Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie eine gute politische Kultur für die Demokratie, im Sinne der Civic Culture von Almond & Verba auszusehen hat. Nachdem diese Frage geklärt wurde, werden die deutsche und russische Demokratie anhand der aufgestellten Theorie miteinander verglichen. Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der politischen Kulturen und der Verständnisse von Demokratie aufgezeigt. Zum Schluss wird ein Fazit aufgestellt und weitere Ausblicke für die Forschung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Civic Culture
2.1. Die politische Kultur in der Civic Culture
2.2. Die drei Reinformen politischer Kultur in der Civic Culture
2.3. Die Kongruenz zwischen Kultur und Struktur in der Civic Culture
3. Die politische Kultur stabiler Demokratien
4. Analyse eines Vergleichs zwischen der russischen und deutschen Einstellung zur Demokratie
4.1. Die Bedeutung von Demokratie
4.2. Die Unterstützung von Demokratie und Autokratie
4.3. Das Verständnis der Bürger von Demokratie
5. Die kritische Betrachtung der Ergebnisse des Vergleichs
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, das russische Verständnis von Demokratie und die tatsächliche Zustimmung zum politischen System in Russland im Vergleich zu Deutschland zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die politische Kultur auf die Einstellung der Bürger gegenüber demokratischen Prozessen und autoritären Tendenzen auswirkt.
- Analyse politischer Kultur basierend auf dem Modell von Almond & Verba
- Vergleichende Untersuchung der Einstellungen von Bürgern in Russland und Deutschland
- Empirische Auswertung von Daten des World Value Survey (2010-2014)
- Untersuchung der "systemischen Mischformen" und der Kongruenz von Kultur und Struktur
- Erörterung des Äquivalenzproblems in der vergleichenden Umfrageforschung
Auszug aus dem Buch
Die drei Reinformen politischer Kultur in der Civic Culture
Durch die Verbindung der individuellen Orientierungen der Bürger und der Objekte politischer Orientierung hat die Civic Culture Theorie die Makro-Ebene erreicht. Almond und Verba haben in ihrer Civic Culture Theorie die vier bereits in Abschnitt 2.1. beschriebenen Objekte der politischen Orientierung in einer einfachen 3 x 4 Matrix, mit den drei Ausprägungsarten dieser genannten Orientierungsobjekte verbunden. (Almond / Verba 1963: 16).
Die Charakterisierung der politischen Kultur eines Landes, lässt sich anhand einer empirischen Erhebung mithilfe der zuvor gezeigten Matrix feststellen. Dabei zeige die politische Kultur, die Dichte der verschiedenen kognitiven, affektiven und evaluativen Orientierungen, innerhalb der Bevölkerung eines Landes, zu dessen politischen System im generellen, den Input- und Output-Objekten, sowie dem eigenen Selbst („Self“) als politischer Akteur an (Almond / Verba 1963: 17). Daraus ergeben sich drei Typen politischer Kultur. Man nennt diese Typen die „Parochial Political Culture”, die „Subject Political Culture“ und die „Participant Political Culture”.
Die „Parochiale Political Culture“ besteht dann, wenn alle vier Objekte der politischen Orientierung annähernd bei null liegen (Almond / Verba 1963: 17). Zu dieser Form der politischen Kultur passen Stammesgesellschaften, in denen es keine spezifischen politischen Rollen gibt. Vielmehr sind die Rollen, welche die Bürger dieser Gesellschaften ausüben, politisch-wirtschaftlich-religiös geprägt. Zudem haben Individuen in diesen Gesellschaften kein Interesse an Politik und handeln auch nicht politisch (Pickel / Pickel 2006: 63).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Untersuchung des russischen Demokratieverständnisses ein und erläutert die methodische Grundlage mittels der Civic Culture Theorie.
2. Die Civic Culture: In diesem Kapitel wird das theoretische Grundgerüst der politischen Kultur nach Almond und Verba sowie deren Typologisierung und die Bedeutung der Kongruenz von Struktur und Kultur dargelegt.
3. Die politische Kultur stabiler Demokratien: Das Kapitel behandelt die notwendigen Voraussetzungen innerhalb einer politischen Kultur, wie Legitimität, Identität und Responsivität, um ein stabiles demokratisches System zu gewährleisten.
4. Analyse eines Vergleichs zwischen der russischen und deutschen Einstellung zur Demokratie: Hier erfolgt eine empirische Gegenüberstellung der Bürgereinstellungen in Russland und Deutschland basierend auf WVS-Daten, wobei insbesondere Unterschiede im Demokratieverständnis deutlich werden.
5. Die kritische Betrachtung der Ergebnisse des Vergleichs: Das Kapitel diskutiert die Divergenzen zwischen den Ergebnissen und die Problematik der funktionalen Äquivalenz bei der Interpretation der Daten.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird festgestellt, dass Russland eine "consumer democracy" aufweist und die politische Kultur überwiegend als Untertanenkultur zu klassifizieren ist, was weitere Fragen nach der Stabilität des Systems aufwirft.
Schlüsselwörter
Politische Kultur, Civic Culture, Russland, Deutschland, Demokratie, Autokratie, Almond und Verba, World Value Survey, Systemstabilität, Untertanenkultur, Politische Partizipation, Responsivität, Äquivalenzproblem, Consumer Democracy, System Affect.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Demokratieverständnis der russischen Bevölkerung und deren Zustimmung zum politischen System im direkten Vergleich zu Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Theorie der politischen Kultur nach Almond & Verba, die Analyse von WVS-Umfragedaten sowie der Vergleich zwischen westlichen Demokratien und der politischen Realität in Russland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Kulturen die Wahrnehmung von Demokratie beeinflussen und warum in Russland eine "Demokratie ohne Demokraten" oder eine "consumer democracy" existiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Theorie der Civic Culture zur analytischen Einordnung und führt einen empirischen Vergleich auf Basis der Daten des World Value Survey (2010-2014) durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept der Civic Culture, die Definition von Stabilitätskriterien für Demokratien und die anschließende empirische Analyse der russischen und deutschen Einstellungsdaten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind politische Kultur, Civic Culture, demokratische Legitimität, Untertanenkultur und das Äquivalenzproblem in der vergleichenden Forschung.
Warum wird Russland im Kontext der Civic Culture oft als Untertanenkultur bezeichnet?
Aufgrund des Fokus auf die Output-Leistungen des Staates bei gleichzeitig geringer Partizipationsorientierung und einem starken Bedürfnis nach autoritärer Führung, entspricht das Muster der russischen Bevölkerung weitgehend der von Almond und Verba definierten "Subject Political Culture".
Was bedeutet das "Äquivalenzproblem" in dieser Untersuchung?
Es bezeichnet die Problematik, dass Begriffe wie "Demokratie" in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Konnotationen haben können, was einen direkten statistischen Vergleich der Umfragedaten erschwert.
- Citar trabajo
- Lars Hinkel (Autor), 2018, Russland und die Civic Culture. Analyse und Vergleich der Unterstützung von Demokratie unter Zuhilfenahme der Civic Culture von Almonds & Verba, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433143