Gegenstand dieser Hausarbeit soll es sein, einen Überblick zu geben über die Beziehung zwischen Körper und Geist. Bilden Körper und Geist eine Einheit, oder sind sie voneinander getrennt und somit völlig voneinander verschieden? Wie hat sich die Betrachtungsweise dieser Problematik im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung der Philosophie verändert beziehungsweise entwickelt? Und wie wird die Beziehung zwischen Soma und Psyche in unserer Zeit beurteilt? Zu berücksichtigen sei hierbei, dass es sich um ein erheblich umfangreiches Feld handelt, welches ja bereits seit Jahrtausenden Gegenstand der Philosophie ist, was dazu führt, dass diese Hausarbeit, auch da sie sich mit Menschen wie Platon, Aristoteles und Descartes befasst nicht mehr als ein kleiner Ausschnitt der Thematik sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Betrachtung von Leib und Seele in der Antike
2. Eine Zwischenbilanz
3. Der Rationalismus und René Descartes
4. Das bio-psycho-soziale Modell der Neuzeit
5. Resumé
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Wandel der Betrachtungsweise des Verhältnisses zwischen Körper (Soma) und Geist (Psyche), beginnend bei antiken philosophischen Ansätzen bis hin zum modernen bio-psycho-sozialen Modell.
- Historische Perspektiven auf Leib und Seele in der Antike (Platon und Aristoteles)
- Die Entwicklung rationalistischer Ansätze bei René Descartes
- Die Transition zur modernen Medizin und Psychosomatik
- Darstellung des bio-psycho-sozialen Modells als ganzheitlicher Ansatz
- Kritische Reflexion über die Rolle von Wissenschaft und interdisziplinärer Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
Betrachtung von Leib und Seele in der Antike
„Mens sana in corpore sano“ (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) lautet bereits ein Zitat des römischen Dichters Juvenal (60-127 n. Chr.) welches zwar in dieser Form gar nicht vollständig ist, denn es heißt korrekt: „Orandum est ut sit mens sana in corpore sano.“ und sollte zum Ausdruck bringen, dass es wünschenswert wäre, wenn in einem gesunden Geist auch ein gesunder Körper steckte, was seiner Ansicht nach oft genug nicht gegeben wäre, denn er beklagte den „sittlichen Verfall“ im Rom seiner Zeit. Dennoch zeigt es doch, wie lange sich die Menschen bereits mit der Frage befassen, wie Leib uns Seele zueinander stehen.
Doch war Juvenal selbstverständlich nicht der Erste, welcher sich dieser Problematik (hier, dem Zusammenhang zwischen Geist und Körper) bediente um sie für seine Satire zu verwenden. Schon weit vor ihm befasste sich Platon mit der Frage, wie Leib und Seele zusammengehören, miteinander verbunden sind, woher sie stammen und wie sie funktionieren.
Die Verbindung zwischen Leib und Seele ist für Platon eine „lockere“. Wenn man Platons aussagen dazu liest, scheint die Verbindung welche zwischen Leib und Seele existiert ein notwendiges Übel und ihm beinahe zu wider zu sein. Denn er sagt, dass die Seele der eigentliche Mensch sei und der Körper lediglich ein „Schatten“ oder eine Art „Fahrzeug“. Die Seele könne dementsprechend nur unglücklich sein, da sie im Körper wie in einem „Gefängnis“ eingesperrt sei. Wenn Platon davon spricht, dass der Körper für „Unruhe“ sorge, beinhaltet dies für ihn viele negative Eigenschaften, welche dieser beansprucht. So sei es notwendig den Körper mit Nahrung zu versorgen, er sei verantwortlich für die Begierde, Ängste und Einbildungen. Niemals, so Platon sei es der Seele durch die Ablenkungen des Körpers, zu denen er auch Kriege, Schlachten und Aufruhr zählt möglich, zur „Besinnung“ zu kommen und die „Wahrheit“ zu erkennen. Um den Körper jedoch als Fahrzeug der Seele zu hegen, sei es unumgänglich ihn zumindest so weit zu erhalten wie nötig und in diesem Sinne müsse man diesen seinen Ansprüchen gerecht werden; „bis der Gott uns völlig davon erlöst.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Betrachtung von Leib und Seele in der Antike: Das Kapitel analysiert die dualistischen Konzepte von Platon und Aristoteles hinsichtlich der Beziehung von Körper und Seele.
2. Eine Zwischenbilanz: Hier wird der Übergang von antiken Denkweisen zu neuzeitlichen Ansätzen reflektiert und erste Parallelen zu psychologischen Modellen wie denen Freuds gezogen.
3. Der Rationalismus und René Descartes: Dieses Kapitel behandelt Descartes' Suche nach absoluter Wahrheit durch den methodischen Zweifel und sein dualistisches Verständnis von „Cogito ergo sum“.
4. Das bio-psycho-soziale Modell der Neuzeit: Hier erfolgt die Hinwendung zur modernen Medizin, wobei das bio-psycho-soziale Modell als integrativer Ansatz gegen eine rein mechanistische Betrachtungsweise des Menschen vorgestellt wird.
5. Resumé: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Sichtweise auf den Menschen.
Schlüsselwörter
Soma, Psyche, Leib-Seele-Problem, Dualismus, Platon, Aristoteles, René Descartes, Rationalismus, Bio-psycho-soziales Modell, Psychosomatik, Ganzheitlichkeit, Philosophie, Wissenschaftstheorie, Gesundheit, Krankheitsverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen und medizinischen Auseinandersetzung über die Beziehung zwischen Körper (Soma) und Geist (Psyche) im Verlauf der Geschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der historische Wandel vom antiken Dualismus über den rationalistischen Ansatz von Descartes bis hin zum modernen, ganzheitlichen bio-psycho-sozialen Modell.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die historischen Entwicklungslinien der Leib-Seele-Problematik zu geben und aufzuzeigen, wie diese das heutige Verständnis von Krankheit und Gesundheit beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die auf der kritischen Betrachtung philosophischer und wissenschaftstheoretischer Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Vorstellungen bei Platon und Aristoteles, die rationalistische Wende durch Descartes sowie die Erörterung des bio-psycho-sozialen Modells als zeitgemäße Alternative.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leib-Seele-Problem, Dualismus, Psychosomatik und ganzheitliche Betrachtung definiert.
Inwiefern beeinflusst Descartes' „Cogito ergo sum“ das Verständnis von Soma und Psyche?
Descartes etablierte einen radikalen Dualismus, indem er das Denken (den Geist) als einzige zweifelsfreie Instanz isolierte, was die Trennung von Körper und Geist in der westlichen Wissenschaft maßgeblich prägte.
Warum ist das bio-psycho-soziale Modell für die heutige Medizin relevant?
Es bietet eine Möglichkeit, den Dualismus zu überwinden, indem es nicht nur biologische, sondern auch psychische und soziale Faktoren als gleichwertige Determinanten von Gesundheit und Krankheit integriert.
- Citation du texte
- Tanja Weigert (Auteur), 2015, Betrachtungsweise von Soma und Psyche der verschiedenen Epochen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435501