Die PISA-Studie aus dem Jahr 2000 und auch nachfolgende Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade in Deutschland ein besonders enger Zusammenhang zwischen mangelndem schulischen Bildungserfolg und einem Migrationshintergrund besteht. Die derzeit steigenden Einwanderungszahlen in Deutschland, die nach dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bekannt sind, fördern die Reduzierung der Problematik keinesfalls. Aufgrund dieses Phänomens lässt sich im 21. Jahrhundert ein enormer Anstieg der Diversitäten in den Klassenzimmern feststellen. Bestehend aus verschiedenen religiösen Ansichten, unterschiedlichen Sprachen und Traditionen, sowie verschiedenen moralischen und kulturellen Norm- und Wertevorstellungender SuS, stellt Diversität eine beachtliche sozial- und bildungspolitische Herausforderung dar. Individuelle Weltansichten treffen auf engstem Raum aufeinander. Das kann besonders in Klassenzimmern zum Problem führen. Hinzu kommt, dass die Diversität in den Schulinstituten durch das in Kraft getretene Inklusionsgesetz bereits stetig ansteigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretische Grundlegung
2.1 Das Language-Awareness-Konzept
2.2 Das (Sprach-)Portfolio
3. Kritische Auseinandersetzung mit dem (Sprach-) Portfolio als Methode für das LA-Konzept in Bezug auf interkulturelles Lernen im Deutschunterricht
4. Zusammenfassung/ Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu untersuchen, inwieweit das Sprachportfolio als Methode geeignet ist, um das Language-Awareness-Konzept (LA-Konzept) im Deutschunterricht zu implementieren und dadurch interkulturelles Lernen sowie die sprachliche Bildung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu fördern.
- Integration von Language-Awareness in den Regelunterricht
- Förderung der Mehrsprachigkeit und interkulturellen Kompetenz
- Einsatz des Portfolios als Instrument zur Selbststeuerung und Reflexion
- Verbindung von kognitiven und sozial-affektiven Lernzielen
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Language-Awareness-Konzept
Im Folgenden wird das theoretische Konzept „Language Awareness“ vorgestellt. Es folgt eine kurze Einordnung zum Entstehungskontext und eine Definition des Gegenstands sowie eine inhaltliche Zusammenfassung der für diese Hausarbeit relevanten Teile des Konzepts. Im Anschluss daran wird die Funktion erläutert, die dieses Programm erfüllen soll.
Das Language-Awareness-Konzept wurde in Großbritannien entwickelt. Es entstand als Reaktion auf die seit den 1960er und 70er Jahren wachsenden Schwierigkeiten, die Kinder von Immigranten aus den (ehemaligen) Kolonien in das bestehende Schulsystem zu integrieren. Parallel dazu beobachtet, dass britische Muttersprachler über unzureichende englische Sprachkenntnisse verfügten, was auf den Sprachunterricht in der Schule zurückgeführt wurde. Es wurden auch Fremdsprachenkenntnisse kritisiert und gängige Vorurteile gegenüber Minderheitensprachen angeprangert.
Trotz des großen Interesses an dem Konzept in der pädagogischen Linguistik gibt es bislang keine einheitliche Definition von Language Awareness (LA). Dennoch, Gillian B. Donmall definiert das Konzept wie folgt: „In different ways and to a greater or lesser extent, Language Awareness programmes will have a cognitive aspect [...] and an affective aspect [...]. They may deal with the nature of linguistics forms and their realization, the variety of language[...] and its use, particularly as a mode of communication, by the individual and the group.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitischen Herausforderungen durch Diversität und Migration im deutschen Schulsystem und führt in die Problematik sprachlicher Defizite ein.
2. Theoretische Grundlegung: Dieses Kapitel definiert das Language-Awareness-Konzept sowie das Sprachportfolio und ordnet beide in den bildungswissenschaftlichen Kontext ein.
3. Kritische Auseinandersetzung mit dem (Sprach-) Portfolio als Methode für das LA-Konzept in Bezug auf interkulturelles Lernen im Deutschunterricht: Hier wird der praktische Einsatz des Portfolios zur Förderung kognitiver und affektiver Sprachziele kritisch analysiert.
4. Zusammenfassung/ Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Eignung der Portfoliomethode für die Umsetzung des LA-Konzepts im Unterricht.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Language-Awareness, Sprachportfolio, Mehrsprachigkeit, Deutschunterricht, Interkulturelles Lernen, Sprachförderung, Sprachbewusstheit, Diversität, Selbstreflexion, Lernstrategien, Bildungsstandards, Sprachkompetenz, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Language-Awareness-Konzept durch den Einsatz eines Sprachportfolios effektiv im Deutschunterricht umgesetzt werden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachbewusstheit, der Förderung interkultureller Kompetenzen sowie der Nutzung des Portfolios als pädagogisches Instrument.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Eignung des Sprachportfolios als Methode zu bewerten, um sprachliche Vielfalt als Bereicherung zu nutzen und Lernprozesse individueller zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis fachdidaktischer Literatur und bestehender Studien zu Language-Awareness und Portfolio-Konzepten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des LA-Konzepts und des Portfolios sowie deren kritische Verknüpfung zur praktischen Anwendung im Deutschunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Language-Awareness, Sprachportfolio, Mehrsprachigkeit, interkulturelles Lernen und Sprachförderung.
Warum spielt die Unterscheidung von „kognitiven“ und „affektiven“ Aspekten eine Rolle?
Diese Aspekte sind für die ganzheitliche Sprachbildung notwendig, um sowohl die Analyse von Sprachstrukturen als auch die Motivation und das Selbstwertgefühl der Lernenden zu adressieren.
Welche Rolle spielt das Portfolio bei der Differenzierung?
Das Portfolio ermöglicht es, individuell an den Lernständen der SuS anzusetzen und unterschiedliche Sprachbiografien sowie Interessen produktiv in den Unterricht zu integrieren.
- Citation du texte
- Jasmin Isenaj (Auteur), 2015, Das Language Awareness-Konzept in der Sprachdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432953