Zusammenfassung aus der Vorlesung "Rohstoffkunde". Lebensmitteltechnologie 1. Semester


Zusammenfassung, 2018
80 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Nährstoffe
1.1 Kohlenhydrate
1.1.1 Konfiguration/ Chiral- asymmetrische C- Atom
1.1.2 Monosaccharide (Einfachzucker) Aldohexosen
1.1.3 Disaccharide (Zweifachzucker)
1.1.4 Polysaccharide (Mehrfachzucker)
1.1.5 Stoffwechsel der verwertbaren KH
1.1.6 Verdauung der KH
1.1.7 Ernährungsphysiologische Bedeutung der KH
1.1.8 Ballaststoffe
1.2 Aminosäuren, Peptide, Proteine und Nukleinsäuren
1.2.1 Gemeinsames Strukturprinzip
1.2.2 Proteinogene und Nichtproteinogene
1.2.3 Aminosäuren
1.2.4 Dipolarer Zustand
1.2.5 Unverzweigte und verzweigte aliphalische Seitenketten
1.2.6 Essentielle Aminosäuren
1.2.7 limitierende Aminosäuren
1.2.8 Einteilung der Aminosäuren nach Wasserlöslichkeit der Seitenketten
1.2.9 Peptide
1.2.10 Proteine
1.3 Lipide
1.3.1 Einfache und komplexe Lipide:
1.3.2 Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen aus:
1.3.3 Die wichtigsten essentiellen Fettsäuren
1.3.4 Cis- und Trans- Fettsäuren
1.3.5 Lipasen, Fettmicellen und Chylomikronen:

2 Einteilung Lebewesen und Zellaufbau bzw. Gewebe
2.1 Einteilung Lebewesen
2.1.1 Wesentliche Kennzeichnung
2.1.2 Phylogenie
2.1.3 Taxonomie und Systematik
2.1.4 Einteilung der Lebewesen
2.2 Zellaufbau
2.2.1 Membranen
2.2.2 Ribosomen
2.2.3 Cytosol (Cytoplasma)
2.2.4 Organisation einer eukaryotischen Tierzelle
2.2.5 Golgi- Apparat
2.2.6 Mitochondrien – Kraftwerke der Zelle
2.3 Pflanzliche Zelle
2.3.1 Zellwand
2.3.2 Textur in pflanzlichen Geweben
2.3.3 Mittelamelle und Primärwand
2.3.4 Plastiden
2.3.5 Chloroplasten
2.3.6 Vakuole
2.4 Lysosomen und Peroxisomen- die Verdauungsorganellen der Zelle
2.4.1 Lysosomen (Tiere)
2.4.2 Peroxisomen (im Speichergewebe von Pflanzen)
2.5 Gewebe
2.5.1 Tiereiche Gewebearten

3 Trinkwasser
3.1 Wasservorräte der Erde
3.2 Versorgung und Verbrauch International
3.2.1 Probleme:
3.2.2 Virtuelles Wasser bzw. latentes Wasser
3.2.3 Water Footprint
3.3 Trinkwasserverbrauch
3.4 Trinkwassergewinnung in Deutschland
3.4.1 Uferfiltrat:
3.4.2 Oberflächenwasser:
3.4.3 Aufgabe von Talsperren:
3.5 Gesetzliche- Richtlinie der EU (80/778/EWG)
3.6 Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 1990 (und 2003)
3.7 Qualitätskriterien und Anforderungen
3.7.1 Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung:
3.7.2 Qualitätsanspruch Trinkwasser:
3.7.3 Qualitätsanspruch Mängel:
3.7.4 Wasserhärte:
3.7.5 Saures Wasser:
3.7.6 Geruch- Geruchsneutral:
3.7.7 Anforderung an die Farbe- Klare Färbung:
3.7.8 Manganhaltiges Wasser
3.7.9 Wasserbehandlungsverfahren:

4 Getreide
4.1 Allgemein
4.1.1 Wintergetreide
4.1.2 Sommergetreide
4.2 Getreide und Pseudogetreide
4.2.1 Getreide
4.2.2 Pseudogetreide
4.3 Begrannung
4.4 Reife und Ernte
4.5 Verarbeitung
4.5.1 Trocknung und Lagerung
4.5.2 Vermahlung und Mischen
4.6 Getreide Produkte
4.7 Getreidesorten
4.7.1 Weizen (Triticum sp.) -Süßgräser
4.7.2 Einkorn (Triticum monococcum)
4.7.3 Rauweizen (Triticum turgidum)- Kamut
4.7.4 Hartweizen (Triticum durum)
4.7.5 Dinkel (Triticum spelta L)
4.7.6 Mehltypen
4.7.7 Roggen (Secale cereale L.)- Süßgräser
4.7.8 Mutterkorn (Fruchtkörper aus Schimmelpilz)
4.7.9 Triticale
4.7.10 Gerste (Hordeum vulgares)- Süßgräser
4.7.11 Hafer (Avena sativa)- Süßgräser(hochwertigste Getreideart)
4.7.12 Mais (Zea mays subsp. mayas) - Süßgräser
4.7.13 Reis (oryza spp.)- Süßgräser
4.7.14 Wildreis
4.7.15 Hirse (Teff) und Sorghum- Süßgräser

5 Kartoffel
5.1 Kartoffelpflanze
5.2 Kartoffelsorten und Anbau
5.2.1 Kartoffelsorte Amflora
5.3 Handel
5.4 Lagerung
5.5 Aufbau und Inhaltsstoffe
5.6 Antinutritive Inhaltsstoffe
5.7 Glycoalkaloide
5.7.1 Faktoren die den Glykoalkaloidgehalt beeinflussen
5.7.2 Verringerung des Glykoalkaloidgehalts:
5.8 Maniok, Kassava, Cassava
5.9 Süßkartoffel
5.10 Yam
5.11 Taro

6 Zucker
6.1 Anbau und Ernte (Kampagne)
6.2 Gewinnung des Rohstoffes
6.3 Zuckerarten

7 Fette und Öle
7.1 Raps
7.2 Hauptfettsäuren
7.3 Öl- und Fettgewinnung
7.3.1 Raffination
7.3.2 Modifikation:

8 Leguminosen
8.1 Bedeutung:
8.2 Zusammensetzung:
8.3 Inhaltsstoffe
8.3.1 Inhaltstoffe Kohlenhydrate
8.3.2 Mineralstoffe und Vitamine
8.3.3 Antinutritive Inhaltsstoffe
8.4 Leguminosen Sorten (Hülsenfrüchtler):
8.4.1 Erbse
8.4.2 Kichererbse
8.4.3 Strauchenerbse (Taubenerbse)
8.4.4 Linse
8.4.5 Bohnen
8.4.6 Erdnuss
8.5 Öl aus Leguminosen:

9 Gemüse
9.1 Inhaltstoffe
9.1.1 Kohlenhydrate
9.1.2 Vitamine
9.1.3 Mengenelemente
9.1.4 Spurenelemente
9.1.5 Organische Säuren
9.1.6 Ballaststoffe
9.1.7 Farbstoffe
9.1.8 Aromastoffe
9.1.9 unerwünschte Inhaltsstoffe
9.2 Verarbeitung
9.3 EU- Normen und Handelsklassen
9.3.1 Gütereigenschaften (Mindestanforderungen und Klassenkriterien)
9.4 Physiologische Vorgänge
9.4.1 Eigenschaften des Stoffwechselprozesses während der Lagerung
9.4.2 Atmung
9.4.3 Reifung
9.5 Einteilung von Gemüse
9.5.1 Kohlgemüse
9.5.2 Wurzel- und Knollengemüse
9.5.3 Zwiebelgemüse
9.5.4 Blattgemüse
9.5.5 Stängelgemüse
9.5.6 Fruchtgemüse

10 Obst
10.1 EU- Normen und Handelsklassen
10.2 Inhaltsstoffe
10.3 Fruchtentwicklung und Reifung
10.4 Reifung und Lagerung

11 Saft – Nektar
11.1 Einteilung
11.2 Beschaffenheitsmerkmale/Leitsätze
11.3 Fruchtsaftkonzentrationen

12 Honig
12.1 Honigarten
12.2 Spezifische Anforderungen
12.2.1 Zuckergehalt (alles höchst Werte)
12.2.2 Wassergehalt
12.2.3 Gehalt an freien Säuren
12.2.4 HMF
12.2.5 Sortenhonig
12.3 Leitsätze
12.4 Inhaltsstoffe
12.5 Maillard Reaktion (nichtenzymatische Bräunung)
12.6 Reifung
12.7 Toxische Inhaltstoffe
12.8 Kristallisationsfehler
12.9 Lagerung
12.9.1 Wärmeschäden
12.9.2 Feuchtigkeit
12.9.3 Farbe
12.10 Verflüssigung
12.11 Gelee Royale

13 Milch und Milchprodukte
13.1 Inhaltsstoffe
13.1.1 Fett (Kuhmilch)
13.1.2 Milcheiweiß
13.1.3 Lactose
13.1.4 Vitamine und Mineralstoffe
13.2 Verarbeitung
13.2.1 Trinkmilch
13.2.2 Einteilung nach Fettgehalt
13.2.3 Erhitzungsverfahren und Haltbarmachung
13.3 Milchprodukte
13.3.1 Sahne
13.3.2 Fermentierte Sauermilchprodukte
13.3.3 Einschub Probiotika
13.3.4 Butter
13.3.5 Dauermilchprodukte

14 Käse
14.1 Fett in Trockenmasse
14.2 Wassergehalt
14.3 Zusätze
14.3.1 Säuerungskulturen (Mikroorganismen)
14.3.2 Spezielle Käsekulturen
14.4 Verarbeitung
14.4.1 Frischkäse
14.4.2 Molkeneiweißkäse
14.4.3 Sauermilchkäse
14.4.4 Käse

15 Eier und Eiprodukte
15.1 Nährstoffe
15.2 Erzeugung
15.3 Legehennenbetriebsregister
15.4 Qualitätsmerkmale - Frische
15.5 Schutz vor Mikroorganismen
15.5.1 Abwehrstrategie der Schalenbestandteile
15.5.2 Abwehrstrategie des Eiklar
15.5.3 Abwehrstrategie Eidotter
15.6 Eierkennzeichnung
15.7 Produkte und Eierzeugnisse
15.8 Zoonosen

16 Geflügel
16.1 Klasse der Vögel
16.1.1 Hühnervogel
16.1.2 Entenvögel
16.1.3 Haushuhn (Fasanenartigen)
16.1.4 Truthühner
16.1.5 Hausente
16.1.6 Hausgans
16.1.7 Anderes Zuchtgeflügel
16.2 Inhaltsstoffe
16.3 Zucht, Mast und Schlachtung
16.3.1 Zucht
16.3.2 Mast
16.4 Transport
16.5 Schlachtung

1 Nährstoffe

1.1 Kohlenhydrate

- Kohlenhydrate bestehen aus drei Elementen und sind Ausgangspunkt für die Synthese der Fette und Eiweißstoffe, alles Leben hängt unmittelbar von den KH ab.

a) C-Kohlenstoff (vierwertig); H-Wasserstoff (einwertig); O-Sauerstoff (zweiwertig)
b) Alkohole enthalten eine oder mehrere OH-Gruppen(Hydroxylgruppen) / einwertig o. mehrwertig (Endung mit ol= einwertig/ di=zweiwertig/ tri=dreiwertig) ( tertiäre Alkohole)
c) Ein Kohlenstoffatom das mit nur einem anderen C-Atom verbunden ist nennt man primär
d) ein Kohlenstoffatom das mit zwei weiteren C-Atomen verbunden ist nennt man sekundär
e) Ist die OH-Gruppe mit einem primären C-Atom verbunden nennt man diese= primäre Alkohole, ist die OH-Gruppe mit einem sekundären C-Atom verbunden nennt man diese= sekundäre Alkohole
f) Oxidiere ich einen sekundären Alkohol erhalte ich ein Keton + Wasser, wird eine sekundäre OH-Gruppe oxidiert spricht man von Ketosen – Keton Zucker)
g) Oxidiere ich einen primären Alkohol erhalte ich ein Aldehyd + Wasser, wird eine primäre OH-Gruppe oxidiert spricht man von einer Aldosen - Aldehydzucker)

1.1.1 Konfiguration/ Chiral- asymmetrische C- Atom

1.1.1.1 Chiralität

- ein asymmetrisches Kohlenstoffatom (Chirales Moleküle) liegt vor, wenn in einem organischen Molekül vier verschiedene Atome oder funktionelle Gruppen an ein Kohlenstoffatom gebunden sind bzw. beim 4-sp3-hybridisierten Kohlenstoff-Atom weisen die vier Bindungen in die Ecken eines Tertraedas
- alle Monosaccharide außer Dihydroxyaceton enthalten ein oder mehrere asymmetrische Kohlenstoffatome
- Chiral leitet sich von dem griechischen Wort cheir, das ,,Hand- Händigkeit ‘‘ bedeutet, ab. Diese Beziehung geht darauf zurück, dass sich chirale Objekte wie rechte und linke Hand zueinander verhalten, d.h. wie Bild und Spiegelbild, und sich somit nicht zur Deckung bringen lassen. Sie können nicht durch Drehung in ineinander übergeführt werden.

1.1.1.2 Zuordnung D- oder L- Reihe

- Verbindungen mit einem asymmetrischen Kohlenstoffatom haben die Fähigkeit, in wässriger Lösung die Schwingungsebene polarisierendes Licht nach rechts (+) D-Form oder nach links (- ) L-Form zu drehen, sie heißen deshalb auch optische Antipoden
- Die Zuordnung zur D- oder L Reihe steht nicht im Zusammenhang mit dem Drehsinn, sondern die Zuordnung erfolgt durch die Stellung am asymmetrischen C- Atom welches am weitesten von der Aldehyd- bzw. Ketogruppe entfernt ist.
- steht die OH- Gruppe in der Projektionsformel rechts, spricht man von D- Glycerinaldehyd (D von lat. dexter – rechts) steht sie dagegen links, spricht man von L- Glycerinaldehyd

1.1.2 Monosaccharide (Einfachzucker) Aldohexosen.

- z.B. Glucose/Galaktose/Fruchtose
- Summenformel
- (alle haben eine Unterschiedliche Strukturformel)
- Monosaccharide entstehen aus mehrwertigen Alkoholen durch Oxidation einer alkoholischen Hydroxylgruppe.
- Die einfachsten Monosaccharide leiten sich vom dreiwertigen Alkohol - Glycerin - ab.
- Die größte Bedeutung für die menschliche Ernährung haben die Monosaccharide mit sechs Kohlenstoffatomen, die Hexosen
- α-D-Glucose kommt in Obst und Honig vor, bildet Kristalle, wasserlöslich, vergärbar, süß schmeckend
- β-D-Galaktose kommt in Laktose und Pektin vor bildet Kristalle in heißem Wasser löslich teilweise vergärbar

1.1.3 Disaccharide (Zweifachzucker)

- Summenformel C12H22O11 + H2O
- Disaccharide können zum einen durch eine β 1-4-Bindung verknüpft sein und zu Anderen durch eine α 1-4-Bindung. Disaccharide bestehen entweder aus zwei verschiedenen oder zwei gleichen Monosacchariden
- z.B. Maltose = Glucose+ Glucose mit α 1-4- Bindung kommt in keimenden Getreide und Bier vor bildet Kristalle gut wasserlöslich schwach süß
- z.B. Laktose - β-D-Galaktose +α-D-Glucose mit β 1-4- Bindung kommt in Milchprodukten und Muttermilch vor bildet Kristalle schwer löslich wenig süß kann zu Milchsäure vergoren werden

1.1.4 Polysaccharide (Mehrfachzucker)

- Summenformel (C6H10O5)n
- sind Verbindungen aus mehreren Einfachzuckern, die sich zu Ketten zusammenschließen Polysaccharide bestehen aus über 100- Saccharideinheiten und sind beispielsweise Stärke, Glykogen, Pektin, Zellulose und Dextrin
- z.B. Stärke (Pflanzlich), Glykogen (tierisch)
- Amylose (aus 250-350 α 1-4 Bindungen von Glucose) kommt z.B. in Stärke, Mehl, Mais, Reis und Kartoffeln vor löst sich in heißem Wasser und bildet ein Gel. Die Glucose Moleküle sind spiralförmig ( 6 Glucose Einheiten pro Schraubengang) angeordnet und Wasser wird in den Hohlräumen eingelagert. Amylose befindet sich im inneren eines Stärkekorns
- Amylopektin ( aus 600-6000 α 1-4 Bindungen von Glucose zusätzliche Seitenketten mit α1-6- Bindungen)) ist nicht wasserlöslich, bildet in Wasser einen Kleister, Verzweigungen nach jeder 4ten Verästelung kommt eine α 1-6- Bindung
- Glykogen – ist das wichtigste Speicher- Polysaccharid im tierischen bzw. menschlichen Organismus. Glykogen ist ein verzweigtes Polysaccharid, das aus α - glykosidisch gebundenen Gluscoseresten besteht
- Dextrine – sind Abbauprodukte der Stärke und des Glykogens
- Cellulose – kommt in Pflanzen als Gerüstbausubstanz vor. Cellulose ist Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwand. Holz z.B. besteht zu 40 bis 60% aus Cellulose, Baumwolle ist nahezu reine Baumwolle
- Pektine – bestehen aus (1-4)- glykosidisch verknüpften, sie sind besonders in Kernen und Schalen verschiedener Obstsorten enthalten. Pektine sind stark quellfähig

1.1.5 Stoffwechsel der verwertbaren KH

- Aufgenommene Stärke wird durch α-Amylase im Mund und im Zwölffingerdarm zu Maltose und Isomaltose gespalten. Diese schließlich durch Maltase in Glucose.

1.1.6 Verdauung der KH

- Die Verdauung beginnt im Mund durch Speichelamylase, sie spaltet die α1-4-Bindung der Polysaccharide. Diese werden dann abgebaut zu Oligosacchariden und Dextrinen und auch zu Maltose.
- 1-6 Glucosidasen spalten Amylopektin in Maltose, Isomaltose und Glucose.
- Maltase im Dünndarm spaltet Maltose zu 2x Glucose
- Saccharase im Dünndarm spaltet Saccharose zu Laktose und Fruktose
- Laktase im Dünndarm spaltet Laktose zu Galaktose und Glucose
- Im Magen wird die Amylase durch Magensäure deaktiviert.
- Die Magensäure für die Quellung und Denaturierung der Eiweißstoffe zuständig, der Aktivierung des Enzyms Pepsin, für die Abtötung von Bakterien, sie fördert die Eisenresorption und verhindert die Bildung von kanzerogenen Stoffen.
- Im Zwölffingerdarm gelangen Gallensaft und Bauchspeichel zusammen mit Dünndarmsaft. Die enzymatische Spaltung der KH wird im Dünndarm fortgesetzt

1.1.7 Ernährungsphysiologische Bedeutung der KH

- KH ist ein wichtiger Energielieferant, wichtig für den Glykogen speicher, wird im Körper zu Zucker abgebaut

1.1.8 Ballaststoffe

- Sie erhöhen das Volumen des Speisebreis wodurch ein stärkeres Sättigungsgefühl eintritt, des Weiteren wird die Transitmenge erhöht, der Darm schneller passiert, die Durchblutung verbessert, und die Konsistenz und Volumina des Stuhls positiv beeinflusst.
- Sie sind ein guter Nährboden für die guten Darmbakterien.
- Sie neutralisieren überschüssige Magensäure, so werden Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre in ihrer Entstehung behindert.
- Gleichmäßige Resorption der Monosaccharide vermindert starke Blutzuckerschwankungen (kein Heißhunger)
- Pektin bindet Gallensäure und somit wird der Cholesterinspiegel gesenkt.
- Ballaststoffe beeinträchtigen jedoch auch die Wirkungsweise einiger Mineralstoffe

1.2 Aminosäuren, Peptide, Proteine und Nukleinsäuren

- Bedarf 1 g je Körpergewicht
- der physiologische Brennwert von Proteinen beträgt allgemein 1 g Protein = 4,1 kcal = 17,2 kJ
- Proteine bestehen aus: C, H, O, N, (S), (P)
- Proteine entstehen aus den organischen Verbindungen der Photosynthese und wasserlöslichen Stickstoff Verbindungen
- eine Einteilung der Aminosäuren kann nach chemischen- physikalischen Kriterien oder ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten erfolgen

1.2.1 Gemeinsames Strukturprinzip

(1) Spezifische Funktionen
(2) Enzyme
(3) Transportproteine
(4) Speicherproteine
(5) Bewegungsproteine
(6) Strukturproteine
(7) Antikörper

1.2.2 Proteinogene und Nichtproteinogene

20 proteinogenen verschiedene Aminosäuren sind Grundbausteine der Proteine (Aminosäuren Alphabet des Lebens)

- proteinogene Aminosäuren (auch vereinfacht als Aminosäuren bezeichnet) sind die α- Aminosäuren die Bausteine der Proteine

- Nichtproteinogene Aminosäuren sind ca. 250 die nicht in alle Proteine eingebaut werden können

1.2.3 Aminosäuren

(1) Aminosäuren enthalten neben einer Carboxyl- Gruppe, eine Amino- Gruppe
(2) Aminosäuren unterscheiden sich also durch die Seitenketten
(3) die unterschiedliche Struktur, Größe, elektronische Ladung und Wasserlöslichkeit haben asymmetrisches Kohlenstoffatom
(4) alle Aminosäuren, mit Ausnahme des Glysins sind optisch aktive Verbindungen- das asymetrische C- Atom
(5) Natürlich vorkommende Aminosäuren gehören zu den L α – Aminosäuren (Grundbaustein bzw. bekömmlich), während D- Aminosäuren vorwiegend in Bakterien vorkommen)
(6) Aminosäuren sind Zwitterionen- dipolare Ionen
(7) Einfachste Aminosäure ist Glycin

1.2.4 Dipolarer Zustand

- Im dipolaren Zustand ist die Aminogruppe protonisiert und die Carboxylgruppe dissoziert, das Proton der Carboxylgruppe (COOH) wandert an das freie Elektronenpaar der Aminogruppe. Die Aminosäuren sind in dieser Form nach außen ungeladen obwohl jedes Molekül eine positive und negative Ladung hat.
- Die Wechselwirkung der Aminosäurenseitenkette mit Wasser ist für die Konformation der Proteine von entscheidener Bedeutung

1.2.5 Unverzweigte und verzweigte aliphalische Seitenketten

- Bsp.: Valin, Leucin und Isoleucin besitzen hydrophile verzweigte Seitenketten wodurch sich die Oberfläche der Seitenketten verringert
- Sie gehören zu den essentiellen Aminosäuren (wegen Verzweigung stellt der Körper nicht selber her)
- Je verzweigter, desto weniger stellt der Körper Aminosäuren selber her

1.2.6 Essentielle Aminosäuren

- eine Reihe von Aminosäuren können von Säugetieren nicht synthetisiert werden, weil die dazu benötigten Ketosäuren fehlen und müssen zum Erhalt des Baustoffwechsel mit der Nahrung zugeführt werden
- zur Gruppe der essenziellen Aminosäuren zählen neben Lysin (in Getreide und Kartoffeln) alle verzweigtkettigen Aminosäuren wie Valin, Leucin, Isoleucin, Threonin, die aromatischen Aminosäuren Phenylalanin und Tryptophan…
- Essentielle Aminosäuren besitzen:

a) verzweigte Kohlenstoffketten
b) aromatisch Seitenketten oder
c) eine dritte funktionelle Gruppe im Molekül

- Zur Gruppe der semi-essenziellen Aminosäuren zählen diejenigen, die aus anderen Aminosäuren synthetisiert werden können
- als nicht essenzielle Aminosäuren werden alle Aminosäuren bezeichnet , die der Organismus aus einfachen und gut zugänglichen Vorstufen und in ausreichender Menge selbst herstellen kann

1.2.7 limitierende Aminosäuren

- der Nährwert wird durch die Verzehrbarkeit bestimmt die vom Bau des Proteins, d.h. von der Aminosäurezusammensetzung, abhängig.
- Der Gehalt an essenziellen Aminosäuren bestimmt dabei die biologische Wertigkeit, d.h. die physiologische Verwertbarkeit eines Proteins durch den Organismus.
- Es gilt dabei das Gesetz des Minimums: Ist das Angebot an essenziellen Aminosäuren zu gering, so ist der Umfang der resultierenden Syntheseleistung von derjenigen Aminosäure abhängig, die in kleinster Menge vorhanden ist (,, limitierende Aminosäure‘‘). Die wichtigsten limitierenden Aminosäuren sind Lysin und Methionin

1.2.8 Einteilung der Aminosäuren nach Wasserlöslichkeit der Seitenketten

(1) Einige Aminosäuren sind aufgrund ihrer Seitenketten bei biologischen pH- Wert

(2) Unpolar bzw. hydrophob
(3) Polar bzw. hydrophil
(4) Acht Aminosäuren besitzen unpolare Seitenketten diese Aminosäuren stoßen Wasser ab und neigen dazu sich zusammen zulegen (30-50% besitzen unpolare Seitenketten).
(5) Die Stabilität einer Proteinstruktur steigt mit der Anzahl der unpolaren Seitenketten.
(6) Aminosäuren mit polaren Seitenketten enthalten in der Seitenkette Sauerstoff und Stickstoff die Wasserstoffbrücken ausbauen können aufgrund der Ladung der Seitenkette kann eine Einteilung vorgenommen werden in:
(7) Basisch- positive geladene- hydrophile Aminosäuren

- Neutral- ungeladene- hydrophile Aminosäuren
- Saure- negativ- geladene- Aminosäuren

1.2.9 Peptide

- Peptide entstehen, indem die Aminogruppe der einen Aminosäure mit der Carboxylgruppe einer zweiten Aminosäure (unter Wasserabspaltung) reagiert
- Peptide entstehen durch Verknüpfung von Aminosäuren in einer definierten Reihenfolge (Sequenz) über Säureamidbindungen Peptide unterscheiden sich von Proteine allein durch ihre Größe

1.2.9.1 Dipeptide

- Besitzen wiederum je eine funktionelle α- Aminogruppe und alpa- Carboxylgruppe man bezeichnet die Peptidkette je nach Anzahl der Aminosäurenreste als:

a) Dipeptide
b) Tripeptide
c) Tetrapeptide
d) Oligopeptide (weniger als 10 Aminosäuren)
e) Polypeptide (bis zu 100 Aminosäuren = ab 100 als Protein bezeichnet) z.B. Hormone

- Viele durch Peptidbindung miteinander verknüpfte Aminosäuren bilden eine unverzweigte Polypeptidkette die 20 Aminosäuren kommen dabei in unterschiedlicher Menge vor und sind in anderer Reinfolge miteinander verknüpft

1.2.10 Proteine

- Proteine gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Sie verleihen der Zelle Struktur und können als molekulare ,,Maschinen‘‘:

(1) Stoffe transportieren (Transporter),
(2) Ionen pumpen (Ionenpumpen)
(3) chemische Reaktionen katalysieren (Enzyme)
(4) Signalstoff erkennen (Rezeptoren)
(5) körperfremde Strukturen binden (Antikörper)

- Die Seitenketten der Aminosäuren sind im Wesentlichen für die intra- und intermolekularen Wechselwirkungen bei Proteinen verantwortlich , aus der Gesamtheit der Wechselwirkungen ergeben sich die Eigenschaften der Proteine

1.3 Lipide

1.3.1 Einfache und komplexe Lipide:

- Lipide sind Fette und fettähnliche Stoffe, diese werden aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit und chemischen Zusammensetzung unterteilt in:

1.3.1.1 Einfache Lipide- (verseifbar, nicht wasserlöslich)

Diese sind chemisch gesehen Ester und bestehen aus dem dreiwertigen Alkohol Glycerin und drei Fettsäuren.

- Dazu zählen die Einfachen Lipide wie:
- Neutralfette (am meisten vorkommend) auch Triglyceride genannt, sie zeichnen sich durch die Veresterung von drei unterschiedlichen Fettsäuren aus. Die Fettsäuren bestimmen die Eigenschaften und die Bedeutung für die menschliche Ernährung. Man unterscheidet zwischen einfache Triglyceride ( mit nur einer Fettsäure verestert ) und gemischte Triglyceride (drei versch. Fettsäuren). Neutralfette sind neutrale, hydrophobe Moleküle.
- Wachse sind Ester aus langkettige und ungesättigten Fettsäuren, langkettige einwertigen Alkoholen(z.B. Bienenwachs)

1.3.1.2 Komplexe Lipide- (nicht verseifbar, Fettfreundlich, nicht Wasserlöslich) sind zusammengesetzte Verbindungen mit Lipid fremden Bestandteilen.

- Die wichtigsten sind zum einen Phosphoglyceride, diese enthalten Allgemein zwei Fettsäuren eine gesättigte und eine ungesättigte, die dritte Hydroxylgruppe des Glycerins ist mit Phosphorsäure verestert. (z.B. Lecithin-(wobei da noch Cholin mit verester ist).
- Und zum anderen Glykolipide nur das hier die Hydroxylgruppe nicht mit Phosphat sondern mit einen oder mehreren Sacchariden verknüpft ist.

1.3.2 Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen aus:

- Fettsäuren bestehen aus einer Carboxyl- Gruppe und einer unterschiedlich langen Kohlenstoffkette mit einem Methylende und sind gekennzeichnet durch: (unterschiedliche Schreibweise, Zählung von den Enden)
- den Wasser abweisenden-unpolaren (hydrophoben) Teil der Kohlenwasserstoffkette und den Wasser liebenden-polaren (hydrophilen) Teil der Carboxyl- Gruppe
- die Kettenlänge der Fettsäuren- kurzkettige haben 4 C-Atome, mittelkettige 6-12 C-Atome und langkettige 14-24 C-Atome (18:1 - 18 C-Atome und eine Doppelbindung)
- die Anzahl der Doppelbindungen-
- Gesättigte haben keine Doppelbindungen (alle C-Atome sind mit H ab gesättigt)
- Ungesättigte Fettsäuren unterteil man in einfach und mehrfach Ungesättigt (die Kohlenstoffe sind nicht mit Wasserstoffen ab gesättigt)
- essential und nicht essential

1.3.3 Die wichtigsten essentiellen Fettsäuren

Omega Zählung erfolgt vom Methylende und Delta Zählung vom Carboxylende

(1) gesättigte Fettsäuren (SFA)
(2) einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA)
(3) mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA)
(4) die ungesättigte Fettsäure Linolsäure als Omega 6 und die Linolensäure als Omega 3 bezeichnet man als essentielle- lebensnotwendige- Fettsäuren da der Körper sie nicht selber Herstellen kann und sie deswegen über die Nahrung aufgenommen werden müssen.
(5) beteiligt an den Gefäßerweiternden Enzymen
(6) Linolsäure und Linolensäure sind Ausgangsprodukte von weiteren wichtigen Fettsäuren, die im Körper Aufgebaut werden und verschiedene unverzichtbare Funktionen erfüllen.

1.3.4 Cis- und Trans- Fettsäuren

- In Molekülen mit einer C-C- Doppelbindung ist die Drehbarkeit um die Kohlenstoff- Kohlenstoff-Bindungsachse durch die Ausbildung der n-Bindungen aufgehoben
- Tragen nun die Kohlenstoffatome der Doppelbindung verschiedene Atome oder Reste, führt das zu Isomeren mit unterschiedlicher räumlicher Anordnung der Atome
- Man spricht von cis- trans- Isomerie
- bei der Konfiguration, bei der die beiden Atome auf derselben Seite der Doppelbindung zu finden sind , ist die cis- Form
- stehen sie Gegenüber spricht man von der trans- Form
- Die cis-trans-Form ist sehr wichtig bei den ungesättigten Fettsäuren, diese enthalten bis zu drei Doppelbindungen die alle in der cis Konfiguration angelegt sind. deswegen weißen die Moleküle an dieser Stelle einen Knick auf
- Folglich wird die Kristallisation dieser Fettsäuren erschwert; sie sind deshalb bei Zimmertemperatur flüssig (gleiches gilt auch für Fette die diese Fettsäuren enthalten)

1.3.5 Lipasen, Fettmicellen und Chylomikronen:

- Lipasen- hydrolytische Spaltung
- Nahrungsfette(Lipide) werden in den Verdauungsorganen wie Zwölffingerdarm und Dünndarm durch Pankreaslipasen, in ihre Einzelbausteine-, Monoglyceride, Fettsäuren, Glycerin und in geringen Umfang auch Diglyceride zerlegt
- Fettmicellen
- Micellen sind Zusammenballungen bzw. Verklumpungen von Strukturelementen in unserem Fall gebildet aus Gallensäure und Fettsäuren, sie bilden eine Einschlussverbindung. Die Fettsären werden von zwei, drei oder vier Gallensäuren paaren umhüllt. Wobei die hydrophile Gruppe der Moleküle nach außen gerichtet ist und die hydrophobe nach innen. (Sie bilden somit eine bessern Angriffspunkt für Pankreaslipasen)
- Chylomikronen
- Verpackung und Abtransport der resynthetisierten Triglyceride zusammen mit Cholesterin, Phospholipiden und Proteine in die Lymphgefäße abgegeben und zum Fettgewebe Transportiert

2 Einteilung Lebewesen und Zellaufbau bzw. Gewebe

2.1 Einteilung Lebewesen

2.1.1 Wesentliche Kennzeichnung

- Drei wesentliche Eigenschaften kennzeichnen jedes Lebewesen
- Vermehrung (Reproduktion durch Information)
- Stoffwechsel (Metabolismus = biologische Stoffumwandlung, Energietransformation)
- Mutagenität (Veränderung des Erbgutes, Entwicklung neuer Lebensformen)

2.1.2 Phylogenie

- Phylogenie ist die Lehre von der Abstammung und Entwicklung der Lebewesen in drei Domänen
- Archaea, Bacteria und Eukarya
- Phylogenetischer Stammbaum der drei Domänen:
- Archaebakterien – extrem halophile; Methanogene; extrem thermophile
- Eubakterien – Purpurbakterien; Gram- positive Bakterien; Grüne Bakterien; Cyanobakterien
- Eukayonten – Tiere; Ciliaten; Pilze; Pflanzen; Flagellaten

2.1.3 Taxonomie und Systematik

- Taxonomie – Benennung und Klassifizierung von Arten und Artengruppen
- Zuordnung zu Gattungen erfolgt aufgrund von Ähnlichkeiten
- Der Biologische Artbegriff
- eine biologische Art ist die Population (oder eine Gruppe von Populationen), deren Mitglieder sich unter natürlichen Bedingungen kreuzen können und dabei lebensfähige, fruchtbare Nachkommen hervorbringen. Mit Mietgliedern anderer Arten ist eine Kreuzung nicht möglich
- stellt den genetischen austausch innerhalb von Arten und die reproduktive Isolation zwischen den Arten in den Vordergrund

2.1.4 Einteilung der Lebewesen

Abbildung aus urheberrechtlichen Gründen für die Veröffentlichung entfernt

2.2 Zellaufbau

- Alle Zellen (Prokaryonten und Eukaryonten) verfügen über:
- Membranen
- Ribosomen
- Cytoplasma (cytosol)
- Eukaryonten (Einzeller, Pilze, Pflanzen, Tiere (Animalia))verfügen über:
- Zellkern
- Endoplasmatisches Retikulum
- Golgi-Apparat
- Mitochondrien
- Pflanzenzellen höherer Pflanzen verfügen über:
- Zellwand
- Plastide
- Vakuolen

2.2.1 Membranen

- alle lebenden Zellen und Zellorganellen sind von Membranen umgeben
- Membranen grenzen Zellen gegen die Umwelt/ Nachbarzellen ab und schaffen abgegrenzte Räume (Kompartimente) innerhalb der Zelle
- Membranen sorgen für einen kontrollierten Stoffaustausch mit der Umgebung
- Membranen ähneln teilweise den Mauern einer Burg, sie grenzen die Burg gegen die Umwelt ab und bilden Unterbezirke innerhalb der Burg. Der Austausch von Stoffen und Informationen erfolgt über Tore (kontrolliertes Öffnen/Schließen)
- im Gegensatz zu Burgmauern sind Membranen jedoch flexibel, dynamisch und anpassungsfähig

2.2.1.1 vergleichbar sind Membranen mit den Eigenschaften von Seifenblasen

- flexibel; leichtes Verschmelzen und Ablösen von Blasen; kein Verlust an Dichtheit bei Kontakt mit Objekten oder deren Passage durch die Membranen

2.2.1.2 Die Grundstruktur biologischer Membranen besteht aus einer Doppelschicht aus amphipathischen (amphiphilen) Bausteinen

(1) Phospholipide; Glycolipide; Cholesterin
(2) Hydrophile Außenschicht (z.B. Extrazellulärerraum)
(3) Lipophile Trennschicht
(4) Hydrophile Innenseite (z.B. Zellplasma)

- Membranen können einen kristallinen oder (quasi)-flüssigen Zustand annehmen

- die biologischen Funktionen erfordern den flüssigen Zustand

2.2.1.3 Asymmetrie im Aufbau der Membranen

- definiert innen und außen. Das ist eine der elementaren Voraussetzungen für eine biologische Richtunggebend des Stoffwechsels
- Außenseite (viele Glycolipide, häufig mit größeren Kohlenhydrat Ketten
- Innenseite (kaum komplexe Glycolipide)

2.2.1.4 Charakterisierung von Membranproteinen

- Funktionen - Transport von Stoffen, für die der Lipidfilm undurchlässig ist (Nähstoffe, Syntheseprodukte etc.) und Erzeugung, Verarbeitung und Weiterleitung von Informationen (Signalen)
- Arbeitsmerkmale – Substratspezifität, Wirkungsspezifität, Regulierbarkeit, Richtungsspezifität wegen Asymmetrie der Membranen

2.2.2 Ribosomen

- Ribosomen als Proteinfabrik
- die Ribosomen sind aus RNA und Proteinen bestehende Komplexe in Pro- und Eukaryoten (in allen Zellen)
- sie sind für die Synthese von Proteinen aus Aminosäuren verantwortlich
- die mRNA dient als Information für die Reihenfolge der Aminosäuren in den Proteinen (Primärstruktur)
- Ribosomen liegen in hoher Anzahl in jeder Zelle vor

2.2.3 Cytosol (Cytoplasma)

- Sol/Gel- Zone zwischen Plasmamembran und Kernregion bzw. Zellorganellen
- Hauptinhaltsstoffe z.B. Enzyme, Polysomen, Glycogenpartikel, Cytoskelett

2.2.3.1 Funktionen:

- Hauptort des zellulären Stoffwechsels und des Verbrauchs an ATP
- Proteinsynthese
- Proteinabbau (turnover) -Weiterverwertung
- Gluconeogenese - Zuckerneuaufbau
- Glycogensynthese - Aufbau
- Fettsäuresenthese - Aufbau
- Cholesterinsynthese - Aufbau
- Glycolyse - Abbau von Glucose

2.2.4 Organisation einer eukaryotischen Tierzelle

2.2.4.1 Nukleus (Zellkern)

- größtes Organell, von Doppelmembran umgeben, die Kernporen enthalten (Stoffaustauch mit dem Cytoplasma bzw. Abgabe von Informationen von und zum Cytoplasma), enthält Kernmatrix
- im Kern ist ein Kernkörperchen auch Nukleolus genannt, die DANN in diesem Bereich enthält die Baupläne für die ribosomale RNA, also für die katalytische RNA der Ribosomen – Bildungsort der Ribosomen
- Zellkern ist Steuerrad der Zelle
- der Zellkern bildet die Steuerzentrale der eukaryotischen Zelle, er enthält die chromosomale DANN und somit die Mehrzahl der Gene

2.2.4.2 Endoplasmatische Retikulum und Golgi-Apparat

2.2.5 Golgi- Apparat

- das Endoplasmatische Retikulum (ER) und der Golgi-Apparat sind eng miteinander verknüpft
- diese beiden Systeme bestehen aus von Membranen begrenzten Hohlräumen und sind in den meisten Eukaryoten zu finden
- das Endoplasmatische Retikulum ist das schnelle Transportsystem für chemische Stoffe, weiterhin wird in der Mitose die neue Kernmembran vom ER abgeschnürt. Außerdem ist es für die Translation, Proteinfaltung, posttranslationale Modifikation von Proteinen und Proteintransport von Bedeutung
- diese Proteine werden anschließend vom Golgi-Apparat verteilt
- Im Golgi-Apparat werden die Proteine modifiziert, sortiert und an den Bestimmungsort transportiert, sortiert und an den Bestimmungsort transportiert. Defekte Proteine werden dabei aussortiert und abgebaut

2.2.5.1 Funktion und Aufbau

- bestehend aus mehreren hintereinander gelagerten zusammengefalteten Membranstapeln (Dictysomen)
- dient der Sekretion von Zellprodukten (Proteine, Hormone)
- Prozessieren (Umbau) von Proteinen (Glykosylierung, Hydroxlierung, partielle Peptidspaltung, Methylierung)
- Bildung der Plasmamembranen

2.2.6 Mitochondrien – Kraftwerke der Zelle

- die Mitochondrien gehören zu den selbstvermehrenden Organellen (semiautonom) und sind nur ein Eukaryoten in unterschiedlicher Anzahl zu finden
- sie enthalten ein eigenes Genom, das viele aber nicht alle der für die Mitochondrien wichtigen Gene enthält
- Mitochondrien werden als Kraftwerke der Zelle bezeichnet
- der Stoffabbau über den Citratcyclus und Fettabbau läuft in den Mitochondrien ab
- die Oxidation organischer Stoffe mit molekularem Sauerstoff findet in den Mitochondrien statt, wobei Energie freigesetzt und in Form von chemischer Energie (als ATP) gespeichert wird – Atmungskette

2.2.6.1 Aufbau der Mitochondrien

- Innere Membran – Sitz der Atmungskette
- Äußere Membran – grenzt gegen das Cytoplasma ab, ist für Proteine durchlässig
- Membranmaterialien der äußeren und inneren Membran können nicht getauscht werden

2.3 Pflanzliche Zelle

2.3.1 Zellwand

- die Zellwand liegt außen am Plasmalemma (Plasmamembran) an
- Funktion:
- Festigung (stütz die Pflanze)
- verhindert das Platzen der Zellen,
- vermindert durch Einlagerung von Korkstoffen oder Auflagerungen von Kutin die Wasserverdunstung
- Ausbildung dauerhafter Druck- und Zugfestigkeit in abgestorbenen Zellen durch Einlagerung von Holzstoff
- Verhindert das Eindringen von Mikroorganismen

2.3.2 Textur in pflanzlichen Geweben

- Pflanzliche Zellen sind polygonal (vieleckig) und isodiametral (gleicher Durchmesser) aufgebaut
- Rheologische Eigenschaften und Texturen von Obst und Gemüse resultieren aus dem strukturellen Aufbau der Zellen und dem Zellverband (Zellstruktur)
- bei Gemüse und Obst ist z.B. die Knackigkeit von Bedeutung, bei Kartoffeln sind es die 5 sensorischen Attribute : Mehligkeit, Zerkochungsgrad, Feuchtigkeit, Konsistenz/ Textur, Körnigkeit

2.3.3 Mittelamelle und Primärwand

- die Zellwände sehr vieler Zellen bestehen aus Mittelamelle und Primärwand. Einige Speziallisten bilden sobald das Zellwachstum beendet ist, weitere Polymere und formen eine Sekundärwand, welche eine festigende Funktion hat. Von ihrer Anwesenheit hängt aber auch eine Reihe von strukturellen Änderungen in der Mittelamelle und der Primärwand ab.
- die Bildung von Lignin führt zur Verholzung von Möhren, Rettich, Sellerie, Kohlrabiknollen, wobei die Cellulosewand dicker wird
- die Zellwand höherer Pflanzen ist sehr komplex aufgebaut. Die Arten unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihres strukturellen Feinbaues, generell sind sie aber überwiegend aus Polysacchariden aufgebaut. Der Rest setzt sich aus anderen Substanzenklassen wie Proteine und Polyphenolen (Lignin) zusammen

2.3.4 Plastiden

- Plastiden existieren nur in Eukaryoten, die Photosynthese betreiben, also Pflanzen und Algen
- wie die Mitochondrien besitzen die Plastiden ihr eigenes Genom und sind wie die Mitochondrien selbstvermehrend auch semiautonom
- es gibt verschiedene Plastiden die alle von dem sogenannten Proplastiden abstammen. Sie sind in der Lage, sich in eine andere Plastidenform umzuwandeln z.B. Chloroplasten enthalten viele Farbstoffe wie das Chlorophyll, das in der Photosynthese wirkt oder Amyloplast speichert Stärke, ein Photosynthese- Endprodukt

2.3.5 Chloroplasten

- Die Chloroplasten enthalten u.a. Chlorophyll (ein grüner Farbstoff), Energie von Licht- wird eingefangen (absorbiert) in chemische Energie in Form von Traubenzucker (Glucose) umgewandelt und in Form von Stärke gespeichert

2.3.6 Vakuole

- Vakuolen sind große von Membranen umschlossene Reaktionsräume vorwiegend in Pflanzen
- die Vakuolen sind Räume im Cytoplasma
- der Tonoplast ist die semipermeable Membran, die die Vakuole gegen das Plasma abgrenzt Aufgaben:
- Aufrechterhaltung des Zelldrucks
- Lager für toxische Stoffe, Duftstoffe, Farbstoffe etc.
- Farbgebung der Zelle
- Verdauung von Makromolekülen und
- im Falle der kontraktilen Vakuole der Wasserrausscheidung

2.4 Lysosomen und Peroxisomen- die Verdauungsorganellen der Zelle

2.4.1 Lysosomen (Tiere)

- winzige, von einer Membran umschlossene Zellorganellen, enthalten hydrolytische Enzyme und Phosphatasen, Hauptfunktion ist aufgenommene Fremdstoffe verdauen

2.4.2 Peroxisomen (im Speichergewebe von Pflanzen)

- Engiftungsapparate, enthalten ca. 60 Monooxygenasen und Oxidasen, oxidativer Abbau von Fettsäuren, Alkohol und anderen schädlichen Verbindungen

2.5 Gewebe

- ein Gewebe ist ein Verband gleichartig differenzierter Zellen die über Interzellularkontakte und Extrazellularmatrix verbunden sind
- die Zellen eines Gewebes besitzen ähnliche oder gleiche Funktionen und erfüllen so in der Regel gemeinsam die Aufgabe des Gewebes
- Grundsätzlich lassen sich alle Anteile eines vielzelligen Organismus, das heißt alle Organe , Strukturen und sonstige Inhalte von Tieren und Pflanzen einem Gewebe zuordnen, beziehungsweise sind von einem Gewebetyp produziert worden

2.5.1 Tiereiche Gewebearten

- bei allen Wirbeltieren, insbesondere beim Menschen und fast allen Wirbellosen, mit Ausnahme der Gewebearten unterscheiden
- Epithel – Zellschichten, die alle inneren und äußeren Oberflächen bedecken
- Binde- und Stützgewebe – Gewebe das für den strukturellen Zusammenhalt sorgt
- Muskelgewebe – Zellen, die durch kontrakte Filamente für aktive Bewegung spezialisiert sind
- Neeg – Zelle, aus denen Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven aufgebaut sind

3 Trinkwasser

3.1 Wasservorräte der Erde

- Wasservorräte der Erde- Salzwasser 97 % (Ozeane), Süßwasser 3 % (Grundwasser)
- Süßwasservorräte- Eis 68 % (Gletscher, Eiskappen der Erde), Grundwasser 30,1%, Andere 0,6 %
- Oberflächenwasser- Flüsse 2 %, Sümpfe 11 , Seen 87 %

3.2 Versorgung und Verbrauch International

3.2.1 Probleme:

- Globale Wasserknappheit, Globale Konflikte um Wasser Israel-Palästina-Syrien-Jordanien, Türkei- Syrien-Irak, Ägypten-Äthiopien-Sudan, Privatisierung von Wasser
- Pro Kopf Verbrauch in Deutschland 124 L, USA 295 L, Japan 278

3.2.2 Virtuelles Wasser bzw. latentes Wasser

- Wasser, das zur Erzeugung eines Produkts aufgewendet wird:
- Trinkwasser für Tiere, Wasserverbrauch für die Erzeugung des Futters, Bewässerung: ,,grünes virtuelles Wasser‘‘ (Niederschlag und natürliche Bodenfeuchte) und ,,blaues virtuelles Wasser‘‘ (künstliche Bewässerung), Wasserverbrauch bei Schlachtung und Verarbeitung

3.2.3 Water Footprint

- Gesamtmenge an Wasser, die für die Produktion der Güter und Dienstleistungen benötigt wird, welche die Bevölkerung eines Landes in Anspruch nimmt

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Ende der Leseprobe aus 80 Seiten

Details

Titel
Zusammenfassung aus der Vorlesung "Rohstoffkunde". Lebensmitteltechnologie 1. Semester
Hochschule
Hochschule Bremerhaven
Autor
Jahr
2018
Seiten
80
Katalognummer
V436384
ISBN (eBook)
9783668767539
ISBN (Buch)
9783668767546
Dateigröße
783 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenfassung, vorlesung, rohstoffkunde, lebensmitteltechnolgie, semester
Arbeit zitieren
Daniel Albers (Autor), 2018, Zusammenfassung aus der Vorlesung "Rohstoffkunde". Lebensmitteltechnologie 1. Semester, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436384

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