Allgemeine Praxis des wissenschaftlichen Schreibens und seine Optimierung


Seminararbeit, 2015

12 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens
2.1. Themenfindung und Forschungsfragen
2.2. Recherchieren, Beschaffen und Lesen von Literatur
2.3. Schreiben und Lernen
2.4. Der Schreib- und Forschungsprozess

3. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schreiben ist für die meisten eine große Herausforderung im Leben. Wer Seminar- oder Abschlussarbeiten schreibt, wird nicht nur mit den Schwierigkeiten des Formulierens konfrontiert, sondern auch mit den Schwierigkeiten der Erkenntnisgewinnung. Als Student und Studentin ist man regelmäßig mit wissenschaftlichen Arbeiten konfrontiert. Einige davon muss man lesen, andere selbst verfassen. Aber wie macht man das richtig und was macht eine gute wissenschaftliche Arbeit aus?

„Wissenschaftliches Schreiben wird als Handeln verstanden, das in die Arbeits- und Erkenntnisformen einer Disziplin eingebettet ist“ (Universität Zürich 2007, S. 7).

Wissenschaftliches Schreiben ist also kontextabhängig. Das Schreiben von Pädagogen und Pädagoginnen ist nur verständlich, wenn man die Funktionen und Aufgaben der Erziehungs- und Bildungswissenschaften richtig versteht. Aus diesem Grund ist es schwierig einen allgemeinen Leitfaden für wissenschaftliches Schreiben zu gestalten, da es für alle Disziplinen verschiedene, zu verstehende Kontexte gibt.

Diese Arbeit soll die allgemeine Praxis des wissenschaftlichen Schreibens besser zugänglich machen, sowie Anregungen zu ihrer Optimierung geben. Es wird dabei auf verschiedene Bereiche des Schreibens, sowie auf die Merkmale einer guten wissenschaftlichen Arbeit eingegangen. Außerdem werden auch der allgemeine Forschungs- und Schreibprozess, sowie die Struktur eines wissenschaftlichen Textes beschrieben.

2. Der Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens

Der Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens besteht aus vielen kleineren Teilprozessen. Zu allererst überlegt man sich ein spannendes Thema, welches einen selbst interessiert und eine dazu passende Forschungsfrage. Diese sollte das Thema gut eingrenzen, um auf hohem Niveau und detailreicher arbeiten zu können. Um die Forschungsfrage beantworten zu können, begibt man sich im Anschluss auf die Suche nach bereits vorhandener Literatur zum gewählten Thema. Zu diesem Zweck werden meistens Bibliotheken und verschiedene Datenbanken durchsucht. Wichtig dabei ist darauf zu Achten, dass man hochwertige und vor allem auch aktuellere Literatur auswählt, die dann im besten Fall auch zu wissenschaftlichen Arbeiten zählen.

Im Folgenden wird auf diese Teilprozesse noch detaillierter eingegangen.

2.1. Themenfindung und Forschungsfragen

Eco (1993, S. 14f.) formuliert vier Grundregeln, die die Themenfindung und den Start einer wissenschaftlicher Arbeit erleichtern sollen:

1. Das Interesse des, oder der Schreibenden am gewählten Thema sollte dementsprechend groß sein, um sich über längere Zeit damit intensiv zu beschäftigen. Eine wissenschaftliche Arbeit sollte über ein Thema sein, welches man selbst spannend findet und über welches man persönlich noch mehr erfahren möchte. Das Interesse erleichtert das Durchstöbern von Literatur und das Schreiben ungemein. Außerdem fördert es die Motivation weiterzumachen und man wird möglicherweise auch schneller fertig werden mit dem Schreiben einer Arbeit, die man selbst für spannend hält.

2. Die verwendeten Quellen müssen für den Leser und die Leserin ebenfalls zugänglich sein. Es sollten also Bücher und Artikel verwendet werden, die für jedermann gleich gut zugänglich sind.

3. Der Umgang mit den verwendeten Quellen muss korrekt sein. Es muss richtig zitiert werden. Auch dies soll das Finden der benützten Literatur für interessierte Leser und Leserinnen erleichtern. Außerdem geht es beim Zitieren auch darum, die Gedanken der Autoren und Autorinnen der Literatur zu einem Thema nicht als seine/ihre eigenen auszugeben.

4. Die methodischen Ansprüche, die an die Forschungsarbeit gestellt werden, müssen von der, oder dem Forschenden reflektiert und in abschätzbarem Zeitrahmen bleiben.

Man sollte sich im Vorhinein auch Gedanken über das Thema machen und sich überlegen, was man schon weiß und was man spannend, beziehungsweise interessant findet und was man zusätzlich erfahren, oder welche Details man noch genauer berichten möchte.

Ist ein Themengebiet einmal gefunden, muss dieses erst enger eingegrenzt werden, ansonsten kann es passieren, dass die Arbeit zu sehr ausufert und den Rahmen sprengt. Ein zu umfangreiches Thema, kann immer nur umrissen werden und die Arbeit darüber wird höchstwahrscheinlich nicht viel aussagen. Die Themeneingrenzung lässt sich vielfach herbeiführen, wie beispielsweise durch kreatives Schreiben, Mindmapping, oder ähnlichem. Die Eingrenzung selbst kann dann in vielerlei Richtungen gemacht werden, beispielsweise durch Zeitangaben, oder durch verschiedene Theorien und ähnlichem. Es sollte aber immer genau erklärt werden, am besten schon in der Einleitung, aus welchem Grund man diese Eingrenzungen gewählt hat (vgl. Franck/Stary 2011, S. 162), um es für den Leser, beziehungsweise die Leserin auch verständlich zu machen.

Hat man dann einmal ein gut eingegrenztes Themengebiet gefunden, muss man sich eine Forschungsfrage dazu überlegen.

Dafür führen Karmasin und Ribing (2002, S. 16f.) sechs Grundtypen für mögliche Forschungsfragen an:

1. Die allgemeine Beschreibung des Themas: Was umfasst das Phänomen in einem spezifischen Kontext?
2. Wie stellt sich soziale Realität für den Forscher, oder die Forscherin dar?
3. Die Erklärung des ausgewählten Themas: Warum erscheint der Gegenstand in diesem Ausdruck?
4. Die Prognose: Welche Entwicklung, mögliche Veränderung zeichnet sich ab?
5. Die Gestaltung: Gibt es geeignete Maßnahmen für bestimmte Ziele?
6. Die Kritik und Bewertung: Wie ist ein bestimmtes Phänomen zu bewerten?

Oft ist es schwierig eine geeignete Forschungsfrage zu finden, da man häufig mehrere Fragen mit der wissenschaftlichen Arbeit beantworten möchte, oder sich das Thema nur schwer eingrenzen lässt. Diese sechs, soeben dargestellten Grundtypen können dabei helfen, die Forschungsfrage in verschiedene Richtungen zu lenken und die passende zu finden.

Bevor man dann mit Literaturrecherchen und Verschriftlichungen beginnt, sollte man sich erstmal einen möglichst großzügigen Zeitplan erstellen, da immer wieder unvorhergesehene Ereignisse den Schreibprozess stören können. Beim Zeitmanagement sollte man auch immer auf das Abgabedatum achten und vor allem viel Zeit für die Überarbeitung miteinplanen.

Wichtig dabei ist auch sich für die einzelnen Schritte des Prozesses, der wissenschaftlichen Arbeit, Deadlines zu setzen.

2.2. Recherchieren, Beschaffen und Lesen von Literatur

Wissenschaftliches Schreiben beruht immer auch auf Auseinandersetzungen mit bereits vorhandener Literatur, oder durchgeführten Studien, beziehungsweise Forschungsergebnissen. Welche Literatur berücksichtigt und in die Arbeit mit einbezogen wird ist entscheidend für die Ergebnisse und die Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit. Wie viel Literatur benötigt wird, ist von der Art und der vorgenommenen Länge der wissenschaftlichen Arbeit abhängig. Beispielsweise benötigt man für eine Seminararbeit weniger Literatur, als für eine Bachelorarbeit, oder später für eine Masterarbeit.

Am geeignetsten ist die Literaturrecherche in der Universitätsbibliothek, oder über verschiedene (online) Datenbanken, die von verschiedenen Universitäten empfohlen werden, zu machen. Hier kann man auch annehmen, dass die vorhandenen Bücher, Artikel und so weiter auch dementsprechend anspruchsvoller und wissenschaftlich sind.

Für eine gute wissenschaftliche Arbeit ist es auch wichtig nicht nur alte Literatur zu verwenden. Möglicherweise gibt es schon neuere Forschungen und Erkenntnisse zum gewählten Thema. Alte Literatur sollte man generell nur verwenden, um beispielsweise die Herkunft eines Begriffes, oder die Geschichte zur Entstehung zu erklären. Ansonsten sollte man sich, wenn möglich, immer auf aktuelle Literatur und Studien oder Forschungen beziehen.

Zu alledem sollte man möglichst genau wissen, was man sucht. Man sollte das Thema zu dem man die Literatur benötigt, mit Schlag- und Stichworten beschreiben können (vgl. Franck/Stary 2011, S. 163), um vereinfacht, vor allem in online Datenbänken, nach dem Thema suchen zu können.

Das Resultat der Literaturrecherche könnte möglicherweise eine Leseliste sein, die alle Bücher und Artikel enthält, die man gefunden und als relevant befunden hat (vgl. Niedermair 2006, S. 13). Dies ist wichtig, um später auch immer wieder nachschlagen zu können, welche Literatur als wichtig für die eigene Arbeit empfunden wurde und wo man sie gefunden hat, um bei Bedarf nochmals nachlesen zu können.

Hat man dann die geeignete Literatur gefunden, muss diese erst dementsprechend ausgewertet werden. Welche Literatur verwendet man wirklich in der Arbeit? Wie lassen sich diese verbinden? Wie bringt man die Literatur mit den eigenen Gedanken in Verbindung?

Zuerst sollte man sich einen eher allgemeinen Grundlagentext durchlesen, um sich einen Überblick zum gewählten Thema zu verschaffen. Anschließend ist es auch einfacher tiefer in die Materie einzusteigen (vgl. Franck/Stary 2011, S. 165). Wichtig dabei ist auch immer, dass man beim Durchlesen schon relevante Dinge schriftlich festhält und zu alledem mitnotiert, wo diese Informationen gefunden wurden.

Zudem ist es einfacher, wenn man sich schon beim Mitnotieren eigene Gedanken zu den jeweiligen Informationen macht, um diese später besser mit den Ergebnissen der Literaturrecherche verbinden zu können.

Wichtig ist nach dem Formulieren der Forschungsfrage und der ausgiebigen Literaturrecherche ein Exposé zu erstellen, bei dem es sich um einen persönlichen Leitfaden handeln sollte. Oft benötigen auch die Betreuer und Betreuerinnen der wissenschaftlichen Arbeit ein Exposé, um sich einen Überblick zu verschaffen und um zu wissen, wie genau das Thema bearbeitet wird und ob dies dann auch ihren Vorstellungen entspricht. Die Fragestellung und das Ziel der Arbeit sollen das Grundgerüst für das Exposé darstellen. Außerdem soll es Informationen über verwendete Literatur, eine kurze Zusammenfassung des Themas, beziehungsweise der Forschungsfrage, sowie eventuell sogar einen Zeitplan enthalten (vgl. Stary/Kretschmer 2000, S. 14f.). Beginnt man dann mit dem Schreiben, sollte man sich immer wieder das im Vorhinein erstellte Exposé durchschauen. Vor allem aber sollte man auch den Zeitplan immer im Auge haben.

2.3. Schreiben und Lernen

Wissenschaftliches Schreiben fördert die Aktivität und die Selbstständigkeit.

Laut einem Dossier der Universität Zürich (2007) gibt es 4 Formen des Lernens, die durch das Schreiben einer Arbeit hervorgerufen werden:

- Durch das Schreiben wird man mit Problemen des Fachs konfrontiert. Man muss bei jedem Satz nachdenken und sich kritisch mit dem gewählten Thema und mit der gefundenen Literatur auseinandersetzen.
- Schreiben fördert die Selbstständigkeit. Man muss sich selbst ein Thema suchen, es durchdenken, recherchieren und alles in einer wissenschaftlichen Arbeit zusammenfügen. Außerdem muss man sich von der Richtigkeit jeder recherchierten Aussage überzeugen und sie nicht einfach nur übernehmen.
- Man wird durch das Schreiben kreativer. Es zwingt einen dazu, einen Weg zur Darstellung eines Themas zu finden.
- In einer Wissenschaftlichen Arbeit müssen Bezüge zu anderen Texten und Ideen offengelegt werden (= zitieren). Zudem muss man das Wissen aus anderen Werken schlüssig zusammenfügen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Allgemeine Praxis des wissenschaftlichen Schreibens und seine Optimierung
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,0
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V434084
ISBN (eBook)
9783668759121
ISBN (Buch)
9783668759138
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaftliches schreiben, Wissenschaft, Optimierung, Anleitung
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Allgemeine Praxis des wissenschaftlichen Schreibens und seine Optimierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434084

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Allgemeine Praxis des wissenschaftlichen Schreibens und seine Optimierung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden