Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Jugendliche vom Rechtsextremismus bedroht sind. Um einen ausreichenden Überblick über das Themenfeld zu bekommen soll sich dem Thema auf zwei Dimensionen genähert werden. Eine wichtige Dimension stellt dabei die Sicht der rechtsextremistischen Parteien, Organisationen etc. dar. Die andere Dimension soll von der gegenüberliegenden Seite begutachtet werden, also aus Sicht der Jugendlichen.
Um diesem Vorgehen gerecht zu werden, wird sich im Kapitel 2 mit dem Phänomen des Rechtsextremismus beschäftigt. Zur Einführung in das Thema erfolgt eine begriffliche Auseinandersetzung mit den populärsten Termini. Diese setzen sich aus den Begrifflichkeiten Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus und Neonazismus zusammen. Anschließend wird sich mit einer bestimmten Strömung des Rechtsextremismus beschäftigt die bis heute aktuell ist und oft als eine unsichtbare Bedrohung verstanden wird. Die Neue Rechte. Inwiefern ist sie wirklich eine unsichtbare Bedrohung für Jugendliche und warum? Um diese Strömung ausreichend nachvollziehen zu können benötigt es ebenfalls eine historische Einordnung.
Ein weiterer wichtiger Punkt bildet sich in dem Thema des Internets. Das Internet ist für den Großteil der Jugend kaum noch wegzudenken. Notwendig ist sich damit zu beschäftigten, ob und vor allem wie Rechtsextremisten Jugendliche erreichen und sie gegebenenfalls in die „rechte Szene“ weisen.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Dimension der Jugendlichen, also wo liegen die Ursachen dafür, dass Jugendliche sich zur rechten Szene hingezogen fühlen. Dazu sollen zwei der bekanntesten Erklärungsansätze erläutert werden. Zunächst wird ein soziologischer Ansatz dargestellt. Im Kontrast dazu wird anschließend ein psychologischer Ansatz vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Phänomen Rechtsextremismus
2.1 Eine begriffliche Auseinandersetzung - Rechtextremismus, Rechtsradikalismus, Neonazismus -
2.2 Die Neue Rechte – eine unsichtbare Bedrohung für Jugendliche?
2.3 Rechtsextreme im Internet
3. Erklärungsansätze Rechtsextremismus bei Jugendlichen
3.1 Der soziologische Erklärungsansatz
3.2 Der autoritäre Charakter
3.3 Diskussion der Erklärungsansätze
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gefährdung Jugendlicher durch rechtsextremistische Tendenzen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Jugendliche vom Rechtsextremismus bedroht sind und welche Erklärungsmodelle für eine Affinität zur "rechten Szene" herangezogen werden können.
- Begriffsbestimmung von Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus und Neonazismus
- Strategien der "Neuen Rechten" und ihr Einfluss auf junge Menschen
- Rolle des Internets bei der Anwerbung und Radikalisierung Jugendlicher
- Soziologische und psychologische Erklärungsansätze für rechtsextreme Orientierungen
Auszug aus dem Buch
2.3 Rechtsextreme im Internet
Mit der Verbreitung des Internets in den 1990er Jahren veränderten sich die Kommunikationsmöglichkeiten grundlegend (vgl. Pfeiffer, 2009, S.88). Dies blieb auch den Rechtsextremisten nicht lange verborgen. So gründeten sich bald darauf zahlreiche Websites, da das World Wide Web ideal für die Propaganda-Zwecke der Rechtsextremisten war (vgl. Pfeiffer, 2009, S.90). Zunächst bestand das Ziel darin Gleichgesinnte zu erreichen, um so eine „elektronische Vernetzung der europäischen Nationalisten“ (Voigt, 1996 zit. n. Pfeiffer, 2009, S.90) herzustellen. Das World Wide Web bot und bietet noch immer eine Vielzahl an Vorteilen: Websites sind leicht zu erstellen und zu verwalten, sowohl für Seiten des Produzenten als auch für Seiten des Konsumenten (vgl. Fromm, 2008, S.281).
Ein weiterer Vorteil zeigt sich in den Möglichkeiten des Verdienstes für die Produkte der rechten Szene. Ein Online-Shop ist leicht einzurichten, dabei entstehen keine Personal- oder Mietkosten und ein Online-Shop ist nicht an Öffnungszeiten gebunden (vgl. Fromm, 2008, S.281).
Einen wesentlich entscheidenden Vorteil bildet die Internationalität des Internets, was eine strafrechtliche Verfolgung schwer gestaltet. So können beispielsweise „nach deutschem Recht strafbare Inhalte anonym über Internet-Dienstleister (Provider) im Ausland“ (Fromm, 2008, S.277) eingestellt werden. Dies fasst der deutsche Politikwissenschaftler und Journalist Thomas Pfeiffer wie folgt zusammen: „Solange Internet-Täter deutschen Boden nicht betreten, ist die deutsche Justiz nach wie vor praktisch machtlos.“ (Pfeiffer, 2006, S.167). Schuld daran seien die unterschiedlichen Wertestandards, welche auf kurze Zeit wohl auch nicht aneinander angepasst werden können (vgl. Pfeiffer, 2006, S.166).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Rechtsextremismus im Jahr 2017 und stellt das Ziel der Arbeit vor, Jugendliche als Zielgruppe rechtsextremer Strömungen zu analysieren.
2. Das Phänomen Rechtsextremismus: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, untersucht die Strategien der "Neuen Rechten" sowie die Nutzung des Internets zur Propaganda und zielgerichteten Ansprache Jugendlicher.
3. Erklärungsansätze Rechtsextremismus bei Jugendlichen: Hier werden soziologische und psychologische Theorien – insbesondere der Desintegrationsansatz und das Konzept des autoritären Charakters – kritisch diskutiert und auf ihre Aktualität geprüft.
4. Fazit: Das Fazit führt die Analysedimensionen zusammen, bewertet den Bedrohungsgrad für Jugendliche und benennt die Notwendigkeit besserer Forschungsmodelle zur Entwicklung wirksamer Gegenstrategien.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Jugendliche, Neue Rechte, Internetpropaganda, Radikalisierung, Soziologischer Erklärungsansatz, Autoritärer Charakter, Desintegration, Modernisierung, Gewaltakzeptanz, Ideologie der Ungleichheit, Politische Mimikry, Jugendarbeit, Rechtsextremismusforschung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung des Rechtsextremismus als Phänomen und dessen Auswirkungen auf bzw. Erklärungsansätzen bei Jugendlichen im Kontext der heutigen Gesellschaft.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die begriffliche Einordnung des Rechtsextremismus, die strategische Arbeitsweise der "Neuen Rechten", die Rolle digitaler Medien für rechte Propaganda sowie die wissenschaftliche Erklärung für die Radikalisierung junger Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Bedrohungsgrad des Rechtsextremismus für Jugendliche durch eine theoretische Auseinandersetzung mit bestehenden Modellen und der aktuellen Strategieentwicklung der Szene einzuschätzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit führenden soziologischen und psychologischen Theorien der Rechtsextremismusforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Phänomen Rechtsextremismus und seine Ausprägungen (Neue Rechte, Internet) erörtert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse soziologischer und psychologischer Erklärungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Desintegration, autoritärer Charakter, Internetpropaganda und Jugendschutz definiert.
Inwiefern hat das Internet die Strategien von Rechtsextremisten verändert?
Das Internet bietet anonyme Verbreitungswege, Umgehungsmöglichkeiten deutscher Rechtsnormen und eine hohe Reichweite, wobei Rechtsextremisten ihre Strategien heute weg von offensichtlichen Websites hin zu subtileren Methoden wie Lifestyle-Blogs und Humor-Seiten angepasst haben.
Was besagt die Desintegrationstheorie von Wilhelm Heitmeyer?
Heitmeyer sieht in den gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen und der damit verbundenen Handlungsunsicherheit sowie Ohnmachtserfahrungen von Jugendlichen die Ursache dafür, dass diese sich rechtsextremen Orientierungen zuwenden, um wieder Stabilität zu finden.
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- Jaqueline Miebach (Author), 2017, Rechtsextremismus. Ist die Jugend bedroht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432647