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Russlanddeutsche Spätaussiedler und deren pflegerische Versorgung in ihrer Familie

Title: Russlanddeutsche Spätaussiedler und deren pflegerische Versorgung in ihrer Familie

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Russlanddeutsche Spätaussiedler gelten entsprechend dem Grundgesetz als Deutsche Staatsbürger.
Doch trotz dieses gesicherten rechtlichen Status´ sind sie Migranten; d.h. Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihre alte Heimat verlassen haben, um in einem anderen Land zu leben. Hierbei treffen unterschiedliche Kulturen, Traditionen und Erfahrungen aufeinander.
Viele der zugezogenen russlanddeutschen Spätaussiedler sind bereits hochbetagt und pflegebedürftig. Sie haben aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren oft Schwierigkeiten, sich außerhalb der Familie zu orientieren.. So haben sie wenig Zugang zu Informationen. Bestehende Angebote werden, teils aus Unkenntnis, teils aufgrund von Vorurteilen, wenig in Anspruch genommen. Staatliche Altenhilfe wird durch Erfahrungen in der alten Heimat abgelehnt. Die Familienbindung hat noch immer einen hohen Stellenwert und so wird auch die Pflege überwiegend von Familienangehörigen erbracht. Dieses Potential sollte unterstützt, jedoch nicht überschätzt werden.
Im Fokus des nachfolgenden Beitrages steht die Frage, wie die traditionellen familiären Strukturen bei der Versorgung pflegebedürftiger Familienangehöriger einbezogen werden können, um taugliche Pflegekonzepte zu erstellen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund der Russlanddeutschen

2.1. Auswanderung nach Russland

2.2. Zunehmende Probleme mit der staatlichen Herrschaft

2.3. Entspannung

3. Situation der Russlanddeutschen heute

4. Migrationsmotive der Spätaussiedler

5. Ausreise und Aufnahme

6. Neubeginn in Deutschland

6.1. Erwartungen

6.2. Realität

6.3. Probleme der Integration

7. Ältere russlanddeutsche MigrantInnen im familiären Kontext

7.1. Biographie

7.2. Bedeutung der Familie im Herkunftsland

7.3. Familie als Existenzsicherung im Herkunftsland

7.4. Einkommen und Wohnsituation älterer Spätaussiedler

7.5. Soziale Netzwerke älterer Spätaussiedler in Deutschland

7.6. Freizeitverhalten und Lebenszufriedenheit älterer Spätaussiedler

8. Alter und Pflege

8.1. Angehörigenpflege

8.2. Veränderte Lebensumstände und ihre Auswirkungen auf die Familienstruktur

8.3. Inanspruchnahme der professionellen Hilfe

8.4. Zugangsbarrieren zu sozialen Leistungen

8.5. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger und Pflegebedürftiger

9. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Lebensumstände sowie die pflegerische Versorgungssituation von älteren russlanddeutschen Spätaussiedlern innerhalb ihres familiären Kontextes in Deutschland. Ziel ist es, das Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe vor dem Hintergrund ihrer Migrationsgeschichte und kulturellen Prägung zu schärfen und Ansätze für eine bedürfnisorientierte Altenhilfe aufzuzeigen.

  • Historischer Hintergrund und Migrationsmotive der Russlanddeutschen.
  • Herausforderungen des Neubeginns und der Integration in Deutschland.
  • Die zentrale Bedeutung der Familie als Schutz- und Versorgungsinstanz.
  • Problematiken bei der Inanspruchnahme professioneller Pflegeangebote.
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger.

Auszug aus dem Buch

8.1. Angehörigenpflege

Auch wenn ein Rückzug in die Familie unter Integrationsgesichtspunkten negativ zu bewerten ist, eröffnet die starke Familienbindung von Aussiedlern die Chance, dass im Falle einer Pflegebedürftigkeit auf familiäre Unterstützung zurückgegriffen werden kann. Die Angehörigenpflege ist ein Teil der familiären Sorge, die dem Familienkonzept der russlanddeutschen Familie entspricht. Angehörigenpflege ist nicht die Aufgabe eines Individuums, die als Hauptpflegeperson die Hauptlast trägt, sondern die Familie als System und jedes Familienmitglied ist ein potentieller pflegender Angehöriger. Dadurch verteilt sich Angehörigenpflege auf verschiedene Personen der Familie. Die Pflicht des Sorgens gilt auf der individuellen Ebene auch dann, wenn Konflikte und schlechte persönliche Beziehung vorliegen.

Angehörigenpflege in Migrantengruppen kann nur unter Berücksichtigung historischer und politischer Prozesse, sowie des jeweiligen Versorgungskontextes verstanden werden. Auf der gesellschaftlichen Ebene ist Angehörigenpflege in den Herkunftsländern der Befragten die Norm. Die Versorgungsstruktur sieht dort vor, dass Pflegebedürftige in der Familie gepflegt werden und es gibt nur wenig Hilfen bei Pflegebedürftigkeit durch den Staat. Altenheime sind für Menschen ohne Familie vorbehalten, und die gemeindenahe Versorgung wendet sich ebenfalls an alleinlebende alte Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der russlanddeutschen Spätaussiedler und deren Situation in der Bundesrepublik Deutschland.

2. Geschichtlicher Hintergrund der Russlanddeutschen: Darstellung der historischen Entwicklung von der Auswanderung nach Russland bis zu den Krisen der Sowjetära.

3. Situation der Russlanddeutschen heute: Kurze Betrachtung des aktuellen Rechtsstatus und der sozialen Diskriminierung im Alltag.

4. Migrationsmotive der Spätaussiedler: Analyse der Beweggründe für die Aussiedlung, wie politische Freiheit und die Suche nach einer besseren Zukunft.

5. Ausreise und Aufnahme: Erläuterung der administrativen Anforderungen für die Ausreise und die Zuweisung nach der Ankunft.

6. Neubeginn in Deutschland: Auseinandersetzung mit den Erwartungen, der ernüchternden Realität und den Integrationsproblemen der Aussiedler.

7. Ältere russlanddeutsche MigrantInnen im familiären Kontext: Analyse des Einflusses der Biographie auf Wertevorstellungen und die Bedeutung der Familie als Existenzsicherung.

8. Alter und Pflege: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen der Angehörigenpflege, der Barrieren bei sozialen Leistungen und nötiger Verbesserungsmaßnahmen.

9. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion über die Tragfähigkeit familiärer Pflegepotenziale und die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz im Gesundheitswesen.

Schlüsselwörter

Russlanddeutsche, Spätaussiedler, Migration, Angehörigenpflege, Familienbindung, Integration, Altenhilfe, Pflegewissenschaft, interkulturelle Kompetenz, GUS-Staaten, Migrationsmotive, häusliche Versorgung, Lebenszufriedenheit, Pflegesituation, Demographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Lebensumständen älterer russlanddeutscher Spätaussiedler und insbesondere mit der Frage, wie deren pflegerische Versorgung innerhalb der Familie in Deutschland organisiert und bewertet wird.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte dieser Bevölkerungsgruppe, ihre spezifischen kulturellen Werte, die Rolle der Familie als zentrales Unterstützungssystem sowie die Herausforderungen bei der Integration in das deutsche Pflegesystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historisch geprägte Traditionen und Familienstrukturen die Pflegebedürftigkeit und die Inanspruchnahme von professionellen Hilfen beeinflussen und welche Maßnahmen die Situation verbessern könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Studien zum Migrationskontext sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Analyse der Integrationsprobleme, eine Untersuchung der Bedeutung von Familie und Biographie für die Pflege sowie eine Bewertung der Barrieren und notwendigen Maßnahmen für eine kultursensible Altenhilfe.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Russlanddeutsche, Angehörigenpflege, Familienkonzept, Migration, Integration und kultursensible Altenhilfe beschreiben.

Warum wird die Familie für russlanddeutsche Spätaussiedler so stark betont?

Die Familie fungiert für sie als Lebensmittelpunkt und primäre Sicherungsinstanz gegen existenzielle Bedrohungen, da sie historische Traumata wie Deportation und Flucht gemeinsam bewältigt haben.

Wie unterscheidet sich das Verständnis von "gutem Alter" bei dieser Gruppe?

Ein "gutes Alter" ist bei den Befragten untrennbar mit der Integration in den Familienalltag und der Wahrnehmung als nützliches Familienmitglied verbunden, während die Autonomie im Sinne des deutschen "Bildungsrentners" weniger im Vordergrund steht.

Welches Problem besteht bei der Inanspruchnahme professioneller Pflegehilfe?

Es bestehen oft große Hemmschwellen und Befremden gegenüber Heimen, da die Unterbringung eines Angehörigen in einer Einrichtung häufig als Versagen der familiären Fürsorgepflicht und als soziale Schande wahrgenommen wird.

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Details

Title
Russlanddeutsche Spätaussiedler und deren pflegerische Versorgung in ihrer Familie
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Pflegemanagement)
Grade
1,0
Authors
Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V43547
ISBN (eBook)
9783638413152
ISBN (Book)
9783638736572
Language
German
Tags
Russlanddeutsche Spätaussiedler Versorgung Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Lüth (Author), Bernadette Böttcher-Peters (Author), 2005, Russlanddeutsche Spätaussiedler und deren pflegerische Versorgung in ihrer Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43547
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