufswahlentscheidung
3.2.1 Zentrale Faktoren der Berufswahlentscheidung
4 Die Portfolioarbeit
4.1 Entwicklung des Portfolios
4.2 Die drei Prinzipien der Portfolioarbeit
4.3 Die Portfoliotypen
4.4 Die methodisch-didaktischen Bedingungen der Portfolioarbeit
4.4.1 Veränderte Lehrer-Schüler-Rolle
5 Empirische Studie
5.1 Rahmenbedingungen und Einschränkungen
5.2 Datenerhebung
5.2.1 Auswahl der Forschungsmethoden
5.2.2 Datenerhebung und Auswertung
5.2.3 Auswahl der Stichprobe
5.3 Datenauswertung
5.3.1 Auswertung und Analyse der freien Portfolios
5.3.2 Auswertung und Analyse der Fragebögen
5.4 Ergebnisse und Interpretation
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das freie Portfolio als Instrument des selbstgesteuerten Lernens Schülerinnen und Schüler während ihrer Berufspraktischen Tage zum Nachdenken und Reflektieren anregt und welchen Beitrag dieser Prozess zur Berufsfindung leistet.
- Theoretische Grundlagen des selbstgesteuerten Lernens
- Prozess der Berufsfindung und Berufswahlentscheidung
- Konzept und Prinzipien der Portfolioarbeit
- Empirische Analyse der Reflexionsprozesse bei Jugendlichen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Lernen als konstruktiver Prozess
Viele didaktische Modelle haben den Grundsatz, dass das Wissen der Lehrperson eins zu eins an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben wird. Der allgemeine Lehrgrundsatz heißt in vielen Schulen: von den einfachen Aufgaben zu den schweren Aufgaben. Die Jugendlichen sollen zuerst leichtere Aufgaben lösen und verstehen können, bevor die Lehrperson komplexere Beispiele aufgibt. (vgl. WIEDENHORN 2006, S. 13)
Sieht man diese Vorgehensweise aus der konstruktivistischen Sicht ist diese Annahme nicht möglich. (vgl. WIEDENHORN 2006, S. 13)
„Die Gehirnforschung der letzten Jahre hat sich mit den Vorgängen beim Lernen auseinandergesetzt und erkannt, was in der Reformpädagogik längst klar war. Es gibt keinen Nürnberger Trichter: Wer lernen will, muss es tun.“ (SALNER-GRIDLING 2009, S. 17)
„Der Konstruktivismus ist eine Lerntheorie, deren Kernthese lautet, dass jeder Lernende aufgenommene Informationen nach ganz eigenen Strukturen abspeichert und ordnet, wodurch sich eine individuelle Logik des Denkens entwickelt.“ (WIEDENHORN 2006, S. 12-13)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die pädagogische Relevanz des selbstgesteuerten Lernens und führt in die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit ein.
2 Das selbstgesteuerte Lernen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln und Merkmale des selbstgesteuerten Lernens und betont die aktive Rolle des Lernenden.
3 Der Berufsfindungsprozess: Es werden die Grundlagen der Berufsorientierung und die zentralen Faktoren der Berufswahlentscheidung bei Jugendlichen dargestellt.
4 Die Portfolioarbeit: Dieses Kapitel definiert das Portfolio als Lernmedium und erläutert seine Prinzipien, Typen und methodisch-didaktischen Anforderungen.
5 Empirische Studie: Die Studie präsentiert das Forschungsdesign, die Datenerhebungsmethoden (Portfolioanalyse und Fragebogen) sowie die Auswertung der Ergebnisse bei 22 Schülerinnen und Schülern.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung des reflexiven Prozesses für nachhaltiges Lernen in der Berufsorientierung.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Portfolioarbeit, Berufsorientierung, Berufsfindungsprozess, Berufswahlentscheidung, Reflexion, Empirische Studie, Inhaltsanalyse, Schüler, Lernprozess, Reflexionskompetenz, Berufspraktische Tage, Konstruktivismus, Lernbegleiter, berufliche Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des selbstgesteuerten Lernens mittels freier Portfolioarbeit bei Jugendlichen während ihrer Berufspraktischen Tage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind selbstgesteuertes Lernen, der Berufsfindungsprozess und die methodische Umsetzung von Portfolioarbeit in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu untersuchen, wie hilfreich das Nachdenken über die Berufspraktischen Tage für Schülerinnen und Schüler ist und welche Aspekte ihnen dabei am wichtigsten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt qualitative Forschungsmethoden, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring für die Portfolioauswertung sowie eine Befragung mittels Fragebogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Durchführung einer empirischen Studie mit 22 Jugendlichen und die Analyse ihrer Portfolios und Antworten beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Selbstgesteuertes Lernen, Portfolioarbeit, Berufsorientierung, Berufsfindungsprozess und Reflexion.
Wie unterscheidet sich die Gestaltung des freien Portfolios bei den Schülern?
Die Untersuchung zeigt eine Vielfalt in der Form: Einige nutzten den PC, andere bevorzugten Papier in Form von Zetteln, Mappen oder Heften, da keine expliziten Vorgaben gemacht wurden.
Warum wurde ein Fragebogen mit offenen Fragen gewählt?
Die Wahl der offenen Fragen ermöglichte einen tieferen Einblick in die persönlichen Reflexionsprozesse der Schüler, da keine vorgefertigten Antwortmuster existierten.
Welche Erkenntnisse lieferte die Untersuchung zur Hilfe des Portfolios?
Etwa die Hälfte der Befragten empfand das Reflektieren als hilfreich für ihren Erkenntnisgewinn, während die andere Hälfte keinen direkten Wissenszuwachs durch das Nachdenken feststellen konnte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Selbstgesteuertes Lernen während der Berufspraktischen Tage am Beispiel der freien Portfolioarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430910