Diese Arbeit umfasst ein unabhängiges Praxisprojekt, welches Ich mir eigenständig und ausführlich überlegt habe. Ich werde hierbei einen Unterrichtsentwurf planen, den ich anschließend mit einer kleinen Gruppe neun bis zehnjähriger Kinder einer vierten Klasse durchführe. Es wird eine lange Schulstunde lang (90 Minuten) praktischer Philosophie Unterricht stattfinden, den ich anschließend reflektiere. Hierbei werde ich erwartete als auch unerwartete Konflikte beschreiben und analysieren, positive Aspekte in der philosophischen Arbeit mit Kindern herausstellen und feststellen, inwieweit mein Unterrichtsentwurf anwendbar war, beziehungsweise was ich daran verändern muss, damit er für praktischen Unterricht eingesetzt werden kann. Die Arbeit umfasst daher einen theoretischen, als auch praktischen Teil, was den Vorteil hat, dass ich mich beiderseits weiterentwickeln, und dem Lehrerberuf so näher kommen kann. Da ich privat Nachhilfe in den Fächern Mathematik, Englisch, Latein und Französisch gebe, habe ich bislang viel Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen der Jahrgangsstufen eins bis zwölf sammeln können. Mit denselben SchülerInnen aber statt Mathematik-Unterricht nun Philosophie-Unterricht zu konstruieren und durchzuführen ist neu. Dies zusätzlich in einer nur teilweise homogenen Gruppe von Kindern durchzuführen ist für mich auch eine Herausforderung, die sich aber von ihrer konstruktiven Seite zeigt. Die Gruppe SchülerInnen ist von Alter, Jahrgangsstufe und Wohnort homogen, jedoch ist sie in Bezug auf Geschlecht, Bildung und Schule heterogen. So leben zwar alle der Kinder in nördlichen Stadtteilen von Köln und sind alle neun bis zehn Jahre alt und besuchen die vierte Klasse, jedoch besuchen nicht alle Gruppenmitglieder dieselbe Grundschule, oder sind in Parallelklassen einer Schule. Dadurch, dass sie noch nicht ins mehrgliedrige Schulsystem ab Klasse 5 unterteilt wurden, sind vom Bildungsniveau, als auch vom Intelligenzquotienten, verschiedenste Kinder Teil des Projekts. Es gibt Jungen als auch Mädchen, einer der Schüler hat ADHS, das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Ich bin gespannt welche neuen Erkenntnisse dieses Projekt bringen wird und welche Konsequenzen ich daraus ziehen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Idee zur Arbeit und Ausblick
2. Beschreibung der Lernsituation
2.1. Vorstellung der SchülerInnen
2.2. Ort, Zeit und Sitzordnung der Gruppe
3. Unterrichtsentwurf zur einzelnen Stunde
3.1. Formalia
3.2. Sachanalyse
3.3. Thema und Ziele der Einzelstunde
3.4. Verlaufsplan
3.5. Didaktische und methodische Überlegungen
4. Fazit zum Projekt
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema Philosophie in einer vierten Grundschulklasse, um zu untersuchen, wie sich Kinder in diesem Alter philosophischen Fragestellungen nähern und welche Erkenntnisse sie dabei über das Menschsein gewinnen.
- Praktische Erprobung philosophischer Unterrichtsinhalte in der Primarstufe
- Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Individuen
- Reflexion über die anthropologische Abgrenzung des Menschen vom Tier
- Förderung von Sozial- und Sachkompetenz durch Gruppen- und Einzelarbeit
- Evaluation der methodischen Eignung eines Unterrichtsprojekts außerhalb des regulären Schulrahmens
Auszug aus dem Buch
3.2.Sachanalyse
Die Lehre vom Menschen wird in unterschiedlichen Wissenschaften untersucht. So beschäftigen sich Soziologen mit der gesellschaftlichen Rolle und Existenz der Menschen, wohin gegen Psychologen das Seelenleben und das Denken der Menschen untersuchen. Die Mediziner beschäftigen sich mit der Anatomie des Menschen und dessen Körper. In der Philosophie wird nach dem Wesen des Menschen, die zentrale Frage ist also: Was ist der Mensch? Was ist der Wesenskern des Menschen? Was macht den Menschen zum Menschen und unterscheidet ihn vom Tier? Wie kommt es, dass jeder Mensch ein Individuum ist und sich von anderen unterscheidet? Viele Philosophen haben sich mit diesem Thema auseinander gesetzt und haben dabei herausgestellt, dass der Mensch ein Lebewesen ist, dass sich moralisch verhalten kann/ moralisch verhält, das ein Bewusstsein hat, zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, Hoffnung und Glaube kennt und zusätzlich angeborene Instinkte hat. Menschen können aus Erfahrung, die sie in der Vergangenheit gesammelt haben, lernen und diese Erkenntnis nutzen, um die Gegenwart beziehungsweise Zukunft zu beeinflussen.
Menschen tun Dinge nicht, wie Tiere, rein aus praktischen Zwecken, sondern teils auch für ästhetische Freude und seelisches Wohlbefinden. So sind Menschen die einzigen auf der Erde lebenden Wesen, die theoretische und praktische Entwicklungen betreiben, die nach Glück streben und deren Existenz sich nicht rein um die Fortpflanzung und deren Erhalt kümmern. Außerdem unterscheiden sich Menschen insofern von Computern, dass sie Ruhezeiten brauchen, Gefühle haben und mehr tun als einfach nur zu „funktionieren“. Der Mensch ist abhängig von der Gesellschaft und kann nicht für sein gesamtes Leben ein Einzelwesen darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Idee zur Arbeit und Ausblick: Die Autorin beschreibt ihre Motivation für das Projekt, die Zielsetzung der Hausarbeit sowie die heterogene Zusammensetzung der Lerngruppe.
2. Beschreibung der Lernsituation: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der SchülerInnen, die physische Umgebung des Unterrichts sowie die pädagogischen Überlegungen zur Sitzordnung.
3. Unterrichtsentwurf zur einzelnen Stunde: Hier werden die formalen Rahmenbedingungen, die philosophische Sachanalyse, die Lernziele, der detaillierte Verlaufsplan und die methodisch-didaktische Begründung dargelegt.
4. Fazit zum Projekt: Die Autorin reflektiert den Verlauf des Projekts, bewertet den Lernerfolg der Kinder und zieht Schlüsse für die zukünftige Gestaltung philosophischer Unterrichtseinheiten.
Schlüsselwörter
Praktische Philosophie, Primarstufe, Unterrichtsentwurf, Anthropologie, Mensch-Tier-Vergleich, Sachkompetenz, Sozialkompetenz, Individuum, Philosophieren mit Kindern, Lernsituation, Didaktik, Reflexion, Grundschule, Identität, Selbstkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung eines Praxisprojekts im Fach Praktische Philosophie mit einer vierten Klasse, um zu zeigen, wie Philosophie-Unterricht in der Grundschule konzipiert und umgesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die philosophische Auseinandersetzung mit dem Wesen des Menschen, die Frage nach dem Individuum sowie der Vergleich des Menschen mit Tieren und Computern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erprobung und Reflexion einer 90-minütigen Unterrichtseinheit, um zu prüfen, ob Grundschüler Interesse an philosophischen Fragen zeigen und wie sich diese in der Praxis bearbeiten lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem explorativen Ansatz, der Theorie (Sachanalyse) mit einer praktischen Unterrichtsplanung, Durchführung und anschließender pädagogischer Reflexion verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Doppelstunde, inklusive einer Sachanalyse zu anthropologischen Fragestellungen und einem methodischen Verlaufsplan für die Gruppenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Praktische Philosophie, Primarstufe, Unterrichtsentwurf, Anthropologie, Sach- und Sozialkompetenz sowie die Reflexion der pädagogischen Interaktion.
Warum wurde das Esszimmer als Unterrichtsort gewählt?
Die Wahl der Räumlichkeiten diente dazu, eine für alle Kinder neutrale Atmosphäre zu schaffen und Ablenkungen durch das häusliche Umfeld der SchülerInnen zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Sitzordnung für den Lernerfolg?
Die Sitzordnung wurde bewusst so gewählt, dass Mädchen und Jungen gemischt sitzen und die Lehrperson zwar auf Augenhöhe agiert, sich aber dennoch durch ihre Position als pädagogische Leitung abgrenzt, um das soziale Miteinander zu fördern.
Wie wurde mit der Heterogenität der Kinder umgegangen?
Die Autorin nutzte die heterogene Zusammensetzung bewusst, um durch offene Fragestellungen und Partnerarbeit die Sozialkompetenz zu stärken und jedem Kind Raum für individuelle Beiträge zu geben.
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- M. ed. Anna-Lea Fischer (Autor), 2015, Philosophie-Unterricht in der Primarstufe?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430978