Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich konkret mit der Gottesvorstellung oder mit dem Gottesbegriff von al-Kindī, einer der wichtigsten Personen der islamischen Philosophie, hierbei werden zuerst einige nützliche Informationen über den Philosophen gegeben. Demzufolge wird sein bekanntestes Werk „Die erste Philosophie“ genauer in Betracht gezogen. Das Werk wurde 1950 von M. Abū Ridā in Kairo zusammengetragen und veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung finden wir von Anna Akasoy. In Folge dessen wird ein Einblick auf den Einfluss der griechischen Philosophie im 10. Jahrhundert gegeben, damit wir die Gedankengänge des Philosophen und seine zeitgenössische Gesellschaft besser nachvollziehen können. Daraufhin wird ein Vergleich zwischen Aristoteles und Al-Kindī gemacht, damit seine Disziplin bekannt wird. Abschließend wird eine Analyse vorgenommen, die auch das Hauptthema definiert und zwar die Rede von Gott bei al-Kindī. Im Einzelnen werden auch in den Abschnitten Erklärungen der Metaphysik gegeben, da der Philosoph auch mit jener Betrachtung sich entwickelt hat. Ziel dieser Ausarbeitung ist, die Gottesvorstellung des Philosophen zu erfassen, jedoch ist auch wichtig zu erwähnen, dass viele Fragen in meiner Ausarbeitung offenbleiben, da über eine Persönlichkeit berichtet wird, die einer der ersten arabischen Philosophen darstellt und eine sehr ausgiebige Anzahl an Ausarbeitungen in vielen verschiedenen Bereichen erfolgreich abgeleistet hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Der Philosoph Al-Kindī
2.1. Das Werk „die erste Philosophie“
3. Die ersten Schritte der Araber in die griechische Philosophie
4. Aristoteles und al-Kindī im Vergleich
5. Gottesvorstellung von al-Kindī
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gottesvorstellung des Philosophen al-Kindī unter besonderer Berücksichtigung seines Hauptwerkes „Die erste Philosophie“. Dabei wird analysiert, wie al-Kindī die griechische Philosophie, insbesondere aristotelische und neoplatonische Ansätze, in den islamischen Kontext integriert, um die Einheit Gottes logisch zu begründen und die Beziehung zwischen Offenbarung und Vernunft zu definieren.
- Biographische Einordnung von al-Kindī als „Philosoph der Araber“
- Analyse der Rezeption griechischer Philosophie in der islamischen Welt des 9. Jahrhunderts
- Vergleichende Betrachtung der Lehren von Aristoteles und al-Kindī
- Untersuchung der Gottesvorstellung, der Einheit Gottes und der Schöpfungsthematik
- Zusammenführung von koranischer Offenbarung und philosophischer Erkenntnis
Auszug aus dem Buch
2.1. Das Werk „die erste Philosophie“
Al-Kindī‘s meist angesehenes philosophisches Werk, „die Erste Philosophie“, besteht aus vier Abschnitten, diese wurden 1950 von Abū Rīda zusammengetragen und veröffentlicht. Der Text ist nicht vollständig überliefert, jedoch kann behauptet werden, dass die Grundthese und grundlegende Position des Philosophen bemerkbar ist. Das Werk ist gewidmet an den abbasidischen Kalifen al-Muʻtaṣim, der zwischen 834-842 regiert hat. So kann man auch ungefähr erschließen, wann das Werk erschienen ist. Die Argumentationsweise, die er in seinem Werk benutzt, definiert Peter Adamson als „axiomatisch“, ähnlich wie beispielsweise bei Philoponus. Es beinhaltet Themen wie Auseinandersetzung mit der griechischen Philosophie, Aufforderungen jene zu studieren, Ewigkeit der Welt und Gott als der wahre Eine. Das Werk akzentuiert die Einsheit und Einzigartigkeit Gottes, jedoch wird hier ein Unterschied zwischen sinnlicher und intellektueller Wahrnehmung gemacht. Überdies beschäftigt sich der Philosoph in seiner Ausarbeitung mit der ersten Wahrheit oder der ersten Ursache. Zudem wird bei der Auseinandersetzung der ersten Philosophie auf die Auslegung der aristotelischen Metaphysik näher eingegangen. Nach Anna Akasoy, Übersetzerin und Überarbeiterin des Werkes, liegt die Betonung bei der philosophischen Ausarbeitung auf Einheit und Ewigkeit Gottes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Rede von Gott ein, erläutert den etymologischen Ursprung der Theologie und setzt sich mit der wissenschaftstheoretischen Frage nach der Möglichkeit des Sprechens über Gott auseinander.
2. Der Philosoph Al-Kindī: Hier wird der historische Kontext und die Bedeutung al-Kindīs als erster arabischer Philosoph, Enzyklopädist und Vermittler griechischen Wissens in den islamischen Kulturraum dargelegt.
2.1. Das Werk „die erste Philosophie“: Dieses Unterkapitel analysiert Struktur, Datierung und inhaltliche Schwerpunkte von al-Kindīs Hauptwerk, insbesondere dessen axiomatische Argumentationsweise.
3. Die ersten Schritte der Araber in die griechische Philosophie: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss des Neuplatonismus und die Übersetzungstätigkeiten im 9. Jahrhundert, die den Grundstein für die systematische islamische Philosophie legten.
4. Aristoteles und al-Kindī im Vergleich: Hier werden die philosophischen Übereinstimmungen und Differenzen zwischen Aristoteles und al-Kindī hinsichtlich der Ursachenlehre und der Erkenntnistheorie diskutiert.
5. Gottesvorstellung von al-Kindī: Dieses Kapitel erörtert al-Kindīs Konzept von der Einheit Gottes, die Rolle der Offenbarung sowie seine metaphysische Hierarchie des Seins.
6. Schlussbetrachtung: Die abschließenden Reflexionen fassen al-Kindīs Synthese von griechischer Tradition und islamischer Offenbarung zusammen und würdigen sein Wirken als Pionier der arabischen Philosophie.
Schlüsselwörter
al-Kindī, erste Philosophie, islamische Philosophie, Gottesvorstellung, Aristoteles, Neuplatonismus, Metaphysik, Einheit Gottes, Schöpfung, Offenbarung, Vernunft, Wissenschaftstheorie, Ursachenlehre, arabische Philosophie, Erkenntnistheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Gottesbegriff bei al-Kindī, einem der bedeutendsten Denker der frühen islamischen Geschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Rezeption der griechischen Antike, die Integration aristotelischer Metaphysik in den Islam und die philosophische Begründung der Einheit Gottes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Gottesvorstellung al-Kindīs zu erfassen und aufzuzeigen, wie er Wissen, Vernunft und Offenbarung miteinander in Einklang bringt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine philologisch-historische Analyse von al-Kindīs Werken sowie einen komparativen Ansatz, um Bezüge zur griechischen Philosophie herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Denkers, eine Analyse seines Hauptwerkes, eine Untersuchung des Einflusses griechischer Philosophie sowie den direkten Vergleich mit Aristoteles und eine Detailanalyse der Gottesvorstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe umfassen die Einheitslehre (Tawhid), Metaphysik, die Vermittlung griechischen Wissens sowie die Synthese von Vernunft und Offenbarung.
Warum wird al-Kindī als „Philosoph der Araber“ bezeichnet?
Die Bezeichnung rührt von seiner besonderen Bedeutung als erster Denker her, der das griechische Erbe in die arabische Sprache und Denkwelt integrierte, im Gegensatz zu späteren persischsprachigen Gelehrten.
Wie geht al-Kindī mit dem Problem der Vielfalt gegenüber der Einheit Gottes um?
Al-Kindī argumentiert, dass die Welt und ihre Vielfalt zwingend eine erste Ursache benötigen, die selbst absolut eins und frei von Vielfalt sein muss.
Welche Rolle spielt die Offenbarung in al-Kindīs Philosophie?
Für al-Kindī bilden Philosophie und koranische Offenbarung keine Widersprüche, sondern komplementäre Wege zur Erkenntnis der höchsten Wahrheit.
Was ist laut al-Kindī die erste Aufgabe des Philosophen?
Die Suche nach der Wahrheit, nach dem ersten Verursacher und dem wahren Einen ist nach al-Kindī die höchste und erste Pflicht der philosophischen Tätigkeit.
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- Arife Deveci (Author), 2018, Die Rede von Gott bei al-Kindī unter Berücksichtigung seines Werkes "Die erste Philosophie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434391