Die wichtige und zentrale Stellung der Familie in Bezug auf die Pflege und Versorgung der Demenzkranken wird auch von der Bundesregierung und vielen Hilfsorganisationen wahrgenommen, sodass sich ein breites Spektrum an Pflegemodellen und Hilfsstrukturen gebildet hat. In dieser Arbeit werden drei Perspektiven für pflegende Angehörige näher erläutert und Strategien zur Entlastung vorgestellt.
Zunächst wird auf das Syndrom Demenz eingegangen, um die unterschiedlichen Formen von Demenz aufzuzeigen, die jeweils eine individuelle Symptomatik bei den Betroffenen hervorrufen. Da der Krankheitsverlauf eine wichtige Grundlage für die möglichen Entlastungsstrategien und Hilfen für alle Betroffenen darstellt, wird anschließend ein kurzer Überblick über den wahrscheinlichen Verlauf der Alzheimer-Demenz gegeben. Dabei soll, trotz der zusammenfassenden Aufführungen der drei aufeinanderfolgenden Stadien der Krankheit, der individuell unterschiedliche Krankheitsverlauf jedes Betroffenen nicht vernachlässigt werden.
Der Hauptteil der Arbeit widmet sich der sogenannten "Angehörigenarbeit", wobei der Schwerpunkt auf mögliche Unterstützungsangebote für Angehörige, dem Umgang mit herausforderndem Verhalten und der eingeschränkten Kommunikation gelegt wird. Es werden folglich mögliche Strategien vorgestellt, die das Leben mit einer von Demenz betroffenen Person für die pflegenden Angehörigen erleichtern und das Leben der Demenzkranken lebenswerter machen können. Abschließend werden die vorgestellten Methoden reflektiert und die Ergebnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Das Syndrom Demenz
3 Krankheitsverlauf Alzheimer-Demenz
4 Demenz begegnen – Möglichkeiten für Angehörige
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Situation pflegender Angehöriger von demenzkranken Menschen auseinander, um Entlastungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den Umgang mit Verhaltensveränderungen im Alltag zu erleichtern.
- Belastungssituation pflegender Familienangehöriger
- Grundlagen und Stadien der Alzheimer-Demenz
- Unterstützungsangebote zur Entlastung von Angehörigen
- Kommunikationsstrategien im Umgang mit Demenzkranken
- Umgang mit herausforderndem Verhalten
Auszug aus dem Buch
Demenz begegnen – Möglichkeiten für Angehörige
„Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdiene – dann brauche ich es am meisten“ (Bloggerin A., 2016)
Dieses Zitat stammt von einem jungen Mädchen, welches bereits mit 15 Jahren erfahren hat, dass ihr Vater unter Alzheimer Demenz leidet. Sie beschreibt in einem Onlinetagebuch regelmäßig ihre Gefühle bezüglich der Diagnose, die Hilflosigkeit, Überforderung und vor allem Traurigkeit umfassen. (vgl. Bloggerin A., 2016) Wie ihr geht es wahrscheinlich den meisten Familien, die mit einem Menschen zusammenleben, der unter Demenz leidet. Nicht selten leiden die Familienmitglieder, die „in mindestens 80% der Fälle [...] die Betreuung und Pflege“ (Haberstroh/ Neumeyer/ Pantel, 2011, S.12) der an Demenz erkrankten Personen übernehmen, auch an der belastenden Situation. Für alle Beteiligten kommt es zu spürbaren Veränderungen in allen Bereichen des Lebens, besonders die Konfrontation damit, dass sich ein wichtiger Mensch, Ehepartner oder Elternteil grundlegend im Verhalten verändert und nicht mehr der Gleiche ist wie vor dem Ausbruch der Krankheit. (vgl. ebd.)
Auch wenn jede Demenz individuell verläuft, so lässt sich doch grundsätzlich sagen, dass das Zusammenleben ab dem Zeitpunkt der Diagnose von der Persönlichkeitsveränderung des Betroffenen, dem Stadium der Demenz, den Lebensumständen und den Fähigkeiten der betreuenden Personen bestimmt wird. Da diese Umstände sehr verschieden sein können, müssen auch die Hilfsmöglichkeiten individuell und flexibel gestaltet werden. (vgl. DAlzG, 2016) Hierbei ist es allerdings sehr wichtig, dass die Hilfsangebote nicht nur den erkrankten Menschen betreffen, sondern auch die Angehörigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die belastende Situation pflegender Angehöriger und definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene Entlastungsstrategien vorzustellen.
2 Das Syndrom Demenz: Dieses Kapitel beschreibt Demenz als klinisches Syndrom mit unterschiedlichen Ursachen und zentralen Symptomen wie kognitiven Einschränkungen.
3 Krankheitsverlauf Alzheimer-Demenz: Hier wird der spezifische Verlauf der Alzheimer-Demenz in drei Stadien detailliert erläutert, von leichten Gedächtnisstörungen bis zur schweren Pflegebedürftigkeit.
4 Demenz begegnen – Möglichkeiten für Angehörige: Dieser Hauptteil widmet sich konkreten Unterstützungsangeboten, Kommunikationstechniken und dem empathischen Umgang mit Verhaltensveränderungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Angehörigenarbeit zusammen und betont die Notwendigkeit von individuellen, bedürfnisorientierten Entlastungsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Demenz, Alzheimer, Angehörigenpflege, Entlastung, Kommunikation, Krankheitsverlauf, Verhaltensveränderungen, Betreuung, Pflege, Familienangehörige, Validierung, Erinnerungspflege, Lebensqualität, Unterstützung, Hilfsangebote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation pflegender Angehöriger von demenzkranken Menschen und dem Ziel, deren Belastung durch geeignete Strategien zu mindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis des Krankheitsbildes Demenz, dem Alzheimer-Verlauf, konkreten Hilfsangeboten sowie Kommunikation und Umgang mit herausforderndem Verhalten.
Welches Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie pflegende Angehörige durch Wissen und Techniken entlastet und bei der Betreuung unterstützt werden können.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Pflegekonzepte und Empfehlungen für den Umgang mit Demenzkranken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung des Demenz-Syndroms, den Verlauf der Alzheimer-Krankheit sowie praxisnahe Strategien zur Kommunikation und Angehörigenentlastung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Demenz, Alzheimer, Angehörigenarbeit, Kommunikation, Validierung sowie der empathische Umgang mit Verhaltensveränderungen.
Wie kann man mit Verhaltensveränderungen bei Demenz umgehen?
Die Autorin empfiehlt, das Verhalten zu beobachten, individuell zu verstehen, nicht wertend zu reagieren und Validierungstechniken einzusetzen, um das Wohlbefinden zu fördern.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in der Betreuung?
Kommunikation wird als zentrales Element zur Beziehungsgestaltung gesehen, das durch nonverbale Signale und die Anpassung an die individuelle Situation den Betroffenen Halt gibt.
- Quote paper
- Anna-Lena Uhr (Author), 2016, Leben mit Demenz. Unterstützungsangebote für Angehörige, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432793