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Intersektionalität zwischen Kreuzungen und Kategorien. Eine doppelseitige Medaille?

Title: Intersektionalität zwischen Kreuzungen und Kategorien. Eine doppelseitige Medaille?

Essay , 2015 , 6 Pages

Autor:in: Kim Ann Woodley (Author)

Social Work
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Christine Riegel befasst sich in ihrer Arbeit „Zwischen Kämpfen und Leiden - Handlungsfähigkeit im Spannungsfeld ungleicher Geschlechter-, Generationen- und Ethnizitätsverhältnisse” mit der Biografie einer jungen, in Deutschland lebenden Türkin namens Tüllen. Sie skizziert anhand dieser, was es für eine heranwachsende Frau bedeuten kann, unter restriktiven familiären Verhältnissen in der Migration ihren Weg ins Erwachsenenleben und die gesellschaftliche Integration zu meistern, mit welchen Schwierigkeiten sie dabei zu kämpfen hat und welche Handlungsstrategien dabei relevant sein können.

Riegel setzt sich unter anderem mit dem Faktor auseinander, dass die junge Tülin einen türkischen Migrationshintergrund aufweist, aber in Deutschland lebt und interpretiert diesen Faktor im Bezug auf ihre Fragestellung.

Im Folgenden möchte ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Autorin diesen Faktor womöglich aufgrund der Prägnanz von Tülins restlicher Lebenssituation nicht genügend Beachtung geschenkt bzw. in ihrer Interpretation abgewertet hat und mich damit befassen, welchen Einfluss solch ein Faktor auf das Leben eines Menschen haben kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Analyse der Lebenssituation von Tülin

2.1 Soziale Isolation und fehlende Zugehörigkeit

2.2 Kritische Auseinandersetzung mit dem Migrationshintergrund

3. Theoretische Einordnung des Heimatbegriffs

4. Potenzial der Heimatlosigkeit und neue Identitätskonzepte

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Christine Riegels Analyse der Biografie einer in Deutschland lebenden jungen Türkin namens Tülin auseinander. Ziel ist es zu untersuchen, ob die Autorin den Faktor des Migrationshintergrunds im Hinblick auf Tülins Lebensqualität unterbewertet hat und ob dieser Aspekt neben einer Belastung auch ein bislang ungenutztes Potenzial zur persönlichen Entfaltung und Identitätsbildung bieten kann.

  • Kritische Analyse von Identitätskonstruktionen im Migrationskontext
  • Untersuchung der sozialen Isolation und fehlenden Zugehörigkeit
  • Diskussion des Heimatbegriffs und der Erfahrung von Heimatlosigkeit
  • Identifikation von Potenzialen in zerrissenen Lebensläufen
  • Reflektion über die Möglichkeiten der individuellen Lebensverbesserung

Auszug aus dem Buch

Soziale Isolation und fehlende Zugehörigkeit

Das Kapitel „Soziale Isolation und fehlende Zugehörigkeit” leitet Riegel mit der Aussage: „Tülin fehlt in Deutschland eine soziale Gemeinschaft, zu der sie sich zugehörig fühlt.” (dies. S.262) ein. Diese Annahme resultiert aus dem Fakt, dass Tülin aufgrund der Auswirkungen der Konflikte mit ihrem Vater kaum ein soziales Umfeld aufbauen konnte (vgl. dies. S.253). Weiterführend interpretiert die Autorin, dass dieses Problem durch ein anderes, resultierend aus ihrem Migrationshintergrund, noch verstärkt werde. „Ihre soziale Isolation spitzt sich durch ihre Lebenssituation in der Migration zu und korrespondiert mit einer Erfahrung, weder in Deutschland noch in der Türkei als zugehörig anerkannt zu werden.” (dies. S.262). Bis hier hin klingt die Analyse logisch nachvollziehbar und annehmbar.

Um die Glaubwürdigkeit ihrer Annahmen zu stärken führt Riegel folgendes Zitat Tülin’s an: „Wenn ich so nach Deutschland komm, da sagen die, also die älteren Deutschen oder so, die sagen halt „die Ausländer sind da”. Und wenn wir dann Türkei gehen, dann sagen die „die Deutschen sind da.” Also ich fühl mich echt nirgendwo (.) zuhause.” (ebd.), und stützt somit weiterhin ihre Position. Hier wird gezeigt, dass Tülin sich, sofern man ihre Familie nicht mit einbezieht, tatsächlich nirgends zugehörig zu fühlen scheint. Ich möchte auch keineswegs abstreiten, dass Riegels Analyse mich bis hier hin überzeugt. Der interpretative Teil, der nun folgt, macht mich stutzig. „Diese Situation der Aussonderung und der mangelnden sozialen Zugehörigkeit, steht ihrem unbedingten Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit gegenüber. Ihre Erfahrung, nirgends beheimatet zu sein, bezieht sich darauf, dass sie nirgendwo emotionale Geborgenheit, Wertschätzung und Anerkennung erfahren konnte” (dies. S.262f.), ist eine Aussage Riegels, der ich unbedingt zustimme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Die Autorin führt in die Thematik ein und legt ihre Absicht dar, Christine Riegels Analyse der Biografie von Tülin auf Aspekte des Migrationshintergrunds und deren positive Potenziale hin zu prüfen.

2. Analyse der Lebenssituation von Tülin: Dieser Teil befasst sich mit der sozialen Isolation der Protagonistin und hinterfragt die Gewichtung ihres Migrationshintergrunds durch die Ausgangsautorin.

3. Theoretische Einordnung des Heimatbegriffs: Hier wird anhand externer Quellen das Konzept von Heimat als emotionaler Zustand und als Herausforderung für Menschen mit Migrationserfahrung diskutiert.

4. Potenzial der Heimatlosigkeit und neue Identitätskonzepte: Es wird argumentiert, dass die Erfahrung der Heimatlosigkeit nicht nur als Mangel, sondern auch als befreiendes Potenzial für eine hybride Identitätsbildung verstanden werden kann.

5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst zusammen, dass Migration eine doppelte Medaille darstellt, und betont die Notwendigkeit, dass Individuen ihre eigenen Ressourcen und Wahlmöglichkeiten zur Lebensgestaltung aktiv ergründen.

Schlüsselwörter

Migration, Identität, Heimat, Heimatlosigkeit, Soziale Isolation, Zugehörigkeit, Biografieanalyse, Integrationsprozesse, Lebensqualität, Selbstfindung, Potenzial, kulturelle Identität, Deutschland, Türkei, Handlungsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung einer bestehenden Biografieanalyse einer jungen Frau mit Migrationshintergrund, wobei der Fokus auf dem Einfluss und der Interpretation ihrer Herkunft liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind soziale Isolation, die Konstruktion von Zugehörigkeit, der Begriff der Heimat sowie die Frage nach dem ungenutzten Potenzial, das in einer Migrationsbiografie stecken kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob der Faktor der Herkunft in der analysierten Untersuchung unterbewertet wurde und aufzuzeigen, dass dieser Aspekt auch positive Möglichkeiten zur persönlichen Identitätsentwicklung bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der interpretativen Analyse und Literaturkritik, um eine bestehende Fallstudie zu evaluieren und durch neue theoretische Perspektiven zu ergänzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der konkreten Lebensumstände der jungen Frau, eine theoretische Reflektion über das Konzept der Heimat sowie die Diskussion neuer kultureller Identitätsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Migration, Identität, Heimatlosigkeit, Zugehörigkeit, Selbstfindung und persönliches Potenzial sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich die Perspektive der Autorin von Riegels Analyse?

Während Riegel die Herkunft primär als Störfaktor und Belastung interpretiert, argumentiert die Autorin, dass dies auch als eine neue Form von kultureller Identität mit positivem Entwicklungspotenzial gesehen werden kann.

Welche Rolle spielt die Familie im Text?

Die Familie fungiert als zwiespältiger Ort: Sie ist einerseits die einzige Quelle von Zugehörigkeit und sozialem Halt, andererseits ist sie durch Konflikte geprägt und limitiert Tülins Autonomie.

Warum wird der Begriff der Heimatlosigkeit als „Zustand“ hinterfragt?

Die Arbeit stützt sich auf externe Quellen, um aufzuzeigen, dass Heimatlosigkeit nicht nur als Defizit, sondern als befreiender, grenzüberschreitender Zustand begriffen werden kann, der ein neues Bewusstsein ermöglicht.

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Details

Title
Intersektionalität zwischen Kreuzungen und Kategorien. Eine doppelseitige Medaille?
College
Bielefeld University
Author
Kim Ann Woodley (Author)
Publication Year
2015
Pages
6
Catalog Number
V434445
ISBN (eBook)
9783668757523
ISBN (Book)
9783668757530
Language
German
Tags
intersektionalität kreuzungen kategorien erziehungswissenschaft pädagogik frauenpädagogik soziale konflikte gesellschaftliche konflikte milieu soziale ungleichheiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Ann Woodley (Author), 2015, Intersektionalität zwischen Kreuzungen und Kategorien. Eine doppelseitige Medaille?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434445
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