Das Internet und seine Diffusion. Von der Institutionalisierung und Nutzung des Mediums


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungsgeschichte/ historischer Rückblick der Entstehung des Mediums Internet

3 Diffusion des Mediums Internet
3.1 Allgemeine Diffusionstheorie nach Rogers
3.2 Diffusion und Institutionalisierung des Mediums Internet

4 Nationale und internationale Nutzung, Strukturen und regionale Verteilungsmuster des Internets im Zeitverlauf
4.1 Internetnutzung in Deutschland
4.2 Internetnutzung im internationalen Vergleich

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ein Großteil der Bevölkerung Europas sieht das Internet heutzutage als festen und selbstverständlichen Bestandteil des alltäglichen Lebens. Es hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre so schlagartig wie kein anderes Medium zuvor zu einer festen Institution gewandelt, deren Umgang immer öfter vorausgesetzt wird und großen Einfluss auf das Alltagsgeschehen ausübt. Im Rahmen der Arbeit soll die Entstehung und Diffusion des Internets aufgezeigt werden.

Die historische Entwicklung des Mediums dient dazu, dem Leser einen anfänglichen Überblick hinsichtlich der Entstehung des Untersuchungsgegenstands zu verschaffen. Direkt im Anschluss soll der direkte Verbreitungsprozess des Internets aufgeschlüsselt, erklärt und begründet werden. Die Diffusionstheorie Rogers definiert vorab den allgemeinen Verbreitungsprozess von Innovationen innerhalb einer Gesellschaft und macht verständlich, welchen Entwicklungsgang Innovationen stufenweise durchlaufen müssen, bis sich ihr Innovationscharakter endgültig verlieren kann. Entsprechend dieser Theorie wird nun auch die Diffusion des Internets erklärt und in Prozess-Schritte unterteilt werden. Im nächsten Teil der Arbeit stehen nunmehr die Nutzer, als das Medium im Vordergrund. Haben Alter, Geschlecht, Bildung und Herkunft der User heutzutage noch einen Einfluss auf die Nutzung des Mediums? Und - wie intensiv und für welche Zwecke genau wird es verwendet? Um die „Antworten“ auf all diese Fragen möglichst übersichtlich zu präsentieren, werden entsprechende Forschungsergebnisse zuerst nur auf nationaler, dann erst auf internationaler Basis untersucht und kommuniziert. Die Ergebnisse und Zahlen gründen hauptsächlich auf Statistiken und Studien der letzten Jahre, welche im letzten Teil der Arbeit auch die Basis für eine kurze Zukunftsprognose der Institution Internet bilden.

2 Entstehungsgeschichte des Mediums Internet

Im Jahr 1964 verfolgte Paul Baran erstmals die Vision einer vollständig dezentralen Netzwerkkommunikation.1 Fünf Jahre später -1969, entwickelte die DARPA, eine militärische Forschungseinrichtung der USA ein solch dezentrales Computernetzwerk, bestehend aus Vier Rechnern um militärische Software und Datenbanken miteinander zu teilen. Dieser Netzwerkverbund mit dem Namen ARPANET wurde zum Vorbild für viele folgende Computernetzwerke und bildete somit den Ursprung für die endgültige Entstehung des Internets 1983.2 Die erste Form des Internet war geboren.3

Zugänglich war dieses Medium anfangs jedoch hauptsächlich nur über jeweilige Arbeitgeber, Unternehmen, oder Bildungseinrichtungen. Daher beschränkte sich die Nutzung in den ersten Jahren vorerst auf ein sehr „bestimmtes“ Publikum. Diese selektiven Zugangs-Möglichkeiten schlagen sich in einer zeitweilig langsamen Implementierungsgeschwindigkeit nieder. 1990 erreicht die „Innovation Internet“ schließlich die „Critical Mass“ und die Nutzung steigt schlagartig stark an. Critical Mass ist ein entscheidendes Konzept, um die Eigenschaften des Diffusionsprozesses von Innovationen zu verstehen. Sie entsteht dann, wenn eine Innovation so häufig institutionalisiert wurde, dass sich die weitere Implementierung verselbstständigt. Die Critical Mass muss anfangen die Innovation zu nutzen, noch bevor sich für den durchschnittlichen „Bürger“ ein Nutzen ergibt.4

Begründet wurde die Ausbreitung und Kommerzialisierung des Internets primär durch die Erfindung des WorldWideWeb, die verbesserte Programmiersprache HTML und der darauf basierenden Browser, sowie durch die stetige technische Weiterentwicklung der Endgeräte. Auch die Fokussierungen und Investitionen vieler Startup Unternehmen ins Medium Internet begünstigten diese Entwicklung zusätzlich stark.5 Die Implementierungsrate steigt 1995 erneut bezeichnend in die Höhe, als die Nutzung des Internets für kommerzielle Zwecke erstmals durch die US Regierung erlaubt wird. Verzeichnete man zum Jahr 1990 noch ca. 7 Millionen Internetnutzer, so sind es 1996 bereits 50 Millionen.6

Um das Internet für die Gesamtbevölkerung zugänglich zu machen, wurden Computer nicht nur immer leistungsfähiger, sondern auch zunehmend leichter in der Bedienung und nach und nach für den Privatgebrauch bezahlbar gemacht. Nichtsdestotrotz bestand die damalige Nutzergruppe hauptsächlich aus jungen, männlichen Besserverdienern und Akademikern. Mittlerweile wurde diese Markscheide aufgeweicht und mehr als die Hälfte der deutschen Gesamtbevölkerung surft im Internet; Tendenz steigend.7

In den darauf folgenden Jahren steigt die Verbreitung fortlaufend extrem. 2000 schätzt man die Zahl der Internetnutzer bereits auf 410 Millionen und im Jahre 2002 auf 544 Millionen. Diese Verbreitungsgeschwindigkeit ist womöglich die schnellste der Geschichte und macht das Internet zu einer riesigen und schnell steigenden Informationsquelle. Durch die steigenden Teilnehmerzahlen kann ein Mehrwert des Mediums generiert werden, welcher den Anstieg der Internetnutzung selbstständig und fortlaufend begünstigt.8

Im internationalen Vergleich fällt Internetnutzung noch lange Zeit sehr unterschiedlich aus. Dritte Welt Länder wie beispielsweise Afghanistan hatten bis zum Jahr 1998 noch garkeinen Internetanschluss. Dies kann als Ausdruck der wirtschaftlichen und politischen Unfreiheit des Landes gedeutet werden. In Ländern Schwarzafrikas bleibt die Zahl der Internetanschlüsse nach wie vor sehr gering. Diese Spaltung der Gesellschaft in informationsreich bzw. informationsarm, spiegelt Heute eindeutig die internationalen Formen sozialer Ungleichheit wieder.9

3 Diffusion des Mediums Internet

Verallgemeinert man die Verbreitung des Internets, so kann man sagen, Es hat sich von einer Innovation zu einer Art Institution entwickelt.

Die Diffusion von Innovationen auf dem Markt, war Untersuchungsgegenstand einer Vielzahl von Wissenschaftlern, welche zahlreiche Verbreitungstheorien aufstellten. Bei dieser Art der Forschung spricht man von Diffusions-Forschung. Einer dieser Theoretiker trägt den Namen Everett M. Rogers. Seine Diffusionstheorie dient als Art Orientierung, da sie im Allgemeinen auf verschiedene „Verbreitungsgegenstände“ angewandt werden kann. Somit eröffnet sie es dem Autor im Folgenden die Diffusion des Internets theoretisch zu erfassen.

3.1 Allgemeine Diffusionstheorie nach Rogers

Rogers Diffusionstheorie erklärt die Verbreitung von Innovationen auf dem Markt. „Als Innovation gelten dabei alle Ideen, Prozesse und Objekte, die für eine soziale Gruppe subjektiv als neu wahrgenommen werden“ 10 Dabei unterteilt er Personen nach der von ihnen benötigten Zeit bis diese eine Innovation annehmen bzw. in ihren Alltag integrieren. Diese unterschiedlichen Gruppen bezeichnet er als: Innovatoren, Frühe Adaptoren, Frühe Mehrheit, Späte Mehrheit und Nachzügler. Die Diffusionstheorie wird üblicherweise mit Hilfe einer Diffusionskurve graphisch dargestellt. Sie nimmt grundsätzlich die Form einer S-Kurve an. Die nachfolgende Abbildung dient als Beispiel für einen solchen S-förmigen Verlauf. Sie zeigt auf wie viel Adaption und Diffusion innerhalb eines gewissen Zeitraums stattfinden.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Diffusionskurve

Quelle: http://marketinglexikon.ch/terms/83

Dieser Innovationsentscheidungsprozess den ein Individuum dabei durchläuft besteht aus den folgenden fünf Phasen bzw. Stages: Knowledge-stage, Persuasion-stage, Decisionstage, Implementation-stage und Confirmation-stage.12

Die erste von Rogers Phasen, trägt den Titel „Knowledge-stage“, oder „Kenntnis-Phase“. Individuen oder Gruppen erfahren von der Existenz einer Innovation und versuchen erstmals deren Funktionsweise zu verstehen. Bislang findet noch kein individueller Vorgang statt; allein Wissen und Kenntnis der Innovation zählen. Sie sind grundlegend für die Motivation mehr erfahren zu wollen und wecken Interesse.

Rogers bemerkt, dass das Empfinden eines gewissen Bedarfs für diese Phase von großer Bedeutung ist. Erst dann bringt man einem Thema Aufmerksamkeit entgegen. Interessant hierbei ist auch, dass dieser subjektive Bedarf häufig erst durch neu existierende Innovationen empfunden wird. Rogers bezeichnet dieses Verhalten als „selektive Aufmerksamkeit“. Allgemein verbreiten sich Neuheiten jedoch sehr unterschiedlich auf dem Markt; was dazu führt dass bestimmte Personengruppen früher von ihnen erfahren als andere. Die Gruppe der „Früh-Wissenden“, bzw. „Early Knower“ hat eine vergleichsweise hohe Bildung, einen höheren sozialen Status, sowie mehr soziale Kontakte und nutzt die Massenmedien auf eine weltoffene Art und Weise häufiger als die durchschnittliche Bevölkerung. Daher liegt die Annahme nahe, ein „Early Knower“ müsste sich automatisch zum „Innovator“, oder „Early Adopter“ entwickeln. Dem ist jedoch nicht so. Das alleinige Wissen über eine Marktneuheit sorgt nicht zwangsläufig dafür, diese in den eigenen Alltag zu übernehmen.13

Nachdem eine Person über die Existenz der Innovation in Kenntnis gesetzt wurde, formt sie hiernach eine entweder positive oder negative Einstellung gegenüber der Innovation. Diese Überzeugungsphase trägt den Titel „Persuasion-Stage“. Ab dieser Phase ist das Individuum psychisch mehr involviert. Es sucht aktiv nach weiteren Informationen, entscheidet welche glaubwürdig sind und wie es diese interpretiert. Über die allgemeine Wahrnehmung einer Innovation entscheiden meist deren Komplexität und Kompatibilität, sowie zukünftige, relative Vorteile für den Annehmenden.

[...]


1 Vgl. Stöber 2003, S. 165

2 Vgl. Rogers 2003, S. 346

3 Vgl. Stöber 2003, S. 164 f.

4 Rogers 2003, S. 346- 349

5 Rogers 2003, S. 346

6 Rogers 2003, S. 346

7 Vgl. Stöber 2003, S. 169 f.

8 Rogers 2003, S. 346

9 Vgl. Stöber 2003, S. 168

10 Rogers 2003, S. 168

11 Vgl. http://marketinglexikon.ch/terms/83

12 Vgl. Rogers 2003, S. 169 f.

13 Vgl. Rogers 2003, S. 171 ff.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das Internet und seine Diffusion. Von der Institutionalisierung und Nutzung des Mediums
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V431671
ISBN (eBook)
9783668740167
ISBN (Buch)
9783668740174
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internet, Diffusion, Diffusionstheorie, Rogers, Internetnutzung, Institutionalisierung Internet, Internetnutzer, Onlinenutzer
Arbeit zitieren
Amelie Lauber (Autor), 2015, Das Internet und seine Diffusion. Von der Institutionalisierung und Nutzung des Mediums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431671

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