Der Zusammenhang zwischen Fremdurteil und Sprachniveau wurde in der vorliegenden Studie vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes zur ‚gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit‘ von der Universität Bielefeld untersucht. Dabei wurden Erkenntnisse der Fremdwahrnehmung des Self-Compassion berücksichtigt.
Zentrale Fragestellung war der Einfluss des Sprachniveaus auf das Fremdurteil zum Self-Compassion und zur Sympathie. Neben einem positiven Zusammenhang zwischen hohem Sprachniveau und positivem Fremdurteil wurde angenommen, dass das Sprachniveau auch die Sympathie beeinflusst. Es wurden Studierende mit und ohne Migrationshintergrund von Psychologiestudierenden mittels Online-Fragebogen anhand kurzer Texte beurteilt. Zentrales Erhebungsinstrument war die Selfcompassion-Kurzskal.
In den Ergebnissen zeigte sich zwar ein Zusammenhang zwischen Sprachniveau und Sympathie, allerdings weder Zusammenhang zwischen dem Sprachniveau und dem zugeschriebenen Self-Compassion, noch bedeutsame geschlechtsspezifische Unterschiede. Die Ergebnisse implizieren die Notwendigkeit einer kognitiven Bewusstmachung vom Einfluss des Sprachniveaus auf die Sympathie vor allem für Lehrpersonen in Bewertungssituationen.
Schlüsselwörter: Self-Compassion, Sympathie, Vorurteile, Fremdwahrnehmung, sprachbasierte Vorurteile
Inhaltsverzeichnis
1. Eine gemeinsame Betrachtung von Self-Compassion und sprachbasierten Vorurteilen
2. Methode
2.1 Untersuchungsablauf
2.2 Stichprobe
2.3 Erhebungsinstrumente
2.3.1 Aufbau des Fragebogens
3. Statistische Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Hypothese I: fremdeingeschätztes Self-Compassion bei Migrationshintergrund
4.2 Hypothese II: Zusammenhang von fremdeingeschätztem Self-Compassion und Geschlecht
4.3 Hypothese III: Zusammenhang von zugeschriebener Sympathie und Migrationshintergrund
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Sprachniveaus auf die Fremdwahrnehmung von Studierenden, insbesondere im Hinblick auf die Zuschreibung von Self-Compassion (Selbstmitgefühl) und Sympathie durch Außenstehende.
- Zusammenhang zwischen Sprachniveau und Fremdwahrnehmung
- Rolle von Self-Compassion in der Beurteilung anderer Personen
- Einfluss von Migrationshintergrund auf die Sympathiezuschreibung
- Relevanz von Vorurteilen im universitären Kontext
- Methodik der Fremdeinschätzung mittels standardisierter Skalen
Auszug aus dem Buch
Eine gemeinsame Betrachtung von Self-Compassion und sprachbasierten Vorurteilen
Die vorliegende psychologisch-statistische Untersuchung möchte aufzeigen, inwiefern sich unsere Fremdwahrnehmung bei den Personen ändert, die die deutsche Sprache noch nicht auf hohem Niveau beherrschen.
Zunächst hängt diese Wahrnehmung unter anderem davon ab, welches Self-Compassion wir unserem Gegenüber zuweisen. Das Merkmal Self-Compassion wurde erstmals von Neff (2003a, 2003b) aus buddhistischen Philosophie in die Psychologie eingeführt.
Hupfeld und Ruffieux (2011) bezeichnen Self-Compassion als „eine positive Grundeinstellung gegenüber der eigenen Person in schwierigen Lebenssituationen“ (S. 115). Es stellt also die Fähigkeit dar, Fehlschläge oder negative Ereignisse zu bewältigen und dabei ein positives Selbstgefühl zu behalten. In ähnlicher Weise definieren es auch Wörfel, Gusy und Lohmann (2014): „Diese Fähigkeit, auf kritische Ereignisse und eigene Unzulänglichkeiten verständnisvoll, nicht wertend zu reagieren und diese positiv zu bewältigen, wird mit dem Begriff Selbstmitgefühl („self-compassion“) bezeichnet“ (S. 49).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine gemeinsame Betrachtung von Self-Compassion und sprachbasierten Vorurteilen: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen von Self-Compassion und Vorurteilen ein und erläutert deren Bedeutung für die Fremdwahrnehmung.
2. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobengewinnung am Studienkolleg sowie die verwendeten Erhebungsinstrumente zur Messung von Self-Compassion und Sympathie.
3. Statistische Auswertung: Hier wird das methodische Vorgehen bei der statistischen Analyse der erhobenen Daten dargelegt, einschließlich der berücksichtigten Stichprobengrößen.
4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die statistischen Resultate zu den drei aufgestellten Hypothesen präsentiert und deren Signifikanz bewertet.
5. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der aktuellen Forschungslage und beleuchtet die Grenzen sowie Implikationen der durchgeführten Untersuchung.
Schlüsselwörter
Self-Compassion, Sympathie, Vorurteile, Fremdwahrnehmung, sprachbasierte Vorurteile, Migrationshintergrund, Fremdurteil, Menschenfeindlichkeit, Psychologie, Integration, Sozialpsychologie, Sprachniveau, Selbstmitgefühl, Stereotype, Bewertungsprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Sprachniveau einer Person auf die Fremdwahrnehmung durch andere hat, insbesondere im Kontext von Migrationshintergrund.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologische Konstruktvalidität von Self-Compassion, die Auswirkungen von Sympathiezuschreibungen und die Analyse von Vorurteilen im universitären Umfeld.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob ein niedrigeres Sprachniveau oder ein Migrationshintergrund dazu führt, dass Personen von Außenstehenden als weniger sympathisch oder weniger kompetent in Bezug auf Selbstmitgefühl wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Studie mit Online-Fragebögen und Erhebungen in Papierform durchgeführt, bei der Teilnehmer mittels der Self-Compassion-Kurzskala (SCS-SF) und Sympathie-Ratings beurteilt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konzepte, die Beschreibung des Untersuchungsdesigns und die statistische Auswertung der Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Self-Compassion, Sympathie, Vorurteile und Fremdwahrnehmung beschreiben.
Warum konnte kein signifikanter Unterschied beim Self-Compassion festgestellt werden?
Die Autoren vermuten, dass die Störvariable der sozialen Erwünschtheit bei den psychologisch geschulten Beurteilen die Ergebnisse verzerrt haben könnte.
Welche praktische Relevanz haben die Ergebnisse für Lehrpersonen?
Die Studie verdeutlicht, dass Lehrpersonen sich bewusst sein sollten, wie stark Sympathie durch Sprachniveau beeinflusst werden kann, um eine objektive Leistungsbewertung nicht zu gefährden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Sprachbasierte Vorurteile. Zusammenhang zwischen Sprachniveau und Fremdurteil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432080