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Putin und die "russische Idee"

Título: Putin und die "russische Idee"

Tesis (Bachelor) , 2007 , 92 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Anonym (Autor)

Política - Región: Rusia
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Meine Bachelorthesis behandelt das Thema „Putin und die „russische Idee““. Im Zentrum der Arbeit soll die Politik Vladimir Putins stehen und inwiefern diese mit Inhalten des philosophischen Konzepts mit dem Namen „russische Idee“ versehen ist.
Dazu muss zunächst geklärt werden, welche Fragestellungen die „russische Idee“ beinhaltet und wie diese Probleme gelöst werden können.

In meiner Thesis werde ich vor allem auf zwei Autoren eingehen, die sich in besonderem Maße mit dem Schicksal Russlands in der Weltgeschichte beschäftigt haben. Der Erste ist der in das 19. Jahrhundert einzuordnende Religionsphilosoph Vladimir Solov´ev, der sich 1888 in Paris mit seinem Vortrag „L´idee russe“ in die Diskussion um die „russische Idee“ einbrachte. Mit Nikolaj Berdjaev werde ich auf den anderen großen Denker eingehen, der mit seinem 1946 erschienenen Buch „Russkaja ideja. Osnovnye problemy russkoj mysli XIX veka i načala XX veka“ eine der wohl umfassendsten Arbeiten zum Diskurs über die „russische Idee“ beisteuerte.

Die Werke beider Philosophen waren in der Sowjetunion verboten und durften nicht gedruckt werden. Zur Zeit der Perestrojka erfuhren beide Philosophen aber eine Renaissance und flossen maßgeblich in die neuen Diskussionen um die „russische Idee“ im Transformationsprozess von Sowjetstaat zur Russischen Föderation ein. Daher sind sie von großem Interesse, nicht nur in ihrer eigenen geistesgeschichtlichen Epoche.

Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich mich der Rezeption der „russischen Idee“ in der Umbruchsphase der Sowjetunion, sowie im neuen Russland widmen.

Seit Ende der 80er Jahre ist die Diskussion um die „russische Idee“ in der russischen Gesellschaft wieder in vollem Gange. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion suchte man nach dem neuen Platz und einer Aufgabe für Russland in der Welt. Die russische Gesellschaft versuchte sich neu zu definieren. Dazu griff man auf alte Traditionen und Werte zurück und knüpfte an die Zeit vor der Revolution von 1917 an.

Der amtierende Präsident ist in den Augen der Russen die starke Hand, die das Land braucht um sich aus der Krisensituation zu befreien. Tatsächlich gab es unter Putin zahlreiche positive Veränderungen. Vor allem die Reden Putins sollen mir dazu dienen, zu analysieren, inwieweit Putin auf Konzeptionen der „russischen Idee“ eingeht. Hier wird analysiert, wie Putin diese Konzepte nutzt beziehungsweise umsetzt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Die „russische Idee“

1.1. Definitionsproblematik

1.2. Vladimir Sergeevič Solov´ev

1.2.1. Leben und Schaffen

1.2.2. „Sittlichkeit und Politik – Die historischen Verpflichtungen Russlands“

1.2.3. „Über die Nationalität und die nationalen Angelegenheiten Russlands“

1.2.4. „Die Liebe zum Volk und das russische Ideal der Nation“

1.2.5. „Die slavische Frage“

1.2.6. „Was wird von einer russischen Partei gefordert?“

1.2.7. „Die russische Idee“

1.3. Nikolaj Aleksandrovič Berdjaev

1.3.1. Leben und Schaffen

1.3.2. Die „russische Idee“ bei Berdjaev

1.3.3. Grundlagen der Philosophie Berdjaevs

1.3.4. Die „russische Idee“ im 19. Jahrhundert

1.3.5. Humanismus und die „russische Idee“

1.3.6. Religionsphilosophie und Solov´ev

1.3.7. Kommunismus und die „russische Idee“

II Renaissance der „russischen Idee“ in der Umbruchsphase

2.1. Politische Ausgangslage

2.2. Die Identitätskrise

2.2.1. Ursache der Krise

2.2.2. Versuche, das ideologische Vakuum auszufüllen

2.3. Die neue Diskussion um die „russische Idee“

2.3.1. Grundlagen

2.3.2. Diskussion in der Zeitschrift „Iskusstvo kino“

2.3.3. Diskussion an „Runden Tischen“

2.3.4. El´cin und der Aufruf in der „Rossijskaja gazeta“

2.4. Exkurs 1: Die neue Staatssymbolik unter El´cin

2.4.1. Gründe für eine neue Staatssymbolik

2.4.2. Das Staatswappen

2.4.3. Die Staatsflagge

2.4.4. Die Hymne

III Präsident Putin und die „russische Idee“

3.1. Vladimir V. Putin

3.2. Exkurs 2: Veränderung der Staatssymbolik

3.2.1. Allgemeines

3.2.2. Änderungen der Staatssymbolik

3.2.3. Die Einführung der neuen Staatssymbolik

3.3. Außenpolitik

3.3.1. Allgemeines

3.3.2. Russland in der Welt

3.3.3. Russland und Europa

3.4. Aufbau einer Zivilgesellschaft

3.4.1. Anforderungen an die Zivilgesellschaft

3.4.2. Rückwärtsgewandtheit

3.5. Wie der Zusammenbruch des Sowjetsystems empfunden wurde

3.6. Die multiethnische russische Gesellschaft

3.7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die politische Rhetorik und das Regierungshandeln von Wladimir Putin im Hinblick auf deren Übereinstimmung mit dem philosophischen Konzept der sogenannten „russischen Idee“. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Politik des Präsidenten religiöse, messianische oder kulturelle Vorstellungen über die besondere historische Mission Russlands in der Welt aufgreift und für die Identitätsbildung in der postsowjetischen Ära instrumentalisiert.

  • Die theoretischen Grundlagen der „russischen Idee“ anhand der Denker Wladimir Solowjow und Nikolai Berdjajew.
  • Die gesellschaftliche Identitätskrise und das „ideologische Vakuum“ nach dem Zerfall der Sowjetunion.
  • Die Instrumentalisierung historischer Staatssymbole zur Konsolidierung der staatlichen Ordnung unter Jelzin und Putin.
  • Die Rolle der orthodoxen Kirche und der multiethnischen Gesellschaft als Identitätsanker im modernen Russland.
  • Putins außenpolitischer Anspruch einer „Mittlerrolle“ Russlands zwischen Ost und West.

Auszug aus dem Buch

1.1. Definitionsproblematik

Eine konkrete Definition der „russischen Idee“ zu geben, gestaltet sich als sehr schwierig – zu vielfältig sind die Ausprägungen und zu lang ist die Geschichte dieser geschichtsphilosophischen Idee. Ein Teil ihrer zentralen Konstrukte haben eine Vorgeschichte, die sich teilweise bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

Die erstmalige Zusammenfassung bestimmter Gedanken unter dem Begriff „russische Idee“ lässt sich nicht genau bestimmen. Fakt ist jedoch, dass sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts immer mehr Schriftsteller und Philosophen mit diesem Begriff auseinandersetzten. Dies zeigt vor allem die Vielzahl der Publikationen, die in dieser Zeit erschienen. 1848 spricht Fedor Tjučev von einem „russischen Gedanken“, außerdem schreibt Fedor Dostoevskij 1861 sowie 1876/77 in seinem „Dnevnik pisatelja za 1877 god“ über die „russische Idee“ und Vladimir Solov´ev hält 1888 in Paris den bereits erwähnten Vortrag „L´idee russe“.

In seinem Werk hat sich besonders der Philosoph Nikolaj Berdjaev mit der „russischen Idee“ auseinandergesetzt. Er veröffentlicht nach dem ersten Weltkrieg seinen Aufsatz „Russkaja religioznaja ideja“, sowie 1946 sein Buch „Russkaja ideja. Osnovnye problemy russkoj mysli XIX veka i načala XX veka“.

In seinen Werken äußert sich Berdjaev auch zur Problematik einer präzisen Definition der „russischen Idee“. Wilhelm Goerdt zitiert Berdjaev in seinem Buch „Russische Philosophie“ folgendermaßen: „Die Verschiedenheit dessen, was unter „russ. Idee“ jeweils gefaßt wird, kommt sehr eindrücklich zutage, wenn Berdjajew von all den „russischen Denkern“ und „großen russ. Schriftstellern“ spricht, und allen, „die an der russischen Idee teilhaben“ […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

I Die „russische Idee“: Dieses Kapitel erörtert die komplexen philosophischen Ursprünge der „russischen Idee“ und analysiert insbesondere das Werk und die Ansichten der einflussreichen Denker Wladimir Solowjow und Nikolai Berdjajew.

II Renaissance der „russischen Idee“ in der Umbruchsphase: Hier wird der Prozess der Identitätsfindung im Russland der 1990er Jahre untersucht, wobei die ideologische Leere nach dem Sowjetzusammenbruch und die Suche nach neuen Symbolen im Zentrum stehen.

III Präsident Putin und die „russische Idee“: Dieses abschließende Kapitel analysiert Wladimir Putins politische Praxis und Rhetorik, um festzustellen, ob und wie er klassische Konzepte der „russischen Idee“ in seine Politik integriert.

Schlüsselwörter

Russische Idee, Wladimir Solowjow, Nikolai Berdjajew, Identitätskrise, Staatssymbolik, Wladimir Putin, Russischer Sonderweg, Orthodoxie, Außenpolitik, Zivilgesellschaft, Messianismus, Transformation, Geschichte, Patriotismus, Mittlerrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorthesis grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem philosophischen Konzept der „russischen Idee“ und untersucht, wie dieses historische Konzept in der aktuellen Politik von Präsident Wladimir Putin reflektiert oder instrumentalisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die russische Religionsphilosophie des 19. Jahrhunderts, die Identitätskrise nach dem Ende der Sowjetunion, die Rolle von Staatssymbolen und die außenpolitische Ausrichtung des modernen Russlands.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, ob und in welcher Form sich Wladimir Putins Politik auf die theoretischen Grundlagen der „russischen Idee“ bezieht und wie diese zur Stabilisierung der nationalen Identität im heutigen Russland eingesetzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere auf die philosophischen Primärquellen von Solowjow und Berdjajew sowie eine Auswertung von Putins Reden und der zeitgenössischen Debatte zur Staatssymbolik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Denker der „russischen Idee“, betrachtet dann die gesellschaftliche Umbruchsphase der 90er Jahre und schließt mit einer detaillierten Untersuchung der Putin-Ära sowie deren Bezug zur historischen Tradition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie „Russische Idee“, „Identitätskrise“, „Staatssymbolik“, „Russischer Sonderweg“ und „Wladimir Putin“ definieren.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung der neuen Staatssymbole unter Putin?

Die Arbeit sieht in der Einführung der neuen Staatssymbolik einen Versuch Putins, die tief gespaltene Gesellschaft zu konsolidieren und eine Kontinuitätslinie zu ziehen, die sowohl die zaristische als auch die sowjetische Geschichte einbindet.

Welche Rolle spielt die orthodoxe Kirche in der Argumentation des Autors?

Die Arbeit stellt fest, dass die orthodoxe Kirche zwar historisch als wesentlicher Bestandteil der „russischen Idee“ gilt, Putin sie jedoch in seiner heutigen Politik sehr vorsichtig und selektiv instrumentalisiert, um die multiethnische Gesellschaft nicht zu entfremden.

Final del extracto de 92 páginas  - subir

Detalles

Título
Putin und die "russische Idee"
Universidad
Martin Luther University  (Philosophische Fakultät II)
Calificación
1,6
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
92
No. de catálogo
V433155
ISBN (Ebook)
9783668753884
ISBN (Libro)
9783668753891
Idioma
Alemán
Etiqueta
Russland Putin russische Geschichte Philosophie russische Idee Selbstbild
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2007, Putin und die "russische Idee", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433155
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