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vivo und finto. Die Wirkungsästhetik von Gianlorenzo Bernini am Beispiel seiner Porträtbüste Ludwigs XIV.

Título: vivo und finto. Die Wirkungsästhetik von Gianlorenzo Bernini am Beispiel seiner Porträtbüste Ludwigs XIV.

Trabajo de Seminario , 2010 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Laura Köhninger (Autor)

Arte - Historia del Arte
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„Solange die blinde Bewegung von Meißel und Arm lediglich die Oberfläche artikuliert, solange bleibt ein Marmorporträt unvollendet.“ Dieser Ausspruch von Frank Martin verdeutlicht schon in Ansätzen, welchen Anspruch Gianlorenzo Bernini an seine Werke stellt: Neben handwerklichen Fähigkeiten sollte ein Künstler auch in der Lage sein, seinen Skulpturen Leben einzuhauchen. Doch wie schafft Bernini selbst diesen Spagat in seiner Kunst, welche Mittel nutzt er dazu und welche Wirkung erzielt er damit bei den Betrachtern?

Im Folgenden soll nun die Wirkungsästhetik Berninis anhand Frank Martins oben genannten Textes erarbeitet werden, wobei zur Verdeutlichung der These ein Vergleich mit dem italienischen Künstler Camillo Rusconi geführt wird. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Porträtbüste des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gerichtet, welche Bernini während seines Aufenthalts 1665 in Paris im Auftrag des Königs schuf.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Vivo und finto – Forschungsbericht über wirkungsästhetische Beobachtungen zu Gianlorenzo Bernini

1. Charakteristische Beschreibung der Porträtbüste Ludwigs XIV.

2. Vivo und finto – Berninis Wirkungsästhetik

2.1. Beispielhafte Begebenheiten

2.2. Anwendung auf die Porträtbüste Ludwigs XIV.

3. Gegenbeispiel: Camillo Rusconis Porträtbüste Giulia Albanis

3.1. Rusconis Wirkungsästhetik

3.2. Direkter Vergleich im Typus der „ewigen Anbetung“

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Wirkungsästhetik von Gianlorenzo Bernini, indem sie das von ihm verwendete Gegensatzpaar „vivo“ (lebendig) und „finto“ (künstlich/fiktiv) analysiert. Dabei wird erörtert, mit welchen künstlerischen Mitteln Bernini seinen Skulpturen den Anschein von Lebendigkeit verleiht, um den Betrachter aktiv in das Geschehen einzubinden, und wie dies anhand konkreter Porträtbüsten – insbesondere jener des Sonnenkönigs Ludwig XIV. – sowie im Vergleich mit Werken von Camillo Rusconi verdeutlicht werden kann.

  • Analyse des künstlerischen Anspruchs Berninis an die Porträtplastik des 17. und frühen 18. Jahrhunderts.
  • Untersuchung der Porträtbüste Ludwigs XIV. hinsichtlich ihrer formalen und wirkungsästhetischen Gestaltung.
  • Gegenüberstellung von Berninis Illusionismus mit dem skulpturalen Ansatz von Camillo Rusconi.
  • Erörterung der Bedeutung von handwerklichen Details wie der Bearbeitung von Augen und Oberflächen für die Belebung des Marmors.
  • Vergleichende Betrachtung des „Typus der ewigen Anbetung“ als Mittel der psychologischen Darstellung.

Auszug aus dem Buch

1. Charakteristische Beschreibung der Porträtbüste Ludwigs XIV.

Die Porträtbüste, welche noch heute im Salon dé Diane im Schloss Versailles in Paris zu besichtigen ist, stellt Ludwig XIV., den Sonnenkönig, als 22-jährigen jungen Mann dar (Abb.1). Zu sehen sind Kopf und Ansatz der Schultern eines jungen Mannes, der seinen Blick nach links gerichtet hat und hoch erhobenen Hauptes über den Betrachter hinausschaut. Sein Kopf ist umgeben von wallenden Locken, wobei jede einzelne dabei gut sichtbar ist. Um den Hals trägt er eine Art Tuch, das ebenfalls kunstvoll gestaltet wurde. Die Schultern des Königs, der Betrachter kann nur eine erkennen, stecken in einer scheinbar glänzenden Rüstung und werden umhüllt von einem aufgebauschten raumgreifenden Mantel, der so wirkt, als wäre er gerade von einer Windböe erfasst worden. „Wie aus einer Stoffwolke wächst der […] Königskörper empor“.

Die Büste ist im Ganzen aus weißem Marmor gehauen, materialfarbig belassen und steht auf einem unauffälligen, ebenfalls weißen Sockel. Die Skulptur wirkt dadurch in ihrer Gesamtheit sehr homogen und hebt sich damit eindrucksvoll von dem aus rötlich-lila Marmorplatten gefertigten Hintergrund ab. Eine Besonderheit der Büste besteht in der immanenten Kontrapoststellung des Kopfes und der Schultern. Das Gesicht nach links gewandt, dreht sich die Schulterpartie schwach, aber wahrnehmbar in die entgegengesetzte Richtung. Diese in Stein erstarrte Bewegung verleiht der Figur eine ganz spezielle Dynamik, genauso wie das fliegende Gewand, kunstvoll in Falten gelegt und aufgebauscht durch einen Luftstoß, dessen wehendes Ende die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt.

Zusammenfassung der Kapitel

Vivo und finto – Forschungsbericht über wirkungsästhetische Beobachtungen zu Gianlorenzo Bernini: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Bernini durch die Spannung zwischen lebendiger Wirkung und künstlicher Gestaltung seine Skulpturen belebt.

1. Charakteristische Beschreibung der Porträtbüste Ludwigs XIV.: Dieses Kapitel widmet sich der formalen Analyse und der materialen Beschaffenheit der berühmten Porträtbüste des französischen Königs.

2. Vivo und finto – Berninis Wirkungsästhetik: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Berninis Kunstverständnis erläutert und anhand des Herstellungsprozesses der Königsbüste praktisch verdeutlicht.

3. Gegenbeispiel: Camillo Rusconis Porträtbüste Giulia Albanis: Durch den Vergleich mit einem zeitgenössischen Gegenbeispiel wird Berninis spezifischer illusionistischer Ansatz und seine besondere Wirkungsabsicht hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Gianlorenzo Bernini, Wirkungsästhetik, vivo, finto, Porträtbüste, Ludwig XIV., Barock, Marmorplastik, Illusionskunst, Camillo Rusconi, Giulia Albani, Gabriele Fonseca, ewige Anbetung, Kunstwahrnehmung, Bildhauerei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wirkungsästhetik des Bildhauers Gianlorenzo Bernini und analysiert, wie dieser durch gezielte künstlerische Techniken seine Marmorskulpturen lebendig wirken lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Begriffe „vivo“ (lebendig) und „finto“ (künstlich), die den ästhetischen Spannungszustand in Berninis Werk und dessen Wahrnehmung durch den Betrachter definieren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, Berninis Fähigkeit zu ergründen, mit Marmor als Material Leben zu suggerieren und dadurch eine unmittelbare emotionale Verbindung zum Betrachter aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse kunsthistorischer Fachliteratur, insbesondere des Aufsatzes von Frank Martin, und stützt sich auf die visuelle Untersuchung spezifischer Skulpturen Berninis und dessen Zeitgenossen Rusconi.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt zunächst die Porträtbüste Ludwigs XIV., führt anschließend in die theoretischen Konzepte Berninis ein und schließt mit einem direkten Vergleich zu Camillo Rusconis Werk ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bernini, Barock, Wirkungsästhetik, Illusionismus, Porträtplastik sowie das Gegensatzpaar vivo und finto.

Warum spielt die Porträtbüste Ludwigs XIV. eine zentrale Rolle?

Sie dient als konkretes Beispiel für Berninis Kunstfertigkeit, etwa durch die Kontrapoststellung und die detailreiche Bearbeitung, die den König lebendig wirken lassen.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitsweise von Camillo Rusconi von jener Berninis?

Rusconi betont durch steinsichtige Oberflächen und den Verzicht auf illusionistische Feinheiten wie geschwärzte Augensterne den Objektcharakter seiner Skulpturen, was Berninis Ansatz kontrastierend hervorhebt.

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Detalles

Título
vivo und finto. Die Wirkungsästhetik von Gianlorenzo Bernini am Beispiel seiner Porträtbüste Ludwigs XIV.
Universidad
LMU Munich  (Kunstgeschichte)
Curso
Bildkünste
Calificación
1,0
Autor
Laura Köhninger (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
15
No. de catálogo
V435095
ISBN (Ebook)
9783668762886
ISBN (Libro)
9783668762893
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bernini Wirkungsästhetik Gianlorenzo Bernini Porträtbüste Ludwig XIV. Sonnenkönig Camillo Rusconi Skulptur Italien Ewige Anbetung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Laura Köhninger (Autor), 2010, vivo und finto. Die Wirkungsästhetik von Gianlorenzo Bernini am Beispiel seiner Porträtbüste Ludwigs XIV., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435095
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