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Besser essen lernen. Partizipation als Weg zu einer nachhaltigen Esskultur?

Titel: Besser essen lernen. Partizipation als Weg zu einer nachhaltigen Esskultur?

Bachelorarbeit , 2013 , 56 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franziska Detsch (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Essen und Trinken zählen zu den grundlegendsten Bedürfnissen. Welche Nahrungsmittel wir erzeugen, wie wir sie zubereiten sowie in welcher Weise und in welchen Situationen wir sie zu uns nehmen, ist größtenteils von sozialen Faktoren abhängig. Entscheidungen, die rund um die Nahrungsaufnahme getroffen werden, haben zugleich weitreichendere Auswirkungen auf ökonomische und ökologische Zusammenhänge und werden z.B. im Zusammenhang mit Klimawandel und einem überlasteten Gesundheitssystem diskutiert.

Die Reflexion der vielschichtigen Zusammenhänge und Auswirkungen unseres Esshandelns wirft die Fragen auf, ob ein gesellschaftsumfassender Wandel der Esskultur möglich ist und wie dieser sich gestalten könnte. Das normative Moment einer notwendigen Veränderung zu einer für Mensch und Umwelt nachhaltigeren Esskultur bildet das Motiv dieser Bachelorarbeit, deren zentrale Fragestellung lautet: Wie kann eine gesunde und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Esskultur entstehen?

Ein einmal erlerntes und habitualisiertes Esshandeln zu ändern, bedarf einer tiefgreifenden Veränderung der individuellen Bedeutungszuschreibung zum Essen. Folgt man dem sozialisazionstheoretischen Ansatz, so stellen Familie und Kindertagesstätte die wohl prägendsten Institutionen der kindlichen Ernährungsbildung dar. Die These dieser Arbeit ist, dass ein umfassender Wandel der Esskultur sich nur einstellen kann, wenn Kinder und Erwachsene an einer nachhaltigen Ernährungsgestaltung durch Wissenserwerb und die praktische Mitgestaltung und Mitbestimmung über das eigene Ernährungshandeln in den jeweiligen Lebenswelten partizipieren können.

In dieser Arbeit werden anhand einer qualitativ-empirischen Untersuchung die Esskulturen unterschiedlicher Familien im privat-familiären und im halböffentlich-institutionellen Umfeld der Kita analysiert, um die Bedeutung von Partizipationsprozessen für die Herausbildung einer gesünderen und nachhaltigeren Esskultur aufzuklären. Dafür erfolgt eine Erläuterung zentraler Begriffe und die Reflexion von theoretischen Konzepten der Sozialität des Essens, der Sozialisation und des nachhaltigen Esshandelns. Es schließt sich die Beschreibung des methodischen Vorgehens im Rahmen der empirischen Untersuchung an. Anschließend erfolgen die Analyse von Leitfadeninterviews mit Elternteilen und die kategorienbasierte Systematisierung der Ergebnisse. Die Arbeit schließt mit einem Fazit im Rückbezug auf die aufgestellten Forschungsthesen sowie den Forschungsperspektiven.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Essen und Ernährung

2.2 Esskultur

2.3 Nachhaltigkeit

2.4 Partizipation

3 Reflexion der theoretischen Ausgangspunkte

3.1 Sozialisation in den Institutionen Familie und Kita

3.2 Sozialität des Essens

3.3 Nachhaltiges Esshandeln

4 Methodisches Vorgehen im Forschungsprozess

4.1 Forschungsinteresse

4.2 Fallauswahl

4.3 Datenerhebung

4.4 Datenauswertung

5 Analyse des Datenmaterials

5.1 Wie gestaltet sich die familiäre Esskultur?

5.2 Wie gestaltet sich die kitainterne Esskultur?

5.3 Welche partizipativen Ansätze sind beim Esshandeln zu erkennen?

6 Fazit

7 Forschungsperspektiven

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie eine gesunde und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Esskultur entstehen kann. Im Zentrum steht die Frage, welche Bedeutung Partizipationsprozesse von Eltern und Kindern in Familie und Kindertagesstätte für die Herausbildung eines nachhaltigen Esshandelns haben und wie durch Wissenstransfer und aktive Mitgestaltung etablierte Ernährungsmuster gewandelt werden können.

  • Qualitativ-empirische Analyse von drei Familien
  • Sozialisation in den Institutionen Familie und Kita
  • Verknüpfung von Ernährungsalltag und Nachhaltigkeit
  • Bedeutung der Partizipation für die Ernährungsbildung
  • Fallkontrastierende Untersuchung von Esskulturen

Auszug aus dem Buch

Die Struktur der Esssituationen

In den Familien von I_1 und I_2 wird das Frühstück meistens gemeinsam eingenommen. In der Familie von I_3 frühstücken die Kinder hingegen in der Kita. In allen drei Familien wird aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern meistens abends eine warme Mahlzeit gekocht und es wird versucht, dass alle Familienmitglieder anwesend sind, was nicht immer realisierbar ist. Am Wochenende werden meistens alle Mahlzeiten gemeinsam verbracht. Bei I_1 und I_2 variieren je nach Unternehmungen und Hungergefühl der zeitliche Rhythmus der Mahlzeiten und das Speisenangebot. I_1 geht relativ oft in Restaurants essen, I_2 hingegen sehr selten.

Die Aussagen zeigen, dass die Erwerbstätigkeit beider Elternteile und die Möglichkeiten der eigenverantwortlichen Freizeitgestaltung am Wochenende zu einer Veränderung der traditionellen, dreigeteilten Mahlzeitenstruktur führen. Es findet zum Einen eine zeitliche Flexibilisierung der Mahlzeiten statt und zum Anderen erfolgt von Montag bis Freitag eine Auslagerung des Frühstücks und des Mittagessens in die Kita. Das folgende Zitat verdeutlicht, dass zwar der Anspruch besteht, das traditionelle Mahlzeitenschema aufrecht zu erhalten, dies jedoch kaum möglich ist:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels der Esskultur hin zu mehr Nachhaltigkeit und definiert die zentrale Forschungsfrage.

2 Begriffsdefinitionen: Es werden die zentralen Begriffe Essen, Ernährung, Esskultur, Nachhaltigkeit und Partizipation theoretisch bestimmt, um ein einheitliches Verständnis für die Untersuchung zu schaffen.

3 Reflexion der theoretischen Ausgangspunkte: Dieses Kapitel verknüpft sozialisationstheoretische Ansätze mit der Sozialität des Essens und dem Konzept der Nachhaltigkeit, um einen theoretischen Rahmen für die empirische Analyse zu bilden.

4 Methodisches Vorgehen im Forschungsprozess: Die Arbeit legt ihr qualitativ-empirisches Design offen, das auf leitfadengestützten Interviews basiert und mittels inhaltlich strukturierender Analyse ausgewertet wird.

5 Analyse des Datenmaterials: Die Analyse untersucht fallorientiert und kategorienbasiert die Gestaltung familiärer und kitainterner Esskulturen sowie das Ausmaß partizipativer Ansätze.

6 Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbeziehung von Eltern und Kindern den Wandel der Esskultur beschleunigen kann, wobei jedoch unterschiedliche Wertvorstellungen ein hohes Konfliktpotenzial bergen.

7 Forschungsperspektiven: Aus den Erkenntnissen der explorativen Studie werden Ansätze für weiterführende, breiter angelegte wissenschaftliche Forschungen abgeleitet.

Schlüsselwörter

Esskultur, Ernährung, Nachhaltigkeit, Partizipation, Sozialisation, Familie, Kita, Esshandeln, qualitative Forschung, MAXQDA, Gesundheitsförderung, Ernährungsbildung, Konsumverhalten, Mahlzeitenstruktur, Alltagspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie eine gesunde und nachhaltige Esskultur durch Partizipationsprozesse in Familie und Kindertagesstätte gefördert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Sozialisation in Familie und Kita, die soziale Bedeutung von Mahlzeiten sowie die Möglichkeiten der Einflussnahme durch aktives Mitgestalten an Ernährungsentscheidungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Wie kann eine gesunde und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Esskultur entstehen?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein qualitativ-empirisches Vorgehen gewählt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit Eltern, die mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse (nach Kuckartz) ausgewertet wurden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden die Strukturen der familiären und kitainternen Esskulturen analysiert sowie die Grade der Partizipation (Informieren/Konsultieren vs. Aktive Beteiligung) der Akteure beleuchtet.

Was zeichnet die Arbeit inhaltlich besonders aus?

Besonders ist die systemübergreifende Betrachtung des Esshandelns, die sowohl die privaten Lebenswelten der Familien als auch die institutionellen Rahmenbedingungen der Kita in Bezug auf Nachhaltigkeit verknüpft.

Welche Rolle spielt das Kita-Personal in der Untersuchung?

Die Analyse zeigt, dass das Kita-Personal durch seine Haltung gegenüber Ernährungsthemen und die Organisation der Essensversorgung maßgeblichen Einfluss auf die Essgewohnheiten der Kinder und die Wahrnehmung der Eltern ausübt.

Wie gehen die untersuchten Familien mit Lebensmittelskandalen um?

Die Reaktionen variieren stark: Während einige Eltern Skandale zum Anlass für eine kritische Überprüfung und Umstellung ihres Einkaufsverhaltens nehmen, zeigen andere eine eher ambivalente Haltung, in der persönliche Gewohnheiten oder der pragmatische Faktor Zeitaufwand überwiegen.

Welches Fazit zieht die Autorin in Bezug auf Partizipation?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Partizipation von Eltern und Kindern ein zentraler Motor für den Wandel ist, da aktive Mitbestimmung das Bewusstsein für die eigene Ernährungsgestaltung und die damit verbundenen ökologischen und sozialen Konsequenzen stärkt.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Besser essen lernen. Partizipation als Weg zu einer nachhaltigen Esskultur?
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Soziologie)
Veranstaltung
Methoden der empirischen Sozialforschung
Note
1,0
Autor
Franziska Detsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
56
Katalognummer
V432539
ISBN (eBook)
9783668750258
ISBN (Buch)
9783668750265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung Esskultur Esshandeln Partizipation Beteiligung Nachhaltigkeit Sozialisation Kinder Kindertagesstätte Methoden qualitative Forschung qualitative Methoden Interviews Umwelt Gesundheit Familie empirische Untersuchung Inhaltsanalyse MAXQDA Leitfadeninterview Lebenswelt nachhaltig
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Detsch (Autor:in), 2013, Besser essen lernen. Partizipation als Weg zu einer nachhaltigen Esskultur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432539
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Leseprobe aus  56  Seiten
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