Neue Konzepte für Wissensmanagement


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Wissen
2.2 Arten von Wissen
2.3 Wissenstransformation
2.4 Wissensarbeit

3 Innovative Konzepte von Wissensmanagement in der Praxis - Ein Spagat zwischen Eigeninteresse und Teamgeist
3.1 Microsoft: Ein Campus fur alle
3.2 Itemis: Das 4+1 Konzept
3.3 Deutsche Post: Innovatives Ideenmanagement
3.4 Procter: Wissenstransfer durch Mitarbeitertausch
3.5 Gore: Mit SpaR an die Arbeit

4 Schlusswort

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Internationale Konzerne und auch mittelstandige Unternehmen haben mit steigender Tendenz mit einem enorm hohen Erfolgsdruck zu kampfen. Die Chance auch in Zukunft wettbewerbsfahig zu bleiben, liegt nicht mehr nur in der Optimierung der Geschaftsprozesse, sondern vielmehr in der Arbeit der Zukunft. Doch wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? In der heutigen Arbeitswelt ist ein Kollege nicht nur ein einfacher Kollege, sondern vielmehr ein Lehrer, der durch die Weitergabe von Wissen dazu beitragt, dass das Unternehmen Wettbewerbsfahig bleibt. Dennoch gibt es viele Mitarbeiter die das Potential Lernen vom Kollegen nicht ausschopfen. Anders ist es bei dem Chemiekonzern BASF. Mit dem Konzept connect.BASF hat das Unternehmen ein Social Intranet implementiert auf das 40.000 Mitarbeiter Zugriff haben. Das Schreiben, Kommentieren, Liken und Teilen von Beitragen wahrend der Arbeitszeit wird bei dem Chemiekonzern auch von Fuhrungskrafte gerne gesehen und gefordert. Die Popularitat solcher unternehmensinternen Netzwerke, Wikis oder Blogs nimmt stetig zu. Darum ist es umso wichtiger internes und verborgenes Wissen effizient zu nutzen (Hommel, 2016). Jedoch wird mit der reinen Informationsweitergabe noch kein Wissensmanagement betrieben. Trotz des Digitalen Zeitalters tun sich noch viele Unternehmen schwer, Wissen als eine der wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens anzusehen. Die Herausforderung ist, die Schaffung eines Umfeldes in welchem sich das Wissen aller Mitarbeiter sich gemeinschaftlich vernetzen und weiterentwickeln kann. Es gibt eine Fulle an Moglichkeiten Wissensmanagement in Unternehmen zu etablieren, die Kunst liegt allerdings darin die Passende zu finden (o.V., 2016).

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Betrachtung von neuen Konzepten fur Wissensmanagement in Unternehmen, wobei die Konzepte auf funf beschrankt sind. Nachdem die Begriffe Wissen, Wissensarten, Wissenstransformation und Wissensarbeit im zweiten Kapitel erlautert wurden, werden im dritten Abschnitt neue Konzepte fur Wissensmanagement anhand auserwahlten Unternehmen vorgestellt und einer kritischen Untersuchung unterzogen. AbschlieRend werden im letzten Kapitel die gewonnenen Erkenntnisse resumiert.

2 Begriffliche Abgrenzung

Um ein allgemeines Verstandnis im Bereich Wissensmanagement zu erhalten, ist es erforderlich die Begriffe Wissen, Wissensarten, Wissenstransformation und Wissensarbeit naher abzugrenzen.

2.1 Wissen

„Wissen ist das Ergebnis eines Verstehungsprozesses, der sich durch die Einordung von Informationen in einen Kontext auf Basis individueller Erfahrungen vollzieht“ (Klein 2001a, S. 73, zitiert nach Wiater, 2007, S. 16). Kaum eine Begrifflichkeit wird in der Wissenschaft so vielfach eingesetzt und debattiert wie der Wissensbegriff. Dennoch reduzieren sich die Bestrebungen des Wissensmanagements nicht nur auf das Wissen als solches, sondern reflektieren das Begriffsverstandnis und die zugehorigen Begrifflichkeiten. Damit die Vieldeutigkeit und die dichte Verflechtung der einzelnen Begriffe einfacher zu verstehen sind, ist zunachst eine Abgrenzung in Daten und Informationen notwendig (Lehner, 2014, S. 54f.). Daten werden heutzutage als eine kontrollierte Abfolge von Zeichen verstanden. Dies konnen Buchstaben, Zahlen aber auch Symbole sein, welche durch Beobachtungen hervorgebracht werden. Daten an sich sind nicht aussagekraftig, obwohl mit ihrer Unterstutzung Bedeutung entwickelt werden kann. Daten sind infolge von Konventionen deutbar und bieten den Rohstoff fur Informationen. Informationen werden als Daten bezeichnet, welche in einen Bedeutungs- und Schwierigkeitszusammenhang gestellt sind und hierdurch uber eine bestimmte Situation aufklaren. Somit stehen Informationen im Koharenz von Relevanzen, welche systemabhangig sind. Werden Informationen von einer Person in seinen Kenntniskontext, seine Verstands-, Gefuhls-, Geschehens-, und Wollensstruktur aufgenommen, entsteht aus Information Wissen. Dennoch ist Wissen nicht gleichzusetzen mit zuganglichen Informationen, sondern primar mit der Kenntnis der einzelnen Person gegeben, geordnete Erklarungen uber Fakten und Gedanken herzustellen, weiterzugeben und in gezieltes Handeln umzusetzen. Im Vergleich zu Daten oder Informationen wird erst dann von Wissen gesprochen, wenn Daten und Informationen Zugang in die Verstandsstruktur des Menschen erlangen und Relevanz, Werteinsichten, Verbindungen und Impulse zu weiteren Uberlegungen und zum Handeln fuhren. Die individuelle Nutzbarkeit von Wissen ist letztlich eine ausschlaggebende Bedingung. Daten, Informationen und Wissen sind nicht als nacheinander folgende Stufen anzunehmen, da Informationen aus Wissensbestanden schlussfolgern und deren komprimierte Form darstellen (Wiater, 2007, S. 15f.).

2.2 Arten von Wissen

Fur das weitere Verstandnis von Wissensmanagement ist es forderlich, Wissen auf Basis verschiedener Dimensionen zu differenzieren. Demzufolge lasst sich Wissen in explizites, implizites, individuelles und kollektives Wissen auf splitten. Lasst sich Wissen dokumentieren, erlautern und in ein IT-System transformieren wird von explizitem Wissen gesprochen. Folgt man der Sichtweise, dass Wissen personenabhangig ist, spricht man von implizitem Wissen oder auch tacit knowledge. Dennoch ist Wissen fast nie ausschlieRlich implizit oder explizit. Stattdessen kann Wissen sowohl eine explizite Komponente als auch eine implizite Komponente, die personenabhangig ist, aufweisen (Fischer, S. 12f.). Kollektives oder auch organisationales Wissen ist von besonderer Wichtigkeit fur das nachhaltige Bestehen einer Unternehmung und damit „mehr als die Summe des Wissens einer Anzahl von Individuen“ (Probst, Raub, & Kai, 2006, S. 21). Individuelles Wissen hingegen ist wie es der Begriff bereits suggeriert, an Personen gebunden und hat demnach den eigenen, individuellen Erfahrungshintergrund als Koharenz (Fischer, S. 12f.).

2.3 Wissenstransformation

Durch die stetig anwachsende Globalisierung der verschiedenen Arbeits- und Informationsmarkte, sowie die zunehmende Innovationsstarke bei Produkten und Prozessen lasst den Wettbewerbsdruck im Wirtschaftlichen Umfeld verstarkt ansteigen. Dieser Problematik kann ein Unternehmen durch zeitgemaRes Wissen und wissensbasierten Know-hows erfolgreich begegnen. Ein wichtiger Ansatz zur Bereitstellung des benotigten Wissens ist zum einen die Generierung neuen Wissens und zum anderen der Wissenstransfer (Thiel, 2002, S. 1). Daher ist und bleibt die Transformation von Informationen in Wissen zu den entscheidendsten Herausforderungen im heutigen Digitalen- und Informationszeitalter (Versteegen, 2002, S. 9).

2.4 Wissensarbeit

„Wissensarbeit ist eine auf kognitive Fahigkeiten basierende Tatigkeit mit immateriellem Arbeitsergebnis, deren Wertschopfung in der Verarbeitung von Informationen, der Kreativitat und draus folgend der Generierung und Kommunikation von Wissen begrundet.“ (Walther & Berger, 2008, S. 22). Beschaftigt sich ein Mensch oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens vornehmlich mit dem Erwerben, Erzeugen, Zentralisieren oder der Verwendung von Wissen, wird dieser als Wissensarbeiter bezeichnet. Wissensarbeiter sind demzufolge Menschen, welche uberwiegend Wissensarbeit ausfuhren. Um tiefer in die Materie der Wissensarbeit einzudringen, ist es essentiell sich mit den kognitiven Fahigkeiten (Wahrnehmung, Lernen, Kreativitat, etc.) eines Menschen zu beschaftigen. Durch diese kognitiven Fahigkeiten wird die Moglichkeit fur erfolgreiche Wissensarbeit geformt. Um diese Moglichkeiten nutzbar zu machen, sind passende Ausfuhrungen wie Wissensarbeit gelingt im Vorfeld aufzusetzen. (Walther & Berger, 2008, S. 22). Dennoch ist Wissensarbeit fur Unternehmen in der Zeit der „Digitalen Transformation[1] '[1] anspruchsvoll und aufwendig. Organisationen und Forschungseinrichtungen haben sich dabei mit gegensatzlichen Bemuhungen auseinanderzusetzen. Um die Wirtschaftlichkeit zu steigern wird zunachst versucht die komplexen Aktivitaten zu standardisieren und zu simplifizieren. Innovative Handlungen entwickeln sich nur wenn die Menschen und Mitarbeiter vollumfanglichen Einblick in die Ablaufe der Organisation haben. Zur Entwicklung von Wissenspotenzialen einer Organisation ist es zum einen erforderlich, die Freiheitsgrade der Kollaboration zu steigern und zum anderen die Informations- und Kommunikationsdichte zu erhohen. Folglich liegen die Schwierigkeiten zum einen bei der Wahl des richtigen Ortes fur wissensorientierte Unternehmen und zum anderen in der systematischen Entwicklung kommunikations- oder interaktionsrelevanter Standorte. Es sind Orte zu erschaffen die eine Selbstorganisation der Mitarbeiter ermoglichen und bewirken (Henn, 2005, S. 12). Unternehmen wie beispielsweise Microsoft, Itemis, die Deutsche Post AG, Procter & Gamble und Gore haben die Relevanz der Wissensarbeit erkannt und bieten durch verschiedene Konzepte ein Innovatives und zukunftsorientiertes Wissensmanagement.

Wissensarbeit ist nur ein Ansatz der dazu beitragt, die Handhabung mit Wissen im Unternehmen gleichzeitig zu fordern und zu verbessern.

Wissensmanagement ist demnach ein Interventionsansatz zur Realisierung, Lenkung und Kreation der Ressource Wissen (Fischer, S. 16).

3 Innovative Konzepte von Wissensmanagement in der Praxis - Ein Spagat zwischen Eigeninteresse und Teamgeist

Das folgende Kapitel beschreibt verschiedene Konzepte von Wissensmanagement anhand auserwahlten Beispielen. Ziel dieses Kapitels ist es die eingesetzten Wissensmanagement Konzepte von auserwahlten Unternehmen zu beschreiben und kritisch zu hinterfragen.

3.1 Microsoft: Ein Campus fur alle

Ein kurzer Anruf genugt und Sascha Grunow sitzt eine Minute spater, eine Etage hoher in einem Meeting mit Microsoft Vertretern zu dem er spontan hinzugebeten wurde. Das Ziel von kurzen Wege ist, dass auch im Zeitalter der virtuellen Kommunikation der Dialog noch effektiver und intensiver genutzt wird. Dieses Ziel ist Teil eines Konzeptes des Kolner Microsoft Campus. Der innovative Neubau erstreckt sich auf funf Stockwerken und 6.750 Quadratmetern Buroflache. Neben den 320 Microsoft Angestellten haben ca. 180 Fremdangestellte von Partner-Unternehmen ihre Raumlichkeiten auf dem Campus-Gelande. Jedes ansassige Unternehmen hat die Moglichkeit, die Microsoft Konferenzraume fur beispielsweise Kundenveranstaltungen zu buchen. Obgleich in der Cafeteria, im Buro oder in der Tiefgarage, der Microsoft Campus ist nicht ein Ort wo jeder fur sich arbeitet, vielmehr ist es ein Ort der Begegnungen und Interaktionen. Daraus ergibt sich eine problemlose Kommunikation und eine intensive Vernetzung zwischen Partner-Unternehmen, Kunden und Mitarbeitern. Eine klare Form der Internalisierung von Wissen, denn nicht nur Microsoft profitiert von dem Campus Konzept sondern auch Partnerunternehmen die ihren Kunden den Nutzen von Microsoft-Losungen prasentieren mochten, haben die Moglichkeit gemeinsam mit ihren Kunden in die Kommunikationswelt von Morgen einzutauchen und das gegenseitige Wissen uber Partner auszubauen. Dies hat zur Folge, dass Microsoft mit Kunden in Kontakt tritt die bisher unentdeckt blieben. Hinsichtlich des groRen Erfolges hat Microsoft sich dazu entschlossen den Campus um zusatzliche 15.500

[...]


[1] „Digitale Transformation definiert den Change Management-Prozess einer (gesamten) Organisation, die ihre Geschaftsprozesse, Produkte und Services um digitale Technologien bereichert bzw. vollig verandert, um noch gro&ere Vorteile am Markt zu sichern bzw. um weiterhin im Wettbewerb bestehen zu konnen.“ (Wochagg, 2016).

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Neue Konzepte für Wissensmanagement
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Allgemeine Systemtheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V434772
ISBN (eBook)
9783668762077
ISBN (Buch)
9783668762084
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissen, Wissentransformation, Wissensarbeit, Innovative Konzepte Wissensmanagement
Arbeit zitieren
Tina Oechsler (Autor), 2016, Neue Konzepte für Wissensmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434772

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Neue Konzepte für Wissensmanagement



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden